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Quito

19. April 2018 – Von Hannover nach Quito – Die Traumreise beginnt
Kein Zittern, ob streikendes Bodenpersonal womöglich am Flughafen Hannover erneut Verspätungen auslöst und unsere Traumreise, auf die wir uns so sehr freuen, mit Stress und Verzögerung startet! Wir atmen auf, als zwei Tage vor unserer Abreise der Tarifstreit im öffentlichen Dienst für beendet erklärt wird. Und so sind beide KLM-Flüge, sowohl der nach Amsterdam, als auch der Weiterflug nach Quito nahezu „in time“.

Der Anflug auf den Flughafen von Quito ist spektakulär! Quito thront auf der längsten Gebirgskette der Welt, der rund 7.500 Kilometer langen zerklüfteten Anden-Cordillera und ist die höchst gelegene Hauptstadt der Welt (2.850 Meter). Dieser Superlativ wird der Andenmetropole häufig durch La Paz streitig gemacht - La Paz ist zwar die unumstrittene Metropole Boliviens, konstitutionelle Hauptstadt ist jedoch Sucre (2810 Meter). Auch die in diesem Zusammenhang häufig genannte Hauptstadt Tibets, Lhasa, fällt aus der Challenge heraus (3.600 Meter), da Tibet kein autonomer Staat, sondern der Volksrepublik China zugehörig ist.

Kurios, das unser KLM-Flieger „Mount Kilimanjaro“ heißt, unsere Afrika-Vorliebe ereilt uns also auch in Südamerika! Zügig sind alle Einreiseformalitäten erledigt und die aufgegebenen Gepäckstücke in Empfang genommen. Gegenüber des Terminals gibt es eine kleine Einkaufs-Mall, in der im Untergeschoss auch ein ATM zu finden ist. Dort decken wir uns erst einmal mit Bargeld ein, da in Ecuador beim Bezahlen mit Kreditkarte grundsätzlich Gebühren von ungefähr 6 % fällig werden. Der ATM in der Mall ist der Wechselstube im Flughafengebäude vorzuziehen, da man natürlich einen deutlich besseren Kurs erhält. Wir werden im weiteren Verlauf der Reise feststellen, dass es entgegen anders lautender Berichte überhaupt kein Problem ist, in Ecuador Bargeld am ATM sogar mit EC Karte abzuheben. ATM´s sind fast flächendeckend auf dem Festland und auch auf den Galapagos Inseln (zumindest auf Santa Cruz) zu finden. Zumeist kann man pro Transaktion bis zu 600 USD abheben. Auch eine ecuadorianische Sim-Karte wollen wir noch im „Claro-Shop“ besorgen, jedoch sind die Karten derzeit leider komplett ausverkauft.

Im Flughafengebäude ist ein Schalter der Taxigesellschaft „La Cooperativa del Aeropuerto Internacional“. Hier kann man ein Ticket für eine Taxifahrt ins Zentrum von Quito für 25 USD erwerben. Auf diese Weise läuft man zumindest keine Gefahr, über das Ohr gehauen zu werden. Nachdem unser Fahrer sich mit halsbrecherischem Tempo auf der Pan-Americana dem Zen
trum genähert hat, reiht er sich in den Verkehr der turbulenten Andenmetropole ein und lädt uns schließlich nach einer guten Stunde Fahrzeit an unserem Hotel, dem Dolce Lobo Boutique Stay, im Stadtteil Mariscal ab.

Zwei Tage vorher haben wir Codes zum Öffnen diverser Türen per Mail zugeschickt bekommen. Es handelt sich um ein Self-Check-In Hotel, Personal ist weit und breit nicht in Sicht. Das Ganze wirkt ein bisschen unpersönlich. Auch bei unserem Zimmer scheiden sich die Geister! Erst einmal das Positive: Es gibt zwei hervorragende große Betten, das allerwichtigste nach einem langen Flug mit Jetlag! Ein Fenster suchen wir jedoch vergeblich, Tageslicht scheint lediglich diffus durch eine große Front von Glasbausteinen herein! Für Frischluftfanatiker wie uns nicht gerade optimale Bedingungen. Dafür ist das „Dolce Lobo“liebevoll eingerichtet, befindet sich in einer kleinen Seitengasse und ist somit sehr ruhig gelegen. Für zwei Nächte ist die Unterkunft aber dennoch absolut ok!.

Wir beschließen, noch einen kurzen Abstecher ins Centro Historico zu machen. An der Hauptstraße halten wir ein Taxi an und lassen uns zum Plaza Grande fahren. Taxifahren im Zentrum Quitos ist sehr billig, gerade einmal 3 USD kostet uns die vier Kilometer lange Fahrt. Auf dem Platz findet gerade eine Kundgebung für den Frieden vor dem Palacio de Gobierno, dem ecuadorianischen Präsidentensitz, statt. Eine extreme Polizeipräsenz ist auffällig.


Wir machen uns auf die Suche nach einem Claro-Shop, um endlich eine Sim-Card zu kaufen und werden dabei von einem jungen ecuadorianischen Paar mit gebrochenem Englisch angesprochen. Sie weisen uns den Weg zu mehreren Telefonshops drei Kreuzungen vom Plaza Grande entfernt. Irgendwie beschleicht mich schon ein merkwürdiges Gefühl, als die Beiden uns eine Weile auf dem Weg dorthin begleiten. Jedoch sind die Straßen auch abseits der Plaza belebt – was soll schon passieren? Plötzlich rückt der junge Mann mir ziemlich nahe auf die Pelle und versucht kurz darauf, mir meine Kamera zu entreißen! Die ist allerdings wie immer gut gesichert durch einen Sun-Sniper Strap, den ich um den Hals trage. Ich mache lautstark andere Passanten auf mich aufmerksam, so dass das diebische Pärchen sehr schnell die Flucht ergreift. Auf dem Rücken habe ich meine Think-Tank Fototasche getragen und stelle nach dem Zwischenfall fest, dass der hintere Reißverschluss geöffnet ist. Die Frau hat offenbar während der Rangelei in die Tasche gegriffen. Welch ein Glück, dass ich kurz zuvor noch von dort beide Portemonnaies in eine versteckte Innentasche umplatziert habe, da mir die außenliegende Tasche zu unsicher erschien! Der Angriff galt offenbar in erster Linie dem Inhalt meiner Foto-Tasche und der Griff zur Kamera war wohl nur nur das Ablenkungsmanöver! Nichts passiert, aber wir werden ab sofort noch aufmerksamer als ohnehin schon durch die Straßen Quitos laufen! Es ist tatsächlich das erste Mal, dass uns so etwas passiert!
 
Mit dem Taxi lassen wir uns zurück zu unserem B&B fahren. Abends lassen die Taxifahrer in Quito die Taxameter ganz gerne ausgestellt und wie durch ein Wunder verdoppelt sich dann der Fahrpreis! Aber fünf USD ist für die sichere Rückfahrt ja noch immer in Ordnung, so dass wir keine Diskussion vom Zaun brechen.

Abends essen wir noch eine Kleinigkeit im Achiote, ein für ecuadorianische Verhältnisse gehobenes Restaurant, das sich am Ende unserer Straße befindet. Wir entscheiden uns für Fisch in Kokos-Sauce und Koriander (19 USD) sowie Pulpo Ceviche (13,50 USD) und stoßen mit einem südafrikanischen Sauvignon Blanc auf den bevorstehenden Urlaub an.


20. April 2018 – Quito
Dank einer Schlaftablette und einer erheblichen Grundmüdigkeit versinken wir in dieser Nacht in einen nahezu komatösen Schlaf, auch wenn bereits um 6 Uhr für uns beide die Nacht zu Ende ist. Wir sortieren unser Gepäck und schmieden Pläne für den heutigen Tag. Das Frühstück wird, wie bestellt, um 7.30 Uhr auf unser Zimmer serviert und ist sehr liebevoll angerichtet. Es gibt Rührei, Früchte und hausgemachte Marmelade. Wir telefonieren mit Nidya, der Besitzerin des B&B und bestellen über sie einen vertrauenswürdigen Taxifahrer, der uns zur Basilika del Voto Nacional in die Altstadt fährt.

Die kunstvollen bunten Mosaikfenster tauchen den beeindruckenden gotischen Sakralbau, der erst Anfang des 20. Jahrhunderts entstand, in ein magisches Licht.
Einen ersten Gesamteindruck Quitos kann man hervorragend vom 115 Meter hohen Turm der Basilika aus der Vogelperspektive gewinnen. Zunächst einmal gelangt man, wenn man auf die unsportliche Variante mit dem Fahrstuhl verzichtet, über zahlreiche Treppenstufen ins Dachgestühl, das man über eine wackelige Holzplanke durchquert.




Über eine abenteuerliche, steile Außenleiter geht es schließlich in den Vierungsturm. Für diese kleine Kletterpassage sollte man unbedingt schwindelfrei sein! Nach der kleinen sportlichen Anstrengung sind wir ganz schön außer Atem, da wir uns natürlich noch nicht an die Höhe von nahezu 3.000 Meter angepasst haben. Oben werden wir belohnt von einem atemberaubenden Ausblick über die Altstadt bis hin zur Virgen de Quito auf dem Hausberg Panecillo.



Wir wollen endlich unser I-Pad mit einer Sim-Card versorgen. An der Busstation der Plaza Grande befindet sich ein größerer Claro-Shop. Dort kaufen wir zunächst eine Sim-Card und wollen diese dann sogleich aufladen lassen. Leider tauchen dabei unerwartete Schwierigkeiten auf, auch wenn sich der Claro-Mitarbeiter rührig und beharrlich um eine Lösung bemüht. So verbringen wir geschlagene 1,5 Stunden damit, bis der Claro-Mitarbeiter die Sim-Card endlich zum Laufen bringt.

Das Wetter ist traumhaft sonnig und mit rund 25 Grad angenehm warm und so lassen wir noch einmal die beeindruckende Plaza Grande bei besseren Lichtverhältnissen auf uns wirken. Inmitten des parkähnlichen Platzes thront die Figur der Virgen Apocalítica, der Unabhängigkeitsjungfrau, eingerahmt  vom Regierungspalast (Palacio de Gobierno), dem erzbischöflichen Palast (Palacio Arzobispal) sowie der Kathedrale und des Rathauses. Aus den Brunnen des Platzes wurde früher das Trinkwasser der Stadt entnommen.


Überall versuchen Schuhputzer den Touristen ein paar Dollars aus der Tasche zu locken. Auch wenn wir Turnschuhe an den Füßen haben, schützt uns dies nicht davor, von dem einen oder anderen Schuhputzer angesprochen zu werden.



An der nächsten Ecke wiederum versuchen alte Mütterchen die aus ihrem Garten geernteten Äpfel, bei einem alten Mann kann man auf einer antiquierten Waage sein Körpergewicht bestimmen lassen!



Im Palacio Arzobispal befindet sich ein wunderschöner überdachter Innenhof - bei dem ihn umgebenden Trubel geradezu eine Oase der Ruhe. Dort stärken wir uns mit einem frischen Salat, bevor wir unsere Besichtigungstour fortsetzen. Die nahegelegene Iglesia La Compañìa de Jesús zählt zu den schönsten Kirchen Quitos, da ihre Wände und Decken von Stuck und Gold überladen sind. Leider ist sie am heutigen Tag geschlossen, scheinbar weil am Abend hier eine Messe stattfindet, zu der bedauerlicher Weise erkennbaren Touristen wie wir keinen Zutritt haben. Wir sind zwar keine ausgesprochenen Kirchenfans, aber dieses Highlight Quitos hätten wir uns schon sehr gerne angeschaut. Anstatt dessen lauschen wir vor der Kirche eine ganze Weile den Latino-Klängen einer Straßenmusiker-Band, bestehend aus zwei Gitarreros und einem Sänger, dessen Stimme uns im positiven Sinne in Mark und Bein geht.

Nächstes Ziel ist das Franziskanerconvent und die Kirche auf der Plaza de San Francisco. Die im 16. Jahrhundert erbaute Kirche gilt als die größte und älteste Kirche der kolonialen Epoche Quitos und vereint unterschiedlichste Baustile aus aller Herren Länder sowie vielerlei Epochen unter ihrem Dach - für Architekturbegeisterte eine echte Fundgrube.


Wir wenden uns dem Ruhe ausstrahlenden Innenhof des Convents zu und entdecken die ersten bunten Vögel unserer Reise, wenn es auch nur zahme Papageien sind, die lautkreischend auf ihre Anwesenheit aufmerksam machen!

 

Die wohl berühmteste Straße Quitos ist die Calle La Ronda, eine enge, kopfsteingepflasterten Gasse, die gesäumt ist von bunten und windschiefen kleinen Häuschen. Die Straße verläuft entlang antiker Stätten, in den einstmals schon die Inkas gewirkt haben. Natürlich ist das Sträßchen heutzutage eine gut restaurierte Touristenattraktion, wo Shops und Werkstätten um Kundschaft buhlen, egal ob sie sich mit der traditionellen Herstellung von Hüten, Honig, Schokolade oder anderer lokaler Produkte beschäftigen. Corinna freundet sich mit drei Kids an, die ihr bereitwillig mit Händen und Füßen ein Spiel inmitten der Fußgängerzone erklären.

Nun beginnt der sportliche Teil unseres Stadtbummels: Die Besteigung des Hausbergs und Wahrzeichen der Stadt, dem Panecillo, auf dessen Gipfel die riesige Statue der Virgen de Quito steht. In der Verlängerung der Calle de Garcia Moreno führen Treppenstufen schier endlos unserem Ziel entgegen. Die Höhenluft sorgt dafür, dass sich unser Herzschlag fast überschlägt. Immer wieder legen wir Pausen zum Luftholen ein. Früher war der Spaziergang hinauf auf den Panecillo alles andere als sicher, inzwischen jedoch patrouillieren Polizisten auf dem Treppenweg und sorgen einigermaßen für Sicherheit. Nach unserem gestrigen Vorfall schauen wir etwas häufiger hinter uns als gewohnt. Die Virgen de Quito mit Engelsflügeln und einer Sternenkrone steht auf einem angeketteten Drachen, der wiederum auf einer Weltkugel liegt. Wir besteigen den Sockel der Statue (1 USD Eintritt), von dem wir einen atemberaubenden Blick auf die Stadt haben.

  

Das symmetrische Schachbrettmuster der Stadt ist deutlich erkennbar. Wir erhaschen sogar einen kurzen Blick auf einen Teil des Cotopaxi Vulkans, der sich ansonsten aber zumeist wolkenverhangen präsentiert.


Zurück in der Altstadt genehmigen wir uns nach der anstrengenden Besteigung ein Bier in einer der Bars auf dem Plaza Grande. Unser Dinner haben wir heute in einem ganz besonderen Restaurant geplant, dem Saguamby im Hotel Castillo Vista del Angel. Der abendliche Blick auf die Lichter der Stadt mit der Virgen de Quito ist einfach atemberaubend. Wir bedauern sehr, dass wir uns nicht im Castillo Vista del Angel eingebucht haben. Die Lage des Hotels ist einmalig und trotz der zentralen Lage ausgesprochen ruhig! Lediglich ein paar Treppenstufen muss man hinunter laufen und schon steht man auf der Garcia Marena, der Verbindungsstraße zwischen Basilica und Plaza Grande.


Im Saguamby Restaurant sind wir die einzigen Gäste und werden extrem zuvorkommend bedient. Eine Karte gibt es nicht, „es wird gegessen, was auf den Tisch kommt“! Das überwiegend vegetarische Viergangmenü mit Amuse Guelle und diversen weiteren Grüßen aus der Küche kostet gerade einmal 30 USD. Die Rückfahrt mit dem Taxi kostet uns Nerven. Der Fahrer hat überhaupt keinen Plan, wo sich unser B&B befindet. Wenn wir ihn in seiner eigenen Stadt nicht über Google Maps führen würden, wäre er vermutlich die ganze Nacht in den Straßen Mariscals auf der Suche!









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