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Luang Prabang

07./08. Februar 2020 – Von Hannover nach Luang Prabang
Am Morgen unserer Abreise werden wir überrascht von einer freundlichen Mitarbeiterin von Thai-Airways, die telefonisch nachfragt, ob wir die bestellten Emergency-Seats für den Flug von Frankfurt nach Bangkok definitiv buchen wollen. Corinna hatte vor einigen Wochen, als sie am Frankfurter Flughafen beruflich zu tun hatte, am Schalter eine Vorreservierung vorgenommen. Wir hatten kaum zu hoffen gewagt, dass dies klappen könnte - in jedem Fall ein bemerkenswerter Service von Thai-Airways!

Unsere Flüge über Frankfurt und Bangkok nach Luang Prabang verlaufen reibungslos, insbesondere der Flug der Nacht entgegen ist auf den „Luxus-Sitzen“ mit viel Beinfreiheit in der oberen Etage des A-380 extrem entspannt - das sind uns 91 € Zusatzkosten pro Nase definitiv wert! Auf den asiatischen Flughäfen ist die aktuelle Angst vor dem Corona-Virus greifbar, kaum ein Fluggast läuft ohne Mundschutz herum. Wir halten es lieber mit dem unserer Meinung nach effektiveren Prinzip: Möglichst wenig anfassen und regelmäßig die Hände waschen oder desinfizieren! Zu diesem Zeitpunkt ahnen wir natürlich noch nicht, welche nie für möglich gehaltene Ausmaße die Covid-19 Pandemie in wenigen Wochen weltweit annehmen und die Mund- und Nasenmaske zum alltäglichen Uttensil auf Deutschlands Straßen avancieren würde!

Am Flughafen von Luang Prabang lassen wir das Einreiseprocedere über uns ergehen, füllen Formulare aus, zahlen die Visa-Fee von 30 USD plus 1 USD Service-Fee (die man idealer Weise passend haben sollte). Interessant ist, dass die Gebühr je nach Herkunftsland zwischen 25 und 45 USD beträgt! Ein Passbild wird zudem für das Visum benötigt! Unsere Einreisedokumente werden von Schalter zu Schalter gereicht, bevor im letzten schließlich der ersehnte Stempel in den Reisepass gedrückt wird. Das unsinnige bürokratische Procedere erinnert uns an Grenzübertritte in Afrika!

Schnell erwerben wir im Flughafengebäude noch eine Sim-Card und ziehen aus dem ATM 3 Millionen Kip (ca. 300 €)  – so schnell kann man in Laos zum Millionär werden! Die ATM´s spucken am Flughafen maximal 1,5 Mio Kip aus, also gut 150 €. Der über unser Hotel bestellte Fahrer wartet bereits auf uns und fährt uns zum Cosiana Riverside Hotel, das unmittelbar am Nam Khan River gelegen ist. Dort machen wir erst einmal lange Gesichter, denn rund um das Hotel befindet sich eine Mega-
Baustelle. Bagger haben direkt vor dem Hotel einen riesigen Sandberg zusammengeschoben, der uns den gebuchten Riverview maximal erahnen lässt. Von der Baustelle am Nam Khan Ufer sind auch zahlreiche andere Hotels betroffen, denn dem Fluss soll teures Bauland abgerungen werden. Nach kurzer Beratung beschließen wir, dass wir hier auf keinen Fall bleiben wollen. Wir "überzeugen" den Hotelmanager, auf die Cancellation-Fee bei Booking.com zu verzichten, indem wir damit drohen, sein Hotel in unserem Blog und den einschlägigen Foren negativ zu bewerten.

Über Booking.com suchen wir nach einer guten Alternative und finden das
Parasol Blanc, das vom Stadtzentrum und somit auch von der Großbaustelle im Herzen Luang Prabangs weit entfernt liegt. Ein Tuktuk befördert uns zu unserer Behausung, in der wir uns in den nächsten drei Tagen wohl fühlen werden. Das Hotel hat einen schön angelegten Garten mit Palmen und Bananenpflanzen rund um einen kleinen Lotusteich (die Lotusblumen blühen derzeit mit wenigen Ausnahmen leider nicht). Die Zimmer sind blitzsauber und verfügen über einen schönen Balkon mit Blick in den Garten. Nach unseren Erfahrungen würden wir in Luang Prabang immer wieder auf ein etwas weiter vom Zentrum entferntes Hotel zurückgreifen und auf den Riverview verzichten!

Nachdem wir uns eingerichtet haben, machen wir einen ersten Erkundungsgang durch das turbulente kleine Städtchen. Lediglich 50.000 Einwohner zählt Luang Prabang, ist aber dennoch die viertgrößte Stadt in Laos. Bis 1975 lebte hier das Königshaus, danach musste die Monarchie einer leninistisch geprägten Volksrepublik mit einer einzigen zugelassenen Partei nach osteuropäischem Vorbild weichen. Der Kern des Städtchens liegt eingerahmt zwischen dem imposanten Mekong sowie der Flussschleife des Nam Khan an seiner Einmündung in den Mekong. Der ganze Verkehr verläuft in Luang Prabang in gemächlichen Bahnen und ist nicht ansatzweise vergleichbar mit dem anderer asiatischer Metropolen, die im Smog geradezu ersticken! Nicht umsonst gilt die Stadt als eine der schönsten in Südostasien und gehört zudem zum Unseco-Weltkulturerbe! Im Stadtbild sind viele prachtvolle Häuser im französischen Kolonialstil zu bewundern, und auch sonst ist der frankophile Einfluss greifbar, spätestens wenn man an einer der Petanque Bahnen vorbeischlendert.

Am Flussufer genießen wir unser erstes Beer Lao, das richtig lecker schmeckt. Das haben wir uns nach dem ungewollten Hotelstress redlich verdient; dazu teilen wir uns kleine frittierte Springrolls. Schnell verfallen wir der laotischen Gelassenheit, auch wenn oben an der Uferstraße geschäftige Betriebsamkeit vorherrscht und Tuktuks
ununterbrochen Touristenladungen ein- und ausladen.

Natürlich darf ein erster Tempelbesuch nicht fehlen. Fast an der Mündung des Nam Khan liegt das älteste und wohl auch imposanteste Kloster der Stadt, das Vat Xieng Thong. Es stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist als einzige Anlage aus dieser Zeit erhalten geblieben. Wir werfen lediglich einen ersten Blick auf das imposante Ensemble, da wir von der Reise ziemlich platt sind und beschließen, in den nächsten beiden Tagen noch einmal hierher zurückzukehren.

Auf dem Rückweg passieren wir eine der beiden traditionellen Bambusbrücke Luang Prabangs, eine ausgeklügelte Konstruktion, die den Nam Khan überspannt. Die Brücke wird zur Regenzeit abgebaut und danach wieder neu errichtet. Für die fällig werdende kleine Gebühr beim Passieren wird sie vom Betreiber in Stand gehalten.

Später schlendern wir über den Nachtmarkt am Palastmuseum. Ehrlicherweise enttäuscht uns der Markt ein bisschen, da wir mehr eine Atmosphäre wie in Marrakesch auf dem Djemaa El Fna erwartet hätten. Täglich kurz vor Sonnenuntergang bauen die Händler ihre Stände mitten auf einer der Hauptstraßen auf und bringen dadurch den Verkehr zum Erliegen. Ein „Plünn-Stand“ mit chinesischer Massenware reiht sich an den nächsten, natürlich findet man hier auch das Laos-Souvenir Nummer 1, T-Shirts mit einem Beer Lao-Aufdruck!

   

Das Abendessen nehmen wir im Restaurant unseres Hotels ein. Man sitzt auf einem hübschen Ponton direkt an dem mit Lotusblütenblättern bedeckten und illuminierten Teich. Wir bestellen typische laotische Küche, Fisch in Bananenblättern sowie Hühnchen mit Gemüse.



09. Februar 2020 – Luang Prabang
Wir haben wunderbar geschlafen und vom Jetlag – immerhin sechs Stunden Zeitverschiebung sind zu verkraften - ist kaum etwas zu spüren. Das Frühstück am Teich ist stimmungsvoll und lecker, es gibt frisch zubereitete Eierspeisen in jeglicher Form, exotische Früchte, hausgemachten Joghurt und auch ein paar laotische süße Leckereien, die nicht unser Fall sind. Das Personal ist überaus zuvorkommend und freundlich.


Wir werden auf unserer Reise feststellen, dass man in ganz Laos immer in lachende und entspannte Gesichter schaut. Davon können wir Europäer uns in vielen Situationen sicher eine Scheibe abschneiden! Im Parasol Blanc gibt es kostenlose Leihfahrräder, die allerdings ihre besten Tage hinter sich haben.

Zunächst einmal wenden wir uns dem Königspalast zu, das heute das Nationalmuseum ist. Ebenso sehenswert ist der zum Palast zugehörige Tempel, vor dem Heerscharen von überwiegend koreanischen Reisegruppen Selfies schießen. Normalerweise ist das Gelände fest in chinesischer Hand, jedoch aufgrund der Corona-Pandemie besteht derzeit dort ein Ausreiseverbot. Insider sagen, dass Luang Prabang aktuell geradezu "wie ausgestorben" sei! Das empfinden wir am Königspalast jetzt nicht gerade so und besteigen daher lieber den gegenüber liegenden Phou Si, Luang Prabangs Hausberg.

Über dreihundert Stufen müssen erklommen werden, bevor man den auf dem Gipfel thronenden goldenen That Chomsi erreicht. Vor allen Klöstern und Heiligtümern in Laos stehen Frauen, die Tagetes-Blüten auf gerollte Bananenblätter aufstecken. Die kleinen Kunstwerke werden von den Gläubigen vor den Buddhas in den Tempeln gelegt. Auch kann man gegen einen Obolus bedauernswerte, kleine Vögel aus ihren winzigen Holzkäfigen in die Freiheit entlassen. Der buddhistischen Lehre nach erkauft man sich für die gute Tat positives Karma! Normalerweise hat man vom Gipfel des Phou Si einen tollen Ausblick auf die Stadt und den Mekong, nicht so an diesigen Tagen wie heute.


Unsere nächste Station ist der Morgenmarkt Thalat Tha Heua, wo auch lebende Wildtiere, wie zum Beispiel Schlangen verkauft werden sollen - wir bekommen allerdings keine zu Gesicht. In Zeiten wie diesen, in denen Zoonosen, also die Übertragung von tierischen Erregern auf den Menschen, in aller Munde sind, gewinnen solche Märkte eine ganz neue Bedeutung. Die derzeit gerade grassierende Covid-19 Pandemie, die wenige Wochen später die ganze Welt lahm legen wird, wurde den derzeitigen Erkenntnissen zu Folge auf einem Wildtiermarkt in der Provinz Wuhan/China durch Pangoline bzw. Fledermäuse, beides dort zum Verkauf angebotene Spezies, ausgelöst. Westlichen Hygienenormen entsprechen aber selbst die uns bekannten Fleischwaren darüberhinaus kaum, da sie unverhüllt auf den Tischen liegen und von Heerscharen von Fliegen umschwirrt werden. Ansonsten herrscht ein fröhliches Treiben, an jeder zweiten Ecke brutzeln laotische Frauen in ihren provisorischen Garküchen allerlei Gemüse, Würste, Fisch und Fleisch, was man für wenig Geld direkt vor Ort verkosten kann.

Es wird höchste Zeit für eine kurze Rast – die hohe Luftfeuchtigkeit und natürlich die Bergbesteigung fordern ihren Tribut. An der Einmündung des Nam Khan in den Mekong befindet sich das Viewpoint Cafe mit herrlichem Ausblick auf die zweite Bambusbrücke Luang Prabangs. Unter uns schwirren bunte Schmetterlinge von Blüte zu Blüte. Wir stärken uns mit einem leichten Mittagssnack und einem Lao Bier, bevor wir uns wieder auf unsere altersschwachen Drahtesel schwingen, um zurück in Richtung Zentrum zu radeln.


Wir haben vom „Big Brother Mouse“ Projekt gelesen, das wir unbedingt aufsuchen wollen. Bücher sind in Laos ein seltenes Gut und in den Dörfern auf dem Land so gut wie gar nicht vorhanden. In dem kleinen Laden werden Bücher, die im Eigenverlag erschienen sind, verkauft. Touristen sollen die Bücher der Idee nach auf ihrer Reise durch Laos in die schwer zugänglichen, abgelegenen Dörfer als Mitbringsel transportieren, um die Logistikkosten und somit auch den Buchpreis gering zu halten. Da wir planen, auch kleine Dörfer auf dem Land anzusteuern, decken wir uns mit einem Paket für 120.000 Kip ein.

Nebenan befindet sich das Frangipani Spa - dort lassen wir es uns bei einer laotischen Ölmassage gutgehen. Wir bekommen einen Raum, in dem wir parallel durchgeknetet werden. Eine Stunde lang wird jeder Muskel unseres Körpers bearbeitet, so dass wir uns anschließend wie neu geboren fühlen!
 
Unser gestriger Besuch des Vat Xieng Thongs ist viel zu kurz geraten, von daher steuern wir noch einmal die beeindruckende Tempelanlage an. Heute Morgen war hier noch der Teufel los und die Anlage mit unzähligen Touristengruppen übervölkert, jetzt hingegen ist es vollkommen ruhig. Wir setzen uns auf eine Bank im Schatten eines Baumes und lassen die friedliche Stimmung auf uns wirken. Einige Novizen tollen im Garten herum und üben sich im "Ho Gong" am Schlagen der heiligen Trommel. Für Kinder armer Familien sind die Klöster häufig die einzige Möglichkeit, eine schulische Ausbildung zu genießen. Die wenigsten Kinder bleiben indes als Mönch im Kloster, sondern kehren zurück ins weltliche Leben. Gerade beginnt ein Foto-Shooting eines traditionell gekleideten Hochzeitspaares vor den Tempeln.


Wir schauen uns noch eine Weile um, insbesondere das Sim mit der prachtvollen Buddha-Statue im Inneren und den wunderschönen Glasmosaiken an den Außenfassaden, sind beeindruckend, auch der überdimensionale Flammenbaum mit zahlreichen Tierdarstellungen auf der Rückseite des Gebäudes. Die Mosaike stellen überwiegend Motive aus dem Alltagsleben dar, zum Beispiel aus der Landwirtschaft oder der Jagd. Wie in allen laotischen Tempeln üblich ist der Zutritt ins Innere ausschließlich barfuß erlaubt.




Am Abend lassen wir uns mit dem Tuktuk zum Viewpoint Cafe fahren. Bei der Bambusbrücke entrichten wir unsere Gebühr für die Überquerung (10.000 Kip) und gelangen so zum gegenüberliegenden Sunset Point, wo bereits einige andere Touristen auf das Eintauchen der Sonne in den Mekong warten.





Auf der anderen Uferseite des Nam Khan laufen wir zum Restaurant Dyen Sabai, das unmittelbar an der zweiten Bambusbrücke gelegen ist. Dort kann man „Sindat“ bestellen, eine laotische Variante des Fondues. Zunächst wird ein mit glühender Kohle gefüllter Eimer in der Mitte des Tisches eingelassen, auf dem eine mit Zwiebelsud aufgefüllte Blechschale gestellt wird. In dem Sud werden allerlei frische Gemüsesorten, Glasnudeln und sogar aufgeschlagene Eier gegart, während auf der Erhebung der Schale dünn geschnittene Fleischstückchen gebraten werden können.

Über die idyllisch illuminierte Bambusbrücke schlendern wir zurück in die Altstadt und dort über den Nachtmarkt, auf dem Corinna eine Hose für 50.000 Kip erwirbt.




10. Februar 2020 – Luang Prabang

Wir haben ein Tuktuk bestellt, das uns heute Morgen zu einer der größten Attraktionen von Luang Prabang fahren soll, die Kuang-Si Wasserfälle. Gebucht im Hotel kostet die Fahrt 26 USD, ansonsten etwas weniger (ca. 200.000 Kip), dafür können wir uns so lange an den Wasserfällen aufhalten, wie wir wollen. Gestern im Restaurant hat uns ein neben uns sitzender Franzose davon berichtet, dass er um 11 Uhr mutterseelenalleine an den Wasserfällen herumspaziert sei, was uns von unserem ursprünglichen Plan abbringt, bereits um acht Uhr dort zu sein – ein Fehler wie sich herausstellen wird! Der Parkplatz ist umgeben von Souvenirständen und notdürftig zusammengezimmerten Restaurants, vor denen schon früh morgens kleine Fleischspießchen, Fische und Würstchen brutzeln. Auf dem Parkplatz selbst stehen jede Menge Tuktuks und Minvans, die auf die Rückkehr ihrer Kunden warten – wir ahnen nichts Gutes!

Wir zahlen die obligatorischen 20.000 Kip Eintritt und wandern zunächst den Pfad hinauf zum Hauptwasserfall, der von einem Karstfelsen sechzig Meter in die Tiefe stürzt. Überall haben sich türkisfarbene Pools mit kalkhaltigem Wasser gebildet, die kaskadenförmig nach unten fließen. Die malerische Szenerie erinnert an die Plitvicer Seen in Kroatien.

Natürlich ist der obere Hauptwasserfall belagert von Touristen, die zumeist mit Handys bewaffnet Selfies vor dem Wasserfall schießen. Wer, wie wir, daran denkt, Langzeitaufnahmen von den Kaskaden schießen zu wollen, wird zu dieser Tageszeit Schwierigkeiten mit den Aufnahmen haben. Durch die vielen Menschen ist die kleine Brücke und der Ponton ständig in Bewegung. Wir ärgern uns ein wenig, dass wir nicht an unserem ursprünglichen Plan festgehalten haben und früher hier waren. Unser Tipp für Fotografen: Unbedingt einen Motorroller mieten und um 8 Uhr bei den Wasserfällen sein!


Auf dem extrem steilen Waldweg neben den Fällen wird es deutlich ruhiger. Wir erreichen nach dem Aufstieg einen Aussichtspunkt sowie die Abbruchkante des Wasserfalls, wo sich das Wasser in einem schattigen Pool sammelt, um anschließend in die Tiefe zu stürzen. Überall sind exotische Vögel zu hören, außer einem Wagtail und einem kleinen Flycatcher bekommen wir jedoch kaum etwas zu Gesicht. Im Wald stehen mächtige Feigen mit beeinbruckenden Wurzeln - der Primärwald ist hier in Teilen noch nicht den Sägen zum Opfer gefallen. Der Abstieg auf der anderen Seite des Wasserfalls ist noch steiler und bei Regen nicht gerade empfehlenswert. Die Bambusgeländer, an denen man sich festhalten könnte, sind baufällig und zumeist in sich zusammengebrochen.


                                                                                                                                                Gebirgsstelze (Gray Wagtail)


Zurück an unserem Ausgangspunkt laufen wir zurück entlang der Pools, in denen sich mittlerweile zahlreiche Touristen erfrischen. Uns ist es für ein Bad in den Pools um diese Tageszeit zu trubelig.


Auf dem Rückweg statten wir noch dem Bear Rescue Centre in der Nähe des Eingangs einen kurzen Besuch ab. Hier wurden asiatische Schwarzbären vor dem illegalen Wildhandel gerettet. Mittlerweile hat sich die Bärenpopulation im Centre prächtig entwickelt; es leben über dreißig Tiere in dem weitläufigen Gehege.

In einem der gesichtslosen Restaurants am Ausgang nehmen wir noch einen kleinen Snack zu uns, was wir später noch bereuen werden. Die Qualität der Gerichte ist extrem schlecht ist. Eine gute Alternative könnten indes die Lokale auf dem Rückweg nach Luang Prabang sein.

Im wunderschönen Garten unseres Hotels entspannen wir eine Weile unter Palmen und gönnen uns einen leckeren Ananas- und Mango-Smoothie. Ganz in der Nähe befindet sich das Vat Phutthabat Tai, das bei den meisten Touristengruppen zumeist links liegen gelassen wird. Der Innenhof wird gerade von einigen Novizen von herabgefallenem Laub befreit. Auch hier gibt es eine riesige, neun Meter hohe Buddha Statue sowie, verborgen unter einer blau angetünchten Zementhöhle, einen Fußabdruck Buddhas. Das Kloster liegt direkt am Mekong-Ufer, sodass wir von hier wundervoll den Sonnenuntergang bewundern können.

 

Unser heutiges Dinner möchten wir am Mekongufer im 2,5 Kilometer entfernten „The Belle Rive Terrasse“ einnehmen. Wir sitzen in erster Reihe unmittelbar über dem Wasser auf der aussichtsreichen Plattform und werden von dem freundlichen Personal zuvorkommend bedient. Das Essen ist hervorragend, auch wenn das grüne Chicken-Curry für Corinna eine Spur zu scharf geraten ist. Im nächtlichen Luang Prabang schießen wir auf dem Rückweg noch einige stimmungsvolle Langzeitaufnahmen, unter anderem vom Nachtmarkt mit seinen farbenfrohen Zelten.





 

< Vorbereitung                                          Mekong Cruise >







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