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E - Galizien 2006

Gibt es  in Spanien auf dem Festland eine Gegend in Küstnnähe, wo  noch kein Massentourismus herrscht, wo man seinen Urlaub nicht unter Deutschen, Holländern und Engländern verbringen muss sondern eintauchen kann in iberische Lebensart? Diese Frage wollen wir uns beantworten auf unserer Reise nach Galizien im Sommer 2006.


17.8.2006

Um 8.30 Uhr machen wir uns auf den Weg von Sankt Augustin zum Flughafen Frankfurt Hahn im Hunsrück. Startzeit ist zwar erst um 13.00 Uhr, jedoch wollen wir „auf Nummer sicher“ gehen. Bereits nach 1,5 Stunden erreichen wir die letzte Tankstelle vor dem Flughafen. Hier werden durch das Busunternehmen Bohr Langzeitparkplätze für 18,--€/ Woche angeboten – deutlich günstiger als die Parkplätze direkt am Flughafen. Das Taxi zum Flughafen kostet noch einmal 5 – 6 €/Strecke (max. 2-3 Kilometer).


So kommen wir fast 2,5 Stunden vor dem Abflug am Flughafen an und reihen uns in die Schlange der Mitreisenden nach Santiago de Compostela ein. Das Einchecken erfolgt problemlos - Corinnas Befürchtungen wegen des Übergewichts ihrer Gepäckstücke erweisen sich als grundlos (bei Ryan Air sind lediglich 15 Kg als Bordgepäck sowie 5 kg als Handgepäck erlaubt, jedes weitere Kilo muss normalerweise mit 8 Euro teuer bezahlt werden). Auch ein etwas zu groß geratenes Handgepäckstück wird nicht beanstandet – Glück gehabt!


Die restliche Zeit bis zum Abflug nutzen wir, um einen kleinen Snack einzunehmen. In einem Flughafenshop erstehen wir zwei Gläser hausgemachte Wildsülze bzw. –braten, dazu ein paar Brötchen – ein delikater Mittagssnack! Der Flughafen in Hahn (von Frankfurt kann man eigentlich kaum sprechen, da die Mainmetropole über 100 Kilometer entfernt ist) ist ein ehemaliger amerikanischer Militärflughafen und sehr überschaubar. Hauptsächlich Ryan Air nutzt diesen Flughafen „in der tiefsten Pampas“ des Hunsrück!


Der Flug ist ruhig und komfortabel und wir haben Glück, zwei Plätze mit großer Beinfreiheit an einem Notausstieg zu bekommen. Wir fliegen entlang der französischen Atlantikküste und können ein ehemaliges Reiseziel, die Ile d´Oleron, von oben ausmachen. Über Galizien sind diverse von den jüngsten Bränden zerstörte Waldflächen zu erkennen. Tagelang hat es in Galizien an zahlreichen Orten gebrannt. Erst durch die vor zwei Tagen einsetzenden Regenfälle scheinen mittlerweile alle Brandherde unter Kontrolle zu sein.

Gegen 15.20 Uhr landen wir auf dem Flughafen von Santiago de Compostela. Während Corinna auf das Gepäck wartet, begebe ich mich zum Europcar Schalter, bei dem wir über den Broker billiger-mietwagen.de einen Kleinwagen gebucht haben (2 Wochen inkl. Vollkasko ohne Selbstbeteiligung für 320 €). So sitzen wir kurze Zeit später in unserem Peugeot 206 und steuern das Zentrum von Santiago an.


Unser
Hostal Alameda, 5 Minuten von der Kathedrale entfernt, haben wir günstig bei Booking.com (36 €/Nacht mit Bad und WC auf dem Flur, ohne Frühstück) gebucht. Das Zimmer ist sehr einfach, aber sauber, leider mit einem recht engen französischen Bett (1,40m x 1,90m) ausgestattet – nun ja, für zwei Nächte wird es schon gehen. Die Pension ist an sich empfehlenswert, allerdings sollte man auf die etwas komfortableren Zimmer mit Du/WC auf dem Zimmer zurückgreifen, da die Betten in dieser Kategorie auch deutlich größer sind (ca. 10 €/Nacht teurer).


Nachdem wir uns eingerichtet haben, machen wir uns auf zu unserer ersten kleinen Erkundungstour in die Altstadt. Leider ist das Wetter sehr durchwachsen (Sonne und Regen im Wechsel!) – so haben wir uns das Urlaubswetter allerdings nicht vorgestellt! Nicht umsonst gilt Santiago als die regenreichste Stadt Spaniens, der man nachsagt, dass die Kinder bereits mit Regenschirm zur Welt kommen! Wir lassen uns in den quirligen Straßen Santiagos einfach treiben und gelangen zwangsläufig zum „Praza da Obradoiro“, wo sich die berühmte Kathedrale – Ziel aller Pilger, die einen Teil oder sogar den gesamten Jakobsweg gelaufen sind – befindet. Nach der Lektüre von Hape Kerkelings Bestseller "Ich bin mal eben weg", in dem er seine Reise auf dem Jakobsweg beschreibt, reift auch in uns der Wunsch, den Jakobsweg irgendwann einmal zu bewandern.

Auf dem Platz herrscht viel Trubel und an jeder Ecke werden Pilgerstäbe, ausgestattet mit einer (künstlichen) Jakobsmuschel, verkauft. Unser Eindruck ist allerdings, dass die wenigsten Käufer dieses beliebten Souvenirs die Strapazen des Jakobsweges auf sich genommen haben! Sicher finden sich überall auf der Welt an touristisch relevanten Orten lästige Souvenirhändler ein – in Santiago hält sich das Ganze jedoch glücklicherweise in Grenzen. In dem urigen Cafe Costa Vella mit wunderschönem Garten im Innenhof nehmen wir erst einmal ein Getränk zu uns.

Etwas „gestärkt“ laufen wir weiter durch die Straßen und staunen über die Vielzahl der sakralen Gebäude, besonders gut von einem etwas außerhalb der Altstadt und auf einer Anhöhe gelegenen Park zu bewundern. Da das Wetter mittlerweile immer regnerischer und kühler wird, beschließen wir, das „Sightseeing“ für heute zu beenden.

In der Nähe unserer Pension läuten wir den Abend in einer Bar
bei einem Gläschen Albarino ein. Wir haben uns für ein rustikales, uriges Restaurant entschieden, in dem vor allem spanische Studenten verkehren, dem Casa Manolo. Da wir bereits um 20.30 Uhr im Restaurant ankommen, also deutlich vor der spanischen Essenszeit, erhalten wir problemlos einen Tisch am Fenster. Im Casa Manolo wird galizische Hausmannskost serviert und man bekommt jedes 2-Gang-Menü, inklusive Brot, Wasser und Dessert für sage und schreibe 7 €! Eine Flasche Hauswein – ein junger fruchtiger Ribeira Weißwein - schlägt mit gerade einmal 3,50 € zu Buche. Somit haben wir ein komplettes Abendessen für zwei Personen für 17,50 € - ein einfach unschlagbarer Preis für ein delikates landestypisches Menü.


Der Verdauungsspaziergang führt uns noch einmal an der Kathedrale vorbei, wo sich unter den Arkaden ca. 15 „Barden“ in folklo­ristischen Uniformen für ein Gratis „Openair“ Konzert vorbereiten. Die Instrumentierung der Gruppe verheißt Spannendes, gibt es doch einen Dudelsack, Bandolinen, Gitarren, einen Kontrabass und Tambourine. Während des Konzertes herrscht eine fröhliche Stimmung, es wird gesungen, getanzt und geklatscht – einige Songs sind uns sogar geläufig.

 

18.8.2006
Frühstück im Bistro unterhalb des Restaurants – zwei Cafes con Leche und zwei Bocadillos (große belegte Brötchen) für 6 Euro. Das Wetter ist immer noch nicht besser (Nieselregen) und so beschließen wir nach La Coruna ans Meer zu fahren – vielleicht ist es dort sonniger und wärmer!?

Tatsächlich ist kurz vor La Coruna – ca. 60 Km von Santiago entfernt – eine Wetter­schneise auszu­machen. Über dem Meer herrscht strahlend blauer Himmel. La Coruna ist eine große Hafenstadt mit rund 250.000 Einwohnern, die auch „gläserne Stadt“ genannt wird. Schnell erschließt sich dem Besucher, warum das so ist: Fast alle Häuser der Stadt zieren gläserne „Wintergärten“, auch wenn diese sieben- oder achtgeschossig sind.


 
Zunächst besuchen wir das Aquarium Finisterrae, auch genannt Casa de los Peces (Haus der Fische) mit einem beeindruckenden 360 Grad Aquarium im Untergeschoss. Eintritt inkl. Ticket zum Museo Domus 12 Euro. Das Aquarium ist sehr interessant und bietet Kindern und Erwachsenen gleichermaßen interaktive Attraktionen, viele Dinge rund um das Thema Meer hautnah zu erleben. Im Außengelände befinden sich Seelöwen und Robben sowie Tintenfische.

Anschließend gehen wir in die Altstadt La Corunas und bummeln durch die nahezu menschenleeren Gassen (es ist "Siesta" und somit sind die meisten Geschäfte geschlossen!). In einem Laden für spanische Spezialitäten erwerben wir zwei große super­leckere Bocadillos mit Serrano Schinken sowie spanischem Manchego (je 2 Euro) und finden ein lauschiges Plätzchen mit Springbrunnen, um eine kurze Mittagspause einzulegen.

Nächstes Ziel ist einer der Stadtstrände La Corunas, der Praia As Lapas unterhalb des Leucht­turms. Inzwischen ist es recht warm geworden und wir genießen zwei Stunden lang Sonne und Meer. Nach dem Sonnenbad steigen wir auf zum Torre de Hercules, angeblich der älteste noch betriebene Leuchtturm der Welt, wobei lediglich der untere Teil des Turmes aus dem 2. Jahrhun­dert stammt, der Rest ist jüngeren Datums. Eine riesige Windrose aus Keramik liegt zu Füßen des Leuchtturmes – ein sehr beliebtes Ausflugsziel für Einheimische und Touristen und somit permanent „belagert“. 

Am späten Nachmittag fahren wir zum Museo Domus – Casa del Hombre (Haus des Menschen). Hier dreht sich alles um das Abenteuer der menschlichen Existenz. Dieses Museum bietet zahlreiche Exponate, den menschlichen Körper spielerisch zu entdecken. Auch einige Kuriositäten, wie zum Beispiel ein Modell des größten Menschen der Welt, sind zu entdecken. Leider sind sämtliche Erläuterungen ausschließlich auf Spanisch, so dass einiges den nicht spanisch sprechenden Besuchern unerschlossen bleibt. Viele Gegenstände und Aktivitäten erklären sich allerdings von selbst. Insgesamt ein hochinteressantes Haus, dessen Besuch sich hundertprozentig lohnt.

Auf dem Rückweg nach Santiago machen wir noch einen kleinen Abstecher an das westliche Ende La Corunas zu einem Aussichts­punkt am Meer. Hier beginnt die schroffe Landschaft der Costa da Morte – der „Todesküste“.

Zurück in Santiago haben wir Probleme, einen Parkplatz in der Nähe unserer Pension zu finden. Das komplette Zentrum von Santiago ist eine Fußgängerzone, so dass Touristen wie auch Einheimische rund um die Innenstadt ihre Autos abstellen. So bleibt uns als Alternative lediglich ein teures Parkhaus – günstigste Möglichkeit ist dabei die Tiefgarage am Praza de Galicia (10,20 Euro für 24 Stunden).

Da es inzwischen recht spät ist, gehen wir auf direktem Weg zum Casa Manolo, welches uns am Vorabend begeistert hatte. Dieses Mal bildet sich jedoch bereits am Eingang eine Schlange, so dass wir uns nach einem anderen Restaurant umschauen müssen. Schließlich landen wir auf Empfehlung eines Barkeepers in einer total verrauchten spanischen Bodega, die ebenfalls galizische Hausmannskost anbietet.

Wir sind wohl die einzigen Nichtraucher und zugleich die einzigen Ausländer in diesem Etablissement! Das Essen ist insgesamt jedoch hervorragend (u.a. ein großartiger Serrano Schinken), wenn man von den kalt servierten Schnecken, die für jedermann als Tapas gereicht werden, absieht. An Schnecken werden wir uns wohl in diesem Leben nicht mehr gewöhnen! Ein englisch sprechender Gast hilft uns zum Glück ein wenig bei der Speisekarte, die ausschließlich auf Galego verfasst war. Nachts hat Santiago einen ganz besonderen Charme, den wir trotz des mäßigen Wetters noch von der Anhöhe des Parks de Alameda genießen.


19.8.2006

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Bistro des Hostals wollen wir heute die Kathedrale besichtigen. Es findet zwar gerade ein Gottesdienst statt, dennoch ist eine Besichtigung der Kirche möglich. Viele Gläubige stehen in einer langen Schlange hinter dem Altar an, um schließlich an der goldenen Statue des heiligen Jakobs vorbeigeschleust zu werden. Nach altem Brauch wird die Figur von hinten umfasst und geküsst. Eigentlich soll dieses Ritual der Höhepunkt jeder Pilgerreise sein – wir stellen jedoch fest, dass die wenigsten Leute in der Schlange wie echte Pilger aussehen. Ein weiterer Ort aller Pilgermühen ist eine Säule nahe dem Hauptportal, dessen Marmor durch die Berührungen Millionen von Pilgerhänden bereits stark abgewetzt ist – für uns sind dies Alles in Allem etwas befremdlich wirkende religiöse Riten!

Schließlich machen wir uns auf nach Larino, unserem eigentlichen Urlaubsziel. Unterwegs decken wir uns in einem größeren Supermarkt noch mit den wichtigsten Vorräten für den Aufenthalt in unserem Apartment ein. Nach 1,5 stündiger Fahrt durch schöne Waldlandschaft, vorbei am Fjord von Muros, erreichen wir unser Domizil. Unser Haus, das Casa Alfredo, liegt unmittelbar am Ortseingang an der Küstenstraße und gehört Manolita Louro da Rama. Die Wohnung haben wir auf der Internetseite einer älteren deutschen Dame, Frau Ramisch, ausfindig gemacht, die hier früher einmal gewohnt hat. Sie  vermittelt für ihre Freunde in Larino von Deutschland aus Häuser und Apartments. Ein paar Mal haben wir miteinander telefoniert und bereits am Telefon erzählte Frau Ramisch sehr glaubwürdig von der Schönheit dieses Fleckchens Erde – sie sollte Recht behalten. Sie hat uns einen sehr individuellen mit eingeklebten Fotos ausgestatteten Ferienhauskatalog geschickt – in der heutigen Zeit der Hochglanzprospekte und des Internets kaum zu glauben!

Das Casa Alfredo verfügt über eine luxuriöse Wohnfläche von 85 qm mit drei Schlafzimmern, Wohnzimmer, Küche und Bad. Der Mietpreis von 50 Euro/Tag ist für dieses Apartment geradezu ein Schnäppchen, zumal ohne Probleme weitere vier Personen hier unterkommen können.

Da Manolita (plus Ehemann) noch mit der Endreinigung der Wohnung von den Vormietern beschäftigt ist, schickt sie uns erst einmal an den Strand von Larino, der direkt vor der Haustür liegt und eine Länge von rund drei Kilometern hat. Wir verbringen dort einen schönen Nachmittag, wenn auch die Wassertemperatur mit max. 18 Grad etwas gewöhnungsbedürftig ist - ein erstes Bad im kalten Atlantik wagen wir dennoch!


Am Abend gibt es dann unser erstes selbst gekochtes Menü:
Tomaten, Frühlingszwiebeln und Petersilie mit Essig/Öl Vinaigrette sowie

Nudeln mit Langostinos und Pulpo (Gambas und Tintenfisch) – sehr frisch und lecker!


Hinter dem Haus befindet sich unter einem Zitronenbaum ein gemütlicher Essplatz. Nach dem Essen lädt der Sonnenuntergang direkt vor unserer Haustür zu einem Abendspaziergang am Strand ein. Einen Nachteil hat diese wunderbar eingerichtete Ferienwohnung: Sie liegt unmittelbar an der Küstenstraße, die entlang der Costa da Morte führt, so dass ein gewisser Straßenlärm unvermeidbar ist.

    

 

20.8.2006
Nach einem genüsslichen Frühstück auf unserem Sonnenplätzchen im Garten, fahren wir in Richtung Muros, um einen geöffneten Supermarkt zu finden (Sonntag!). In anderen spanischen Touristenzentren ist das kein Problem, da an der gesamten Costa da Morte jedoch kein Massen-, sondern allenfalls Individualtourismus stattfindet bzw. ausschließlich Spanier hier Urlaub machen, sind in der Regel sämtlichen Supermärkte geschlossen.

Hinter Louro, am herrlich gelegenen Praia San Francisco, machen wir zunächst einen Zwischenstopp. Die Pinien gehen hier bis an den Strand herunter. Louro ist eine Feriensiedlung, daher ist der Strand zumeist voller als die anderen Strände an der Costa da Morte – insbesondere sonntags, wenn auch die Einheimischenan den Strand gehen.

In Muros ist kein geöffneter Super­markt zu finden. Wir machen eine kurze Entdeckungstour durch den Ort und trinken in Hafennähe noch genüsslich einen Cafe con Leche. Auf dem Rückweg entdecken wir dann doch noch einen winzigen Supermarkt in Louro, bei dem wir einige Steaks erstehen – das Abendessen ist gerettet.

Den heutigen Tag wollen wir am Strand von Carnota verbringen, einem jener Strände, der in unserem Buch „Traumstrände“ (von Kiki Baron & Paul Spierenburg) verzeichnet ist. Wir finden einen recht einsamen Parkplatz (am Ortsausgang von Carnota führt eine kleine Straße Richtung Meer - nicht ausgeschildert!), der sich unmittelbar vor der Lagune von Carnota befindet. Wir waten durch das Wasser der Lagune in Richtung Meer. Unmittelbar hinter den Dünen tut sich das grandiose Panorama des sieben Kilometer langen Traumstrandes von Carnota auf.

In einer Mulde in den Dünen schlagen wir unser Lager auf. Es ist recht windig, so dass es im Schatten fast frisch ist. Unser Plätzchen befindet sich in der Nähe der Flussmündung Boca do Rio, durch dessen Lagune wir bereits gewatet sindn. Unsere Apartmentver­mittlerin, Frau Ramisch, hat uns in den Telefonaten bereits von diesem unvergleichlich schönen Ort vorgeschwärmt – zu Recht, wie sich nun herausstellte. Bei einem Strandspaziergang erkunden wir die wunderschöne Landschaft. Da gerade Flut ist, ist die komplette Flussmündung mit Wasser gefüllt. Natürlich hat das Wasser eine deutlich angenehmere Temperatur als das offene Meer. Bizarre Felsformationen in der Lagune erinneren uns an unsere Hochzeitsreise auf die Seychellen. Dieser Strand wird sicher zu einem unserer Lieblingsstrände dieses Urlaubs!

Am Ende des Strandtages fahren wir noch auf der Küstenstraße ein paar Kilometer Richtung Norden, da wir am Ende der Bucht vom Strand aus einige idyllische Dörfchen ausgemacht haben. Bei näherer Betrachtung wirken die Häuser jedoch etwas heruntergekommen.

Auf dem Rück­weg schauen wir uns den größten Korn­speicher Gali­ziens in Carnota an. Korn­speicher, die in großer Anzahl in Galizien zu finden sind, symbolisierten früher den Reichtum ihres Eigentümers. Nirgendwo sonst auf der Welt findet man so viele Kornspeicher, wie in dieser Gegend. Die Speicher wurden ursprünglich errichtet, um Schädlingsbefall zu verhindern. Der Speicher in Carnota ist rund 35 Meter lang – gemeinsam mit dem benachbarten Horreo de Lira der größte der Gegend - und ein besonders schönes Exemplar. 


Unser heutiges Abendessen besteht aus Backofenkartoffeln mit Aioli und marinierten Rindersteaks, die wir auf dem Steingrill in unserem Garten zubereiten. Als Vorspeise gigt es wieder frischen Tomatensalat. Abgerundet wird das Ganze durch Oliven als „Tapas“ und einem Gläschen Albarino. Nach dem Essen genießen wir erneut den Sonnenuntergang am Meer – dieses Mal ist er perfekt!


21.8.2006

Heute soll es nun endlich fangfrischen Fisch direkt vom Hafen geben. Nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir Richtung Muros. Zuvor machen wir einen Abstecher zum Leuchtturm von Louro, der auf einer kleinen Halbinsel gelegen ist. Leider ist nahezu der komplette Baum­bestand der Halbinsel letzte Woche den verheerenden Waldbränden zum Opfer gefallen. Sogar in der Hannoverschen Allgemeinen war über die Brände bei Louro berichtet worden. Dieses Jahr loderten über hundert Brände in Galizien – allesamt von Menschenhand gelegt. Die einheimische Bevölkerung nennt dieses scheinbar nicht in den Griff zu bekommende Problem „die Geißel Galiziens“. 


Am Leuchtturm stellen wir unser Auto ab und liefen Richtung Louro. Bis zum Meer hinab und so weit das Auge reicht nichts als verkohlte Baumgerippe und Erde, in der Luft der Geruch der frischen Feuer­brunst - es ist schon traurig durch diese triste schwarze Land­schaft zu laufen, insbesondere wenn man bedenkt, dass die Feuer größtenteils durch Bodenspekulanten gelegt werden.

In Muros stellen wir später am Hafen fest, dass die Fischerboote ihre Stände nicht aufgebaut haben. Ebenso ist der Fischladen in der Nähe des Hafens geschlossen. Im Touristenbüro erkundigen wir uns nach den Öffnungszeiten und sindn überrascht, dass die Boote im Hafen ab 17 Uhr ihren Fang feilbieten. In anderen Häfen und Markthallen kann man Fisch zumeist ausschließlich in den Morgenstunden frisch erwerben – andere Länder andere Sitten. So bleibt uns nichts anderes übrig, als den Fisch im Supermarkt zu erstehen. Dort kaufen wir einen 1,6 Kg schweren Steinbutt (12 Euro/Kilo) – wenn man deutsche Fischpreise heranzieht, geradezu geschenkt!

Den Strandtag verbringen wir an der unter Naturschutz stehenden Lagune von Louro. Das Wasser ist kristallklar aber sehr kalt. Es kostet schon etwas Überwindung, bei diesen Wassertempera­turen zu baden. Ein langer Strandspazier­gang und ein Eis in der Nachbarbucht (in der Bar des Campingplatzes) runden diesen schönen Strandtag ab – die Zeit vergeht dabei wie im Flug.

Gegen 20 Uhr kehren wir zum Apartment zurück, wo wir uns direkt an die Zubereitung des Steinbutts machen. Eingelegt in reichlich Knoblauchmarinade landet er schließlich auf dem Grill und schmeckt wunderbar. Der Abend ist sehr mild und wir können einen wunderschönen Sternenhimmel bewundern. Erstmals brauchen wir an diesem Abend keine Jacke, es herrschen Temperaturen wie am Mittelmeer – einfach himmlisch.



22.8.2006
Ein Ausflug in Richtung Cabo Fisterra steht auf dem Programm. Das Cabo stand in früheren Zeiten für das Ende der Welt, der westlichste Punkt Spaniens. Der Leuchtturm am Cabo ist zugleich das eigentliche Ziel der Pilger – hier ist der Kilometerstein 0,00 mit dem Jakobsmuschelsymbol der Pilger zu finden.

Die Küstenstraße führt uns vorbei an verschlafenen Dörfern und kleineren Städten mit Industrieeinrichtungen am Ortsrand, wie z.B. Cee. Badebuchten sind allerorts zu finden, teilweise jedoch unmittelbar an der Straße gelegen. Durch den Ort Fisterra gelangen wir zum Cabo. Leider ziehen solche Punkte auch die unangenehmere Sorte Urlauber an, die „ausgerüstet“ mit Flip Flops und Digicams laut grölend durch die Gegend ziehen. Besonders hervor tuen sich diesbezüglich einmal mehr eine Gruppe jüngerer Italiener! Wir bevorzugen doch mehr jene Orte, an denen man die Stille der Natur genießen kann und so verlassen wir diesen ungastlichen Ort nach einigen Schnappschüssen schleunigst.

Kurz hinter Fisterra biegen wir von der Küstenstraße ab. Wir fahren durch Pinienwälder und eine sehr liebliche Landschaft, vorbei an idyllischen und einsam gelegenen Bauernhöfen mit „glücklichen Kühen“, die direkt am Meer weiden.

Vor uns erstreckt sich ein langer einsamer Sandstrand, der Praia do Restro, umsäumt von zahlreichen Dünen. Außer einer großen Möwenkolonie, die sich durch unsere Anwesenheit kaum beeindrucken lässt, ist keine Menschenseele an diesem Kleinod von Strand anzutreffen. Der strahlend weiße Sand scheint gänzlich unberührt und es weht eine frische Brise. Wir bauen unseren Windschutz unmittelbar an der Wasserkante auf und genießen die Ruhe, die Sonne und das Meer.



Gegen Abend machen wir noch einen kleinen Abstecher in die nächste Bucht bei Lires. Lires ist ein kleiner verträumter Ort, der an einer Flussmündung gelegen ist. Hier gibt es mehrere sehr schöne ländliche Unterkünfte – vielleicht einmal ein Reiseziel für die nächsten Jahre! Im Ort ist zudem eine Bar am Strand ausgeschildert. Umrankt von Hortensien und Zwergpalmen oberhalb der Flussmündung und einem idyllischen Strand liegt eine kleine Bar, in der ausschließlich einige Spanier sitzen. Mit den einstudierten Brocken Spanisch ordern wir uns 2 Gläser Vino Blanco, Wasser und eine Racion Pulpo (zusammen 13,80 Euro – vergleichsweise recht teuer für diesen abgeschiedenen Ort!).

Auf dem Weg zurück nach Larino machen wir Stopp bei „Carrefour“ in Cee und kaufen für unser Abendessen ein. Boquerones (in Knoblauch, Zitrone und Olivenöl eingelegte Sardinen) und Gambas mit frischem Weißbrot gibt es als krönenden Abschluss eines schönen Tages.


23.8.2006

Heute wollen wir den südlichen Teil der Ria de Muros e Noia erkunden. Auf der gegenüberliegenden Seite von Muros in diesem großen Fjord erscheint die Siedlung Porto do Son zum Greifen nah. Die Fahrzeit entlang der Küste beträgt dennoch gut 1,5 Stunden.

Zunächst stoppen wir in Noia, ein kleines Städtchen am Ende des tiefen Einschnittes, wo in früheren Zeiten die Pilger aus Holland und England per Schiff angekommen sind. Laut Reiseführer soll es hier einige sehenswerte Adelspaläste und eine nette Altstadt geben. Der Rundgang verläuft jedoch eher enttäuschend: Viele Häuser sind heruntergekommen und zum Teil gar nicht mehr bewohnt. Es herrscht aber ein quirliges Treiben im Örtchen. In Markthallen von Hafenstädten sind insbesondere die Fischstände interessant, so auch in Noia. Die Händler bieten Thunfisch, Seeteufel und viele andere Fische und Meeresfrüchte feil.

Später fahren wir weiter Richtung Ribeira zum Castro de Barona, den Ruinen einer keltischen Siedlung aus der Römerzeit, die unmittelbar am Meer gelegen sind. Das Auto stellen wir an der Küsten­straße an einem Restaurant ab und gehen die letzten 500 Meter zu Fuß. Die Ruinen befinden sich auf zwei Felsen, die ins Meer ragen. Auch hier ist die Flip Flop Fraktion wieder unterwegs – selbst auf solchen kurzen Passagen kann das doch einfach kein Vergnügen sein, zumal die Wege steinig und teilweise sogar steil sind, so dass Knöchelverletzungen vorprogrammiert sind! Auf den Felsen hat man einen wunder­schönen Blick auf das gegenüber liegende Muros. Wir kommen sogar noch in den Genuss einer größeren vorüber ziehenden Schule von Delphinen.


Unser nächster Stopp ist die unter Naturschutz stehende Dünenlandschaft von Corrubedo. Hier gibt es eine Wanderdüne, die „Duna Viva“, während die anderen benachbarten Dünen durch Bewuchs ihre Lage nicht mehr verändern. Am Rande der Düne befindet sich eine riesige Lagune, die bei Flut voll läuft. Am Praia de Ladeira windet es sehr stark, so dass wir Schutz hinter den Dünen suchen, um nicht „gesandstrahlt“ zu werden. Trotz des relativ langen Weges vom Parkplatz (ca. ½ Stunde Fußweg) befinden sich verhältnismäßig viele Badegäste hier – ungewöhnlich, suchen sich doch die meisten „Sonnenanbeter“ Strände, an die man mit dem Auto mehr oder weniger direkt heranfahren kann!

Auf dem Rückweg kaufen wir in einem großen Supermarkt in Noia für das Abendessen ein. Mittlerweile haben wir uns dem hiesigen Lebensrhythmus angepasst: Abendessen gibt es zumeist erst gegen 21.30 Uhr, dafür wird aber auch erst gegen 10.00 Uhr gefrühstückt.


24.08.2006
Da wir an den letzten beiden Tagen längere Ausflüge gemacht haben, soll heute ein „Faulenzertag“ am Strand eingelegt werden. Zunächst schauen wir uns jedoch den Ortskern von Larino an. Hier geht es wahrlich noch beschaulich zu. Nette kleine galizische Steinhäuser, die obligatorischen Horreos, zwei gemütliche Bars, ein idyllisches Kirchlein und Maisfelder praktisch in den Vorgärten.

An unserem Lieblingsstrand in Carnota herrschte bei Ankunft totale Ebbe, was immer gleichbedeutend ist mit ausgezeichneten Spaziermöglichkeiten am Strand: Durch das zurückfließende Wasser ist der Sand sehr hart, und man sinkt kaum ein (was auf Dauer recht anstrengend sein kann).


Zunächst durchqueren wir den nun fast leer gelaufenen Boca do Rio und liefen am Strand entlang bis zum nörd­lichsten Ende der Bucht und wieder zurück. Es ist herr­lichstes Wetter bei Temperaturen um 25 Grad und es weht eine mäßig kühle Brise – so lässt es sich aushalten! Wir beschließen auch noch bis zum südlichen Ende des Strandes zu laufen. Da der Strand insgesamt rund 7 Kilometer lang ist – übrigens der längste Strand weit und breit – beträgt unser Tagespensum heute immerhin ca. 14  km. Danach halten wir eine wohlverdiente Siesta in den Dünen mit einer guten Urlaubslektüre (Dan Browns „Sakrileg“ bzw. Hape Kerkelings „Ich bin mal eben weg“).

 
Gegen Abend wollen wir Richtung Muros fahren, um endlich frischen Fisch am Hafen einzukaufen. Wir versuchen uns auf einer winzigen Straße über die dem Strand vorgelagerten Berge durchzuschlagen. Je höher wir kommen, desto grandioser wird der Ausblick auf die Bucht von Carnota. An einem Aussichtspunkt weiden sogar malerisch einige Wildpferde. Die Straße auf dem Berggipfel geht schließlich in eine immer schlechter werdende Schotter­piste über, so dass wir unseren kleinen „Querfeldein-Trip“ schließlich abbrechen.

In Muros kaufen wir ein paar Brote und genießen in einer kleinen Bodega ein Glas Albarino, etwas Käse und spanischen Schinken – das Ganze umrahmt vom Gebrüll spielender Kinder! Am Hafen schauen wir uns bei den Fischständen nach unserem Abendessen um. Leider sind die ausgelegten Fische nicht mit Schildern ausgestattet, so dass wir uns mit unseren spärlichen Brocken Spanisch durchfragen müssen („Was ist das?“ haben wir mittlerweile gelernt!). Die Antworten der Fischverkäufer bringen uns allerdings kein Stück weiter, da wir die genannten Fischsorten nicht in unserem kleinen Sprachführer finden. Wir erstehen schließlich drei Doraden ähnliche Exemplare, die sich zum Grillen eignen sollen, wie uns die Fischfrau versichert. Die Fische wiegen etwas über ein Kilo und kosten fachmännisch ausgenommen gerade einmal 8 Euro. Endlich haben wir unseren Fisch „direkt vom Kutter“ – frischer geht es nicht. Abends landen die Fische, angemacht mit reichlich Knoblauch, auf dem Grill. Heute ist genau eine Woche unseres Urlaubs herum und es kommt uns schon viel länger vor. Diese Erfahrung haben wir schon in anderen Urlauben gemacht, wenn wir in kurzer Zeit eine Menge unternommen und erlebt haben.


25.8.2006

Heute werden wir gegen 10.30 Uhr durch Plätschern vor dem Haus geweckt – es wird doch wohl nicht … !!?? Es wird …, es regnet!!! Wolkenverhangen zeigt sich dieser Tag. Unser Plan, die Costa da Morte weiter nordwärts zu erkunden, fällt buchstäblich ins Wasser. Aber wir sind ja flexibel, so dass der Plan kurzerhand geändert wird und wir in Richtung Rias Baixas aufbrechen. Insbesondere die Albarino Region wollen wir uns anschauen.

Wir fahren erneut entlang der Ria de Muros bis Noia und schwenken dann ins Landesinnere bis nach Padron. Aus diesem Städtchen kommt eine landesweit bekannte Spezialität, die Pimientos do Padron, kleine in Olivenöl angebratene Paprikaschoten. Diese Schoten sind zumeist sehr mild, doch unter 100 Schoten mischt sich dann unvermittelt ein höllisch scharfes Exemplar – diese Erfahrung haben wir am Vorabend bereits machen müssen. Die Strecke bis Padron dauert schon rund 1,5 Stunden. Ab Padron benutzen wir die Autobahn A 9 bis Pontevedra („Wegezoll“ von 2,80 Euro), der Hauptstadt der südwestlichen Provinz Galiziens (75.000 Einwohner).


Pontevedra wird in unserem Reiseführer als eine eher unscheinbare Kleinstadt mit „ganz netter Altstadt“ dargestellt. Jedoch stellen wir zum wiederholten Male fest, dass sich die Angaben unseres Michael Müller Reiseführers nicht immer bestätigen. In anderen Ausgaben der MM Reihe konnten wir uns bislang fast blind auf die Tipps und Beschreibungen des Autors verlassen, nicht so bei dem von Thomas Schröder verfassten Titel „Nordspanien“.

Die Stadt sprüht sehr viel Charme aus - es gibt eine Vielzahl hübsch restaurierter alter Häuser, viele kleine Gassen, nette kleine B&B´s und lauter lauschige Plätze zum Verweilen. An der Touristeninformation des Rias Baixas erhalten wir einige informative Broschü­ren und einen Stadt­pan mit Hinweisen auf Sehenswürdigkeiten der Region. In einer lauschigen Gasse, ausgehend vom Plaza de la Lena, nehmen wir einen kleinen Snack zu uns (u.a. superleckere und frische Sardinen vom Grill).

Das Wetter wird nun auch allmählich besser und die Sonne kommt heraus. Unser nächstes Etappenziel ist das unter Denkmalschutz stehende Örtchen Combarro. Man schlendert durch niedliche kleine Gassen, vorbei an zahlreichen alten Horreos (Kornspeicher), die direkt am Meer stehen und somit ideale Fotomotive abgeben.

In dem Gässchen direkt am Wasser stören nervige Souvenirhändler, die kichernde und auf Besen reitende Hexen anbieten. Die spanischen Touristen scheinen diesen unglaublich „blöden Kitsch“ jedoch originell zu finden. Auch die nett gelegenen Tapas Bars am Wasser sehen nach Touristenabfertigung aus. Hier macht sich die Nähe zum angeblich einzigen Massentourismusort ganz Galiziens, Sanxenxo, bemerkbar. Das unangenehme Urlaubsflair a´la Costa des Sol, das wir in Galizien bislang zum Glück noch in keiner Weise erleben mussten, kann man hier zumindest in abgeschwächter Form erleben. In den oberen Gassen Combarros ist von dem ganzen Rummel allerdings nicht mehr viel zu sehen. In Hafennähe am Rande der Altstadt trinken wir dann noch in einem nett gelegenen Cafe direkt am Meer einen Cafe doble con Leche.

Hier treffen wir zum ersten Mal auf einen sehr unfreund­lichen und zudem unsere zarten Sprachversuche ignorierenden Galizier. Der Kellner tut so, als ob er uns nicht verstünde und sein Bemühen, sich mit uns zu verständigen, hält sich ebenfalls in Grenzen (Corinna hat statt doble „double“ gesagt und auch mein Versuch auf Spanisch eine Mandeltarte zu bestellen, trift auf keinerlei Anerkennung beim Empfänger). Unfreundliche Menschen sind besonders an Plätzen anzutreffen, an denen zahlreiche Touristen zusammenkommen – dies ist eine vielfach erlebte Erfahrung, die wir auf unseren bisherigen Reisen gemacht haben. Dafür gibt es dann auch kein Trinkgeld und wir ziehen weiter in Richtung des nahe gelegenen Sanxenxo. So fürchterlich wie der Autor die „Capital de touristica de Galicia“ – die touristische Hauptstadt Galiziens - be­schrieben hat, ist sie dann doch wieder nicht. Die Vergleiche mit Orten der Costa des Sol erschließen sich uns jedenfalls nicht. Es gibt einige mehrstöckige Hotels und Häuser an der Küstenlinie, jedoch ist die Bebauung noch erträglich.

Weiter geht es nach O´Grove, ebenfalls eines der Touristenzentren der Rias Baixas. O´Grove ist eine Halbinsel, verbun­den zum Festland über einen langen Damm. Auf der Südseite des Dammes erstreckt sich ein beliebter feinsandiger Strand, der Praia de Lanzarde, den wir aber aufgrund seiner Nähe zur Straße links liegen lassen. Wesentlich schöner, da recht einsam und inmitten einer farbenfrohen Heidelandschaft gelegen, empfinden wir einen Strand nahe bei San Vincente. Eine kleine Aus­schilderung an der Hauptstraße führt uns ca. 2 - 3 Km vor San Vincente zu einer traumhaften Kulisse aus Strand und bizarren Fels­formationen – Südsee Flair pur.




Das Wetter ist zwar mittlerweile etwas besser, jedoch ver­steckt sich die Sonne noch immer hinter einem Schleier. So machen wir einen kleinen Spaziergang entlang der schönen Strände. Nach ausgiebi­gem „Fotoshooting“ gönnen wir uns ein Picknick auf einem Felsen hoch über dem Meer.

Zu guter Letzt wollen wir noch einen Abstecher nach Cambados, der Hauptstadt des Albarinos, machen. Die von uns in diesem Örtchen vermuteten Weinkeller sind jedoch nicht vorhanden, so dass unsere Erwartungshaltung von „Weinromantik“ leider nicht erfüllt werden. Die Weinproduktion ist hier – anders als z.B. in Deutschland oder Gegenden des Bordeaux – ein nüchterner industrieller Vorgang, der kaum Platz für Weingemütlichkeit lässt. Dies stellen wir auch fest bei unserer anschließenden Fahrt durch die Weinberge über die „Rutas de Vino“, in deren Verlauf wir auf keine einzige Bodega oder Probierstube treffen. Die Weinorte sind wie ausgestorben. Weinproben im Albarinogebiet sind scheinbar nur entlang der Küstenstraße möglich, wo wir ein paar Schilder vor Cambados ausmachen.

Etwas enttäuscht machen wir uns auf den Heimweg. In Muros, wo wir nach fast zweistündiger Fahrt ankommen, soll an diesem Abend eine Band spielen. In einer Tapas Bar auf einem schönen Platz bestellen wir zunächst Chipperones (kleine Tintenfische) und Herzmuscheln. Die Muscheln schmecken arg fischig und sind lieblos in Salzwasser zubereitet. Außerdem knirschen Sandkörner in den Zähnen. Diese Muscheln sind keine gute Wahl. Anschließend schauen wir uns noch die Zugabe der Folkrockband „Derro Güetto“ an. Die Musik erinnert an irischen Folkrock mit ungewöhnlicher Instrumen­tierung (u.a. ein Dudelsack) – insgesamt eine sehr interessante und gut hörbare Musik. Nach zwei Zugaben verabschiedet sich die Band und wir machen uns nach diesem ereignisreichen Tag auf den Weg zu unserem Apartment.

 


26.8.2006

Strandtag am Boca do Rio in Carnota.
Nach kurzem Einkauf in Muros – es soll erneut Pimientos de Padron sowie Gambas und Tintenfische vom Grill geben – fahren wir zunächst in Lira hoch auf den Berg, um Fotos von der Bucht von Carnota zu machen. Am Strand nehmen wir wieder unseren Platz in den Dünen in der Nähe des Boca do Rios ein – der Mensch ist eben doch ein Gewohnheitstier!

Zunächst machen wir einen 1,5 stün­digen Strand­spaziergang - es istgerade wieder Ebbe - und nehmen ein Bad im Boca do Rio, um anschließend wieder in unsere Bücher für einige Stunde zu versinken.

Auf der Rückfahrt entdecken wir in Lira (strandwärts) noch ein nettes Casa „Tourismus Rural“, das Xanela da Lira.

Das Abendmenü ist heute: Lomo (luftgetrochnetes Schweinefilet), Jamon Serrano, Queso del Pais sowie Pimientos de Padron als Tapas, danach Gambas und Tintenfisch a´la Plancha mit Aioli mit einer ganzen Menge Weißwein.


27.08.2006

Heute Morgen ist es beim Aufstehen leider erneut trüb und es nieselt. Nach unserem üppigen Mahl gestern Abend haben wir beide nicht besonders gut geschlafen und später stellen sich bei mir zudem noch arge Magen-, Darmprobleme ein - hoffentlich keine Fischvergiftung!?

Nach dem Frühstück machen wir uns trotz des mäßigen Wetters auf, um den nördlichen Teil der Costa da Morte zu erkunden – schließlich sind wir Optimisten und wähnen schon hinter der nächsten Kurve den Sonnenschein! Einen Teil unserer Entdeckungstour an der Costa da Morte wollen wir „per Pedes“ bewältigen. Diese Wanderung entlang der „Ruta Costa da Morte“ soll unmittelbar am Cabo Vilan starten.

Wir fahren auf der B 552 über Cee bis Vimianzo. Diese Strecke ist gut ausgebaut und nur mäßig befahren, so dass man recht schnell vorankommt. In Vimianzo verlassen wir die Landstraße und fahren durch Pinienwälder nach Camarinas. Von hier aus soll es einen Weg am Meer entlang zum Cabo geben. Einer Ausschilderung Ruta Costa da Morte folgend befahren wir zunächst eine winzige asphaltierte Straße, die kurz darauf jedoch in einen schmalen Feldweg, der kaum breiter als unser kleines Auto selbst ist, mündet, beidseitig begrenzt durch Steinmauern. Nach einer kurzen nervenaufreibenden Fahrt landen wir zum Glück wieder auf einer besser ausgebauten Straße, die uns zu einem ins Meer ragenden Felsen mit einem Gebäude auf seiner Spitze führt. Wir halten diesen Ort irrtüm­lich für das Cabo Vilan und mar­schieren los. Der sehr schöne Pfad führt entlang der Steilküste durch blühendes Heide­kraut in unter­schiedlichen Farbnuancen.


Nach ca. zwei Kilometern liegt vor uns ein weiterer Felsen mit einem Leuchtturm – das „wirkliche“ Cabo Vilan. Unterhalb des Leucht­turms befindet sich eine Fischzuchtstation. In riesigen runden Beton­becken werden hier vorwiegend Steinbutte und Seezungen gezüchtet.

Wir marschieren noch ein paar Kilometer weiter, kehren kann jedoch um, da ich mich aufgrund der Magenproblem doch etwas schlapp fühle (leichtes Fieber, Gliederschmerzen, Durchfall etc.). Außerdem kann man den nun folgenden Teil auch auf einer Schotterpiste mit dem Auto befahren. Dies tuen wir dann auch und suchen unterwegs nach einem Platz für eine Siesta. Am Praia Beira werden wir fündig und legen uns einmal mehr an einen komplett menschenleeren, landschaftlich unglaublich reizvollen Strand. Lediglich ein paar Surfer ziehen vor dem Strand ihre einsamen Runden. Die Strände an diesem recht rauen Teil der Costa da Morte sind sehr unterschiedlich, allesamt jedoch sehenswert. Am Praia Beira beispielsweise herrschen rot schillernde Felsformationen vor, die bis ins Meer hinein ragen. Das Wetter hat sich noch immer nicht wesentlich gebessert, es ist jedoch recht warm. Einige feuchte Nebel­felder ziehen über uns hinweg, was uns aber nicht großartig stört.


Nach der Ruhepause geht es weiter nach Camelle, einem unscheinbaren und schmucklosen Fischerdorf. Hier hat 40 Jahre lang ein deutscher Künstler namens Manfredo ein Einsiedlerdasein geführt. Gelebt hat er von den bescheidenen Eintrittsgeldern seines Freilichtmuseums, in dem er Strandgut zu Skulpturen verarbeitete. Bei dem schweren Tankerunglück der Prestige vor vier Jahren wurde durch die Ölpest auch ein großer Teil seiner Kunstwerke zerstört. Manfred starb kurze Zeit später und die Dorfbevölkerung war sich darüber einig, dass er die Zerstörung seiner Kunstwerke nicht verwunden hatte. Ihm zu Ehren baute man ein Museo de Aleman. Seine Behausung und einige seiner Werke können besichtigt werden. Wie konnte ein Mensch vor 40 Jahren nur auf die Idee kommen, sich an diesem unscheinbaren und gottverlassenen Ort nieder zu lassen?

Unser letzter Programmpunkt soll die Besichtigung der kleinen Burg in Vimianzo sein, die wir bereits auf der Hinfahrt entdeckt haben. Erstaunlicherweise verlangt niemand Eintrittsgeld in dieser sehens­werten Burg. Sie entstand Ende des 17. Jahrhundert und ist sehr gut erhalten. In den kleinen Räumen der Burg zeigen Kunsthandwerker alte Traditionen wie z.B. Klöppeln, Weben und Schnitzen und verkaufen an Ort und Stelle ihre Werke. Liebevoll ist hier alles hergerichtet und die ausgestellten Gegenstände sind – nicht so wie an anderen Orten dieser Art - in keiner Weise kitschig!


Nach einem ausgiebigen Rundgang treten wir den Rückweg an. Kaum sind wir in Cee angekommen, da sehen wir auch schon strahlend blauen Himmel in Richtung Larino. Ob hier wohl den ganzen Tag über schönes Wetter gewesen ist? Bereits an den Tagen zuvor haben wir festgestellt, dass sich hinter den Montes da Pindo in Höhe des Cabo Fisterra ab und zu eine Wetterschneise bildet.


28.8.2006

Der heutige Morgen geizt zunächst mit Sonnenschein. Tiefe Nebelschwaden ziehen durch die Bucht von Larino. Nach einem kurzen Frühstück und Geburtstagsanruf bei Klaus machen wir uns auf den Weg zum Einkaufen nach Muros. Zurück in Larino entscheiden wir uns trotz des Wetters zu einem ruhigen Strandtag in Carnota. Langsam scheint sich auch die dichte Wolkendecke zu lichten und die Sonne zeigt sich. Wie üblich stehen unser Strandspaziergang bis nach Lira auf dem Programm. Dieser Strand steht zurecht in unserem „Traumstrände“ Buch – das stellen wir an jedem Strandtag in Carnota fest. Trotz des diffusen Lichtes am heutigen Tag ist es ein Genuss auf diesem feinen Sand zu laufen, allzeit die fantastische Bergkulisse mit verträumten Dörfchen vor Augen.

Auf dem Rückweg unseres Spazierganges klärt sich der Himmel zusehend auf. Zurück an unserem Liegeplatz am Boca do Rio sind schließlich alle Wolken buchstäblich wie weggeblasen. Nach einem kurzen Bad in der „warmen Badewanne“ des Boca do Rio haten wir unsere obligatorische Siesta.

Gegen Abend fahren wir über die Montes do Pindo nach Muros. Aussichtspunkte laden unterwegs ein zu kurzen Foto­stopps. Der Ausblick auf die Bucht von Carnota mit seiner Lagunenlandschaft ist immer wieder atem­beraubend.

In Louro finden wir auf dem Rückweg eine nette Bar direkt am San Francisco Strand, wo wir uns ein Bier bzw. einen Vino Blanco genehmigen. Der Strand von Louro liegt ebenfalls in der schönen Bucht von Muros. Wellengang gibt es hier kaum, die Wassertemperatur ist aufgrund der geschützten Lage deutlich höher. Für unseren Geschmack ist dieser Strand allerdings etwas zu überlaufen. Dennoch fällt selbst an den touristisch erschlossenen galizischen Stränden positiv auf, dass die Sonnenschirm- und Liegenvermieter, die andernorts ganze Strandabschnitte blockieren, nicht vertreten sind.

Am Abend genießen wir in unserem kleinen idyllischen Gärtchen nicht ganz so landestypische Kost – Spaghetti Bolognese und ein Gläschen Rioja – muss auch mal sein!

 


29.8.2006

Heute sind wir verhältnismäßig früh wach (8.30 Uhr), das Wetter sieht verheißungsvoll aus und somit entscheiden wir uns zu einem weiteren Trip an die Costa da Morte. Dieses Mal wollen wir uns insbesondere die Orte anschauen, die wir beim ersten Mal aufgrund des mäßigen Wetters ausgelassen haben.

Kurz hinter Cee biegen wir von der B 552 ab in Richtung Cabo Tourinan, jenem Ort, an dem die Prestige havarierte. Dieser Teil der Küste ist touristisch gesehen nahezu jungfräulich, Hinweisschilder auf den kleinen Sträßchen eher „Zufall“. Nach einigen Irrwegen durch Wiesen, Felder und Wälder fragen wir mit unseren immer besser werdenden Spanischkenntnissen eine Frau nach dem Weg. Wie gut, dass wir gerade das Wort „gerade­aus“ (todo derecho) gelernt haben. Am Cabo gibt es nichts Spektakuläres zu entdecken, zudem hat es sich wieder zugezogen – nicht gerade das optimale Fotowetter. Am Horizont sind allerdings „Hoffnungsschimmer“ in Sicht.


Es geht weiter die Küste entlang durch winzige Dörfchen Richtung Muxia. Die hiesige ländliche Bevölkerung scheint ausschließlich vom Maisanbau zu leben, andere Pflanzen sind auf den Feldern weit und breit nicht auszumachen. Muxia ist ein eher nüchterner Ort ohne nennenswerte Sehenswürdigkeit, natürlich mit einem kleinen Fischerhafen. Da inzwischen die Sonne herausgekommen ist, beschließen wir an einen Strand in der Nähe des Cabo Vilans zu fahren, den wir während unserer ersten Tour entdeckt haben. Dieses Mal kann ich die Fahrt entlang der Ruta Costa da Morte mehr genießen - die Magen-, Darmprobleme haben mir vor zwei Tagen doch schwer zu schaffen gemacht.

Wieder werden die Kameras in Bereitschaft versetzt, denn auf dieser Tour entlang der Schotter­piste am Cabo Vilan gibt es unzählige schöne Fotomotive – sicher sind auch einige Motive für den obligatorischen Fotojahres­kalender darunter!? In der Nähe eines Friedhofs (Cementerio Ingles) mit Denkmal, das an Schiffsunglücke an diesem Küstenabschnitt Anfang des Jahrhunderts erinnert, stellen wir unser Auto ab und steigen in einem halbstündigen Fußmarsch hinab zur auserwählten Bucht. Erneut wandern wir durch eine
wunderschöne Küstenlandschaft mit bunt blühendem Heidekraut und treffen einen einsamen Traumstrand vor. Wir können die Leute einfach nicht verstehen, die sich wie die Ölsardinen an hoffnungslos überfüllte Strände zwängen, wenn es solche Alternativen gibt! Aber wir brauchen auch keine Strandcafes, Yachthäfen oder mondäne Boutiquen an betonierten Promenaden etc. – wir genießen mehr die Einsamkeit, die Stille un
d die Natur. An diesem Strand verbingen wir den ganzen Nachmittag. Zwischenzeitlich wird es sogar recht heiß, so dass man sich komplett unter den Sonnenschirm legen muss. Abkühlung bringt das Meer, das hier scheinbar noch kälter ist als in Larino! Glücklicherweise bilden sich an diesem Strand bei Ebbe kleine Lagunen, die durch die Sonne ordentlich aufgeheizt werden – in diesen überdimensionalen Badewannen kann man herrlich baden.

Gegen Abend machen wir uns auf den Heimweg mit einem kurzen Zwischenstopp bei Carrefour in Cee. Heute gibt es „lediglich“ ein Resteessen, was auch seinen Reiz hat. Erstmals essen wir zu Abend in unserer Küche. Der Mond über dem Meer scheint direkt zum Fenster hinein – ein wahrhaft romantisches Ambiente.



30.8.2006

Letzter Tag und wie soll es anders sein – Sonne satt mit kaum einem Wölkchen am Himmel! Zum Abschluss dieses schönen Urlaubes wollen wir noch einmal unseren Lieblingsstrand bei Carnota genießen. Zuvor jedoch soll der Monte de Pindo, mit 642 Metern die höchste Erhebung der Umgebung, erklommen werden. Laut Broschüre aus dem Touristenbüro soll man bei klarer Sicht vom Gipfel die Türme der Kathedrale von Santiago sehen können. Vier große Wandertouren sind in dem Heft verzeichnet, jedoch keinerlei Angaben darüber, in welchem Ort diese starten. Unserer Autokarte nach fahren wir dann bis in ein Dorf kurz hinter Xinzo (von Carnota kommend hinter Xinzo, links abbiegen bis zum nächsten kleinen Dörfchen). In dem Dörfchen fragen wir einen alten (und zahnlosen) Fußgänger nach dem Camino Montes de Pindo und bekommen einen Redeschwall auf Galego ab, der uns nicht wirklich weiter bringt. Außerdem haben wir das Gefühl, dass der hilfsbereite ältere Herr auch nicht so recht weiß, was wir von ihm wollen. In den einsamen Dörfern des Hinterlandes sprechen insbesondere die älteren Menschen ausschließlich Galego und eine Verständigung ist somit nahezu ausgeschlossen. Wir stellen unser Auto außerhalb des Dorfes ab und marschieren in Richtung „Gipfel“. Es gibt keinerlei Hinweisschilder oder Zeichen für Wanderer. Den Berg vor Augen suchen wir uns kleine Trampelpfade, bis auch diese in dichtem Gestrüpp blind enden.

Wir versuchen unser Glück über die mittler­weile vorherrschenden Felsen, was einer klei­neren Kletterpartie gleichkommt. Die Umge­bung ist wunderschön, die Felsen gesäumt von blühendem Heidekraut und einer Art Ginster. Irgendwann werden die Felsblöcke schließlich unüberwindbar bzw. waren nicht ohne Risiko zu bewältigen. Auf einem Felsplateau machen wir Rast und genießen einfach nur den Blick in die Land­schaft. Auch wenn wir den Gipfel nicht erklommen haben, so war es dennoch eine sehr schöne Tour.


Am Auto angekommen fahren wir nach Carnota über eine Schotterpiste, die oberhalb der Küstenstraße in einem kleinen Ort mündet. Am Strand halten wir zunächst Siesta und machen dann unsere geliebte Strandwanderung in Richtung Lira. Heute ist es richtig heiß, so dass wir unterwegs ein ausgiebiges Erfrischungsbad im kühlen Atlantik nehmen. Da die Brandung an diesem Tag deutlich stärker ist, kann man es sogar eine Weile im Wasser aushalten. Am Ende des Strandspazier­ganges folgt eine weitere Abkühlung am Boca do Rio. Da es gerade erst begonnen hat zu fluten, ist das Wasser der Lagune angenehm warm.

Nach diesem letzten Strandtag fahren wir nach Muros, um Besorgungen für unser Abschiedsdinner zu machen. Zuvor nehmen wir aber ein paar Tapas auf unserem Lieblingsplatz in Muros bei einem Gläschen Wein ein. Anschließend gehen wir in eine Carneceria, um Fleisch zum Grillen zu besorgen. Wir sind richtig stolz auf unsere kleine spanische Konversation mit der Metzgersfrau und erstehen schließlich ein paar Stücken Kalbsfleisch.

Ein letztes Mal genießen wir in unserem Garten unser Abendmahl und haben von diesem schönen Urlaub geschwärmt. Ob es uns wohl noch einmal hierher verschlägt?


31.8.2006

Nach kurzem Frühstück verabschieden wir uns von unserem Vermieter (Manolita ist leider gerade nicht zu Hause), verstauen unser Gepäck und fuhren noch einmal für ein letztes Stündchen an den San Francisco Strand von Louro, bevor wir uns auf den Weg zum Flughafen von Santiago machen.

Neue Länder, Landschaften und Kulturen zu entdecken, ist doch etwas Grandioses, einfach ein Stück Lebensqualität. Von den zahlreichen Eindrücken, die man auf Reisen macht, kann man ein Leben lang zehren!





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