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Epupa

16. April 2014 – Ondangwa – Epupa Falls, 420 Kilometer, 7 Stunden




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4Africa Karte: Ondangwa - Epupa Falls 


Aufbruch ins Kaokoland
Heute Morgen lassen wir es langsam angehen, frühstücken in aller Ruhe – es gibt French Toast mit Tomaten – und schauen uns dann das traditionelle Homestead an. Es ist liebevoll hergerichtet mit allen Hütten, die ein Ovambo-Village ausmachen. Wir zahlen unsere Campsite (50 NAM $ p.P.) und machen uns auf zu einer weiteren langen Autofahrt. Ondangwa geht fast nahtlos in Oshakati über, eine typische und trubelige afrikanische Stadt. Am Straßenrand bieten Fleischhändler ihre Ware feil, wir sehen letztlich doch von einem Kauf ab, als wir die Heerscharen von Fliegen rund um die Rinderhälften sehen. Auf der Fahrt hören wir im Radio die Deutsche Welle – schon kurios, wenn mitten in Afrika von Karnevalsveranstaltungen in Windhoek berichtet und deutschsprachige Songs von Udo Lindenberg & Co gespielt werden! 

 

Wir durchfahren ein überflutetes Schwemmgebiet, das erneut durch Makalani Palmen und Termitenhügel gekennzeichnet ist. Überall wuchern in den Tümpeln üppige Seerosen.  


Kurz vor Opuwo passieren wir eine Polizeikontrolle – in Namibia fast Standard am Ortseingang zu Städten. Opuwo ist ein kleines Multikulti-Städtchen und es ist unschwer zu erkennen, dass wir im Kaokoland angekommen sind. Auf den Straßen flanieren Himbas, deren Körper mit einer roten Butterpaste eingeschmiert und lediglich bekleidet sind mit einem Lendenschurz aus Ziegenfell. Auffallend sind die kunstvoll gestalteten Haartrachten und die vielfältigen Dekorationsgegenständen an den Körpern der Frauen. Wir werden auf unserer Reise noch eine ganze Menge interessanter Informationen über die Bedeutung von Haartrachten und Himba-Schmuck erfahren.

Auch zahlreiche Herero-Frauen mit ihren knallbunten langen Kleidern (aus der wilhelminischen Zeit stammend!) und einer Haube mit querstehendem Stoffriegel, zumeist Ton in Ton mit dem Kleid, prägen auf den quirligen Straßen Opuwos das Bild des Städtchens. Hereros und Himbas haben historisch gesehen ähnliche Ursprünge und gelten als „Brüder“. Verschiedenste Ethnien, seien sie auch rein äußerlich noch so unterschiedlich, scheinen in Opuwo in Einklang nebeneinander zu leben.

Wir tanken noch einmal voll. An der Tankstelle werden wir geradezu überfallen von Bettlern, Verkäufern und selbst ernannten Tour-Guides, die uns einen Trip ins „gefährliche Kaokoland“ anbieten wollen – Sichtung von Wüsten-Elefanten und -Löwen inbegriffen.  Corinna verriegelt erst einmal zur Sicherheit alle Türen von Innen, da die Belagerung von allen Seiten erfolgt. Wenigstens erfahre ich, dass sowohl der Hoarusib als auch der Hoanib River Trail weitestgehend trocken und befahrbar sein soll.

Direkt hinter Opuwo beginnt die Gravelroad nach Epupa – durchgängig gut befahrbar, da sich auf der Straße kein Wasser mehr befindet. Dies sah vor wenigen Wochen noch ganz anders aus, wie wir in Reiseberichten lesen konnten. Immer wieder durchqueren wir Furten, die uns zum Abbremsen zwingen. Für die 180 Kilometer muss man daher rund drei Stunden einplanen. 
Unterwegs erhält man einen ersten Eindruck von den großartigen Landschaften des Kaokovelds.


Am Wegesrand lauern überall bettelnde Himbas. An einem noch nicht ganz ausgetrockneten Rivier versuchen wir mit badenden Himba-Jungs ins Gespräch zu kommen. Sie fragen sofort nach „Sweeties“. Die Landschaft ist malerisch, immer wieder tauchen Bergzüge am Horizont auf, während blühende Baobab-Bäume am Wegesrand für Farbtupfer sorgen. Wenig später treffen wir auf drei halbwüchsige Mädchen und versuchen auch mit ihnen zu plaudern. Wir geben ihnen einige Trockenfrüchte und ein kleines Päckchen Kekse und winken ihnen zum Abschied zu.

 


 

Endlich erreichen wir Epupa. Das Epupa Camp ist vollständig überflutet, so dass wir auf die Epupa Falls Lodge & Campsite ausweichen müssen. Dieses Camp ist bereits 1989 errichtet worden, als hier noch kein Village gestanden hat und man kann es bequem über Booking.com buchen (zumindest die Zimmer der Lodge). Wir erhalten einen der fünf Campsites direkt am Kunene River. Das Camp ist traumhaft gelegen unmittelbar an den Epupa Falls, unter hohen, Schatten spendenden Makalani Palmen. Einige Campsites werden von der Gischt des zur Zeit reißenden Kunene dauerberieselt! Wieder einmal begeistern uns die Farben des afrikanischen Sonnenuntergangs. Neben uns campiert eine Gruppe von fünf Frauen und einem Mann aus Aschaffenburg sowie ihrem Guide Toni (ein Ex-Kriminalkommissar!!!), mit der wir ins Gespräch kommen. Sie planen für morgen eine Tour in ein Himbadorf, eine Krokodilstour sowie eine Wanderung zu den Falls und bieten uns an, sich ihnen anzuschließen. Toni blickt auf 25 Jahre Afrikaerfahrung zurück, so dass wir bereitwillig dem freundlichen Angebot zustimmen. Er hat mit dem Guide einen „Special Price“ ausgehandelt, für beide Touren 120 NAM $ p.P.



Da die Fahrt von Ondangwa doch ganz schön lang war, beschließen wir, das Dinner im Restaurant der Lodge einzunehmen. Wir bekommen ein auf den Punkt gegrilltes Oryx-Steak, zuvor eine Gemüsesuppe sowie als Dessert eine eingelegte Birne serviert (200 NAM $ p.P.). Eine so gute Qualität hatten wir an diesem abgelegenen Ort nicht erwartet.


17. April 2014 – Epupa

Eindrucksvoller Besuch in einem Himba-Village
Am Morgen versuche ich zunächst ein Problem mit unseren Gaskochern zu beheben. Aus beiden Kochern kommen kläglich kleine Flammen, die vernünftiges Kochen nicht ermöglichen. Schnell stelle ich fest, dass das kleine Ventil verstopft sein muss. Ich schraube es aus dem Kocher heraus und blase es mit dem Mund frei. Danach arbeitet der Kocher wieder einwandfrei. In Deutschland hätte man wahrscheinlich direkt einen neuen Aufsatz gekauft, hier draußen, weit weg von jeglicher Zivilisation, ist man gezwungen, sich irgendwie selbst zu behelfen. Auf jeden Fall fühle ich mich ein bisschen wie Mac Gyver! Später erhalten wir übrigens eine Erklärung für das technische Problem: Da die Gasflaschen sich außerhalb unseres Fahrzeuges befinden, sammelt sich feiner Staub auf den Anschlüssen. Vor Inbetriebnahme muss man also zunächst einmal das Gas aufdrehen, um die Partikel zu entfernen und dann erst den Kochaufsatz aufdrehen. Anderenfalls werden die Staubpartikel in das Ventil gedrückt und verstopfen dieses! Wieder einmal etwas dazu gelernt!

Unsere Tour ins Himbadorf startet um 8.30 Uhr direkt nach einem kurzen Frühstück. Das Dorf liegt ca. 15 Kilometer von Epupa in südliche Richtung. Wir haben uns mit Gastgeschenken eingedeckt, die wir in der Mitte des Dorfes bei den Männern deponieren. Besonders beliebt sind Maismehl, Kekse, Salz, Zucker aber auch Wasser. Im Dorf herrscht Trauer – der Chief der Himbas ist vor zwei Wochen an Krebs gestorben. Toni erklärt, dass der Chief sich bei seinem letzten Besuch mit Kräutern eingerieben hat, um den Krebs zu bekämpfen – es hat ihm am Ende nicht geholfen.

Vor der Hütte des Chiefs betrauern einige Frauen seinen Tod. Die drei Frauen des Chiefs - bei den Himbas herrscht Polygamie vor - dürfen zwei Wochen nicht die Hütte verlassen. Wir dürfen sogar einen Blick in die Hütte werfen – hier herrschen Temperaturen zum Umfallen und ein für unsere Nasen schwer auszuhaltender Gestank nach ranzigem Butterfett. Aus Pietätsgründen verzichte ich auf Fotos der trauernden Frauen. Einige Männer, die mit dem Chief verwandt waren, sitzen in einem Kreis zusammen rund um die Besitztümer des Chiefs, die nunmehr unter ihnen aufgeteilt werden. Neuer Chief wird der älteste Bruder des Verstorbenen, der auch die drei Frauen „übernehmen“ wird. Es wurde für den Verstorbenen ein heiliges Feuer entfacht und ein enger Verwandter dazu bestimmt, die Flamme am Brennen zu erhalten, da es die Verbindung zwischen den Lebenden und den Toten aufrechterhält.


Durch die permanente Wasserknappheit und den hygienischen Mangel reiben sich die Himba-Frauen mit einer Paste aus Butterfett und Ockerfarbe ein, Okra genannt, was ihnen die typisch rote Hautfarbe verleiht. Dies schützt sie vor starken Sonnenstrahlung, Kälte, Stechmücken und Flüssigkeitsverlust, es entspricht aber zugleich ihrem Schönheitsideal.

Männer wie Frauen sind bekleidet mit einem Lendenschurz aus Kalbsleder. Große Bedeutung haben die Haartracht und der Schmuck. An ihrer Beintracht kann man an Hand von Streifen erkennen, wie viele Kinder eine Himba-Frau hat. Die Haartracht gibt Aufschluss darüber, welchen aktuellen Status die jeweilige Person einnimmt. Vor der Pubertät tragen die Mädchen ihr Haar in langen, mit Perlenschnüren verzierten und ins Gesicht fallenden Fransen. Wenn sie hingegen ins heiratsfähige Alter kommen (spätestens mit 15 Jahren), werden zwei zur Stirn gerichtete Zöpfe geflochten. Verheiratete Frauen schließlich tragen eine kunstvoll geschmückte Fellhaube und lange mit Okra eingeriebene Zöpfe, die künstlich mit Kunsthaar (aus China!!!) verlängert werden. Die jungen Männer haben einen mittigen, nach hinten gerichteten Zopf, während die Seiten, wie bei einem Irokesenschnitt, abrasiert werden.

Interessant zu beobachten ist auch hier die Gemeinschaft zwischen Hereros und Himbas. Viele Hereros sind mit Mitgliedern des Himbadorfes verwandt und sind gekommen, um ebenfalls den Chief zu betrauern. Wir werden umlagert von Kindern des Dorfes – besonders ein kleines Mädchen ist unglaublich anhänglich und süß und will kaum von uns ablassen. Sie stellt sich als Enkelin einer Herero-Frau heraus.

 

Ich hole noch eine Packung Rusks aus dem Auto und werde sogleich umringt von zahlreichen jungen Kindern – die älteren sind hingegen eher scheu und zurückhaltend. Auch hier herrscht ebenso „wie in unserer Welt“ großer Futterneid – einige Kinder geraten gar untereinander in Streit, während die kleineren, die bislang nicht zum Zuge gekommen sind, zu weinen anfangen. Ich versuche die Rusks möglichst gerecht auch an die Kleinen zu verteilen, gar nicht so einfach bei dem großen Andrang. In weniger als einer Minute sind alle Kekse ausgeteilt und einige Kinder reißen sich noch um die paar Krümel, die in der Packung verblieben sind.

Corinna verarztet fachmännisch eine Himba-Frau, die eine kleinere, aber nicht entzündete Schnittwunde am Finger hat. Interessiert schauen einige Jungen der ganzen Prozedur zu. An einer Hütte kommen wir ins Gespräch mit einem jugendlichen Himba, 17 Jahre alt. Er ist einer der Söhne des verstorbenen Chiefs und erklärt, dass er zur weiterführenden Schule in Okangwati geht, gerne in Windhoek studieren will und dann als Lehrer in seine Community zurückkehren möchte. Es ist für uns sehr überraschend, welch gebildeten Eindruck dieser junge Himba macht.


Nach 1,5 Stunden verabschieden wir uns – wir haben in dieser Zeit einen unglaublich authentischen Eindruck in das Leben der Himbas vermittelt bekommen. Diese Himba-Tour hat herzlich wenig mit den an der Straße ausgeschilderten „Traditional Himba Villages“ zu tun, wo den Touristen lediglich das traditionelle Leben „vorgespielt“ wird, mit dem einzigen Ziel, ein paar Dollars zu verdienen. Hier noch ein paar tolle Impressionen aus dem Village:

 

 

 


Wir geben einem ca. 35 bis 40 Jahre alten Himba einen „Lift“ zurück nach Epupa. Er erzählt uns, er habe acht Kinder mit zwei Frauen, vier von ihnen gehen zur Schule, vier helfen zu Hause beim Ziegenhüten, Wasserholen etc. Die Konstellation, nur die Hälfte der Kinder zur Schule zu schicken, ist bei Himbas allgemein üblich.

 

Wir fahren mit unserem Guide Staygon zurück zum Kunene und ein Stück die D 3700 ostwärts. Diese Strecke wären wir normalerweise gefahren, wenn wir unseren ursprünglichen Plan realisiert hätten und von der Kunene River Lodge gekommen wären. Ich bezweifele sehr, dass wir bei dieser starken Strömung Krokodile zu sehen bekommen und werde Recht behalten. Die meisten Sandbänke, auf denen sich Krokodile bevorzugt sonnen, sind komplett überflutet und an der gegenüber liegenden Flussseite sind ebenfalls keine Tiere auszumachen. Toni zeigt uns Fotos von gestern Abend, als er unmittelbar an unserer Campsite ein 30 Zentimeter großes Baby-Krokodil am River gefunden hat und in den Händen hält. Auch diese kleinen „Biester“ können bereits unangenehme Verletzungen verursachen, wenn man sie nicht an der richtigen Stelle packt! Aber Toni hat selbst Schlangen gezüchtet und kennt sich auch mit Echsen gut aus. 


Dank an Horst Tobias/Aschaffenburg für die Bereitstellung dieses Fotos
 

Auf dem Rückweg machen wir noch Fotos von der fantastischen Kaokoland-Landschaft und dem Epupa-Tal, relaxen dann während der Mittagshitze im Camp. Einige farbenfrohe Agamen huschen dabei auf der Suche nach Insekten über unsere Campsite.





Gegen Nachmittag machen wir eine kleine Wanderung entlang der Wasserfälle – bei Temperaturen von über 35 ° Grad wird selbst eine solch harmlose Wanderung zu einem Schweißbad. Für den Weg entlang der Falls braucht man ebenso wie für die „Crocodile-Tour“ keinen Guide, auch wenn dieser im Camp immer wieder angeboten wird. Es gibt sogar einige Zeichen, die den Weg weisen. Schnell schließt sich unserer kleinen Gruppe ein kleiner Himba-Junge an, der sich mit „Snake“ vorstellt. Er trägt stolz ein ziemlich verdrecktes FC Barcelona Trikot und erzählt uns, was er alles über den Fußball in Europa weiß.

Die Epupa Falls sind sozusagen die Victoria-Falls in Miniaturausgabe. "Epupa" ist aus der Herero Sprache abgeleitet und bedeutet so viel wie "fallendes Wasser". 
Das Wasser des Kunene stürzt in eine etwa 40 m tiefe und enge Schlucht hinein, ein spektakulärer Anblick. Dadurch, dass der Kunene viel Wasser führt, bilden sich oberhalb der Falls kleine Pools, die von den männlichen Himbas zum Baden und Waschen genutzt werden. Ein Baobab Baum und kleine Kaskaden, über deren Gischt sich ein feiner Regenbogen bildet, geben an dieser Stelle ein tolles Fotomotiv ab. Es ist übrigens in der Gegend die einzige Möglichkeit, gefahrlos eine kühle Erfrischung zu nehmen – entlang des gesamten Kunene lauern große Krokodile auf einfache Beute und warten nur auf die Arglosigkeit dummer Touristen. Auch sollen regelmäßig Frauen und Kinder den Krokodilen beim Wasserholen zum Opfer fallen. Staygon plant, eine Art Charity-Fonds zu gründen, damit eine Pumpe gekauft werden kann, die fünf umliegende Villages versorgen könnte. Kostenaufwand wäre gerade einmal 600 €!


Am Abend wandern wir bewaffnet mit einem Sundowner zum Omutima Viewpoint, einem Hügel, von dem man auf die kompletten Falls überblicken kann. Beim Viewpoint wird eine „Entrance-Fee“ erhoben (20 NAM $). Leider machen uns Wolken, die vor die Sonne ziehen, das Licht für unsere Fotosession kaputt – das kühle Bier genießen wir trotzdem. Wir haben ja noch einen weiteren Abend, an dem wir unser Glück nochmals versuchen können.

Als es dunkel wird, entzünde ich ein Campfire und grille uns leckere Sirloin-Steaks. Dazu gibt es Salat und geröstetes Knoblauchbrot. Wie aus dem Nichts steht plötzlich Snake, der kleine Himba-Junge, neben uns. Wir fragen ihn, ob er heute Abend schon etwas gegessen hat, was er verneint. Schnell ist unser Braai wieder aktiviert und Snake isst sein Dinner, drei Würstchen mit Toast und Soße, mit strahlenden Augen und großem Appetit.


Wir gehen hinüber zu der Truppe aus Aschaffenburg, um uns bei Toni mit einer guten Flasche Rotwein zu bedanken. Am Ende bleibt es nicht bei der einen Flasche und wir haben jede Menge Spaß. Wir tauschen Geschichten aus Afrika aus – Toni hat ein scheinbar grenzenloses Repertoire an interessanten, wie lustigen Anekdoten aus seiner langjährigen Erfahrung beizutragen. Wir tauschen unsere Adressen aus – vielleicht kann uns Toni für unsere künftigen „Expeditionen“ nach Afrika irgendwann noch einmal wertvolle Tipps geben!

 

18. April 2014 – Epupa

Relaxen an den Falls
Am Morgen beginnen unsere Reisebekanntschaften aus Aschaffenburg in aller Herrgottsfrühe ihr Camp abzubrechen. Wir verabschieden uns herzlich und hoffen auf ein Wiedersehen in Deutschland. Jeden Morgen kommt ein geschäftstüchtiges junges Mädchen vorbei und bietet Dienstleistungen aller Art an, zum Beispiel Wäschewaschen, Autowäsche (welch unsinnige Arbeit, wenn man Offroad fährt!!!), Firewood. Wir kratzen den Rest unserer Wäsche zusammen, um ihr Arbeit zu verschaffen. Auch kaufen wir ihr zwei weitere Bundle Firewood ab. Auf der Campsite gibt es eine dicke, herzliche Mama und es sieht fast so aus, als sei sie die Stammmutter aller Menschen, die auf der Campsite beschäftigt sind. Am Morgen begegne ich auf dem Weg zum Waschhaus der dicken Maria mit einer ihrer süßen Enkelinnen auf dem Arm – ein wunderbarer Anblick!

Noch einmal wollen wir zum Omutima Viewpoint um einige Fotos von den Falls mit besserem Licht zu schießen. Hier oben liefern die Epupa Falls schon ein berauschendes Bild ab. Auch wollen wir versuchen, die D 3.700 noch einmal so weit wie möglich in Richtung Osten zu fahren. Wir kommen nicht allzu weit. Bereits nach ca. 6 Kilometern ist der Weg komplett vom Kunene überflutet und wir wollen keinesfalls ausprobieren, ob wir da durchkommen würden. Also kehren wir zurück zur Campsite, wo wir uns auf die Terrasse des Restaurants setzen und bei einer Cola Light und dem einzig verfügbarem Lunch-Snack, „Russian & Chips“ (gebratene Wurst mit Pommes), die bevorstehende Route durch das Kaokoveld beratschlagen. Wir entscheiden, von Opuwo die D 3705 über Otjiu den Hoarusib Riverbed 4 wd-Trail in Richtung Puros zu versuchen. Allem Anschein nach, sind die Riviere trocken, so dass die Befahrung möglich sein sollte. Alternativ würden wir ansonsten der D 3707 bis Orupembe folgen, um von dort aus nach Puros zu gelangen (rund 100 Kilometer Umweg). 



Eine weitere Fotosession bei den Falls folgt am späten Nachmittag. Leider verderben uns die aufziehenden Wolken erneut den Fotoerfolg in Vollendung! Das grandiose Natur-Schauspiel der Epupa-Falls bleibt jedoch bei jeder Wetterlage erhalten. Die Aufnahmen mit meinem Graufilter gelingen an dieser Stelle ebenso, wie Timelapse-Aufnahmen mit einer sich drehenden
Eieruhr mit der GoPro Kamera.

Auf dem kleinen Craft-Markt vor dem Camp kaufen wir eine aus Holz geschnitzte Puppe einer Himba-Frau (100 NAM $) und stellen fest, dass sie die gleichen Ausdünstungen verströmt, wie die Himbas selbst. Mal sehen, wo dieses Mitbringsel seinen Platz in unserem Haus findet.


Mit einem Rinderfilet-Braai und einem guten Pinotage lassen wir am Campfire den Abend ausklingen. Morgen ziehen wir weiter, die Einsamkeit des Kaokovelds wartet auf uns.


 






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