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Rosengarten Teil 3

11. Juli 2018 - Tag 4 „Rosengarten Trekking“: Vom Rifugio Micheluzzi über die Antermoia Hütte und die Grasleitenpasshütte zur Vajolet Hütte (14 km, 4:30 Stunden, 1.033 Meter Anstieg)
Im Gegensatz zum Abendessen fällt das Frühstück im Micheluzzi eher spartanisch aus – halt typisch italienisch (wir befinden uns mittlerweile nicht mehr in Südtirol, sondern im Trentino!). Die Wetterprognosen sehen heute Morgen deutlich freundlicher aus als noch gestern Abend, so dass wir an unserem Plan festhalten, zur Vajolet Hütte zu wandern.

Zunächst geht es auf gleichem Weg wie gestern zwanzig Minuten durch das Duron Tal zurück, vorbei an schönen ursprünglichen und mit bunten Blumenkästen verzierten Holz-Bauernhäusern. Wieder stehen zahlreiche Murmeltiere auf den Hügel und lassen sich von der Morgensonne aufwärmen.





Es folgt ein unangenehmer Aufstieg über einen steilen Geröllpfad zum Passo Ciaregole. 400 Höhenmeter in diesem Gelände am frühen Morgen sind schon eine erste kleine Herausforderung! Bis zum Passo Dona sind es weitere 200 Höhenmeter und wir sind bereits in der ersten Wanderstunde schweißgebadet. Dort steht die Bergstation eines Lastenliftes, da bis hierhin die Lebensmittel für die Antermoia Hütte befördert werden, bevor der Hüttenwirt sie mit einer Transportraupe händisch zur Hütte befördert. Ein wahrhaft mühsames Unterfangen. Die Lage der Antermoia Hütte in einem steil aufragenden Felskessel ist atemberaubend, und wir haben uns eine kräftige Minestrone nach dem anstrengenden Aufstieg verdient.



Rund um die Hütte haben sich eine Hand voll geselliger Schneesperlinge versammelt, um ein paar Krumen der Brotzeit von Wanderern zu erbeuten.

Da sich das Wetter auch am Mittag noch hält, beschließen wir zur Vajolet Hütte weiter zu wandern – andernfalls hätten wir versucht, hier einen Schlafplatz zu bekommen. Es sind weitere drei Stunden Wanderzeit bis zur Vajolet Hütte. Zunächst kommen wir am malerisch gelegenen Antermoia See vorbei – wir verweilen eine ganze Weile auf einem Felsen sitzend, da wir uns an diesem Wunder der Natur kaum satt sehen können. Der See wird überwiegend von Schmelzwasser gespeist, sogar im Sommer sind ringsherum noch Schneefelder auszumachen.



Erneut müssen wir steil aufsteigen zum Passo Antermoia unterhalb des mächtigen Kesselkogels und durchqueren dabei einige weitere Schneefelder. Am Passo schießen wir von uns, auf einer Felsnadel stehend, spektakulär wirkende "Action-Fotos" und steigen dann ab zur Grasleitenpasshütte. Auf diesem Abschnitt ist gute Trittsicherheit gefragt. Ein italienisches Pärchen hat mit ihren leichten Turnschuhen größte Schwierigkeiten, nicht abzurutschen; völlig unverantwortlich, sich derart schlecht ausgerüstet in dieses hochalpine Gelände zu wagen! Auch die Grasleitenpasshütte liegt spektakulär, und wir sitzen eine ganze Weile auf der aussichtsreichen Terrasse bei Buchweizentorte und Kaffee.

Der weitere Abstieg zu unserem heutigen Ziel ist nunmehr relativ einfach. Die Vajolet Hütte ist mit rund hundert Schlafplätzen ebenfalls ziemlich groß und unpersönlich. Die Ausstattung der Zimmer ist einfach. Die Betten sind unbequem und kurz, die Benutzung von Hüttenschlafsäcken ist obligatorisch. Beim nächsten Mal würden wir sicher nach einer Alternative suchen.

In der Gaststube treffen wir Annelie und Carsten aus Berlin wieder, mit denen wir oben auf dem Mont Petz ins Gespräch gekommen sind. Wir haben zusammen einen netten Abend, plaudern über dies und das, insbesondere natürlich über Reisen. Das Abendessen auf der Vajolet Hütte ist durchschnittlich, wieder einmal eine dieser Hütten, in der schnelles Geld auf Kosten der Qualität gemacht werden muss.



12. Juli 2018 - Tag 5 „Rosengarten Trekking“: Von der Vajolet Hütte über das Rotwandhaus und die Kölner Hütte zur Plafötsch Alm (22 km, 8:00 Stunden)
Wir haben beide extrem schlecht geschlafen, zumal mein Bett bei jeder kleinen Bewegung geknarzt hat und zudem viel zu kurz war! Schon beim Frühstück tragen wir uns mit dem Gedanken, heute noch zur Plafötsch Alm abzusteigen, also zwei Etappen an einem Tag zu machen. Diese Strecke würde ungefähr der halben Sky Marathon Strecke entsprechen – mal sehen, ob wir das schaffen werden! Trinkwasser gibt es auf der Vajolet Hütte nicht, so dass wir Mineralwasser kaufen müssen.

Zum Colle Barbolada führt ein kleiner steiler Bergpfad mit kleineren Kletterpassagen ganz am Anfang. Wir bringen immer mehr Strecke zwischen Vajolet Hütte und uns - hier und da genehmigen wir uns einen Blick zurück!

Nach einer Stunde gelangen wir auf den schmalen Höhensteig Nummer 541, der an vielen Stellen durch Erdrutsche extrem ausgesetzt ist. Nur die wenigsten davon sind bereits durch Umleitungen gekennzeichnet. Mehrfach müssen wir gefährliche Stellen umgehen. Dieser Pfad ist im jetzigen Zustand definitiv nur etwas für absolut trittfeste und schwindelfreie Wanderer.





Noch einmal blicken wir an einem Aussichtspunkt zurück auf die zurückgelegte Strecke der letzten beiden Tage bis hinauf zum Antermoia Pass.

An der schlecht ausgeschilderten Kreuzung Torrette verpassen wir prompt den Steig zum Pas de le Zigolada und laufen anstatt dessen rund um ein ausgedehntes Felsmassiv einen Umweg von einer guten Stunde! Leider bemerken wir unseren Irrtum erst viel zu spät!

Schon etwas erschöpft erreichen wir die Rotwandhütte, essen eine Kleinigkeit zu Mittag und füllen vor allen Dingen unsere Wasservorräte auf. Können wir am heutigen Tag tatsächlich noch den Weg bis zur Plafötsch Alm schaffen? Wir beschließen, es zu versuchen, und im Notfall haben wir ja noch eine Reservierung in der Kölner Hütte. Der Wanderweg bis zur Kölner Hütte verläuft mehr oder weniger ohne größere An- oder Abstiege und ist gut ausgebaut. Wir kommen am Christomannos Denkmal vorbei, ein im Jahre 1912 erbauter Bronzeadler, der dem Südtiroler Fremdenverkehrspionier Theodor Christomannos gewidmet ist.

Später entdecken wir am Wegesrand sogar ein Edelweiß! Um 15.45 Uhr stehen wir an der Kölner Hütte, und obwohl uns die Wanderung schon ganz schön geschafft hat, fassen wir den Beschluss, noch bis zur Plafötsch Alm abzusteigen. Schnell haben wir bei Renate von der Plafötsch Alm das Zimmer für heute Nacht bestellt und auch die Reservierung in der Kölner Hütte telefonisch storniert.


Der steile Abstieg von der Kölner Hütte auf dem Geröll-Fahrweg bis zur Mittelstation der Gondel ist die reinste Hölle für die Knie. Wir sind heilfroh, als wir auf den Pfad Nummer 15 abbiegen können, der uns in Richtung Hanniger Schwaige führt. Von der Kölner Hütte haben wir noch einmal 2,5 Stunden vor der Brust, dabei haben wir auf den letzten Kilometern ein aufziehendes Gewitter im Nacken. Die Hüttenwirtin in der Hanniger Schwaige empfiehlt uns, direkt weiter zu gehen, damit wir nicht ins Gewitter geraten. Völlig erschöpft, aber glücklich, es geschafft zu haben, erreichen wir die Plafötsch Alm und beziehen unser liebgewonnenes Zimmer.

Unmittelbar nach dem wieder einmal leckeren Abendessen – es gibt frische Pfifferlinge - fallen wir todmüde in unsere Betten und schlafen den Schlaf der Gerechten.



13. Juli 2018 – Ausflug zum Völser Weiher und der Tuff Alm
Heute wollen wir es sehr ruhig angehen lassen und unternehmen einen Ausflug zum Völser Weiher. Der kostenpflichtige Parkplatz ist bereits recht gut gefüllt und spricht für jede Menge Trubel an dem beliebten Ausflugsziel. Wir wenden uns zunächst dem Wanderweg zur Tuff Alm zu, der immerhin zweihundert Höhenmeter recht steil in fünfzig Minuten zur Alm hinaufführt. Auch hier beobachten wir wieder zahlreiche bunte Schmetterlinge an den Almblüten, unter anderem schöne, orange-farbene Perlmutterfalter.

Die sonnenüberflutete Alm liegt am Fuße des imposanten Schlernmassivs und wir können die Wege nachvollziehen, die wir noch vor wenigen Tagen auf unserer Rosengarten-Trekking Tour bewältigt haben. Es herrscht Hochbetrieb auf der Tuff Alm, nahezu jeder Tisch ist besetzt. Wir bestellen Pfifferlinge mit Kräuterknödeln sowie eine Frittaten-Suppe, beides sehr lecker. Über den weniger steilen Fahrweg steigen wir später wieder ab und umrunden unten zunächst den malerisch gelegenen den Hubert Weiher.

Der See ist sehr viel ruhiger als der Völser Weiher, wo an sonnigen Tagen an den Badestellen betriebsamer Rummel herrscht. Wir halten am See ein erholsames Mittagsschläfchen mit Blick auf den Schlern. Der Hubert Weiher ist durch einen kurzen Waldwanderweg verbunden mit dem Völser Weiher. Hier hat eine Gruppe von Künstlern Installationen vorgenommen, die nur spärlich beschildert sind, aus unserer Sicht aber auch nicht übermäßig spektakulär sind.

Wir begeben uns zurück nach Völs, um uns in der Bar Flora ein leckeres Eis zu gönnen. Unser weiterer Weg führt uns nach Völs-Aicher zum Front Hof, wo wir vor einigen Tagen auf unserer Oachener Höfeweg Wanderung bereits Station gemacht haben. Hier wird auf traditionelle Weise Südtiroler Speck hergestellt. Dabei werden die unterschiedlichsten Körperteile von „glücklich“ aufwachsenden Schweinen verwendet, wie zum Beispiel Rücken oder Schulter - normaler Weise werden für Schinkenspeck ausschließlich „Hinterbacken“ verwendet. Wir decken uns mit verschiedenen leckeren vakuumverpackten Schinkenstücken ein und fahren danach zurück nach Tiers.

Auf Corinnas speziellen Wunsch hat Rosa heute für uns einen leckeren Knödel als Vorspeise zubereitet, danach gibt es ein wundervoll schmackhaftes Ossobuco  mit Bandnudeln. Es ist so warm heute Abend, so dass wir unser Dinner vor dem Haus genießen können.



14./15. Juli 2018 – Noch einmal ins wunderschöne Tschamin Tal
Nachdem sich ein heftiges Gewitter in der Nacht ausgetobt hat, erfreut uns am Morgen wieder strahlender Sonnenschein, so dass wir uns zu einer letzten Wandertour aufmachen. Wir wollen noch einmal ins Tschamin Tal, das uns so gut gefallen hat. Dieses Mal finden wir mit Hilfe der Komoot App auch die Abzweigung im Wald oberhalb der Plafötsch Alm, so dass wir uns den Ab- und Aufstieg bis kurz vor St. Cyprian ersparen können. Der Abzweig ist nicht markiert, man muss auf ein Holzgatter achten, dort hindurchgehen und sieht alsbald gelbe Markierungen an Bäumen. Der Weg ist zum Teil sehr schmal und ausgesetzt und an einigen Stellen auch recht abschüssig.

Wie beim letzten Mal machen wir eine ausgiebige Rast am Rechten Leger und verzehren unser mitgebrachtes Schüttelbrot und Kaminwurzen. Auf gleichem Weg geht es am frühen Nachmittag zurück. Sehr angenehm sind am Wegesrand die Quellen mit erfrischendem Trinkwasser, so dass man bei dieser Tour nicht einmal große Mengen Trinkwasser mit sich führen muss.

Nochmals genießen wir an einem erneut lauen Sommerabend Rosas Kochkunst in vollen Zügen, Ravioli, Schnitzel mit Kartoffelsalat und Buchteln mit Vanillesoße – das leckere Essen werden wir definitiv vermissen, können aber mit Rosas Kochbuch ihre Rezepte jederzeit versuchen nach zu kochen! Wir plaudern an unserem letzten Abend vor der Hütte noch eine ganze Weile mit Rosa und Renate und sind uns spätestens jetzt sicher, sehr bald wieder an diesen großartigen Ort zurückzukehren!

Die Rückreise ist geprägt von hohem Verkehrsaufkommen und dem Endspiel um die Fußball-WM, das wir lediglich im Radio verfolgen können. Erstmals seit längerer Zeit passieren wir wieder die Grenze von Österreich nach Deutschland und geraten dort prompt in einen Stau. Wir passieren im Schrtitttempo auf Einzelspuren bis an die Zähne bewaffnete Grenzsoldaten auf deutscher Seite – wir hatten immer geglaubt, din einem der freiesten und liberalsten Staat der Welt zu leben! So wie der aktuelle deutsche Innenminister derzeit agiert, muss man allerdings für die Zukunft mit noch weitreichenderen Maßnahmen rechnen – vielleicht ein Zaun zwischen Österreich und Deutschland ...??? In den USA wird ein ähnliches Modell ja gerade "erfolgreich" mit Nachbarstaaten praktiziert! Trübe Gedanken nach einem außergewöhnlich schönen Wanderurlaub!


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