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Caprivi

7. April 2014 – Vom Onguma Reserve nach Divundu (580 Km, ca. 8 Stunden reine Fahrzeit)

T4Africa Karte: Onguma - Divundu 

Eine erste fast abenteuerliche Wasserdurchfahrt
Wir entscheiden uns gegen die asphaltierte Variante über Tsumeb und Grootfontein und fahren dafür auf dem kürzeren Weg über die D 3001 und D 3016, zweihundert Kilometer Gravelroads, die sich jedoch bis auf einige Pottholes in passablem Zustand befinden. In einem Reisebericht haben wir gelesen, dass die D 3001 am Ende bei Tsintsebis gerade noch vor zwei Wochen überflutet und schwer passierbar war. Schauen wir mal, ob wir da durchkommen! Die Strecke ist ziemlich unspektakulär und eintönig und führt schnurgerade nach Osten. Wir brauchen gut und gerne zwei Stunden, dann stehen wir bei Tsintsebis vor einer riesigen Wasserfläche, von der auch die Gravelroad komplett bedeckt ist.

Der heutige Tag steht im Zeichen des Autofahrens – wir haben eine Strecke von fast 600 Kilometern abzureißen. Wir begleichen unsere Rechnung in der Rezeption und machen uns um 7.30 Uhr auf den Weg. Sogleich wird uns ein „Eskort-Service“ bestellt, der uns den Weg durch den Fluss weisen soll. Nach kurzer Zeit kommt ein Safarifahrzeug der Lodge. Die Furt ist allerdings ziemlich harmlos – da wären wir locker auch ohne ortskundige Fremdhilfe durchgekommen! Da Corinna Wasserdurchfahrten nicht gerade schätzt, ist sie aber dankbar für die kompetente Unterstützung.

Wir entscheiden uns gegen die asphaltierte Variante über Tsumeb und Grootfontein und fahren dafür auf dem kürzeren Weg über die D 3001 und D 3016, zweihundert Kilometer Gravelroads, die sich jedoch bis auf einige Pottholes in passablem Zustand befindet. In einem Reisebericht haben wir gelesen, dass die D 3001 am Ende bei Tsintsebis gerade noch vor zwei Wochen überflutet und schwer passierbar war. Schauen wir mal, ob wir da durchkommen! Die Strecke ist ziemlich unspektakulär und eintönig und führt schnurgerade nach Osten. Wir brauchen gut und gerne zwei Stunden, dann stehen wir bei Tsintsebis vor einer riesigen Wasserfläche inklusive der überfluteten Gravelroad. Corinna möchte am liebsten sofort umdrehen, ich erkläre jedoch, dass dies sicher schlimmer aussieht, als es am Ende ist - sicher bin ich mir jedoch keinesfalls! Also durchwate ich die gut und gerne zweihundert Meter überflutete Gravelroad und stelle zufrieden fest, dass der Untergrund hart ist und das Wasser an kaum einer Stelle das Knie erreicht. Das sollte kein Problem für unseren Hilux sein!


Der 4x4 Gang wird eingelegt und schon geht es ab in die Fluten. Corinna verkrampft auf dem Beifahrersitz für einen kurzen Augenblick, aber dann stellt auch sie fest, dass wir diese Wasserdurchfahrt problemlos meistern werden. Wahrscheinlich hat sich bei ihr unser Erlebnis in Botswana bei Dead Tree Island aus dem vergangenen Jahr, als wir uns in einem Wasserloch in absoluter Wildnis festgefahren haben, nachhaltig im Kopf festgesetzt, so dass sie Wasserpassagen nicht mehr entspannt angehen kann.

Im weiteren Verlauf haben wir unterwegs noch tolle Tiersichtungen: Zunächst flüchtet ein grüner Flussfrosch vor unserem herannahenden Fahrzeug, kurze Zeit später passiert ein wunderschönes grünes Chamäleon die Fahrbahn. Nach insgesamt 3,5 Stunden Gravelroad erreichen wir endlich die asphaltierte Hauptstraße.



Wir sind darauf vorbereitet, dass nun eine Kontrolle an einem Veterinärzaun folgt. Vorsichtshalber nehmen wir das komplette Fleisch aus dem Kühlschrank und verstecken es in einem „Geheimfach“ unseres Wagens. Im Normalfall kontrolliert der Checkpoint ausschließlich die Fahrzeuge, die von Nord nach Süd fahren. Wir haben aber auch schon über Fälle gelesen, bei denen sich die Kontrolleure einfach willkürlich an den Vorräten der Reisenden bedient haben. Uns bleibt eine Kontrolle des Kühlschranks erspart und wir verstauen einige Hundertmeter nach dem Checkpoint unsere Fleischvorräte wieder zurück in den Kühlschrank.

Auch die nun folgende Strecke von 140 Kilometern ist eintönig – die einzige Abwechslung bieten die am Straßenrand winkenden Kinder sowie Heerscharen von Rindern und Ziegen, denen man permanent ausweichen muss. Schließlich erreichen wir Rundu, wo wir zunächst einmal volltanken. Erneut können wir nicht mit Kreditkarte bezahlen, was bedeutet, dass wir schon wieder zu einem ATM fahren müssen. Bislang hat nur der ATM von der FNB Bank in Windhoek unsere EC-Karte akzeptiert, dort erhält man allerdings lediglich maximal 2.000 NAM $ pro Vorgang. Beim Spar in Rundu wollen wir unsere Vorräte auffüllen, die Gemüseabteilung lässt jedoch schwer zu wünschen übrig, so dass wir einen zweiten Durchgang beim besser sortierten Shoprite in Kauf nehmen müssen. Außerdem kaufen wir noch bei Pep Sonnenschutzmittel sowie zwei dicke Kissen (die mitgelieferten Kissen von Bushlore sind uns einfach zu unbequem!).

Noch einmal liegen 200 Kilometer bis zur Nunda River Lodge bei Divundu vor uns. Einen Teil der Strecke fahren wir auf der alten Strecke entlang des Okavangos. Hier reiht sich Graal an Graal am Flussufer, die zumeist mit trockenem Schilf eingezäunt sind. Es herrscht buntes Treiben am Wegesrand, Kinder wie Erwachsene beäugen uns interessiert und winken uns zu. Gerade noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wir die Nunda River Lodge in der Nähe der Pupa Falls und sind auf Anhieb begeistert. Der weiße Manager, Cameron, begrüßt uns und wir richten uns erst einmal auf dem vorgebuchten Campsite No. 7 ein (die Campsites 2,3 und 8 liegen direkt am Okavango und sind ebenso schön). Das Dinner, zu dem wir uns angemeldet haben, beginnt in wenigen Augenblicken, so dass wir kaum Zeit haben, uns unter der Dusche vom Reisestaub zu befreien.

In Caprivi gilt nicht wie im restlichen Namibia die Winterzeit, die gerade vor zwei Tagen begonnen hat. Um die Verwirrung komplett zu machen: Diese Sonderregelung gilt nicht für offizielle Stellen und Grenzübergänge – hier ist wiederum die Zeit des restlichen Namibias gültig! Manchmal glauben wir, dass selbst die Einheimischen nicht durch dieses Zeiten-Wirrwarr durchsteigen!

Der Abend auf der Terrasse am Okavango ist stilvoll. Es wird eine Kartoffelsuppe, Kingklip Fisch mit Beilagen sowie eine Apfeltarte serviert. Wir lassen den Abend am Fluss sitzend ausklingen und begeben uns alsbald zur Ruhe.


8. April 2014 – Nunda River Lodge

Erste Elefantensichtung im Mahango Game Park
Der Morgen beginnt mit einem lauten Vogelkonzert. Von der anderen Uferseite des Okavangos schallt das inbrünstige Grunzen der Hippos herüber. Unsere Campsite ist die Idylle pur. Wir nehmen erst einmal eine heiße Dusche in dem wunderschönen Sanitärhäuschen, in dessen Mitte sich ein üppiges buntes Beet befindet.

Während des Frühstücks werden wir umschwirrt von Gelbbauchbülbüls, Palmtauben, Weißbrauenröteln und Braundrosslingen. Auch ein laut schreiender, juveniler Jacobin Kuckuck gesellt sich dazu und fordert die anderen Vögel auf, ihn zu füttern – ein interessantes Schauspiel, zumal der Kuckuck deutlich größer ist als die Drosslinge und die Bülbüls. Der Jacobin Kuckuck parasitiert vorrangig bei kleineren Vögeln wie Bülbüls.


Juveniler Jakobiner-Kuckuck (Jacobin Cuckoo)    /    Weißbrauenrötel (White-browed Robin Chat)


Gelbbauchbülbül (Yellow-bellied Greenbul)

Im Schilf schwirren einige wunderschöne, metallisch glänzende Bronzesultanhühner aufgeregt von Halm zu Halm, für uns ebenfalls eine Vogel-Erstsichtung!


Bronzesultanshühner (Allen's Gallinule)

Den gesamten Vormittag verbringen wir in der Lodge und schauen uns zunächst in der liebevoll gestalteten Anlage um. Dadurch, dass der Okavango ganzjährig Wasser führt, ist das gesamte Gelände wie ein buntblühender tropischer Garten. Wir genießen ein erfrischendes Bad im Pool und relaxen mit Blick auf den Fluss. Im Garten rund um den Pool schwirren Hunderte von Schmetterlingen von Blüte zu Blüte. Wir fühlen uns ein kleines bisschen wie im Paradies!

Am Mittag fahren wir zum 15 Kilometer entfernten Mahango Game Park, Bestandteil des Bwabwata Nationalparks. Wenn man den Park durchfährt, gelangt man zur Grenze nach Botswana. Von hier aus könnte man die bekannten Tsodillo Hills besuchen. Wir haben bei der Anfahrt eine nette Begegnung mit zwei Kindern auf einem Fahrrad. Wir fragen, ob wir sie fotografieren dürfen und belohnen sie mit ein paar Trockenfrüchten. Auf die Verteilung von Süßigkeiten sollte man besser verzichten aufgrund der mangelnden zahnärztlichen Versorgung.

Im Mahango Nationalpark leben Löwen, Leoparden, Tausende von Elefanten, diverse Antilopenarten und natürlich zahlreiche Vogelarten. Wir zahlen den Eintritt am Gate (45 NAM $ p.P.). Der interessanteste Teil des Parks ist eine 19 Kilometer lange Fahrt auf einer gut befestigten Gravelroad entlang des Okavangos. Auf uns wirkt der Park unglaublich friedlich, auch wenn hier das gleiche unbarmherzige Leben von „Fressen und Gefressen werden“ herrscht, wie anderen Orts in der Wildnis. Im Schritttempo durchfahren wir den Park. Zu Beginn bestimmt eine ausgedehnte Wasserfläche die Szenerie - zahlreiche Antilopen tummeln sich in der Nähe des Wassers, hauptsächlich Letschwe, Kudus und Impalas.



Rallenreiher (Squacco Heron)

Auch die ersten Elefanten sichten wir - ein Bulle beäugt uns kritisch, bleibt aber auf Distanz und verschwindet schließlich im dichten Unterholz. Auf eine Raubtierbegegnung hoffen wir am heutigen Tag vergeblich. Dennoch gefällt uns der überschaubare und Ruhe ausstrahlende Park fast besser als Etosha. Mehrere mächtige Baobab Bäume sind ebenfalls zu bewundern.

 

 

Den Abend verbringen wir auf unserer Campsite und bewundern das Farbenspiel des Sonnenuntergangs über dem Okavango. Das Campfire wird entzündet und wir kochen uns einen Potjie mit Kudu-Filet und Gemüse.


9. April 2014 – Divundu - Mavunje Camp (230 Km, 2,5 Stunden)

T4Africa Karte: Divundu - Mavunje Camp

 

Vorbereitung auf unsere Fluss-Safari
Unsere heutige Etappe ist nicht ganz so lang. Nach dem Frühstück machen wir noch einen kurzen Abstecher zu den Popa Falls, den man sich allerdings sparen kann, wenn der Okavango gut gefüllt ist! Das Wort "Popa" leitet sich von Mpupo ab, was soviel heißt wie stürzendes Wasser. Vielmehr als ein paar Stromschnellen sind allerdings nicht zu sehen. Der Okavango „stürzt“ an dieser Stelle ganze drei Meter in die Tiefe. Der Zutritt erfolgt über die Popa Falls Lodge, an der Rezeption entrichtet man 10 NAM $ Entrance Fee.

 

Über den Trans-Caprivi-Highway fahren wir mitten durch den Bwabwata Nationalpark. Am Straßenrand warnen Schilder vor querenden Elefanten – tatsächlich sehen wir unmittelbar hinter der Kontrollstation Elefanten am Straßenrand friedlich grasen. Der Rest der Strecke ist erneut ziemlich eintönig, die gut befahrbare Straße führt immer schnurgeradeaus!

Der Caprivistreifen ist ca. 450 Kilometer lang und 50 Kilometer breit. Benannt ist er nach dem deutschen Reichskanzler Graf von Caprivi. In der britisch-deutsch bestimmten Kolonialzeit erhielt Deutschland am 1. Juli 1890 von England im Tausch gegen Sansibar neben Helgoland auch den Caprivi-Streifen, der den Zugang von Deutsch-Südwestafrika zum Sambesi garantierte. Die heutige namibische Regierung hat die Bezeichnung Caprivi aus dem Sprachgebrauch gestrichen und umbenannt in Zambezi-Region.

In Kongola biegen wir ab auf die C 49. Nach zwölf Kilometern führt ein kleiner sandiger Pfad zu den
Mavunje Campsites, dem Base-Camp für die „Mashi River Safaris“. Unterwegs werden wir angehalten von Clement, einem nahezu zahnlosen Angestellten. Er erklärt uns, dass er uns schon erwartet habe. Dan, der Besitzer des Mavunje Camps befinde sich bis morgen Mittag auf einer Fluss-Safari, aber er würde uns alles zeigen. Er steigt bei uns ein und wir fahren gemeinsam zum Camp.

Das Konzept des Mavunje Camps garantiert Individualität und Dan hat bei der Errichtung großen Wert auf eine minimale Störung der Umwelt gelegt – ein Camp wie gemacht für uns! Natürlich sind wir wieder einmal die einzigen Gäste. Jede der beiden Campsites (135 NAM $ p.P.) ist mit Strohhütten ausgestattet, die auf einer Landzunge namens Mavunje platziert worden sind. Sie passen sich perfekt in die natürliche Umgebung ein. Zu unserer Campsite gehören eine Dusch- und Toilettenhütte, eine Küchenhütte sowie ein „Dining-Room“ mit toller Aussicht auf die Mavunje Auen und einer Lagune des Kwandos. Clement erklärt, dass noch heute Morgen direkt vor der Hütte mehrere Elefanten den Fluss durchquert haben. Zum Mavunje Camp gehört auch noch ein Tented Camp mit drei Safari Tents.


Wir relaxen an diesem einzigartigen Plätzchen bis die Sonne untergeht. Mittlerweile ist William, ein anderer Angestellter von Dan, eingetroffen und erklärt, dass er heute Nacht auf uns aufpassen wolle – wie beruhigend! Wieder einmal berauschen uns die Farben der untergehenden afrikanischen Sonne, begleitet von dem uns mittlerweile vertrauten Klicken der Frösche in afrikanischen Feuchtgebieten. Heute Abend wird auf offenem Feuer im Potjie eine Sauce Bolognese gekocht – einfach lecker. Corinna meint, während wir am Campfire sitzen, dass sie dieser spezielle Ort an die Memela Bush Lodge in Südafrika erinnert, wo wir einige Tage 2012 verbracht haben. Ich stimme ihr zu und wir stellen fest, dass zwei Menschen in Südafrika ganz besonders dazu beigetragen haben, dass in uns die Liebe für Afrika geweckt worden ist: Zum einen ist dies Willis, der Inhaber der Memela Bush Lodge, der mit uns im iSimangaliso Wetland Park ausgedehnte Wanderungen gemacht hat, zum anderen Sicelo, unser Führer unserer mehrtägigen Walking-Safari im Hluhluwe Park in Kwazulu Natal, einem der wohl charismatischsten und mitreißendsten Guides, die wir je erlebt haben. Ihre Leidenschaft für den afrikanischen Busch hat uns infiziert. Und wenn wir die berauschenden Farben der untergehenden Sonne, die sich in der Lagune des Kwando spiegelt, betrachten, dann versteht man sehr schnell die große "Infektionsgefahr" Afrikas!


 10. April 2014 – Mavunje Camp

Game-Drive im unberührten Mudumu Nationalpark
Heute wollen wir zum nur wenige Kilometer entfernten Mudumu Nationalpark fahren. Die C 49 von Kongola wird gerade asphaltiert – in den Tracks4Africa GPS-Karten ist die Straße noch als Gravelroad ausgewiesen. An der Susuwe Ranger Station werden wir von einem schläfrigen Angestellten in Empfang genommen – wir sind die ersten Besucher und viele werden heute wohl auch nicht mehr kommen. Der Ranger meint, „I´m tired, yesterday it was very busy“. Das Registrierbuch weist fünf Gäste für den gestrigen Tag aus, was im Mudumu Park soviel  wie „busy“ bedeutet! Wir werden im Park nicht ein einziges Fahrzeug zu Gesicht bekommen! Nachdem der übliche Papierkram erledigt ist, entrichten wir unsere 45 NAM $ p.P. für die Permits. Der Mudumu Park ist nicht eingezäunt und in die Migration der Wildtiere aus dem Okavanko Delta integriert.

Im Iwanowski Reiseführer
wird vor der Befahrung in den Mudumu geradezu gewarnt, man solle mit mindestens zwei Fahrzeugen in den Park fahren und detailliertes Kartenmaterial dabei haben – dies wird nicht die einzige Ausführung im Iwanowski bleiben, die wir gar nicht teilen können. Aus unserer Sicht kann man Mudumu um diese Jahreszeit recht gut befahren, wenn auch immer wieder Schlammlöcher passiert werden müssen. Ein GPS-Gerät ist allerdings obligatorisch – manche Pads sind derartig überwachsen, dass die beiden Fahrspuren kaum noch zu erkennen sind. Erstmals spannen wir auch unseren Grasfänger vor dem Kühler auf, der verhindern soll, dass sich Grassamen ablagern und diese durch den heißen Kühler in Brand geraten. Auf diese Weise ist schon so manches 4x4 Auto unerfahrener Safaritouristen in Afrika abgebrannt! Auch reduzieren wir den Reifendruck von 2,5 auf 1,8 Atü, da der Untergrund weich und sandig ist.

Durch das hohe Gras sind natürlich auch die Wildtiere schwer auszumachen. Selbst Elefanten sind nicht auf Anhieb zu entdecken. Wir stoßen auf eine riesige Herde, die trotz unseres großen Abstandes ziemlich nervös wirkt. Das Leittier trompetet zur Warnung in unsere Richtung und läuft ein paar Schritte auf uns zu. Die erfahrenen Tiere haben sicher noch gut in Erinnerung, dass vor noch nicht allzu langer Zeit Wilderer hier ihr Unwesen trieben. Bei den Bauern sind die Dickhäuter zudem bis zum heutigen Tag nicht gerne gesehene Besucher, da sie Felder und Anpflanzungen zertrampeln. Sie vertreiben die Tiere mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln – nachvollziehbar, dass der Naturschutz bei den Einheimischen eine untergeordnete Bedeutung einnimmt, wenn die eigenen Existenz auf dem Spiel steht. Das Erstaunliche bei Elefanten ist, dass sich die Leittiere genau ihre Umgebungen einprägen können und ihr Verhalten entsprechend anpassen. Nur wenige Kilometer entfernt jenseits des Flusses im nahen Chobe Nationalpark in Botswana können die gleichen Tiere in ähnlicher Situation völlig gelassen und relaxed reagieren. Hier haben sie gelernt, dass ihnen von Menschen in Autos keinerlei Gefahr droht.
 

 

Auf einer Ebene schwirren zahlreiche Zwergspinte umher und jagen Schmetterlinge und andere Insekten. Diese farbenfrohen Vögel sind sehr erfolgreiche Jäger. Sie erspähen auf einen erhabenen Ast sitzend ihre Beute, stürzen sich im Sturzflug darauf und schnappen im Flug zu. Kaum ein Insekt entkommt den flinken Vögeln. Aber auch viele andere Vögel sind im Park zu entdecken, natürlich auch die lautstark krächzenden und allgegenwärtigen Rotschnabel-Tokos, Klunkerkraniche und Weißbrauenkuckucke.


Rotschnabeltoko


Klunkerkraniche (Wattled Crane)


Weißbrauenkuckuck (White-browed Coucal)

Kurz darauf stoßen wir auf eine große Impala-Herde. Der Bock röhrt ohrenbetäubend, um zum einen männliche Rivalen abzuschrecken und seine Dominanz auszudrücken. Gleichzeitig signalisiert er damit, paarungsbereit zu sein. Wenig später wird die Herde aufgrund unserer Anwesenheit nervös und  flieht in den Busch.



Wir stoßen auf den Kwando River – am anderen Ufer ist Botswana. Nicht weit davon entfernt haben wir noch vor einem halben Jahr am Linyanti River gecampt. Der Weg ist teilweise nun kaum noch zu erkennen und wir benötigen ein ums andere Mal das GPS-Gerät, um wieder zurück auf den überwucherten Pad zu finden.

Schließlich verlassen wir den Park, da wir noch das Lizauli Traditional Village besuchen wollen. Hier zeigt ein geschäftstüchtiger Familienclan das traditionelle Leben in einem herkömmlichen Caprivi-Dorf (Eintritt 50 NAM $ p.P.). Unser Guide zeigt uns, wie Hirsemehl aus Korn hergestellt wird, wie Fallen für Mäuse, die es auf den Kornbestand abgesehen haben, hergestellt werden oder wie die Frauen kunstvolle Körbe flechten. Höhepunkt ist natürlich das Wirken des Medizinmannes, der mit seiner Heilkunst, aber auch durch Tanz und Gesang Erkrankten helfen soll. Natürlich ist der Rundgang etwas touristisch ausgerichtet, aber wir halten die Unterstützung des Projektes in jedem Fall für wichtig, da die Einheimischen dadurch lernen, vom Tourismus profitieren zu können. Wie schon erwähnt verirren sich in diese Gegend ohnehin nur wenige Touristen.

 

Zurück im Mavunje Camp lernen wir Besitzer Dan kennen, ein Engländer, der seit vier Jahren hier lebt. Wir plaudern eine ganze Weile mit ihm und er erzählt uns unter anderem, dass „Molly´s Kitchen“ deswegen so heißt, da sich in der vergangenen Woche eine Schwarze Mamba im Dachgeflecht verirrt hat und Dan den ungebetenen Gast so benannt hat. Er hat das hochgiftige Tier eingefangen und 25 Kilometer von Mavunje entfernt ausgesetzt. Mambas sind durchaus territorial und er hatte die Befürchtung, dass sich die Schlange an den leckeren Mais in der Küchenhütte erinnern würde und sich hier dauerhaft einnisten könnte. Dann würde sie natürlich zur Gefahr für die Gäste werden - der Biss einer Mamba in dieser Umgebung würde unweigerlich zum Tod führen, da das nächste Krankenhaus mit Gegengift Hunderte von Kilometern entfernt ist. Ab heute werden wir wohl noch ein bisschen mehr hinschauen, wo wir hintreten und vor allem, wenn wir eine der Strohhütten betreten!

Es hat schon wieder angefangen zu regnen. Den ganzen Tag hat es heute immer wieder den einen oder anderen kleineren Schauer gegeben. Die Regenzeit ist halt noch nicht ganz zu Ende. Natürlich hoffen wir, dass es in den kommenden drei Tagen besser wird, da wir mit Dan eine Overnight-Safari machen wollen und in der Wildnis auf dem Kwando unterwegs sind. Unser Campfire kommt aufgrund der Feuchtigkeit nur schwer in Fahrt, so dass wir uns in Geduld üben müssen. Es gibt gegrillten Springbock, dazu in Alufolie gebackenen Gem Squash Kürbis und Kartoffeln. Es regnet mehr oder weniger die ganze Nacht durch – erst gegen Morgen verziehen sich die Wolken und geben die Sicht frei auf den afrikanischen Sternenhimmel.


11. April 2014 – Safari auf dem Kwando

Corinnas verpasste Chance, ihre Lieblingsszene aus „Out of Africa“ nachzuspielenHeute startet die dreitägige Tour auf dem Kwando mit Dan. Wir packen unsere sieben Sachen zusammen. Außer unsere persönlichen Sachen brauchen wir an nichts zu denken. Dan sorgt für Vollverpflegung und all die Dinge, die für die Errichtung des Camps benötigt werden. Die Tour kostet 3.050 NM $ p.P. und wird grundsätzlich mit nur einer Gruppe durchgeführt - eine Vermischung von Gästen lässt er nicht zu. Auf diese Weise kann er auf individuelle Wünsche und Vorlieben der Teilnehmer optimal eingehen. Die Campsite ist für Dan eigentlich nur ein Nebengeschäft, sein Hauptinteresse liegt hauptsächlich auf den Aktivitäten auf den Kwando Channels.

Diverse Cooler-Boxes, Lebensmittel und Campingutensilien werden auf dem Boot verstaut – eine Ausrüstung, gefühlt wie für eine dreiwöchige Expedition. Schließlich sind wir gegen 10.30 Uhr startklar. Begleitet werden wir von William, einem Angestellten von Dan, der in einem der benachbarten Villages lebt. Es dauert nicht lange, da stoßen wir auch schon auf die erste Hippofamilie. Ungefähr zehn große und kleine Augenpaare ragen aus dem Wasser heraus und beäugen uns neugierig. Leider sorgt das trübe Wetter nicht gerade für optimale Fotobedingungen!


Wir legen auf einer idyllischen Insel an. Es erwartet uns eine wahre grüne Hölle! Dan zeigt uns unterschiedliche uralte Bäume, einige davon sind bereits Elefanten zum Opfer gefallen. Die Insel liegt genau auf einem Elefantenpfad, die hier regelmäßig durchziehen. Leider soll hier demnächst eine Lodge entstehen. Das zuständige Conservancy-Management hat bereits seine Zustimmung erklärt. Dan kann die Entscheidung kaum verstehen, da die Lebensgewohnheiten der heimischen Elefanten dadurch stark beeinträchtigt werden. Unter einem Marula-Baum finden wir reife Früchte und kosten sie erstmals in unserem Leben. Eine überreife Frucht ist bereits fermentiert, und man kann den alkoholischen Geschmack wahrnehmen. Es ist allerdings eine Mär, dass Elefanten von fermentierten Marula-Früchten betrunken werden können – dafür ist die Körpermasse von Elefanten natürlich viel zu groß! Zurück am Boot gibt es Lunch mit Brot, Käse, Wurst, Oliven und vielem mehr.

Im weiteren Verlauf sehen wir weitere Hippofamilien in einigen Nebenkanälen. In einem Seitenarm des Kwando stoßen wir auf zahlreiche Elefanten, die im Schilf grasen. Wir lassen uns mit unserem Boot geräuschlos und gegen den Wind vorsichtig an einen jungen Elefantenbullen heran treiben. Auge in Auge stehen wir dem Dickhäuter gegenüber, keine vier Meter entfernt – kaum zu glauben, dass er uns nicht wahrnehmen kann, solange wir uns nicht schnell bewegen oder Geräusche von uns geben. Elefanten sehen extrem schlecht – ihr Geruchssinn ist dagegen fantastisch.



 

Wir setzen unsere Fahrt fort und legen nochmals bei einer weitläufigen Ebene an. Von einem mächtigen Termitenhügel aus kann man das komplette Feld übersehen. Zur Trockenzeit sei die Ebene übervölkert von Tieren – riesige Elefanten- und Büffelherden ziehen hier durch, erklärt Dan. Leoparden und sogar Wilddogs können hier ebenfalls beobachtet werden. Rund um die Kwando-Channels fühlen sich sogar einige Wilddogs-Rudel, die stark vom Aussterben bedroht sind, wohl.

William steuert anschließend unser Boot auf eine winzige, mit Schilf bewachsene Insel. Davor dümpelt ein weiterer Hippo-Clan mit einem mächtigen Bullen. Die Bullen müssen sich ihre Frauen übrigens nicht suchen – je besser das Territorium eines Bullen ist und je stärker er wirkt, desto anziehender wirkt er auf Weibchen, die sich ihm dann anschließen. Geduckt und lautlos schleichen wir uns näher an die Kolosse heran und sitzen eine ganze Weile wenige Meter von der Gruppe entfernt auf dem kleinen Eiland – alle Tiere beäugen uns zwar durchgängig, sind jedoch komplett relaxed. Erst als ein mächtiges Weibchen näher an uns herankommt, ordnet Dan den vorsichtigen Rückzug an.

Häufig wird in Berichten versucht, Hippos als die „Killer Afrikas“ darzustellen. Es ist zwar richtig, dass die meisten tödlichen Wildtier-Unfälle mit Hippos passieren, jedoch haben immer die Opfer die Angriffe durch ihr falsches Verhalten selbst ausgelöst. Die meisten Unfälle passieren, wenn sich in der Dämmerung Menschen zwischen Hippo und Wasser stellen und die Tiere keine Rückzugsmöglichkeit sehen. In diesen Fällen greifen Hippos sofort an, rennen ihre Opfer über den Haufen oder rammen ihre messerscharfen Zähne in den Körper. Auch ereignen sich regelmäßig fatale Zwischenfälle in Mokoros (Einbäume), die sich vor allem im Okavango-Delta großer Beliebtheit erfreuen. Wir kennen keinen Menschen, der sich mit Hippos besser auskennt als Dan, und er selbst würde sich niemals in ein Mokoro setzen, wenn sich Hippos im Gewässer aufhalten. Mokoro-Trips sind jedoch ein zu großes Geschäft in Botswana, um dieses Business einzustellen.


Die Dämmerung hat mittlerweile eingesetzt. Auf dem Weg zu unserem ersten Camp entdecken wir einen Kap-Sperlingskauz (African barred owlet) – einen sehr kleinen ohrlose Nachtvogel. Dan hat auf seinem Handy eine App (Roberts – African Birds), in der alle afrikanischen Vögel verzeichnet sind, und mit der auch der Ruf der Tiere abgespielt werden kann. Damit lockt er den kleinen Nachtvogel an, damit wir Fotos schießen können. Wieder einmal kommen wir mit Dan auf Corinnas Lieblingsfilm „Jenseits von Afrika“ zu sprechen und ich erzähle von der berühmten Filmszene und ihrem noch immer „unerfülltem Traum“: Zu Mozartmusik sich im afrikanischen Busch von einem Traummann die Haare waschen zu lassen! „Robert Redford und ein Grammophon sind zwar nicht verfügbar, der Rest lässt sich aber schon arrangieren“, scherzt Dan (die Mozartmusik befindet sich sogar auf meinem Handy und könnte eingespielt werden!). Corinna verzichtet am Ende dann jedoch dankend auf das freundliche Angebot!

Wir erreichen unseren Schlafplatz. Die Zelte stehen noch von der vorherigen Gruppe an dieser Stelle, so dass wir das Camp nicht aufbauen müssen. Während William und Dan das Abendessen vorbereiten, dürfen wir bei einem kühlen Bier relaxen und die ruhige Abendstimmung genießen. Ein stilvoller Tisch wird gedeckt und dann gibt es scharfes Hühnchen und Gemüse aus dem Potjie – eine Mavunje Camp Spezialität. Für romantisches Licht sorgen zwei Petroleumleuchten. Unser „Bett“ im Zelt, bestehend aus einer guten Campingmatratze und einem darauf liegenden Schlafsack ist bequem – so viel Luxus hatten wir auf dieser Tour gar nicht erwartet. Die Krönung allen Komforts aber ist eine Bush-Toilette inklusive Toilettenstuhl! 

 


12. April 2014 – Boots-Safari auf dem Kwando

Ein verregneter Tag auf dem Fluss

Es regnet die ganze Nacht durch. Aus diesem Grund verschieben wir den geplanten frühen Aufbruch. Als der Regen dann doch noch etwas nachlässt, machen wir uns ein erstes schnelles Frühstück, eine Tasse Kaffee und Rusks, in der Hoffnung, am Morgen viele Vögel und auch andere Tiere zu sehen. Daraus wird nichts - die meisten Tiere verstecken sich vor dem Regen im dichten Busch. Dann zeigt uns Dan doch noch etwas Interessantes: Auf einer Ebene entdecken wir eine Herde Letschwe-Antilopen mit einem einzelnen Wasserbock. Die meisten Wasserböcke sind vor einigen Jahren aus der Gegend verschwunden, kein Mensch weiß warum. Nur dieser eine Wasserbock ist geblieben und fühlt sich merkwürdiger Weise bei der Letschwe-Herde pudelwohl. Dan ist sich sogar sicher, dass sich der Bock bereits mit einer Letschwe-Kuh gepaart hat – er „habe bereits merkwürdig aussehende Antilopen in der Gegend gesehen“! Mittlerweile hat die Conservancy Hundert Wasserböcke aus anderen Gegenden am Kwando wieder angesiedelt – der „kuriose Bock“ ist dennoch bei seiner Letschwe-Herde geblieben und zeigt nach wie vor an seinen eigenen Artgenossen kein Interesse.



Zurück am Lager gibt es ein ausgedehntes Frühstück mit French Toast, geschmorten Tomaten und Speck. Danach bauen wir das Lager ab und verstauen alles im Boot. Auf der Weiterfahrt in Richtung Horseshoe, einer 180 °Grad Biegung eines Flussarmes, im Bwabwata Nationalpark gelegen, beobachten wir noch zahlreiche Hippos. Es regnet immer noch ununterbrochen. Mitte April ist die Regenwahrscheinlichkeit in der Caprivi-Region normalerweise nicht so hoch – so ein Pech!!! Für unser zweites Nachtlager werden wir vor die Wahl gestellt: Komfortcamp vs. Bushcamp. „Bushcamp“ posaunt Corinna spontan aus – schließlich sind wir keine Weicheier! Wenn wir uns für das Komfortcamp entschieden hätten, wären wir in den Genuss heißer Duschen im Nambwa Community Camp gekommen. Nun werden wir uns wieder eine Campsite irgendwo in der Wildnis suchen.


Bei unserem abendlichen Gamedrive führt uns Dan zu einer Lichtung, wo sich häufig Wilddogs aufhalten. Der Zeitpunkt ist eigentlich optimal, da der Regen gerade aufgehört hat und die Beutetiere aus dem Busch herauskommen, um sich in der Sonne zu trocknen. Leider haben wir heute Abend kein Glück. Immerhin sehen wir einige Schreiseeadler und farbenfrohe Afrikanische Zwergenten aus nächster Nähe.


Schreiseeadler (Fish Eagle)    /     Afrikanische Zwergente (African Pygmy Goose)

Wir errichten unser Camp in einer Flussschleife, von der Dan berichtet, „hier lebe das größte Krokodil (über 5 Meter groß), das er je in den Kwando Channels gesehen habe“. William hat offenbar großen Respekt vor dem Krokodil, denn er zieht es vor, sein Zelt ein kleines Stückchen vom Fluss entfernt zu errichten. Unser Zelt ist ebenfalls gute zehn Meter entfernt – so weit wagt sich normaler Weise kein Krokodil aus dem Wasser – hoffen wir jedenfalls!

Pünktlich zum Abendessen hat der Regen aufgehört. Nachdem das Campfire entfacht ist, gibt es ein Braai mit Burenwurst und Rib-Eye Steak, dazu Braai-Brot (gegrillt mit Käse, Zwiebeln und Tomaten). Zahlreiche große Glühwürmchen umschwirren uns. Wir haben sehr interessante Gespräche mit Dan am Lagerfeuer. Unter anderem erklärt er uns die Bedeutung des Huntings in Conservancies. Natürlich ist Dan ebenso wie wir ein scharfer Gegner jeglicher Jagdgenehmigungen, dennoch wäre die Arbeit in vielen Conservancies ohne das horrende Geld armeseliger Trophäenjäger sehr viel schwerer nur möglich. Es ist für uns kaum nachvollziehbar, das irgendwelche Irren 30.000 NAM $  für die Abschussgenehmigung eines Hippo-Bullen, zuzüglich der Kosten für Unterkunft, Bootstransfer etc. bezahlen, um sich dessen Kopf an die Wand zu nageln. Sogar Ungeübte wie wir, die noch niemals in ihrem Leben ein Gewehr in der Hand gehalten haben (und auch niemals halten werden ...), könnten ohne jegliches Problem ein Hippo abschießen! Wo um alles in der Welt liegt nun die Herausforderung eine solche Jagdtrophäe zu erbeuten? Wir werden die Gedankengänge dieser kopfkranken Menschen nie ergründen können! Jedoch würden wir uns sehr wünschen, dass die Erhaltung dieser einzigartigen Natur auch ohne ("touristische") Jagdaktivitäten funktionieren würde. Ein gutes Stück voran käme man sicherlich, wenn ausgebildete Manager den Conservancies voranstehen würden, die das wenige zur Verfügung stehende Geld sinnvoll verwalten und es sich nicht in die eigene Tasche stecken. Doch davon ist man in Namibia unglücklicherweise allerorts ein ganzes Stück entfernt!


13. April 2014 – Boots-Safari auf dem Kwando

Abschied vom Kwando

Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Es regnet beim Aufstehen nicht! Während unseres ersten Frühstücks kommt sogar für einen kurzen Moment die Sonne heraus. Wir bauen unser Camp ab und schon hat uns der Fluss wieder. Wir treffen auf eine große Gruppe Hippos, die sich bei dem kalten Wetter in der Nähe des Ufers im Schilf dicht gedrängt ihren Schlafplatz gesucht haben. Der Motor unseres Bootes hat die Tiere geweckt, nachdem Dan den Motor ausgeschaltet hat, fallen den meisten alsbald wieder die Augen zu. Schlafende Hippos im Wasser haben wir zuvor noch nie gesehen!


Wir fahren zum Nambwa Community Camp, da Dan sich nach dem Fortgang eines Lodge-Bauprojektes vor Ort erkundigen möchte. Das Camp liegt wieder einmal an einem einzigartigen Plätzchen (Unsere Campsite-Empfehlung: No. 2!!!). In absehbarer Zeit werden hier aber neun Chalets entstehen. Ob die Idylle dann hier erhalten bleibt, bleibt fraglich. Wir trinken am Ufer noch einen Tee, beobachtet von einer Meerkatzen-Bande, die sich auf allen Campsites Afrikas wohl fühlen und alles klauen, was nicht niet- und nagelfest ist.

Auf einem letzten Boots Game-Drive halten wir noch einmal erfolglos Ausschau nach Elefanten – in dem gleichen Kanal, in dem wir vorgestern auf die große Herde gestoßen sind. Dafür beobachten wir zahlreiche Blue-cheeked Bee-Eater (
Blauwangenspinte) die sich auf die über dem Kanal schwirrenden Schmetterlinge stürzen.

Auf der Fahrt zurück ins Camp trefen wir noch auf einige Graueisvögel und eine "Hadeda-Truppe", die uns von einer Baumkrone herab ineressiert beäugt. Diese Vögel können einen Heidenspektakel machen, wenn sie in Höchstform sind. Um 1 Uhr mittags ist unser Flussabenteuer dann leider zu Ende und wir entladen das Boot am Mavunje Camp. Den Rest des Tages verbringen wir im Camp und relaxen.

 
Hadeda-Ibis   /    Grauer Eisvogel (Pied Kingfisher)
 

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