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Stanford

11. September 2019 – Franschoek – Springfontein
Ausschau nach Walen und Sterneküche

Nach dem Frühstück brechen wir auf zu unserer nächsten Station. Die Route führt uns über den malerischen Franschoek-Pass, einst ein Elefantenpfad, der Anfang des 19. Jahrhunderts zu einer Passstraße ausgebaut worden ist. Der Pass endet am ebenso idyllischen Theewaterskloof Stausee. Entlang der Straße sichten wir zahlreiche Paradieskraniche, insbesondere auf Farmen in Begleitung mit Schafen.

 
Auch der weitere Weg führt uns durch eine seicht-hügelige, bewirtschaftete Farm Landschaften, die das Morgenlicht in unterschiedliche Grüntöne taucht.
 

Unser heutiges Ziel ist Stanford, ein unspektakuläres, verschlafenes Nest in der Nähe von Hermanus.
Dort haben wir uns eingebucht im Springfontein Wine Estate, vier Kilometer außerhalb von Stanford gelegen. Das Weingut wurde 1994 nach dem Fall der Apartheit von Dr. Johst Weber, einem ehemaligen ThyssenKrupp Manager, gegründet. Später kamen dann Jürgen & Susanne aus Deutschland hinzu, um ein exquisites Restaurant auf dem Anwesen zu eröffnen. Wir haben zwei Cottages inmitten eines Milkwood Forests gebucht, rustikal, aber geschmackvoll eingerichtet und traumhaft schön gelegen. Susanne begrüßt uns mit einem Gläschen Sekt vom Weingut und zeigt uns unsere beiden Häuschen, das Milkwood Cottage und das Riverside 1, die etwa zweihundert Meter voneinander getrennt liegen. Für unsere Wahl waren insbesondere die Kingsize Betten in den beiden Häusern entscheidend.

Das Wetter ist besser als angekündigt und so beschließen wir direkt ins benachbarte De Kelders zu fahren, um dort den Küstenwanderweg zu erkunden. Das Auto stellen wir am Parkplatz unmittelbar am Caravan-Park ab und folgen dem kleinen Pfad durch dicht bewachsenen Fynbos. De Kelders ist zum Glück noch immer nicht so bekannt wie das benachbarte Hermanus, wo sich zur Whale-Season Heerscharen von Touristen die Klinke in die Hand geben. Für uns ist das kaum verständlich, gilt doch De Kelders als weltweit bester Spot, um von Land aus Wale zu beobachten. Heute haben wir kein Glück, da das Meer rau ist und sich keine Wale in der Bucht aufhalten. Der Weg entlang der Steilküste ist ein einziger Traum, mit oder ohne Wale!

 




Halsband Nektarvogel (Southern Double-collared Sunbird)
 
In De Kelders kehren wir ein im Café „On the Rocks“ mit phantastischem Blick auf die komplette Bucht. Es gibt leckeren Carot Cake und Kaffee, Wale sind aber auch vom Café aus nicht in Sicht. Wir fragen die nette Besitzerin nach einem Taxi, das uns zurück nach Gaansbai bringen könnte. Wie schon befürchtet gibt es in ganz De Kelders kein Taxi, aber sie bietet spontan an, uns von einer Freundin mit ihrem Privatwagen nach Gaansbai bringen zu lassen. So viel Gastfreundschaft wäre in Deutschland gänzlich unmöglich!

Zurück in Springfontein gönnen wir uns einen Sundowner im Milkwood Cottage, begleitet von zahlreich um uns herumschwirrenden Sunbirds. Insbesondere die wunderschön metallisch-grün glänzende Malachit-Sunbirds und Grey Sunbirds sind hier recht häufig vertreten. Auch das Birding ist in auf dem Springfontein Weingut durchaus ein Erlebnis und vielseitig.

 
Trauerdrongo (Fork-tailed Drongo)                                                                   Malachitnektarvogel (Malachite Sunbird)
 
Natürlich haben wir an beiden Abenden das Dinner von Sternekoch Jürgen vorbestellt (495 Rand). Jürgen Schneider hat sich im Strahlenberger Hof in der Nähe von Heidelberg einen Stern erkocht, bevor er mit Ehefrau Susanne nach Südafrika ausgewandert ist. Es wird ein Dinner, das man so schnell nicht vergisst und mindestens in einer Liga aller von uns jemals in Deutschland aufgesuchten Sterne-Restaurants spielt. Es werden vier Gänge serviert, als Hauptgang ein Osso Bucco, das auf der Zunge zergeht, dazwischen werden immer wieder kleinere Leckereien aufgetischt. Die parierenden Weine vom hiesigen Gut sind absolute Spitzenklasse, insbesondere der Chenin Blanc Jils Dune mit einer feinen Eichenfassnote, im Platter mit 4,5 Pukten ausgezeichnet, und der 2015er Pinotage Terroir Selection. Erneut wird ein ereignisreicher Tag durch einen einzigartigen Gaumenschmaus und kulinarisches Erlebnis abgerundet.

 



12. September 2019 – Springfontein
Exkursion durch den Fynbos mit Rock-Arts


Wir werden am frühen Morgen geweckt durch Paul, dem Haus-Pfau und einem ganzen Schwarm von Hagedasch-Ibissen, die im Wechsel lautstark um die Wette schreien. Auch der markante Ruf von Rainfrogs aus dem nahen Fluss stimmt sich in das Konzert mit ein. In der Lodge bekommen wir ein wunderbares Frühstück serviert, mit Eiern, Käse, Joghurt, Orangensaft und selbst gebackenem Brot. Susanne hat für uns eine geführte Tour durch den Fynbos gebucht im Phillipskop Mountain Reserve. Chris, der Inhaber der dortigen Lodge, vermietet fünf Self-Catering Cottages inmitten unberührter Fynbos Vegetation. Chris ist Biologe und hat seine Doktorarbeit über den Fynbos geschrieben und ist anschließend mit seiner Familie nicht wieder nach England zurückgekehrt. Bei den jetzigen politischen Bedingungen rund um den Brexit kann man nur sagen, alles richtig gemacht!

Nachdem wir eine Gebühr von 500 Rand entrichtet haben führt uns Chris über einen markierten Hiking-Trail durch die Fynbos Landschaft und erklärt das absolut faszinierende Ökosystem. Von Fynbos spricht man nur, wenn Proteen, Erica-Gewächse sowie bestimmte Gräser (Reet-Gräser) vereint anzutreffen sind.

Der Fynbos ist abhängig von Feuern, die in Abständen von 10 bis 15 Jahren die oberflächigen Pflanzenstrukturen vernichten und fruchtbaren Boden hinterlassen. Die Fynbos Pflanzen haben dabei unterschiedliche Strategien entwickelt, wie sie der Feuerbrunst wiederstehen, entweder durch verschiedene unterirdische Pflanzenteile wie Wurzeln oder „Bulbs“, aus denen die Pflanze nach dem Feuer sofort wieder austreibt oder aber durch feuerresistente Samen. Wenn ein Feuer über einen langen Zeitraum ausbleibt, können Pflanzenarten unwiderruflich verschwinden. Wie in vielen anderen Ökosystemen sind „Alien-Pflanzen“ eine große Gefahr und können der Fynbos verdrängen. Grundsätzlich ist der Fynbos ein Baum-freies Ökosystem und gerade aus fremden Ländern eigeführte Bäume schädigen die Vegetation nachhaltig. Natürlich ist auch der Mensch eine Gefahr, in dem durch Unachtsamkeit unnatürlich häufig Feuer verursacht werden.

 

Auf dem Weg sichten wir auch zahlreiche Vögel, viele Sunbirds, wie zum Beispiel den Orange-breasted Sunbird, einer von insgesamt sechs im Fynbos Ökosystem endemischen Vogelarten. Sunbirds spielen bei der Bestäubung vieler röhrenförmiger Erika-Blüten eine zentrale Rolle. Außerdem sehen wir erneut Karoo-Prinias sowie Cape-Grassbirds, die für uns am Wegesrand ein wunderschönes Liedchen trällern.

                                                                  Kap-Grassänger (Cape-Grassbird)


Am Ende des Trails in den Felsen befindet sich eine Höhle, in der ein Spezialist erst vor zwei Jahren Rock-Arts entdeckt hat. Die Zeichnungen stammen von Sans und Khois und sind ungefähr vor zwei- bis dreitausend Jahren entstanden. Die Khois haben Fingerprints und Abdrücke einer Kinderhand hinterlassen, während einige figürliche Zeichnungen, die Menschen und Tiere darstellen, von den Sans stammen.

Ein stärkerer Regen setzt auf dem Rückweg zur Phillipskop Mountain Lodge ein. Es war eine derartig beeindruckende Tour mit Chris, der durch seinen Enthusiasmus für das hiesige Ökosystem soviel nachhaltige Eindrücke bei uns hinterlassen hat, an die wir sicher lange zurückdenken werden.

Gegen Nachmittag ist das regnerische Wetter weitgehend verschwunden und es klart sich langsam über dem Meer auf. Wir fahren nach De Kelders, wo wir in einem Vorgarten in der Umgebung eines Feeders zahlreiche interessante Vögel ausmachen, unter anderem Dominikanerwitwen (Pin-tailed Whydah), Wellenastrilde (Common Waxbills), eine Kap-Frankolin Familie mit einer Schar kleiner Küken (Cape Spurfowl), Fiskalwürger (Common Fiscal), Kap-Turteltauben (Cape Turtle Dove) und Senegaltauben (Laughing Doves).

 
Dominikanerwitwe (Pin-tailed Whyhah)                                                                   Wellenastrild (Common Waxbill)

Wir fahren zum Entrance Gate des Walker Bay Nature Reserves, das ebenfalls Sanparks angeschlossen ist, so dass wir mit der Wild Card kostenlosen Eintritt erhalten. Über einen Treppenweg gelangt man zu den Klipgat Caves, ein riesiger Höhlenkomplex, der bereits in der Steinzeit von Menschen genutzt worden ist. Archäologen haben zahlreiche Gegenstände aus den unterschiedlichsten Epochen hier gefunden. Auf Schautafeln wird die Historie erklärt.

 

Durch die Dünenlandschaft führt ein 4x4 Trail, auf dem wir hinab wandern zum Strand. Auch heute sichten wir keine Wale in der Bucht, nicht schlimm, da wir durch eine grandiose Landschaft entschädigt werden. Meterhohe Wellen peitschen an den Strand und es herrscht ein kräftiger Wind, der uns in Strandnähe geradezu sandstrahlt.

Das heutige Dinner steht dem gestrigen in nichts nach – wir sind erneut begeistert von der Kochkunst des Springfontein-Teams, das uns als einzige Gäste am heutigen Abend von A – Z verwöhnt. Hervorzuheben ist ein kaltes Sauerampfer-Süppchen, in dem eine Vanille-Eis Kugel und ein Griesknödel schwimmen – ein Dessert zum Sterben!

 



< Franschoek                                                                     Cape Town >




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