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Wilderness

Zurück in der De Zeekoe Farm frühstücken wir auf der schönen Terrasse. Es wird ein Büffet mit diversen Eierspeisen, Obst, Käse und vielem mehr bereitgestellt. Beim Auschecken können wir nicht an den geschnitzten Meerkats vorbeigehen und erwerben ein Exemplar von etwa vierzig Zentimeter Größe. Die Werke stammen aus Zimbabwe und sind aus Jakaranda Holz gefertigt. Anschließend machen wir uns auf den Weg in Richtung Meer. Die Gegend um den Outeniqua Pass kurz vor George ist sehr fruchtbar und erinnert an saftige Wiesen und Täler in den Alpen. Überall wird Hopfen angebaut, was wir in diesen Breiten kaum erwartet hätten.

Die Stadt George hat 200.000 Einwohner und ist zumindest beim Durchfahren alles andere als attraktiv. Das ändert sich schlagartig, wenn man sich Wilderness nähert. Plötzlich fahren wir durch einen dichten Wald und viel Natur. Das Dolphin Dunes Guesthouse befindet sich in einer Traumlage direkt auf den Dünen am Rande von Wilderness, oberhalb eines weitläufigen, traumhaften Sandstrandes.



Wir sind froh, uns für das etwas teurere Apartment mit Meerblick entschieden zu haben, denn der Ausblick von unserem Apartment mit bodentiefen Fenstern ist gigantisch! Auch die Einrichtung lässt keine Wünsche offen und ist nahezu luxuriös ausgestattet! Vor unserer Terrasse befindet sich noch ein lauschiges Plätzchen mit einer Bank, von wo wir die Sonnenuntergänge betrachten können. Wo in Europa erhält man eine vergleichbare Unterkunft in einer solch exponierten Lage zu einem vergleichsweise moderaten Preis (1.500 ZAR inkl. Frühstück = 90 €)?


Über eine Treppe, die direkt von unserem Apartment zum Strand führt, gelangen wir ans Meer, wo wir erst einmal einen vier Kilometer langen Spaziergang zum Ende der Bucht machen. Der Strand ist nahezu menschenleer. Hier befindet sich das Strandrestaurant Salinas, in dem wir leckeren, frischen Fisch essen. Den restlichen Nachmittag verbringen wir mit Sonnenbaden und Lesen am Strand, bevor wir oben an unserem Apartment bei einem Gläschen Sauvignon Blanc den Sonnenuntergang bewundern. Leider schieben sich dichte graue Wolken vor die Sonne und verhindern das ungetrübte afrikanisches Farbspektakel am Himmel.

Wir haben einen Tisch im „The Girls“ vorbestellt, mittlerweile eine beliebte Institution in Wilderness. Das Restaurant bietet einen Shuttle-Service an (30 Rand pro Peron, die Rückfahrt ist kostenlos), so können wir ganz entspannt den Abend genießen. Der Fahrer wartet zur vereinbarten Uhrzeit auf uns vor unserem Guesthouse. Uns fällt im „The Girls“ auf, dass sich das Klientel in Wilderness von dem in Paternoster, also auf der Atlantikseite, unterscheidet. An den Nachbartischen beobachten wir deutlich mehr „Schickimicki-Publikum“, zum Beispiel eine nahezu zur Unkenntlichkeit geliftete Frau mittleren Alters mit „falschen, aufgepumpten Brüsten“. Wir nehmen Fetzen oberflächlicher, hochgradig snobistischer Gespräche über Golf, teure Mode und Autos auf – normalerweise nicht gerade das Ambiente, in dem wir uns wohlfühlen! Wir versuchen das Drumherum auszublenden und genießen unseren üppigen Fish-Platter für zwei Personen (390 ZAR), der diverse Fischfilets, Garnelen und Tintenfischstückchen enthält. Der Fisch ist superfrisch und mit einer scharfen Marinade gewürzt – oberlecker! Auch die Weinkarte kann sich sehen lassen. Der äußerst kompetente, zuvorkommende und ziemlich amerikanisch daherkommende Kellner empfiehlt uns einen Chenin Blanc aus Stellenbosch mit leichtem Barrique-Geschmack, namens „Post House – Stamp of Chenin“ – eine hervorragende Empfehlung! Auf das Dessert müssen wir angesichts unseres Sättigungsgrades heute verzichten!


15. Februar 2016, Wilderness
Auf der Suche nach dem Knysna Lourie


Begleitet von Meeresrauschen haben wir beide wunderbar geschlafen! Das Frühstück im Dolphin Dunes Guesthouse wird mit viel Liebe zubereitet. Wir können zwischen verschiedenen Eierspeisen wählen, außerdem wird Obst mit Joghurt und Müsli sowie Toast mit Marmelade serviert.


Heute wollen wir im Wilderness Nationalpark, der von Sanparks betrieben wird und ein Teil des Tsitsikamma National Parkes ist, wandern. Wir entscheiden uns für den deutlich weniger frequentierten „Brown Hooded Kingfisher Trail“, der zu einem kleinen Wasserfall führt. Normallerweise muss man als Besucher eine Conservation Fee von 112 ZAR zahlen, doch die Rezeption von Sanparks am Giant-Kingfisher Trail ist unbesetzt. Im Büro am Campingplatz, ebenfalls von Sanparks betrieben, erklärt man uns, dass wir dann eben gar nicht zahlen müssen. Ok, dann eben nicht – wir haben uns auf jeden Fall bemüht, die Conservation Fee zu zahlen.

Unbedingt sollte man sich vor den Wanderungen im Nationalpark mit Peaceful Sleep bewaffnen, da man ansonsten von Mosquitos heftig gepiesackt wird! Der Brown Hooded Kingfisher Trail (Trail Nummer 3) beginnt oberhalb des Island Lakes und führt schnurstracks an einem lauschigen Bächlein entlang. Wohl nahezu jeder Wanderer, der sich auf den Weg im Wilderness Nationalp
ark begibt, ist auch auf der Suche nach dem Knysna Lourie, ein wunderschöner grün schimmernder, endemischer Turako mit einer Haube und roten Flugfedern. Schon nach kurzer Zeit sichten wir das erste Exemplar. Der Weg führt uns zumeist durch einen dichten „Milkwood-Forest“, der an unsere Wanderung im Regenwald Costa Ricas erinnert. Natürlich herrscht hier eine deutlich geringere Luftfeuchtigkeit. Auf einer Lichtung am Bach legen wir uns auf die Lauer und beobachten einige querende Louries im Flug. Im weiteren Verlauf des Trails, kurz vor dem Wasserfall, vernehmen wir erneut den typischen Sound der Vögel, wenn sie sich gegenseitig vor Gefahren warnen: Ein rhythmisches Krächzen, das beinahe an gewöhnliche Krähen erinnert. Ich entdecke mehrere Turakos hoch oben in den Baumkronen. Sie lassen sich jedoch extrem schwer fotografieren und tuen uns auch nicht den Gefallen, aus ihrem Blätterversteck in voller Schönheit hervorzukommen. Zudem ist das Fotolicht in den Baumkronen auch problematisch. Am ziemlich unspektakulären Wasserfall machen wir schließlich eine kleine Mittagspause und wandern anschließend auf gleichem Weg wieder zurück zum Ausgangspunkt. Am Ende der heutigen Wanderung sind wir mit unseren Turako-Fotos nicht ganz zufrieden! Dafür gelingen uns schöne Schnappschüsse anderer Vögel.


Grauschnäpper (Spotted Flycatcher)

Den Nachmittag verbringen wir am schönen Strand mit Sonnenbaden und Strandspaziergängen in die Abendsonne hinein. Heute ist hier noch weniger los als am Vortag. Gestern war Sonntag und Valentinstag, der in Südafrika eine deutlich größere Bedeutung hat als in Deutschland - allseits wird man mit einem "Happy Valentine" begrüßt! Viele Kapstädter haben für das Wochenende Wilderness als Ausflugsziel gewählt. Auf vorgelagerten Felsen entdecken wir eine ganze Kolonie von White-Brested Cormorans sowie Austernfischer. Außerdem beobachten wir eine Ansammlung von kleinen Strandschnecken (Plough Snail - Bullia digitalis). Die Schnecken kriechen mit kontrahierenden Bewegungen erstaunlich über den nassen Sand und hinterlassen Schleifspuren. Für die Hygiene des Strandes sind diese kleinen Tiere von Bedeutung, da sie angeschwemmtes Aas von Quallen und Fischen fressen.

 
Plough Snails     /      Afrikanischer Austernfischer


Weisbrust Kormoran (White breasted cormorant)

Das Abendessen im Salinas ist eher mittelprächtig. Die Karte und das Ambiente erinnern an eine Fastfood-Kette a´la „Ocean Basket“. Die Bedienung ist zwar bemüht, jedoch ziemlich ahnungslos. Der Fisch-Platter (275 ZAR), den ich erneut bestelle, kann nicht annähernd mit der Qualität von „The Girls“ mithalten und die mitgelieferten Saucen schmecken entweder nach Konservierungsstoffen oder fad. Die Preise sind zudem höher als im „The Girls“. Corinna bestellt Rinderfilet, das qualitativ allerdings sehr gut ist. Für einen kleinen Mittagssnack ist das Salinas zu empfehlen, zumal man das schöne Ambiente am Meer hat, abends gibt es in Wilderness hingegen deutlich bessere Locations.

Auch heute haben wir wieder einen Shuttle-Service bestellt. Der Fahrer weiß allerdings nicht annähernd, wo sich unser Guesthouse befindet. Zunächst fährt er in die falsche Richtung und die afrikanische Mentalität verbietet es aber, dies zuzugeben oder gar nachzufragen! Nachdem  wir ihn auf seinen Fehler hingewiesen haben, entschuldigt er sich Tausendmal, dreht mit einer Chicago-Wende und fährt in die entgegengesetzte Richtung. Als er kurz vor unserer Zufahrt auf der N2 die Geschwindigkeit kein bisschen reduziert, brülle ich „... RIGHT...“ und er schafft es gerade noch, seinen klapprigen Bus mit einer Vollbremsung um die Kurve zu bringen!


16. Februar 2016, Wilderness
Dinner in einem südafrikanischen Gourmettempel


Gleich nach dem Frühstück brechen wir auf, um den „Giant Kingfisher Trail“ zu erwandern. Ursprünglich wollten wir die Tour zur Hälfte mit dem Kanu machen (Verleih bei Eden Adventures), jedoch erscheint uns das Wetter heute nicht gut genug – es ist bedeckt und mit 21 °C auch nicht übermäßig warm. Wir stell
en unser Auto am Startpunkt des Trails ab. Der Weg führt direkt neben dem Touw River entlang. Auf der anderen Seite des Flusses befindet sich ein traumhaft schön gelegener Campingplatz. Auf dem Giant Kingfisher Trail wandern deutlich mehr Menschen als auf dem Brown Hooded Kingfisher Trail! Leider unterhalten sich einige „Naturfreunde“ auch so laut, dass sämtliche Vögel das Weite suchen. Nach ungefähr einem Kilometer müssen wir mit Hilfe eines Pontons den Touw River queren. Endlich hören wir die rhythmischen Rufe von Louries, die, wenn sie entspannt sind, ein bisschen an Schreie von Affen erinnern. Plötzlich entdecke ich ein Lourie Pärchen in einer Baumkrone – wieder sind die Lichtverhältnisse nicht besonders günstig. Einer der beiden Louries sitzt wie „fest getackert“ auf einem Ast, während der andere sich nervös in höhere Bereiche des Baumes begibt. Möglicherweise brütet das Pärchen hier in diesem Baum! Schließlich wird es beiden Vögeln jedoch zu mulmig und sie suchen das Weite.




Knysna Lourie (Knysna turaco)

Der zweite Teil der Wanderung, ungefähr ab der Stelle im Fluss, wo die Kanuten nicht mehr weiterkommen und zu Fuß ihren Weg fortsetzen müssen, verläuft über angelegte Holzstege und Treppen bis hin zum Wasserfall.  Dort legen wir unsere Mittagspause ein. Man kann in dem kleinen Tümpel unterhalb des Wasserfalls wunderbar baden, uns ist es jedoch heute eindeutig zu kalt für ein kühles Bad. Auf dem Rückweg sehen wir keinen einzigen Lourie mehr. So ist die Natur, man kann nicht immer Glück haben!

 

Da wir morgen Wilderness verlassen müssen, zieht es uns noch einmal hinunter an den Strand für ein letztes Bad. Heute Abend ist unser Dinner im Serendepity Restaurant, das zu den Top 100 unter den Gourmettempeln Südafrikas zählt. Wir haben den Tisch bereits im November reserviert, welches obligatorisch ist, da das Serendepity wochen- und monatelang im Voraus grundsätzlich ausgebucht ist.

Das Restaurant verfügt lediglich über elf Tische und mehr Gäste werden pro Abend auch nicht angenommen! Man legt sehr großen Wert auf den exklusiven Service und die individuelle Bedienung aller Gäste.

Wir werden pünktlich vom Restaurant-Shuttle abgeholt, wie sich später herausstellt, vom Chef des Hauses, Rudolf, persönlich. Zunächst werden wir auf die Terrasse am Touw River geführt, wo wir einen Aperitif nach Wahl erhalten. Rudolf begrüßt alle Gäste auf der Terrasse und erläutert detailliert das heutige Menü mit all seinen Bestandteilen (450 ZAR p.P.). Es wird streng darauf geachtet, dass ausschließlich südafrikanische und vorwiegend regionale Produkte zum Einsatz kommen. Die Gäste können auf der Menükarte die Vorspeise, Hauptgang und Dessert auswählen. Zusätzlich wird jeweils ein Gruß aus der Küche - im Serendepity heißt dieser „Love-Byte“ -, eine Suppe sowie ein Sorbet gereicht. Wir entscheiden uns für die korrespondierenden Weine (vier Weine für 260 ZAR), eine gute Entscheidung, zumal wir sehr außergewöhnliche und hervorragende Tropfen vorgesetzt bekommen. Jeder Wein wird uns in aller Ausführlichkeit, was Herkunft, Art und Weise des Ausbaus und natürlich die Verwendung der Trauben angeht, erläutert. Alle Speisen werden mit sehr viel Kompetenz zubereitet und dekorativ angerichtet – hier versteht ein Küchenteam ganz offensichtlich sein Handwerk! Auch ist das gesamte Servicepersonal hervorragend ausgebildet und aufmerksam. Wir genießen den Abend in vollen Zügen! Der Abend im Serendepity wird uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben. Rudolf fährt uns schließlich nach dem delikaten Dinner zu unserem Guesthouse zurück.





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