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La Palma 2018 Teil 1

3. November 2018
Wie üblich haben wir einen kleinen Mietwagen über Billiger-Mietwagen.de  gebucht und erhalten über die Avis Station am Flughafen einen relativ neuen Citroen C 3. Auf der Fahrt vom Flughafen machen wir im Super Spar in Los Llanos halt, um den Ersteinkauf zu erledigen. In der benachbarten „Boutique de la Carne Valentin“ kaufen wir noch Schweine-Koteletts, die eine ähnliche Qualität wie die von Iberico-Schweinen haben sollen, sowie ein ganzes Kaninchen – Dinner-Planung für die ersten Tage!

Inhaber Alex erwartet uns an seinem Haus in Tijarafe und tatsächlich erfüllt es alle Erwartungen, die wir darin hegen: Das Casa Alex bietet einen unverbauten Blick auf den Barranco de los Gomeros und das davor liegende glitzernde Meer – einfach nur traumhaft! Bei der Ausstattung merkt man, dass das Casa in deutscher Hand liegt – es mangelt einfach an nichts! Die Küche ist hervorragend ausgestattet und auch Schlafzimmer und Wohnzimmer sind geschmack- und liebevoll eingerichtet. Der beheizte Pool und die Außenanlagen sind das I-Tüpfelchen! Hier werden wir es uns in den nächsten beiden Wochen gut gehen lassen!
 
Nach einem ersten dramatischen Sonnenuntergang, den wir von unserer Aussichtsterrasse bei einem Gläschen Rotwein aus La Palma genießen, kochen wir abends Gambas in Knoblauch-Sahnesoße und Spaghetti und schwelgen unter einem unfassbar klaren Sternenhimmel, den wir bisher in dieser Intensität nur in Afrika erleben durften. La Palma gehört tatsächlich zu den drei weltweit besten Orten zur Sternenbeobachtung, was an der besonderen Orographie der Insel liegt: Sie ist besonders klein, aber bezogen auf die Grundfläche sehr hoch, mit einem Krater in der Mitte. Die Passatwinde sorgen für eine staubfreie, trockene und turbulenzarme Luft. Man muss nicht einmal auf den höchsten Berg der Insel nachts fahren, um Tausende funkelnde Sterne inklusive Milchstraße bewundern zu können. Selbst hier in Tijarafe stört erstaunlich wenig Streulicht den Blick, wenn denn keine Wolken die Sicht beeinträchtigen.




4. November 2018

Nach einem aussichtsreichen Frühstück machen wir uns auf den Weg nach Puntagorda zum Bauernmarkt. Unterwegs kaufen wir in der sehr empfehlenswerten Biotienda Marisa, unmittelbar an der LP-1 gelegen, Gemüse, Kräuter und weitere Zutaten ein. Die freundliche Inhaberin erklärt uns, dass es den Laden seit 2015 gäbe, daher kannten wir ihn noch nicht! Auf dem Bauernmarkt von Puntagorda sind hingegen mehr oder weniger die selben Stände wie schon vor vier Jahren zu finden, zwei deutschen Bäcker, Gemüse-, Käse- und Olivenhändler und natürlich die „Esoterik-Abteilung“, die mit brennenden Räucherstäbchen die Markthalle einnebeln und an vergangene Zeiten erinnern. Hier sind Schmuck und Kunsthandwerk, überwiegend produziert von deutschen Immigranten, zu finden. Wir decken uns mit Oliven, Käse, frischem Walnuss-Brot vom deutschen Bäcker sowie einer leckeren Mojo verde con Almendras ein.

Corinna plagt sich seit Tagen mit einer Angina herum und muss sich noch schonen, so dass ich mich nachmittags alleine auf die erste kleine Wanderung begebe. Wir verwenden zur Planung der Wanderungen auf La Palma den Rother- sowie den Michael Müller Wanderführer. Beide Bücher sind empfehlenswert und hilfreich.

Von Tijarafe gibt es einen Rundweg, der hinab zur Piratenbucht führt. Über einen steinigen Pfad geht es durch den Barranco del Pueblo zunächst in Serpentinen rund 600 Höhenmeter abwärts. In die eindrucksvolle Felsenbucht Poris de Candelaria peitscht an diesem Tag heftig die Brandung, so dass ich meinen ursprünglichen Plan, ein erfrischendes Bad im Meer zu nehmen, verwerfe. In der senkrechten Felswand befinden sich in Höhlen eingelassene, einfache Fischerbehausungen, allerdings immerhin mit Strom und fließend Wasser ausgestattet.

Nach einer kurzen Pause mache ich mich auf den Rückweg, der mich über die asphaltiere Piste in Serpentinen steil aufwärts zurück zum Ausgangspunkt führt.

Abends grillen wir die leckeren Koteletts vom Schlachter aus Los Llanos, dazu gibt es Rosmarinkartoffeln. Zu Hause würden wir Schweine Koteletts nicht anrühren, aber in dieser Qualität sind sie ein Gaumenschmaus. Leider präsentiert sich der Sternenhimmel heute nicht so eindrucksvoll wie gestern: Es nieselt durchgehend, und die Temperaturen sind bei weitem nicht mehr so angenehm.



5. November 2018
Da es heute bewölkt ist und Corinna noch immer nicht auf dem Damm ist, beschließen wir, zunächst nach Los Llanos zu fahren, um für Corinna eine Lesebrille und eine defekte Schnalle für den Wanderrucksack zu ersetzen. Die bunt getünchten Hausfassaden mit ihren malerischen Holzbalkonen geben auch dieses Mal in dem lebhaften Städtchen attraktive Fotomotive ab.


Auf dem Weg in Richtung Süden lassen wir die unansehnliche Touristenhochburg Puerto Naos links liegen und wenden uns der größtenteils „illegal“ errichteten Siedlung El Remo zu. In einem der Kioscos am Meer, El Charco, essen wir aussichtsreich zu Mittag, frische Seezunge bzw. Pulpo. Die von Lavagestein geprägte Küste ist schroff, hat aber ihren Reiz.


Unser heutiges Ziel sind die Salinas de Fuencaliente am Südzipfel der Insel. Von hier sind drei kanarische Inseln, La Gomera, El Hierro sowie Teneriffa mit seinem markanten Vulkan Teide auszumachen. Die Quadratischen Becken der Salinas sind gefüllt mit rötlich schimmerndem Salzwasser, was durch Salinenkrebse (Artemia salina), die sich von salzresistenten Mikroorganismen ernähren, verursacht wird. Flamingos erhalten ihre Färbung durch den Verzehr dieser Krebse. Für ornithologisch Interessierte sind die Salinen gerade zu dieser Jahreszeit außerordentlich spannend. Sie sind so etwas wie ein „All-Inclusive Hotel“ für Zugvögel, da die Salinen ihnen Ruhe, Nahrung und sogar Brutplätze bieten. Insbesondere Watvögel rasten hier und wühlen im Schlamm an den Rändern der Becken auf der Suche nach Nahrung. Ab November wird die Salzproduktion in den Salinen eingestellt, so dass die Vögel völlig ungestört sind. Wir entdecken zahlreiche Steinwälzer, eine Spezies, deren Bestand als stark bedroht gilt. Die Vögel sind zur Zeit natürlich nicht so farbenfroh, da keine Paarungszeit ist und sie daher nicht ihr orangefarbenes Prachtkleid tragen. Erst im September haben wir zwei Ornithologen auf Madeira getroffen, die extra nach Madeira geflogen sind, um diesen Vogel zu fotografieren. Hier laufen sie in einer großen Kolonie herum und lassen sich aus allernächster Nähe beobachten. Auch vereinzelte Grünschenkel, Sandregenpfeifer und weitere Watvögel können wir identifizieren. Mit viel Glück kann man sogar Flamingos in den Salinen beobachten.







Am Abend in unserem Casa wärmen wir das vorgekochte kanarische Kaninchen auf – als Vorspeise gibt es für mich extrem leckere Kaninchenleber mit Äpfeln und Zwiebeln, alles andere als Corinna Leibgericht, so dass sie sich auf Tomaten mit Zwiebeln und kanarischem Käse beschränkt.



6. November 2018
Auch heute Morgen verwöhnt uns das Wetter in Tijarafe nicht gerade. Da Corinnas Gesundheitszustand noch nicht annähernd eine ausgedehnte Wanderung zulässt, fahren wir einfach hoch hinaus über die Wolken, um Sonne zu genießen. Irgendwo auf La Palma herrscht immer gutes Wetter – dieser Weisheit folgend haben wir uns auf der Wetterseite hdmeteo schlau gemacht und unser heutiges Ziel ausgewählt.

Einen Ausflug auf den Roque de los Muchachos, den mit 2.426 Metern höchsten Berg auf La Palma, haben unglücklicher Weise heute eine Menge anderer Leute auf dem Plan - Heerscharen von Menschen bevölkern den Mirador. Der gigantische 1.500 Meter tiefe Vulkankessel der Caldera de Taburiente ist angefüllt mit einer wabernden Wolkenschicht! Die Sicht auf die am Bergkamm angeordneten Sternen-Observatorien wird immer wieder durch dichte Wolkenschichten verdeckt. Wir genießen einfach eine ganze Zeit lang die spektakuläre Szenerie und schießen Timelapse Aufnahmen von den Wolkenformationen in der Caldera.


Auf dem Rückweg bewundern wir noch die gigantischen Teleskope mit ihren riesigen Parabolspiegeln, die einen Durchmesser von bis zu 17 Metern aufweisen. Kaum zu glauben, dass sich diese Monstren über Motoren ziemlich schnell bewegen lassen, um Sternformationen zu verfolgen. Wir wollen unbedingt in diesem Urlaub auch noch einmal nachts hier hinauf kommen, jedoch ist der Ausflug von Tijarafe immer mit Aufwand verbunden: Mindestens eine ganze Stunde über eine schmale Serpentinenstraße muss man schon veranschlagen. Der ganze Bereich rund um die Observatorien wird nachts für den Autoverkehr gesperrt, und man darf auch nicht mit Fernlicht den Berg hinauf fahren, um nicht die Messungen zu stören.



Den Rest des Tages verbringen wir in unserem Häuschen und hoffen darauf, dass endlich der Dauerregen nachlässt! Da wir etwas durchgefroren sind, lassen wir ein Feuerchen im Kamin lauschig lodern. Mit einem unserer traditionellen spanischen Lieblingsgerichte, Orangenhuhn mit Chorizo, beenden wir den Abend.



7. November 2018
Der Tag beginnt wie immer mit einem aussichtsreichen Frühstück auf unserer zumeist am Morgen sonnenüberströmten Terrasse. Wir bereiten täglich einen Obstsalat und frisch gepressten Orangensaft von heimischen Früchten zu - welch Vitaminschock am frühen Morgen!

Unsere erste kleine gemeinsame Wanderung führt uns von Tacande zum Llano del Jable (Streckenbeschreibung hier). Wir parken einen Kilometer oberhalb des Ortes am SL 100, um den Aufstieg durch das Dorf über das Asphaltsträßchen zu verkürzen. Zunächst geht es über einen Forstweg stetig aufwärts durch einen lichten Kiefernwald. Ungefähr nach einer Stunde erreichen wir Llano del Jable, eine Hochebene, die aus Lavaasche besteht. Lavaasche ist feines Auswurfmaterial, das bei Vulkanausbrüchen aus flüssigem Magma entsteht, indem es bei der Explosion des Vulkans in der Luft in feinste Teile zerrissen wird und dann zu Boden fällt. Der vor uns liegende Quemada Vulkan hat eine perfekte, kegelförmige Gestalt und prägt die malerische, hügelige Lava-Landschaft.


Durch den Lavastrom des Quemada Vulkans laufen wir nun abwärts, der Cumbre Nueve entgegen. Leider lässt sich das für die Cumbre typische Phänomen der Cascada de nubes (Wolkenwasserfall) heute nicht beobachten. Bei entsprechenden Wetterbedingungen wälzt sich eine geschlossene Passatwolkenschicht über den Bergkamm und löst sich auf der Westseite durch die Erwärmung schnell auf. Von diesem Naturspektakel lassen sich einmalige Timelapse Aufnahmen schießen, leider tut uns das Wetter heute nicht den Gefallen. Die Wolken ziehen viel zu hoch in einer dichten Wand über den Bergkamm. Der Weg durch den Lavastrom geht über in einen Waldweg, über den wir schließlich unseren Ausgangspunkt erreichen.

Wir stoppen auf dem Rückweg in El Paso beim sehr gut sortierten HiperDino. Es gibt eine passable Frischfischabteilung und auch Gemüse, Käse und Fleisch können wir für unser heutiges Dinner hier hervorragend einkaufen. Als Vorspeise gibt es einen superfrischen zwei Kilo schweren Pulpo, von dem wir noch zwei weitere Tage essen können. Hauptgang ist ein Alfonsino in Salzkruste – lecker, lecker!

Weil der Pulpo so extrem gut gelingt und butterweich ist, hier das Rezept zum Nachkochen:
1. Haut und harte Teile vom Körperbeutel entfernen; Auge und Mundwerkzeug herausschneiden.
2. Pulpo abspülen und tropfnass in einen großen Topf geben. Zerdrückte Knoblauchzehen, Lorbeerblätter, eine Chillischote ohne Kerne sowie Olivenöl hinzugeben.
3. Das Ganze einmal kurz aufkochen lassen und anschließend 1:45 Stunden bei mittlerer Hitze weichkochen. Test mit spitzem Messer machen, ob der Pulpo weich ist.
4. Staudensellerie und Knoblauchzehe in feine Scheiben schneiden und in Olivenöl sanft andünsten, keinesfalls braun werden lassen; Salz und Pfeffer hinzugeben. Mit Weißwein ablöschen.
5. Pulpo mit dem Gemüse anrichten und mit Olivenöl beträufeln.


8. November 2018

Heute verschlägt es uns in den dünn besiedelten Norden der Insel. Santo Domingo, unser Ausgangspunkt, ist ein sympathisches kleines Örtchen, in dem es offenbar auch eine starke deutsche "Gemeinde" gibt. Dennoch hat der Ort Charme, insbesondere die Iglesia Nuestra Señora de La Luz aus dem 16. Jahrhundert mit dem davor gelagerten Kirchplatz und der in einer Allee angeordneten Palmen.

Wir wollen eine kleine Rundtour zu den Dragos Salvatierra unternehmen. Zunächst geht es über ein steiles, uraltes  Kopfsteinpflaster Sträßchen parallel zum Barranco la Luz aufwärts bis zur Fuente La Huerta. Für eine blaue Wanderung kommen wir auf dieser Passage ganz schön ins Schwitzen. Nachdem wir die Casas El Jaral passiert haben, führt ein kleiner Pfad abwärts zu den Dragos. Wir verlassen den ursprünglichen Wanderweg und nehmen den überwachsenen Pfad hinein in den Barranco, um näher an die imposanten Drachenbäume heranzukommen. Von der gegenüberliegenden Talseite hat man einen phantastischen Blick auf den kompletten Dragohain.

Wir folgen einem Asphaltsträßchen, das uns hinunter zum GR 130 Wanderweg führt. An einem verfallenen Gehöft legen wir mit tollem Blick auf die Küste unsere Mittagspause ein.

Auf dem Küstenweg wandern wir zurück zu unserem Ausgangspunkt und durchqueren dabei den lauschigen Barranco la Luz direkt unterhalb von Santo Domingo.



Heute Abend soll es auf den Roque de los Muchachos gehen, um den einmaligen La Palma Sternenhimmel von dort aus zu bewundern. Der Zeitpunkt ist perfekt, gestern war Neumond! Zunächst fahren wir aber zum etwas abgelegenen Restaurant Tasca in El Castillo, mehr oder weniger auf halbem Weg zum Roque. Wir bestellen Rinderbouletten mit Steinpilzen, solide Hausmannskost, die allerdings auch keine Begeisterungsstürme auslöst.

Der Abstecher auf den Roque de los Muchachos ist leider eine herbe Enttäuschung, da das Wetter nicht mitspielt. Nieselregen verhagelt uns im wahrsten Sinne des Wortes die geplanten ultimativen Nachthimmelfotos. Als wir nach Tijarafe zurückkommen, stellen wir fest, dass wir uns die Serpentinenstraße hinauf auf den Berg getrost hätten sparen können, da wir von unserem Casa aus einen absolut lupenreinen Nachthimmel mit einer spektakulären Milchstraße erleben dürfen! Ausgiebiges Stargazing mit Fotosession folgt - sogar eine Sternenspirale vom Haus aus zu schießen ist möglich!










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