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I - Elba 2008

Im Mai 2008 haben wir eine Wanderreise auf die Insel Elba unternommen. Zu dieser Jahreszeit ist diese wunderschöne Insel noch nahezu frei von Touristen und ein einziges blühendes Naturerlebnis.

 

 

16.05.2008
Planmäßig um 8 Uhr starten wir zu unserer ersten Etappe der Anreise nach Elba. Wir haben uns dazu entschlossen, die Reise entspannt mit einer Zwischenübernachtung anzutreten. Tags zuvor haben wir im Internet ein Zimmer in der Nähe des Comer Sees gebucht. Für die rund 1.000 Kilometer lange Fahrt benötigen wir inklusive eines Stopps beim Mediamarkt in Lugano, wo wir uns noch mit einer Aktivbox für unseren MP-3 Player ausrüsten, zehn Stunden.

Unsere Unterkunft liegt etwas oberhalb des Comer Sees in Schignano. Das Navigationssystem unseres Autos wirkt aufgrund des Gassengewirrs hier oben etwas desorientiert und lässt uns abenteuerliche Wendemanöver auf den schmalen Bergsträßchen fahren. Nach einiger Zeit stehen wir schließlich im Zentrum von Schignano und verstehen nunmehr schmerzlich die Ansage, „das Ziel befindet sich in einer nur begrenzt befahrbaren Straße“! Die Berggässchen mit extrem starken Gefälle werden immer enger, so dass wir größte Schwierigkeiten haben, unser „langes Schiff“ – ein Passat Kombi – hier hindurch zu manövrieren. Schließlich verkeilen wir uns zwischen zwei Häuserecken derartig, dass wir weder vor noch zurück fahren können. Zu beiden Hauswänden verbleiben noch maximal zwei Zentimeter Luft. Nachdem wir die missliche Lage in Augenschein genommen haben, entscheiden wir uns, gerade zurück zu setzen und dabei die Fahrerseite zur Hauswand hin mit einer Isomatte vor Kratzern zu schützen. Nach mehrmaligen Rangieren schaffen wir es tatsächlich durch die Enge hindurch zu kommen. Die Kupplung hat allerdings stark gelitten und setzt das halbe Dörfchen in eine übel riechende schwarze Gummiwolke. Unten können wir zum Glück wenden, um auf gleichem Wege - nun allerdings vorwärts - wieder herauszufahren. Dies gelingt im ersten Versuch, jedoch hat sich die Kupplung bei diesem Kraftakt festgefressen und lässt sich nicht mehr betätigen. Endlich gelangen wir auf etwas breiteres Terrain und atmen erst einmal tief durch – das war ganz schön knapp! Inzwischen regnet es „junge Hunde“ und wir finden den Weg zu unserer Unterkunft jetzt reibungslos (die Kupplung funktioniert nach kurzer Abkühlzeit auch wieder). Die Azienda Agritouristica „
Al Marnich“ liegt in idyllischer Hanglage. Das Doppelzimmer kostet inkl. Frühstück 72 Euro. Der freundliche Besitzer begrüßt uns herzlich und führt uns zu unserem Zimmer. Wir bedauern schon jetzt, dass wir hier nur eine Nacht bleiben können. Die Azienda besteht aus einigen kleinen Steinhäuschen, die mit unterschiedlichen, grellen Farben angetüncht sind. Alle Zimmer sind mit geschmackvoll ausgestattet und verfügen über einen lauschigen Kaminofen. Von unserem Zimmer aus hat man einen wundervollen Blick auf das sattgrüne Tal. Leider trübt der starke Regen und der Nebel den sicherlich phantastischen Ausblick.

Heute Abend lassen wir es uns gut gehen im hauseigenen Restaurant, bei dem uns bereits beim Lesen im Internet das Wasser im Munde zusammengelaufen war. In  der lauschigen kleinen Bauernstube lodert ein Feuerchen und wir werden vom Wirt zunächst darüber informiert, dass alle verwendeten Produkte aus biologischem Anbau stammen, zumeist sogar von der eigenen Azienda. Wir entscheiden uns für folgende Angebote aus der kleinen aber feinen Speisekarte:

Antipiasti: Auswahl von Ziegenkäse mit haus gemachtem Aprikosenkonfitüre und Nüssen (7 Euro) sowie Reisauflauf mit Kohl und Rindfleisch (7 Euro)

Primi Piatti:
HausgemachteTagliatelle mit kleinen Würstchen in Weißwein und Zwiebeln (10 Euro) sowie Vollkornnudeln mit Weißkohl, Kartoffeln, Bohnen und Knoblauch (8 Euro)


Secondi Piatti:
Eselgulasch mit Polenta (10 Euro) sowie gebackene Kalbsfrikadellen mit Zucchini (10 Euro)
.

Dazu gibt es Vino Bianco aus der Region. Am Ende zahlen wir 60 Euro für diesen tollen kulinarischen Einblick in die leckere, wenn auch deftige Hausmannskost der Lombardei. Wir schlafen schließlich in unserer gemütlichen Camere vorzüglich – die Betten erweisen sich als äußerst komfortabel.


17.05.2008
Der Tag beginnt mit einem köstlichen Frühstück in der Gaststube, erneut mit Produkten aus eigenem Anbau. Es gibt Brötchen, frische Eier, Ziegenkäse, Marmelade und nicht zu vergessen, die frische Milch zum Kaffee. Um 8.30 Uhr haben wir Sack und Pack im Auto verstaut, um uns auf die zweite Etappe nach Piombino – dem Einschiffungshafen nach Elba - zu machen. Die 450 Kilometer bewältigen wir in rund vier Stunden – die Autobahngebühr beträgt für diese Strecke knapp 30 Euro. Wir wollen zuvor bei dem uns bereits bekannten Bauern am Ortsausgang von Caffagio in der Nähe von Suvereto noch Olivenöl und Wein sowie Gemüse einkaufen. Es gibt u.a. wieder die leckeren Carciofi (kleine rote Artischocken). Anschließend fahren wir noch zum Coop nach Venturina, um einen Grundbestand an Lebensmitteln zu besorgen. Für heute Abend kaufen wir leckere frische Tortellini mit Spinacchi-Ruccola Füllung sowie ein Pesto und eine Salsa di Noce (Nuss-Soße).


Wir erreichen den Hafen von Piombino sehr frühzeitig und hoffen schon eine Fähre eher als gebucht eingeschifft zu werden. Die Einweiser von Moby Lines erweisen sich jedoch als unerbittlich und verwehren uns zusammen mit einigen weiteren, zumeist deutschen Fahrzeugen, den vorzeitigen Zugang zur Fähre. So warten wir eine weitere Stunde, bis die von uns gebuchte Fähre eintrifft. Pünktlich um 16.15 Uhr legt die Moby Baby ab und macht sich auf den Weg zu der einstündigen Überfahrt. Gebucht haben wir die Fähre im Internet direkt bei der Reederei – Kostenpunkt rund 100 Euro hin und zurück inklusive Auto.


In Portoferraio angekommen, fahren wir zugleich weiter nach Chiessi an die Westküste, eine Fahrt von ungefähr 45 Minuten. In Pomonte rufen wir, wie vereinbart, unsere Vermieterin Anna Maria an, um uns mit ihr auf dem Kirchplatz in Chiessi zu treffen - ein sehr interessantes Unterfangen, zumal unsere Italienischkenntnisse armseelig sind und Anna kein Wort Englisch oder Deutsch spricht. Es gelingt uns schließlich, uns verständlich zu machen, und so beziehen wir unser gemietetes Domizil. Wieder einmal haben wir es vorzüglich getroffen: Unser Appartement ist äußerst liebevoll eingerichtet, mit zwei Schlafzimmern sowie einer voll ausgestatteten Küche – ein für uns wichtiges Auswahlkriterium! Von der Terrasse aus blicken wir auf das Meer und die Insel Korsika. Gebucht haben wir das Casa Renato über einen deutschsprachigen Vermittler für 350 Euro/Woche inklusive Endreinigung. Für elbanische Verhältnisse geradezu ein Schnäppchen. Die Mietpreise in den Hotels sind horrend und auch die Preise für Privatvermietungen erreichen zumindest in der Hauptsaison im Juli und August Rekordhöhen.

Vor dem Abendessen machen wir noch einen kleinen Spaziergang auf die vorgelagerten Felsen von Chiessi. Das Wetter heute Abend ist leider eher bescheiden – es tröpfelt bei maximal 18° Grad. Am Abend bereiten wir uns köstliche Tomaten-Bruschetta mit dem gerade erworbenen Olivenöl sowie zweierlei Sorten Tortellini zu, dazu gibt es frischen Weißwein - so schmeckt die Toskana!


18.05.2008
Am Morgen werden wir sehr früh wach – es ist gerade einmal kurz vor 7 Uhr. Die Vögel vor unserem Schlafzimmerfenster geben ein Gratiskonzert und die an den Strand schlagenden Wellen stimmen mit ein. So wird man selbst so früh morgens gerne geweckt. Gespannt klappen wir die Fensterläden vor unserem Schlafzimmer zurück und blicken enttäuscht in einen wolkenverhangenen Himmel. Also wird aus dem geplanten ersten Urlaubstag zum Relaxen kurzerhand ein "Aktivtag" gemacht. Nach der Lektüre unseres Rother Wanderführers treffen wir die Entscheidung, den Traumpfad zwischen Marciana Marina und Sant Andrea zu laufen. Zunächst genießen wir jedoch ein ausgiebiges Frühstück in unserer gemütlichen Wohnküche.

Gestern haben wir einen Bericht eines „Zeit-Online“ Redakteurs über seine innige Liebe zu Elba gelesen. Er kam vor 30 Jahren als Backpacker erstmals hierher. Nach ein paar Tagen in der „deutschen Hochburg“ Capoliveri im Südosten der Insel, machte er sich mit dem Bus in Richtung Westen auf. Er sah Chiessi und es war um ihn geschehen! Ganz so dramatisch ergeht es uns nicht, dennoch strahlt dieses Örtchen auch auf uns einen unwiderstehlichen Charme aus. Eine kleine Kirche mit einem davor liegenden lauschigen Plätzchen unter Kastanien, eine winzige "Promenade“ am Strand, zwei Restaurants mit angeschlossenem kleinen Hotel und sogar ein Allimentari (Lebensmittelgeschäft), das allerdings so gut wir nie geöffnet hat und betrieben wird von einem hutzeligen alten Mütterchen.



Nach dem Frühstück stellen wir fest, dass sich der Himmel tatsächlich ein wenig aufgeklart hat. Schnell sind ein paar Paninis mit Schinken und Ruccola geschmiert und der Rucksack gepackt. Nach einer tollen Fahrt entlang der atemberaubenden Westküste, erreichen wir Marciana Marina. Wir stellen das Auto auf einem der wenigen kostenlosen Parkplätze in der Nähe des Friedhofes ab. Die Wanderung von Marciana Marina nach Sant´Andrea soll eine der schönsten Wanderungen auf Elba überhaupt sein.

Zunächst geht es am Hafen auf einer Asphaltstraße den Berg hinauf. Hinter einer Haarnadelkurve schlagen wir uns nach links in den Wald hinein. Stetig geht es nun auf einem engen Pfad steil bergan – eigentlich waren wir auf einen netten gemütlichen zweistündigen Spaziergang eingestellt! Nach dem Anstieg auf eine Anhöhe und dem darauf folgenden Abstieg machen wir eine kurze Pause im Hotel Andreina. Zu dieser Jahreszeit ist hier noch nichts los, und es werden kleinere Schönheitsreparaturen an dem idyllischen kleinen Anwesen durchgeführt. Wir bekommen aber dennoch einen Cappuccino und eine kleine Flasche Wasser (6,50 Euro). Die Zimmerpreise im Andreina sind trotz der abgeschiedenen Lage auch nicht von schlechten Eltern: Das Doppelzimmer in der Nebensaison kostet immerhin stolze 110 Euro! Wir genießen noch für eine Weile den Blick auf die unter uns liegende Bucht „La Cala“. In seichtem Auf und Ab geht es von nun an Richtung Sant Andrea, vorbei an netten Ortschaften in traumhafter Lage; die kleinen Steinhäuser sind teils liebevoll restauriert, teilweise jedoch auch dem Zerfall ausgesetzt, da sich offenbar niemand darum kümmert.

Hinter dem Hotel Oleandro – ebenfalls in Top-Lage -, geht es bergab zur Spiaggia Cotoncello. Cotoncello ist eigentlich gar kein richtiger Strand, sondern eine Ansammlung skurriler Felsformationen, in die ein Treppenweg hineingearbeitet wurde. Auf den flachen Felsen kann man wunderbar liegen und auf das Meer schauen.


Dort erholen wir uns von unserer ersten kleinen Tour. Der Proviant wird verspeist und anschließend ein wenig Siesta gehalten. Im Laufe des Tages locken wir wieder einmal Hundebesitzer an – weit und breit sind zahlreiche leere Plattformen, jedoch lässt sich eine ältere Italienerin mit ihrem Schoßhündchen Carla direkt neben uns nieder und stört unsere Ruhe. Ständig ist sie damit beschäftigt, Carla zu ermahnen, uns in Frieden zu lassen, zumal das kleine Kerlchen offenbar genauso kontaktfreudig wie Frauchen zu sein scheint. Zu allem Überfluss taucht kurze Zeit später noch ein befreundetes Ehepaar auf – natürlich mit einem weiteren Hündchen - und gesellt sich ebenfalls zu uns. Womit haben wir großen Hundeliebhaber das bloß verdient!?

Nach unserer zweistündigen Siesta gehen wir entlang des Treppenweges und eines mächtigen „Balanced Rocks“ nach Sant´Andrea. Dort wollen wir in Erfahrung bringen, wann der Bus hoch oben an der Küstenstraße abfährt. Da uns niemand eine zuverlässige Auskunft geben kann, beschließen wir, zu Fuß nach Marciana Marina auf gleichem Weg zurück zu laufen. Zuvor genehmigen wir uns in einer Gelateria noch ein echtes italienisches Eis. Gestärkt machen wir uns schließlich auf den Rückweg und erreichen Marciana Marina nach ungefähr zwei Stunden Fußmarsch. Im letzten Drittel wählen wir die etwas leichtere Abstiegsvariante über eine kleine asphaltierte Straße, um uns den steilen Auf- und Abstieg durch den Wald zu ersparen. Auf unserer Einstiegswanderung, die eigentlich eher ein Spaziergang werden sollte, haben wir letztlich fast 15 Kilometer zurückgelegt und insgesamt knapp 1.000 Höhenmeter bewältigt – nicht schlecht für den Anfang!

Zurück in Chiessi genießen wir ein Glas Wein, Brot mit Olivenöl und Bressaola (ein Rinderschinken) auf unserer Terrasse. Leider stellen wir fest, dass die Sonne nicht vor unserem Häuschen im Meer versinkt, da ein vorgelagerter Hügel am Ortseingang die Sicht versperrt. Dafür entschädigt aber der Blick auf die Unendlichkeit des Meeres.


19.05.2008
Am Morgen begeben wir uns zunächst auf die Suche nach Brot. In dem winzigen Alimentari in Chiessi herrscht Signora Vittorina Ricci über ihr kleines Reich. Le
ider hat sie nur noch zwei kleine Paninis, wie sie mir gestenreich zu verstehen gibt. Also kaufe ich dazu noch ein großes Weißbrot von gestern, dass in unserem Ofen aufgebacken wird. Das Wetter lässt wiederum zunächst zu wünschen übrig, so dass wir uns zu einer kleinen Wanderung am Capo Stella entscheiden. Wie immer nutzen wir den guten Rother Wanderführer für die Planung unserer Wandertouren. Entlang der Küstenlinie geht es am Cap durch duftende wilde Macchia, einem einzigen Blütenmeer, in dem sich Goldglänzende Rosenkäfer an den Blütensäften gütlich tun.


Wir steigen hinab zu einer einsamen Felsbucht, wo wir die wetterbedingte trübe Aussicht dennoch genießen. Anschließend geht es in sanften Kehren zum Monte Capo Stella, einem kleinen Aussichtspunkt am äußersten Ende des Caps. Von dort aus kann man in östlicher Richtung zum schwarzen Spiaggio Margidore und in westlicher Richtung zum weißen Spiaggia Lacona – einem der beliebtesten Sandstrände auf Elba – schauen. Auf unserem Rückweg setzt starker Regen ein, so dass wir uns beeilen, zurück zum Auto zu gelangen.

Eine kleine Spritztour zum benachbarten Capoliveri folgt, jedoch verkneifen wir uns aufgrund des miesen Wetters die beabsichtigte Besichtigung und setzen die Fahrt fort nach Portoferraio. Dort kaufen wir beim Coop für das heutige Abendessen ein. Es gibt eine Brasse, auf der Haut gebraten, dazu grünen Spargel und gebackene Kartoffeln mit Knoblauch. Zuvor machen wir es uns noch auf unserer Terrasse gemütlich, da sich die Sonne gegen Abend für kurze Zeit doch noch blicken lässt.

Nach unserem köstlichen Mahl gehen wir noch hinunter zur Promenade von Chiessi und sitzen auf den Felsen. Das idyllisch illuminierte Örtchen strahlt auch am Abend eine wunderbare Ruhe aus, die einzig durch das Quaken der Frösche aus einem kleinen Bächlein unterbrochen wird.


20.05.2008
Heute Morgen werden wir durch starkes Plätschern auf unserem Balkon vor dem Schlafzimmer geweckt. Es gießt in Strömen! Also verweilen wir zunächst im Bett bei der Lektüre eines guten Buches. Irgendwann stellt sich dann allerdings der Frühstückshunger ein. Auch nach dem Frühstück ist keine Wetterbesserung in Sicht, so dass wir uns der Lektüre unserer Romane widmen. Als es kurze Zeit später etwas aufhellt, fahren wir in Richtung Rio nell´Elba, um dort eine kleine Wanderung zu unternehmen. Dieser Plan wird durch das Wetter jedoch zunichte gemacht, da sich nunmehr alle Schleusen des Himmels öffnen. Kurz entschlossen fahren wir erneut nach Portoferraio. In der Nähe des Hafens parken wir unser Auto und begeben uns zur Touristeninfo, um Materialien über Elba zu besorgen. Anschließend schlendern wir mit Regenschirm bewaffnet durch die Altstadt und gehen zur „Markthalle“, die sich jedoch lediglich als ein unattraktiver Supermarkt erweist. Daher steigen wir unmittelbar hinauf zum Wohnhaus von Napoleon, der Villa di Mulini, vorbei am Forte Stella, einer ehemaligen Befestigungsanlage der Stadt.
 


Unterhalb der Festung befindet sich der Hausstrand Portoferraios, der Spiaggio Le Viste. Aufgrund des Wetters ist der nette Stadtstrand menschenleer, ebenso wie die kleine dort befindliche Bar. Wir setzen uns unter einem Regenschirm kauernd auf einen Felsen und verspeisen unsere leckeren Paninis. Das ganze Szenario wird interessiert beäugt von einer Möwe, die darauf hofft, dass auch ein paar Krümel für sie abfallen. Da der Regen immer stärker wird, suchen wir uns ein Cafe am Darsena Hafen. Im Caffe´ Roma, einem Traditionshaus der Stadt, trinken wir genüsslich je zwei Cappuccini, begleitet von einer Art Käsekuchen. Nach einem kurzen Stopp im nicht besonders gut sortierten Conad Supermarkt von Portoferraio, fahren wir über Marciana Marina zurück nach Hause.

Den Tag beenden wir mit einem äußerst leckeren Abendessen, Artischocken Risotto und Involtinis, die gefüllt sind mit Kräutern, Sardellen und Parmaschinken - nach einem selbst kreierten Rezept. Auch durch das Wetter lassen wir uns an diesem Abend nicht von unserem kleinen Rundgang durch das Dorf abhalten.



21.05.2008

Der erste Griff am frühen Morgen gilt den Fensterläden vor unserem Schlafzimmer: Es regnet nicht mehr, und es sind sogar blaue Flecken über den Bergen auszumachen. In aller Ruhe bereiten wir unser Frühstück zu und beobachten den sich nach und nach aufklarenden Horizont über dem Meer. Wir entschließen uns schließlich zu einer Wanderung von Marciana Alta nach Procchio. In unserem Wanderführer ist die Tour in umgekehrter Richtung angegeben, jedoch möchten wir am Ende des Weges noch einen halben Strandtag in Procchio verbringen. Wir parken unser Auto am Ortsausgang von Marciana und laufen in Richtung der Berge. Der Ausgangspunkt der Wanderung ist nicht ganz einfach zu finden. Oberhalb des letzten Hauses am Ortsrand bildet ein überwucherter und kaum erkennbarer Pfad den Einstieg.

Steil bergan windet sich der Weg eine gute halbe Stunde lang empor – Markierungen Fehlanzeige. Hier benötigt man ein gutes Orientierungsvermögen. Schließlich gelangen wir auf einen Sattel und von dort zu einer kleinen Ansammlung romantisch gelegener Häuschen. Über die asphaltierte Via di Campobagnolo erreichen wir die kleine Kapelle Madonna Buonconsiglio. Weiter geht es über den Wanderweg 17 zur GTE 18, der „Grand Traverse d´Elba“, über die man Elba von West nach Ost oder umgekehrt komplett durchwandern kann. Aussichtspunkte mit phantastischen Ausblicken auf die Ebene Campo nell´Elba mit seinem Miniflugplatz bei Marina di Campo sowie den weit geschwungenen Golfo di Procchio folgen.


Bei einer kurzen Rast sehen wir kurz darauf bereits die zweite Schlange dieses Urlaubs. Eine giftgrüne Viper fühlt sich durch uns bei seinem Sonnenbad gestört und erschreckt Corinna fast zu Tode, lässt sich dann gemächlich an einem Ast herab und verschwindet schließlich in der dichten Macchia. Nachdem wir unsere leckeren Paninis verzehrt haben, beginnen wir mit dem Abstieg nach Procchio. Über den GTE 18 geht es ein kurzes Stück sehr steil abwärts. Eine knappe Stunde später erreichen wir den Colle di Procchio, von wo wir noch einen Kilometer entlang der Straße zum Endpunkt im Ortskern laufen müssen. Dort genehmigen wir uns zunächst einmal einen Cappuccino und ein kleines Eis an einer Strandbar. Insgesamt haben wir für die rund zwölf Kilometer lange Strecke vier Stunden benötigt und dabei 450 Höhenmeter bewältigt. Die Siesta am Strand haben wir uns redlich verdient.

Wir verbringen den ganzen Nachmittag am Strand bei strahlendem Sonnenschein und einer leichten Brise vom Meer. Procchio wird im Michael Müller Reiseführer als gesichtsloserTouristenort beschrieben. Dies können wir zumindest zu dieser Jahreszeit nicht ganz bestätigen. Sicher, es gibt hier keine gewachsenen Strukturen, geschweige denn eine Altstadt. Jedoch kann man es am fast menschenleeren feinen Sandstrand gut aushalten und die Strandbars sind zudem auch sehr nett. In einer der Bars mit angeschlossener Segelschule trinken wir am Abend noch einen Vino Bianco und brechen dann auf zur Bushaltestelle.

Um 18.30 Uhr fährt der Bus zurück nach Marciana Maritima - die Fahrt kostet gerade einmal 1 Euro, wenn man sich das Ticket vorher in einem Tabacchi Laden besorgt (im Bus ist es etwas teurer). Von Marciana Maritima fahren wir die uns jetzt schon vertraute atemberaubend schöne Strecke an der Westküste zurück nach Chiessi.

Unser Abendessen besteht aus leckeren Bruschettas sowie einer vegetarischen Gemüse Lasagane mit Spinat, Tomaten und Champignons. Das Mahl genießen wir auf unserer Terrasse. Heute Abend ist die Sicht sehr klar, so dass das gegenüber liegende Korsika sehr gut zu erkennen ist.


22.05.2008


Heute scheint ein sonniger Tag zu werden. Unser Ziel ist das Capo Poro mit seinem Leuchtturm. Die Wanderung startet in Marina di Campo. Nachdem wir einen kostenfreien Parkplatz ausfindig gemacht haben, laufen wir zum Hafen durch eine nett gestaltete Fußgängerzone. Auf einem engen Pfad geht es zunächst durch streckenweise dichte Macchia stetig bergauf. Links und rechts des Weges begleitet uns fast durchgängig der schöne Ausblick auf die Buchtvon Marina di Campo, die Steilküste im Westen sowie auf die mystisch wirkende Insel Montechristo. Wir passieren eine Abzweigung zum Spiaggia Galenzana, wo wir auf dem Rückweg hinabsteigen wollen. Die Wanderung zum Leuchtturm dauert lediglich eine Stunde. Dort angekommen legen wir erst einmal eine Pause ein und genießen die wunderbare Umgebung
.



Zurück geht es auf gleichem Weg bis zur Abzweigung zum Galenzana Strand. Es ist ein schmaler Sandstrand unterhalb des sehr einladenden Agrotourismo „Azienda Agraria Calenzana“, auf der u.a. Wein angebaut wird. Am Strand streunt der hauseigene Esel in aller Seelenruhe an uns vorbei und grast Blätter ab. Außer uns haben sich gerade einmal eine Handvoll weiterer „Sonnenhungriger“ hierher verirrt. Wir halten eine kurze Siesta, lesen in unseren Büchern und wagen sogar ein kurzes Bad im Meer, welches allerdings noch recht kalt ist.

Am späten Nachmittag genehmigen wir uns in Marina di Campo ein kleines Eis und schlendern ein wenig durch den Ort. Dies ist der größte Touristenort mit dem zugleich längsten Strand Elbas (1,4 Kilometer). Trotzdem wirkt er sehr gemütlich und keineswegs wie ein kommerzialisierter Touristenort mit Neppläden. Den Tag beenden wir in einer Strandbar bei einem guten Glas Vino Bianco. Auf dem Rückweg erledigen wir unseren Einkauf bei Conad, der nicht annähernd an das Warenangebot des Coop herankommt und nicht besonders sympathisch auf uns wirkt. Das Abendessen besteht aus gebratenen Calamari und Risotto von vorgestern. 

 

23.05.2008
Heute wollen wir eine Rundtour von Chiessi nach Pomonte über den Monte San Bartolomeo, einem der Wanderklassiker auf Elba, unternehmen. Später wird sich herausstellen, dass diese Wanderung in unserer internen Wertung ganz weit oben stehen wird. Vom kleinen Kirchplatz in Chiessi folgt man der Markierung 3 über einen steilen Pfad, vorbei an kleinen Weingärten. Schnell öffnet sich uns ein atemberaubender Blick auf unser wunderschönes Dörfchen. Der Aufstieg ist ein Genuss für alle Sinne: Herrlich duftende Macchia, u.a. Minze und Rosmarin, und ein Farbenmeer an Blüten soweit das Auge reicht.
 

An einem Sattel zweigt der Pfad rechts ab zum Gipfel des San Bartolomeo. Hier befindet sich der einzige angelegte Klettersteig Elbas. An einem Stahlseil kann man sich die senkrechte Wand hinaufziehen. Ich klettere ein gutes Stück hinauf, beschließe dann jedoch nicht weiter anzusteigen, da mir das Risiko bei diesem Unternehmen zu hoch erscheint.

So begnügen wir uns mit einem Picknick auf einer Plattform unterhalb des Gipfels, die vor uns steil abfällt und von der man einen grandiosen Blick auf das Tal von Chiessi hat. Der Weg setzt sich fort über die Senke zwischen dem Nordostgipfel und dem Colle San Bartolomeo in sanften Auf- und Abstiegen bis zu einem Wegweiser nach Pomonte. Dort wechseln wir auf den Pfad Nr.4 und steigen in Serpentinen gemächlich hinab. Dieser Teil des Weges ist nicht mehr ganz so attraktiv wie der Abschnitt im Tal von Chiessi. Im unteren Teil sind verlassene Weinterrassen auszumachen, die sich die Natur bereits wieder zurück erobert hat. Offenbar hat es hier vor einigen Jahren gebrannt, da sich verkohlte Stümpfe den gesamten Hang hinaufziehen. Kurz darauf erreichen wir die ersten Häuser von Pomonte. Das Örtchen ist zwar auch recht hübsch, hat jedoch nicht den charmanten ursprünglichen Charakter von Chiessi. Dennoch notieren wir uns zwei nett aussehende Appartments, die unmittelbar am Meer stehen und vermietet werden (Casa Peria Lucia Elda, 0565-906 016, sowie ein weiteres Haus, 0565-906 177) – vielleicht verschlägt es uns ja wieder einmal nach Elba!?

Nach einem kurzen Päuschen laufen wir wieder hinauf in den Ortskern. Oberhalb der Küstenstraße verläuft parallel ein kleiner Wanderpfad nach Chiessi. Vorbei am Friedhof und einigen Weinterrassen, erreichen wir unseren Ausgangspunkt nach einer weiteren halben Stunde. Insgesamt haben wir für die Tour drei Stunden reine Gehzeit benötigt. Die Strecke ist 8,5 Kilometer lang, der zu bewältigende Höhenunterschied beträgt 500 Meter.

In Chiessi belohnen wir uns mit einem Eis in der Bar L´Oliva. Gerade fällt eine Busladung deutscher Touristen in unsere beschauliche Idylle ein. Mit größter Selbstverständlichkeit wird in der Bar auf Deutsch bestellt, obwohl die italienischen Begriffe an den Eissorten ausgewiesen sind. Das kann man unserem Verständnis nach vielleicht auf Mallorca am Ballermann machen, nicht jedoch in einem touristisch erst zart erschlossenen elbanischen Dörfchen. Es ist manchmal schon sehr verwunderlich, wie unangepasst sich viele unserer Landsleute in ihren Urlaubszielen bewegen. Eines schwören wir uns bei dieser Begegnung wieder einmal: Eine Busreise werden wir auch in fortgeschrittenem Alter niemals unternehmen! Das Eis lassen wir uns auf unserer Terrasse schmecken und begeben uns dann zu einer wohlverdienten Siesta am Felsstrand von Chiessi. Am frühen Abend genießen wir zunächst unseren obligatorischen Vino Bianco, dieses Mal allerdings auf der heimischenTerrasse mit gemischten Antipasti (Oliven, Prosciutto, Formaggio). Als zweite Vorspeise gibt es Artischocken in Knoblauch mit Kapern und anschließend die restlichen Pasta der Vortage. Der Abend ist recht lau, wenn wir auch den Eindruck haben, dass die Einheimischen dies nicht so empfinden: Außer uns diniert kein Mensch draußen!


24.05.2008

Das Wetter sieht heute mal wieder etwas unbeständiger aus. Die Brötchen für das Frühstück müssen wir aus Pomonte holen, da die Signora aus unserem Alimentario gestenreich „no Pane“ signalisiert. Wir wollen uns heute an der Südküste ein wenig umschauen. Zunächst halten wir an einem Direktverkauf eines Weingutes und verkosten ein paar Weine. Schließlich entscheiden wir uns jeweils für eine Kiste eines leicht barriquierten Chardonnay (7 Euro) sowie eines Elba Rosso Riserva (10 Euro).


Das nächste Ziel ist Porto Azzurro, Elbas schönster Hafen. Von hier aus wollen wir die Wallfahrtskirche Madonna di Monserrato erwandern. Vorbei an einem Ramschmarkt, den wir schnellstens wieder verlassen sowie dem Friedhof, gelangen wir aufgrund der missverständlichen Beschreibung in unserem Wanderführer auf einer Art Betriebshof. Zwei Arbeiter, die die Lage offenbar sofort erkennen, gestikulieren wild und zeigen uns einen Weg mitten durch die Weinstöcke eines angrenzenden Gutes zur asphaltierten Zufahrtsstraße der Kirche. Dort passieren wir wunderbare bunte Blumenwiesen, fast wie auf Gemälden von Monet.

 

 
Wir setzen zunächst unseren Weg fort, in der Hoffnung, auf dem Rückweg an dieser Stelle bessere Lichtverhältnisse zum Fotografieren vorzufinden. Der Kreuzweg zur Wallfahrtskirche, insbesondere aber der Standort von Madonna di Monserrato selbst, strahlen eine beeindruckende Mystik aus, die wir eine Zeit lang genießen.
 

Nach einem Snack auf einem Felsen oberhalb der Kirche, gehen wir weiter in Richtung des Barbarossa Strandes. Zunächst aber laufen wir mitten durch die auf dem Hinweg bestaunten Wildblumenfelder, um einige Fotos zu schießen. Corinna lebt angesichts dieser Querfeldeintour ständig mit der Angst, unverhofft auf eineSchlange zu treffen. Vom Barbarrossa Strand – hier soll der gefürchtete Pirat Barbarrossa an Land gegangen sein – laufen wir an der Steilküste zum Spiaggia Reale. Der Weg ist nicht so leicht zu finden, so dass wir uns einige Male neu orientieren müssen. Beide Strände sind nicht unbedingt sehr einladend. Sie sind auch nicht unser heutiges Ziel, sondern der giftgrüne Laghetto di Terranero, ein schwefelhaltiger Süßwassersee, welcher nur durch einen schmalen Sandstreifen vom Meer getrennt ist. Der Weg zum Laghetto ist eigentlich gesperrt, worauf zahlreiche Schilder hinweisen. Dieses Verbot wird jedoch seit Jahren von den Besuchern ignoriert und Sanktionen der Behörden sind auch nicht bekannt. Leider finden wir auch hier keine optimalen Lichtverhältnisse zum Fotografieren vor. Bei strahlendem Sonnenschein kommen die giftgrüne Farbe des Sees und die Kontraste dieses einzigartigen Ortes wesentlich besser zur Geltung.


Über den schwarzen und wegen des Metallgehaltes stark glitzernden Sandstrand machen wir uns auf den Rückweg. Erneut finden wir nicht den richtigen Weg und geraten mitten in eine große Hotelanlage oben auf der Steilküste. Von dort aus laufen wir weiter auf das Plateau eines ehemaligen Steinbruches. Hier entdecken wir auf den Blumenwiesen bunt schillernde Schmetterlinge und grasende Ziegen, die uns Eindringlinge befremdlich anschauen.
 


Nach einigen Fehlversuchen, wieder auf den richtigen Weg zu gelangen, landen wir schließlich auf einem großen Campingplatz. Vom Reale Strand laufen wir unterhalb der Festung, die im 17. Jahrhundert von den Spaniern erbaut wurde und heute noch ein Gefängnis beherbergt, zurück nach Porto Azzurro. Am Hafen steuern wir die Gellateria Pegaso an, wo wir ein wirklich großartiges Eis und einen Cappuccino genießen. Die sehr extravagenten Eissorten – u.a. Schoko mit Chilly oder Grüner Apfel mit Basilikum – sind ein wahrer Genuss.
 

Anschließend machen wir uns über Portoferraio auf den Weg nach Hause. Beim Coop in der Nähe der Fähranlegestelle machen wir unseren obligatorischen Zwischenstopp, um unseren Kühlschrank für die nächsten Tage aufzufüllen. Heute Abend gibt es im Ofen gebackene Zitronen mit Büffelmozzarella (nach Jamie Oliver) sowie Schwertfischsteak mit Zitronen-Knoblauchsoße. 

 


Natürlich darf auch heute Abend nicht der Spaziergang zur Mülltonne und zur „Strandpromenade“ von Chiessi fehlen. Dabei begegnen uns zahlreiche grünleuchtende Glühwürmchen – ein Wunder der Natur!


25.05.2008
Heute soll es ausnahmsweise einmal einen ausgiebigen Strandtag geben und die Wanderung hingegen kurz ausfallen, zumal das Wetter mitzuspielen scheint. Zunächst wollen wir in Marciana Marina eine Art Landwirtschaftsschau besuchen, bei der Weine, Öle, Käse, Gebäck und andere Produkte der Region angeboten werden. Am Morgen sind allerdings viele der Stände noch nicht besetzt, so dass wir uns entschließen, diesen Programmpunkt auf den Abend zu verschieben.


Unsere Miniwanderung findet heute am Capo d´Enfola statt, am westlichen Ende der fünf Kilometer langen „Porzellanküste“ bei Portoferraio. Hier verengt sich das Land zu einem schmalen Streifen mit beidseitigen Sandstränden und dem „daran hängenden“ Monte Enfola.
 


Auf dem Rundweg sind zahlreiche verfallen Bunker aus dem 2. Weltkrieg auszumachen. Hier haben 1944 heftige Kämpfe zwischen den Alliierten und den deutschen Besetzern stattgefunden. Der erste Teil des Weges ist nicht sonderlich attraktiv. Dies ändert sich erst, als der Weg abzweigt und hinabführt zu dem von Möwen umlagerten Capo. Dieses Plätzchen ist wahrlich den Weg wert. Am Capo picknicken wir ausgiebig und genießen den wunderbaren Rundblick auf das Meer.


Zurück geht es mehr oder weniger auf dem gleichen Weg.Den Strandtag verbringen wir in der traumhaften Biodola Bucht. Tatsächlich steigt das Thermometer auf satte 25° Grad. Dennoch ziehen immer wieder Schleierwolken vor die Sonne. An der Biodola Bucht befinden sich zwei Viersterne-Hotels (u.a. das Hermitage), die einen Teil des Strandes für ihre Gäste beanspruchen. Beide Hotels sehen eigentlich nach nichts aus, nehmen jedoch Phantasiepreise für ihre Zimmer (350 Euro für das DZ/Nacht in der Hauptsaison). Um diese Jahreszeit sind nur wenige Menschen an dem schönen feinsandigen Strand. Wir entspannen an diesem netten Örtchen bei himmlischer Ruhe. Leider ziehen gegen Abend mehr Wolken auf, so dass wir nach einem Cappuccino im Bagni des Hotels Hermitage nach Marciana Marina aufbrechen.

Das „Un Mare di Sapori“ Fest ist mittlerweile in vollem Gang. Für 15 Euro erwirbt man ein Probierweinglas in einem "geschmackvollen" lila farbenen Umhängetäschchen, das nahezu alle Besucher um den Hals hängen haben. Im Preis inbegriffen ist ein leckeres Risotto mit Pulpo (Tintenfisch) sowie eine Fleischportion vom Grill. Außerdem kann man von Stand zu Stand schlendern und alle angebotenen Weine verkosten. Es gibt nicht nur Elba Rosso oder Bianco Weine sondern auch edle Tropfen, wie z.B. Barolo oder Brunello oder aber Weine aus dem legendären toskanischen Sassicaia Örtchen Bolgheri. Auch kann man sich von der vorzüglichen Qualität des heimischen Olivenöls und der Schinkenprodukte überzeugen. An einem Käsestand erwerben wir drei extrem deliziöse Käsesorten von einem Händler aus Norditalien. Als mein persönlicher Weinfavorit stellt sich ein heimischer Wein aus Portoferraio heraus vom Weingut Acquabona. Der einfache Voltraio, ein Cuvee aus Cabernet, Merlot und Sangiovese Trauben ist vorzüglich und für meinen Geschmack sogar besser als der Barolo, den wir kurz zuvor probiert haben. Am Abend genießen wir den Käse mit Oliven und knusprigem Landbrot auf unserer Terrasse und lassen diesen schönen Tag ausklingen.


26.05.2008
Heute scheint ein recht freundlicher Tag zu werden. Es ist zwar etwas stürmisch, aber der Himmel ist wolkenlos. Um 10.30 Uhr geht es zunächst mit dem Bus nach Marciana Alta, unserem Ausgangspunkt für unsere heutige Wanderung. Wir wollen über den dritthöchsten Berg Elbas, dem Monte di Cote (950m), zurück nach Chiessi wandern. Der Monte di Cote ist sicherlich die bessere Alternative zu dem rummeligen Monte Capanne, der von Marciana aus von jedermann mit einer Stehkorbseilbahn zu erreichen ist. Wir wandern durch das malerische Bergdörfchen in Richtung der Wallfahrtskirche Madonna del Monte. Trotz der Beschreibung in unserem Wanderführer müssen wir kurze Zeit später feststellen, dass wir uns nicht auf dem richtigen Weg befinden. Über eine Querverbindung finden wir auf den Pfad zurück. In großen Kehren geht es nun bergan, vorbei an außergewöhnlichen Granitformationen, wie z.B. dem „Wackelstein“ am Pass La Stretta. An dieser Stelle haben wir bereits 450 Höhenmeter überwunden.



Die nächste Anhöhe La Tavola bringt uns fast ganz an den Monte di Cote herauf. Von hier hat man einen fantastischen Ausblick auf Marciana Marina, Cap d’Enfola und die beiden Bergdörfer auf der einen Seite sowie nach Korsika, La Pianosa und Montechristo auf der anderen Seite.
 
 

Der benachbarte Monte Capanne scheint nur ein Katzensprung entfernt zu liegen. Auf der windgeschützten Seite machen wir unsere wohlverdiente Rast. Für den Aufstieg mit 600 Höhenmetern haben wir 1,5 Stunden benötigt. Nach der Rast folgt der anstrengende Teil der Wanderung, der Abstieg nach Chiessi, 950 Höhenmeter den Berg herunter auf teils ausgewaschenen Pfaden. Hier haben wir bereits die dritte Begegnung mit einer Schlange: Sie liegt direkt auf dem Weg und flüchtet als wir näher kommen in die dichte Macchia. Auch diese Schlange ist grün und ca. einen guten Meter lang. In Amerika haben wir täglich mit Schlangen gerechnet und nie eine zu Gesicht bekommen. Auf Elba sind Begenungen nun fast an der Tagesordnung.

Den Nachmittag schließen wir ab mit einem Besuch des Sandstrandes von Fetovaia, einem der schönsten Strände Elbas. Aufgrund hoher Parkgebühren (8 € pro Tag, 5 € für den halben Tag) parken wir auf einem der wenigen kostenfreien Parkplätze entlang der Küstenstraße. Der Ort besteht zum größten Teil aus Hotels und Ferienwohnungen. Viele dieser Wohnungen können über die selbe
Homepage gebucht werden. Auch hier ist zu dieser Jahreszeit kaum Leben im Dorf, der Strand hingegen ist außergewöhnlich voll - viele Familien mit kleinen Kindern nutzen das schöne Wetter. Der Strand von Fetovaia zeichnet sich besonders durch seine geschützte Lage aus.

Nach einer kurzen Erholung fahren wir zurück in unsere Wohnung. Heute wollen wir den Sonnenuntergang über Korsika in der gemütlich wirkenden Pizzeria an der Küstenstraße in Colle d’Orano erleben. Wir sind zunächst die einzigen Gäste. Bei Oktopussalat, Meeresfrüchtecocktail und Pizza verfolgen wir den Sonnenuntergang, welcher jedoch durch ein dichtes Wolkenband am Horizont frühzeitig beendet wird. Ein schöner Tag geht zu Ende, es ist der bislang heißeste Tag gewesen. Am frühen Nachmittag haben wir Temperaturen um 28°C gemessen.



27.05.2008
Nach unserer langen Wanderung am gestrigen Tag, wollen wir es heute etwas ruhiger angehen lassen und unsere geschundenen Waden schonen. Nach dem Frühstück fahren wir die Westküste nordwärts und fotografieren ein malerisches kleines Weingut inklusive Cantina mit Türmchen an der Steilküste zwischen Chiessi und Colle d’Orano.

Wir setzen unsere Sightseeing Tour fort und fahren von der Küstenstraße hinunter nach Patresi. Unten erwartet uns eine betonierte Plattform und ein grober Kieselstrand – aufgrund der beschaulichen Lage dennoch eine kleine Idylle. Nachdem wir in der kleinen familiär wirkenden Strandbar einen Cappuccino getrunken haben geht es weiter nach Zanca/Sant Andrea.

Zanca, praktisch der Vorort von Sant Andrea und oben an der Küstenstraße gelegen, wirkt eher verschlafen. Zumindest gibt es einen Alimentari, ein kleines Lebensmittelgeschäft. Ein paar nette Unterkünfte können wir auch hier ausmachen. 

Anschließend fahren wir über Marciana Alta nach Poggio. In früherer Zeit verband diese beiden benachbarten Dörfchen nicht gerade eine innige freundschaftliche Beziehung. Man stritt sich um Fischfanggründe und der Menge an Esskastanien, die in den jeweiligen Territorien geerntet werden durfte. Poggio ist deutlich beschaulicher als Marciana Alta und mindestens ebenso sehenswert. Am Fuße des Monte Capanne (1018 Meter), des höchsten Berges Elbas gelegen, verbreitet das Dorf mit seiner erhabenen Kirche, seinem Weitblick auf Marciana Marina sowie seinem terrassenartigen Hauptplatz, dem malerischen Piazza Castagneto, sehr viel Charme. Über schmale Gassen mit zahlreichen Treppenstufen gelangt man zu weiteren idyllischen Plätzchen. Wir fragen uns an solchen Orten immer, wie sich wohl ältere und gebrechliche Menschen hier fortbewegen, da die meisten Häuser nicht mit Autos zu erreichen sind.



Einen weiteren Halt schieben wir beim kleinen Spiaggio vor der Miniinsel Paolina ein. Die Bar am Strand wird gerade renoviert und hat somit leider nicht geöffnet.
Am Strand von Procchio genehmigen wir uns anschließend einen Cappuccino und liegen eine Weile in der Sonne. Aufgrund des heute recht heftigen Windes wechseln wir ein paar Mal unseren Liegeplatz, um nicht „gesandstrahlt“ zu werden.



Am späteren Nachmittag gibt es bei der uns bereits bekannten Strandbar Paolo einen Vino Bianco, bevor wir uns nach Portoferraio aufmachen. Im Porto Dorsena schießen wir einige schöne Fotos von den im Hafenbecken dümpelnden Booten sowie den farbenfrohen Häusern an der Hafenmole. Mit einem Einkauf beim Coop beenden wir unsere heutige Rundtour. Am Abend soll es Risotto mit Tintenfisch geben. Leider geht der Kochevent dann im wahrsten Sinne des Wortes in die Hose, da Wolfram bei der Zubereitung der Tintenfische schwarze Tinte über Polo-Shirt und Hose spritzt. Zu allem Überfluss geht das Gas in unserem Haus auch noch zu Neige. Anna Maria, unsere Vermieterin, ist nicht erreichbar, so dass die Küche heute kalt bleiben muss. Als gute Alternative gibt es Käse, Schinken sowie frisches Brot mit Olivenöl.


28.05.2008
Nach dem gestrigen Faulenzertag wollen wir uns heute wieder etwas intensiver bewegen. Zunächst aber muss unser Gasproblem gelöst werden. Wolfram ruft gegen 9 Uhr Anna Maria an. Beim ersten Mal legt sie gleich wieder auf, bevor Wolfram sein Sprüchlein beendet hat – wie frustrierend! Wahrscheinlich dachte sie an einen Telefonstreich! Beim zweiten Versuch kann sich Wolfram schließlich verständlich machen. Wenig später steht der Gaslieferant vor der Tür. Parlierend steht der Gasmann an unserem Herd und versucht ausreichenden Druck in die Gasleitung zu bekommen. Einige Satzfragmente verstehen wir, den Rest denken wir uns. Schließlich beseitigt er das Problem und wir können endlich Kaffee kochen.


Eine elbanische Standard Wandertour steht für heute auf dem Programm. Sie führt vom Bergdorf San Pietro in Campo zur Pietra Murata. Im Dorf stellen wir unserAuto auf einem kostenfreien Parkplatz ab und suchen dann den Einstieg in die Wanderung, was sich als nicht so einfach erweist. Nach einigem Herumirren fällt uns ein, dass wir für diesen Weg über die Michael Müller Homepage GPS Koordinaten heruntergeladen haben. Mit Hilfe des Rother Wanderführers und unseres GPS Gerätes (welches ansonsten auf Elba relativ überflüssig ist), finden wir nun den Weg problemlos. Es geht eine Weile - rund 300 Höhenmeter - steil bergauf, durch dichte Farnfelder, vorbei an Granitblöcken und teilweise verbrannten Wäldern.


Bei der Pietra Murata angekommen - es handelt sich dabei lediglich um einen großen Felsklotz -, sehen wir uns erneut einer kleinen Kletter-Herausforderung gegenüber. Zwei italienische Männer geben uns von oben Tipps, wo man am besten auf- und absteigt. Wolfram hat dieses Mal den Ehrgeiz, die Kletterherausforderung anzunehmen. Stolz steht er nach erfolgreicher Besteigung mit hochgereckten Armen auf dem Gipfel!

 

Nach einer kleinen Mittagspause am Fuße des Felsens mit Blick in das Sechettotal, machen wir uns an den Abstieg. Nach insgesamt 3,5 Stunden erreichen wir unseren Ausgangspunkt. In Kirchnähe finden wir ein kleines nettes Lokal – Cacia et Vino - welches örtliche Spezialitäten offeriert. Wir bestellen „Red Birra dell Elba“, ein selbst gebrautes süßliches Starkbier, dazu einen äußerst leckeren gemischten Spezialitätenteller mit Schinken, Käse, Honig sowie zwei hausgemachte Gemüsesuppen. 


Den Tag beenden wir mit einem Strandaufenthalt in Cavoli, einer reinen Feriensiedlung mit einem der wenigen Sandstrände an der Westküste. Leider sind dort Zweidrittel des Strandes mit Bagni belegt. Am Ende der Bucht finden wir dennoch noch ein schönes Plätzchen. Das Meer hat heute einen ungewöhnlichen Wellengang, fast wie am Atlantik. Wolfram schmeißt sich sogleich in die Fluten und genießt das seltene Badevergnügen. 



Gegen Abend stellen wir fest, dass wir fast die letzten Gäste am Strand sind – es ist bereits nach 19 Uhr. In Sechetto kaufen wir Brot, Milch, Eier und Butter ein – die notwendigsten Lebensmittel bekommt man hier ohne Probleme. Es gibt sogar einen sehr sympathischen Bäcker,„Non solo Pane“ (Nicht nur Brot), wo man neben verschiedenen Brotsorten die unterschiedlichsten Dolci (Süßgebäck) bekommt. Das ist in Italien eher ungewöhnlich.

Zum Abendessen gibt es das für gestern geplante Fenchel-Sepia-Risotto. Diese Eigenkreation gelingt uns ausgesprochen gut – Risotto ist für uns die kulinarische Entdeckung dieses Urlaubs! Gestern haben wir bereits Risotto Vorräte beim Coop eingekauft, die wir mit nach Deutschland nehmen wollen.


29.05.2008
Der vorletzte Urlaubstag startet leider erneut mit Regen und die Sonne wird sich – wie sich herausstellen wird - den ganzen Tag über auch nicht sehen lassen. Wir vertreiben uns die Zeit nach dem Frühstück zunächst mit Zeitung lesen, während wir den Blick fortlaufend gen Himmel richten. Schließlich entscheiden wir uns zu einer kleinen Insel Sightseeing Tour. Auf der gegenüber liegenden Seite der Bucht von Portoferraio befindet sich auf einer Anhöhe die Villa Romana – eine luxuriöse römische Villa inklusive Badeanlage aus dem 1. Jahrhundert v.C. Einige mosaikartige Mauerreste sind auffallend gut erhalten und zeugen von der hohen damaligen Baukunst. Bei schönem Wetter hat man hier einen phantastischen Ausblick auf den Hafen von Portoferraio. Weiter geht es nach Rio nell´Elba, einem elbanischen Bergdörfchen im Nordosten der Insel. Der verwinkelte Stadtkern mit seinen unterschiedlich angetünchten Häuserfassaden ist sehenswert und ergibt ein schönes Fotomotiv, auch wenn bei zahlreichen Häusern der Putz bröckelt.
 


Wir schlendern durch die schmalen Gässchen des hübschen Städtchens und landen schließlich auf dem Piazza de Popolo mit seiner Kirche Santi Giacomo e Quirico. In der Trattoria La Cipolla (Die Zwiebel) am Piazza lassen wir uns nieder und bestellen ein toskanischesTraditionsgericht, Baccala (Stockfisch bzw. getrockneter eingesalzener Kabeljau) mit Kartoffeln für 12 Euro, dazu eine halbe Flasche Elba Bianco (7,50 Euro). Die Bedienung kommt etwas mürrisch daher, das Essen ist allerdings in Ordnung, wenn auch die Portionen recht übersichtlich ausfallen.

Danach umrunden wir den kompletten Nordost-Zipfel der Insel. Dieses Gebiet ist hinter der Einsiedelei Santa Caterina nahezu komplett bewaldet und ohne jegliche Besiedlung. Erst in Cavo kehrt man zurück in die Zivilisation. Auch an diesem Ort scheint der Tourismus komplett vorbei gegangen zu sein – kein Wunder, denn in der kompletten Umgebung ist kein einziger attraktiver Strand zu finden. Wir setzen die Fahrt ohne weiteren Stopp fort bis nach Porto Azzuro, wo wir uns erneut in der großartigen Gelateria Pegaso am Hafen ein super leckeres Eis genehmigen.

Zum Abschluss unserer Rundtour schlendern wir noch durch Capoliveri, einem malerischen Bergdorf, das in fast 200 Metern Höhe über dem Meer thront. Hier haben sich zahlreiche Ausländer, vornehmlich Deutsche, Ferienhäuser zugelegt. Dadurch herrscht in Capoliveri ein gewisser Nobeltourismus mit schicken Restaurants, kleinen Shops, in denen man manch überflüssiges Accessoire erwerben kann oder in überteuerten Vino e Olio Läden elbanische Produkte verkosten kann. Das im Sommer überfüllte Vorzeigegässchen Via Roma kommt einem zu dieser Jahreszeit geradezu lauschig vor, während in der parallel verlaufenden malerischen Via Solferino sogar ausschließlich elbanisches Leben vorherrscht. Die beiden Gassen sind verbunden durch sogenannte Vicoli (Treppengässchen) – eine idyllischer als die andere.
 



Im Coop von Capoliveri kaufen wir schließlich noch für das heutige Abendessen ein. Es gibt einen Antipasti Teller mit verschiedenen heimischen Wurst- und Schinkenspezialitäten, das Pulpo Risotto von gestern, sowie Spaghetti mit Artischockensoße. Dieses einfache aber sehr leckere Soßenrezept haben wir selbst kreiert, daher schreiben wir es an dieser Stelle nieder: Knoblauch und Frühlingszwiebeln in gutem Olivenöl anschwitzen, Artischocken in Streifen geschnitten hinzugeben und mit Weißwein sowie dem Saft einer halben Zitrone ablöschen. Die Soße eine Zeit lang ziehenlassen, bis die Artischocken weich sind. Zum Schluss Kapern und schwarze kernlose Oliven hinzufügen. Soße auf die Pasta geben und bestes Olivenöl hinaufträufeln, nach Geschmack etwas Chilly hinzufügen, vermengen und frisch gehobelten Parmesan über die Pasta streuen. Hmmm - lecker!!!


30.05.2008
An unserem letzten Urlaubstag auf Elba werden wir erneut durch lautes Plätschern auf unserem Schlafzimmerbalkon geweckt. So wird doch wohl nicht Elba von uns verabschieden!? Nach dem Frühstück sind zum Glück erste Lichtblicke über dem Meer in Sicht. Als wir uns gegen 10 Uhr auf den Weg machen, hat sich der Himmel sogar weitgehend aufgeklart. Wir fahren nach Sant Ilario, dem Nachbardörfchen von San Pietro, oberhalb von Marina di Campo. Sant Ilario hat mit Tourismus offenbar ebenfalls nicht viel im Sinn. Hier herrscht elbanisches Leben pur, überwiegend geprägt durch ältere Dorfbewohner. Durch die schmucken kleinen Gässchen unterhalb der Piazza della Chiessa kann man ganz gemächlich hindurch schlendern und sich an dem wenig hektischen Treiben im Dorf erfreuen.

Anschließend fahren wir die winzig kleine Passstraße zum Torre di San Giovanni unterhalb des Monte Perone hinauf. Malerisch thront der Torre auf einem mit gelb blühendem Ginster vollständig bewachsenen Hang. Der Ausblick auf die Campo Ebene ist heute aufgrund der klaren Sichtverhältnisse phänomenal.

Wir fahren die kurvenreiche SP 37 weiter bis nach Poggio und von dort aus nach Marciana Alta. Dort wollen wir auf dem Pilgerweg nach Madonna del Monte wandern, jenen Wegabschnitt, den wir auf unserer Wanderung von Marciana nach Chiessi verpasst haben.

Schnurgerade geht der Weg entlang der vierzehn Kreuzwegstationen bis hin zur Einsiedelei Madonna del Monte, einer Wallfahrtskirche aus dem 16. Jahrhundert. Im Jahre 1814 hielt sich hier Napoleon zwei Wochen lang auf und ließ seinen Blick wehmütig hinüber zu seiner Heimatinsel Korsika schweifen – zu dieser Zeit lebte er auf Elba im Exil. Vor der kleinen Kirche befindet sich ein wahrhaft lauschiges Plätzchen unter Kastanienbäumen, wo wir ein genüssliches Picknick einlegen.  

  

Hinab geht es auf gleichem Wege mit tollen Ausblicken auf den Golfo di Procchio bis hin zum toskanischen Festland bei Piombino. Wir setzen die Fahrt fort zum Traumstrand von Cotoncello bei Sant Andrea, wo wir auf den Felsen ein letztes Sonnenbad nehmen. Auf dem Rückweg trinken wir einen Cappuccino in der Crock Strandbar von Patresi. Der sehr freundliche Besitzer erkennt uns offenbar vom letzten Besuch wieder. Zum Cappuccino gibt es eine Citrus- bzw. Frutti di Bosco Tarte.


Auf der Rückfahrt schießen wir noch einige Schnappschüsse an der spektakulären Steilküste mit seiner großartigen Panoramastraße.



Den Urlaub lassen wir abends ausklingen bei einem schönen Essen in Sant´ Ilario im Restaurant La Cava, wo es exellente Cuchina Casalinga (einheimische Küche) geben soll. Der gemischte Antipasti Teller di Mare für 10 Euro wird unseren Erwartungen dann auch voll gerecht, der Pesce mista Teller vom Grill (16 Euro) mit einigen Scampi, Tintenfischen und jeweils einem Stück Schwertfisch und Dorade als Hauptspeise hingegen ist eher hausbacken. Viele der Gerichte, die auf der Speisekarte stehen, gibt es nicht, da um diese Jahreszeit hier einfach noch nichts los ist. So fällt unsere Restaurantkritik heute leider nur mittelmäßig aus, wenn auch der Blick auf der Terrasse erstklassig ist!

 

31.05.2008
Um 4.45 Uhr klingelt der Wecker. In Nullkommanichts sind unsere Sachen im Auto verstaut. Wir benötigen in dieser Herrgottsfrühe gerade einmal eine gute halbe Stunde zum Hafen von Portoferraio und sind eigentlich viel zu früh dran. Um 6.30 Uhr legt die Fähre ab und ist nach einer Stunde in Piombino.



Wir kommen zu Hause um 22 Uhr an und legen dabei sogar noch eine ausgiebige Mittagspause in der Nähe von Freiburg ein. Bei Heidelberg kommt gerade ein unwetterartiger Platzregen herunter, verbunden mit derartig schlechten Sichtverhältnissen, dass einige Autofahrer auf dem Standstreifen unter den Autobahnbrücken Schutz suchen und dort das Ende des Unwetters abwarten. Dies ist der einzige Zwischenfall einer ansonsten reibungslosen Rückreise.

 

 

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