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Madeira Teil 2

9.11.2017 –Stau auf der Levada
Auch die Wanderung zu den 25 Quellen (Rother Nr. 51) gehört zum Pflichtprogramm nahezu eines jeden Madeira Urlaubers. Wir starten vom Parkplatz Rabacal und mit uns Busladungen von Wanderern, die die nur für den kostenpflichtigen Kleinbus befahrbare Asphaltstraße zum Forsthaus Rabacal hinabströmen. „Das kann ja heiter werden“, denken wir noch, aber es soll noch schlimmer kommen! Nach einem weiteren kurzen Abstieg, erreichen wir die Levada das 25 Fontes, der wir eine Weile folgen. Der letzte Abschnitt vor den 25 Quellen führt auf einem schmalen Absatz der Levada. Da es neben der Levada zumeist steil abwärts geht, ist der Weg mit einem Zaun gesichert. Immer wieder kommen uns andere Wanderer entgegen, und man muss sich regelrecht aneinander vorbei quetschen, um auf dem schmalen Pfad passieren zu können. An den 25 Quellen ist dann buchstäblich die Hölle los! Unzählige Wanderer haben ihr Pausenbrot ausgepackt und belagern die Felsen rund um die Gumpe, in der die Wasserfälle der 25 Quellen hinabrauschen. Kein Ort zum Wohlfühlen, so dass wir nach einem kurzen „Beweisfoto“ das Weite suchen.




Zweihundert Meter hinter der Brücke finden wir ein ruhigeres, sonniges Plätzchen an der Levada, wo wir unsere Mittagspause einlegen. In den Sträuchern vor uns entdecken wir niedliche Madeira-Sommergoldhähnchen (Regulus madeirensis), nach dem Wintergoldhähnchen der kleinste Vogel Europas! Es handelt sich bei diesen Vögeln um eine endemische Unterart, die sich von dem im restlichen Europa bekannten gewöhnlichen Sommergoldhähnchen in Ruf und Färbung unterscheidet.

Der Rückweg zum Forsthaus Rabacal gleicht einem einzigen Spießroutenlauf! Auf der schmalen Levada-Mauer kommen uns unzählige geführte Wanderungen von jeweils bis zu 30 Personen entgegen und verursachen regelrechte Staus. Immer wieder müssen wir minutenlang an breiteren Stellen ausharren, bis sich die endlose Schlange an uns vorbei bewegt hat. Die wenig kompetent wirkenden Führer geben ihren Gruppen lautstarke und belanglose Anweisungen und stören damit empfindlich die Ruhe. Die meisten geführten Gruppen treten ihren Rückweg über die bequeme Variante, einen ebenen 800 Meter langen Tunnel an - somit sparen sie sich auch noch den Aufstieg zum Parkplatz von Rabacal! Das Resümee zu dieser Tour: Besser auslassen – es gibt viel bessere und vor allem ruhigere Wanderungen auf Madeira!

Den Nachmittag genießen wir auf der großen Sonnenterrasse der Sunkeeper Villa über uns, die ebenfalls unserem Vermieter Enio gehört (die letzten Gäste haben das Haus gestern verlassen, so dass es derzeit leer steht!). Ich "rette" zwei Eidechsen aus dem Pool, stelle aber in den kommenden Tagen, dass die wechselwarmen Tiere das Wasser zur Abkühlung nutzen und durchaus freiwillig in die Fluten springen.


Am Abend gönnen wir uns ein exklusives Degustationsmenü im Armazém do Sal in Funchal. Wir bestellen die achtgängige „Gastronomic Tour of Madeira Islands“ mit Spezialrezepten aus den verschiedenen Regionen der Insel inklusive der begleitenden Weine (43,-- € zzgl. 24,-- € für die Weine). Drei Stunden lang schlemmen wir nach allen Regeln der Kunst in dem sehr netten Ambiente des Restaurants.


10.11.2017 – Wandern im äußersten Westen
Nach zwei äußerst rummeligen Touren wollen wir es heute unbedingt wieder ruhiger angehen lassen. Eine wunderbare Runde kann man oberhalb Ponta do Pargos im äußersten Westen der Insel drehen (Rother Nr. 57). Wir stellen unser Auto in Pedregal an der ER 101 ab und ersparen uns damit den eher uninteressanten Abschnitt ab Ponta do Pargos. Nach einem kurzen Anstieg über eine asphaltierte Straße erreichen wir die Levada Nova, der wir eine ganze Zeit mit tollem Ausblick auf die zerklüftete Küste folgen. Nach einer guten Stunde erreichen wir eine asphaltierte Straße, der wir hinab in den kleinen Weiler Cabo folgen. Hier befinden sich eine Kapelle und ein Mirador mit einer Aussichtskanzel – ein phantastischer Ort für unsere Mittagspause. Die Westküste bricht hier spektakulär über dem tosenden Meer ab.



Zurück wandern wir zumeist über Betonsträßchen durch kleine Weiler zu unserem Ausgangspunkt zurück und verbringen den Rest des Tages auf der Sonnenterasse unseres schönen Häuschens.



11.11.2017 – Die Königstour
Jeden Morgen schauen wir nun schon seit acht Tagen auf die Webcam des Pico Ruivo – immer mit dem gleichen Ergebnis: Es herrscht dichter Nebel! Aber heute, welch Überraschung, scheint plötzlich auf dem höchsten Gipfel Madeiras die Sonne! Wir zögern nicht lange, packen unsere Wandersachen und fahren über Funchal zum Ausganspunkt der Königstour Madeiras, die vom Pico Arieiro zum Pico Ruivo führt (Rother Nr. 34). Nun muss man nicht glauben, dass man auf dieser Tour alleine mit der Natur und den Bergen ist. Die Ernüchterung folgt schon am Parkplatz am Pico Arieiro, der von Bussen und PKW´s fast vollständig belegt ist. Wir schnüren unsere Bergschuhe uns sagen uns, die Menschenmassen werden sich unterwegs schon lichten – tuen sie auch, aber vor uns laufen ähnliche geführte Wanderungen, wie wir sie bereits bei den 25 Quellen erlebt haben. Unerträglich lärmende Wanderführer, die ihre größtenteils unerfahrenen Gruppen den Berg hoch- und runtertreiben und lautstark allerlei Hinweise und Anweisungen geben, verleiden uns auf den ersten Metern das grandiose Naturerlebnis! So etwas haben wir eigentlich noch nie auf irgendeiner Wanderreise erlebt! Wanderführer sollten sich für unseren Geschmack im Einklang mit der Natur auf ihren Touren bewegen – davon sind diese Guides bedauerlicherweise meilenweit entfernt!

Nachdem wir alle vor uns laufenden Gruppen überholt haben, können wir uns endlich auf die wahrhaft grandiose Szenerie der Berge einlassen. Im Norden blicken wir auf eine geschlossene Wolkendecke unter uns, während wir uns auf schmalen Graten auf- und abwärts bewegen.





Einige Tunnel sind zu durchqueren, so dass sich die Mitnahme einer Taschenlampe empfiehlt.
Unterwegs sichten wir eine große Gruppe von Rothühnern, die sich in dieser Höhe offenbar pudelwohl f
ühlen! Beim Anstieg zu einem Grat über eine steile Treppe geraten wir mächtig ins Schwitzen. Von hier aus ist die Casa de Abrigo und der Gipfel des Pico Ruivo bereits zu sehen. Nach einer kurzen Rast machen wir uns auf die letzte Etappe. Vom Casa ist es noch einmal eine Viertelstunde bis zum Gipfel mit mäßig steilem Anstieg. Am Casa kann man seinen Wasservorrat auffüllen, was uns nach der schweißtreibenden Etappe sehr willkommen ist! Da man den Gipfel des Pico Ruivo auch über eine bequeme und kurze blaue Wanderung von Achado do Teixera (Rother Nr. 33) erreicht, ist auch hier oben wieder einmal eine ganze Menge los. Erneut sichten wir jede Menge Sightseeing-Touristen mit völlig ungeeignetem Schuhwerk, wie Chucks, Slippern oder profillosen Segelschuhen an den Füßen! Wir lassen uns dennoch die grandiose Rundumsicht nicht vermiesen.


Nach einer ausgiebigen Pause laufen wir auf gleichem Weg wieder zurück und stellen zufrieden fest, dass die nervigen Gruppen allesamt den blauen Weg zum Achado do Teixera eingeschlagen haben, so dass wir den Rückweg in vollen Zügen genießen können. Insgesamt sind auf dieser Wanderung je 1.000 Höhenmeter auf- und abwärts zu bewältigen – man kann also mit Fug und Recht von einer sehr anstrengenden Tour sprechen, die eine sehr gute Grundkondition voraussetzt.
Unser Tipp: Erst um 11 Uhr loslaufen, dann sind die meisten Gruppen bereits durch! In der Bar am Pico Arieiro genehmigen wir uns ein Bier und Chips, letztere auch, um unseren Salzhaushalt wieder ein bisschen aufzufüllen.



12.11.2017 – Verschnaufpause
Nach der ziemlich heftigen Tour am gestrigen Tag, gönnen wir uns eine Verschnaufpause und machen eine Sightseeing-Tour mit dem Auto über die Insel. In Ribeira Brava fahren wir über den Serra de Agua Pass hinüber in den Norden der Insel nach Sao Vicente, dem wichtigsten Weinanbaugebiet Madeiras. Im Tal sind entlang der Straße üppige blühende Aloe Vera Kakteen zu sehen, alle anderen Blüten am Straßenrand, wie die allgegenwärtige Schmucklilien sowie die Hortensienbüsche sind allesamt längst verblüht.  Es ist Sonntag und in dem authentischen Städtchen promenieren einheimische Familien am Meer entlang oder trinken einen Kaffee in einer der zahlreichen Bars.



Wir machen zunächst einen kurzen Stopp in Seixal – hier sind die Touristen noch nicht in der Überzahl, auch wenn es das eine oder andere B&B oder kleine Hotel gibt! Auf der schmucken Landzunge wird ebenfalls auf jedem freien Quadratmeter Wein angebaut. Wir verweilen eine kurze Zeit unten beim Naturschwimmbecken und fahren dann weiter nach Porto Moniz. Oberhalb der in Lavafelsen befindlichen Naturschwimmbecken essen wir im Restaurant Cachalote mittelmäßigen Pulpo – wir haben in dieser prominenten Lage allerdings auch nichts anderes erwartet.

So ganz ohne Bewegung geht es dann doch nicht, so dass wir uns für eine kleine Runde am Forsthaus Fanal entscheiden (Rother Nr. 46). Wir haben großes Glück, denn die sattgrüne Ebene liegt knapp oberhalb des dichten Nebels. Immer wieder wabern dichte Schwaden herein und erzeugen rund um die knorrigen Stinklorbeerbäume eine einzigartige Stimmung. Unsere Kameras laufen heiß, da ein grandioses Fotomotiv das nächste jagt!







Auch von den beiden Hügeln haben wir sagenhafte Ausblicke auf die geschlossene Wolkendecke im Norden und die Hochebene, auf der Rinder friedlich unter Stinklorbeerbäumen grasen. An dieser Stelle lassen wir einfach Bilder sprechen:







Oben auf dem Gipfel liegen wir eine ganze Weile in der Sonne und steigen nach einer Weile wieder gemütlich zum Auto ab. Am Forsthaus Fanal genießt eine madeirensische Großfamilie den freien Tag beim Grillen. Auf dem Rückweg kaufen wir noch in Calheta für unser heutiges Dinner ein.



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