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Wanderung am Cabo Sao Vicente

[ ► Zur Karte bei Garmin ]
An unserem letzten Tag machen wir eine sehr schöne Rundtour am Cabo Sao Vicente. Die Route habe ich mit Hilfe unseres GPS-Programms
Base Camp ausgearbeitet, ursprünglich eine kleine Runde von 10 Kilometern – dabei soll es am Ende nicht bleiben. Das Wetter spielt leider nicht so mit wie an den Tagen zuvor. Erst gegen Mittag klart es auf und wir machen uns mit Regencapes bewaffnet auf den Weg in Richtung Sagres.

Rund zwei Kilometer vor dem Cabo geht ein roter Sandweg hinein in die Dünen (Waypoint N37 02.938 W8 58.139). Die Wege sind vom Regen der letzten Nacht teilweise überschwemmt, immer wieder müssen wir große Wasserlachen umgehen. Der erste Teilabschnitt wird bestimmt durch üppige Schopf-Lavendelbüsche, rotleuchtende Hottentottenfeigen, Ginster und Strandnelken.

Hottentottenfeigen und Strandnelken am Cabo Sao Vicente

Über einen schmalen Pfad gelangen wir an die Steilküste und es eröffnet sich der Blick auf den Leuchtturm beim Cabo Sao Vicente und die dramatische Steilküste.

Vom Meer ziehen dunkle Regenwolken auf und kurze Zeit später öffnet der Himmel seine Schleusen. Schnell werfen wir unsere Regencapes über. Glücklicherweise ist der Guss relativ schnell überstanden, sogar lässt sich die Sonne nach kurzer Zeit blicken. Wieder treffen wir auf einen Abstecher der Ruta Vicentina, der zum Praia do Telheiro hinabführt, im Gegensatz zur Hauptstrecke (rot-weiße Markierung) grün-blau markiert. In einem Taleinschnitt hat man sogar eine Leiter aufgestellt, um die Überquerung zu erleichtern – ein für portugiesische Verhältnisse unerwarteter Luxus für Wanderer! Wieder beobachten wir zahlreiche Störche, die über den feuchten und bunt blühenden Wiesen nach Fröschen Ausschau halten.

Wir verlassen die Küste und gelangen in ein landwirtschaftlich genutztes Gebiet, auf dem Rinder mit kleinen Kälbern friedlich grasen. Der Weg führt hinab in eine Senke und wir trauen unseren Augen kaum, als wir vor einem drei Meter breiten Bach stehen, der gespeist durch die Regenfälle der letzten Nacht zügig talabwärts fließt. Kurzerhand schaffe ich ein paar Holzstämme herbei, baue eine kleine provisorische Brücke, und so gelangen wir trockenen Fußes zur anderen Seite hinüber.

Der Weg führt durch einen Pinienwald und wir hoffen, dass unser Pfad nicht noch einmal auf den  Bach trifft. Es dauert jedoch nur kurze Zeit, da stehen wir schon wieder vor dem rauschenden Bächlein und wir müssen ihn erneut überqueren. Die Stelle, die den Weg kreuzt, ist unpassierbar, zumindest wenn man nicht die Schuhe ausziehen möchte. So versuchen wir unser Glück einige Meter den Bachlauf aufwärts, wo wir eine Stelle finden, die mit einem kleinen Sprung überwunden werden kann.

„In diesem Gelände könnte man gut Allrad-Fahrzeug-Fahren für unseren Afrikatrip üben“, meint Corinna im Spaß und tatsächlich hat sie Recht. Tiefsandige Zweispurpisten, klebriger Schlamm und das Passieren von Wasser gefüllten Furten entsprechen annähernd den Verhältnissen in Botswana.

 

Der Pinienwald steht hier voller kleiner, lila schimmernder Orchideen. Nach einer weiteren halben Stunde erreichen wir die Küstenstraße zum Cabo. Schnell schlagen wir uns auf einen Pfad entlang des Steilufers an der anderen Straßenseite durch, da wir nicht unbedingt am Straßenrand entlang wandern wollen. Ein atemberaubender Ausblick auf die Steilküste bei Sagres bietet sich uns oberhalb des Beliche Strandes – ein wirklich nettes Plätzchen zum Verweilen. Bis zum Auto ist es jetzt noch einmal ein guter Kilometer. Durch die Variante im ersten Teil unserer Wanderung kommen wir am Ende auf 15,2 Kilometer, bei einer reinen Wanderzeit von dreieinhalb Stunden. Aufgrund ihres Abwechslungsreichtums hat uns die Tour aber sehr begeistert. Da die Runde in keinem Wanderführer zu finden ist, haben wir eine Karte auf der Garmin Seite veröffentlicht.

Am Cabo Sao Vicente wollen wir uns nach unserer Wanderung mit der fast schon legendären "letzten Bratwurst vor Amerika" stärken. Seit siebzehn Jahren verkauft ein Nürnberger Ehepaar mit dieser kuriosen Geschäftsidee ihre Wurstspezialitäten aus der Heimat. Es gibt neben Nürnberger Rostbratwürsten auch leckere Original Thüringer vom Grill. Die Enttäuschung ist allerdings groß als wir feststellen, dass der Stand bei dem heutigen durchwachsenen Wetter nicht geöffnet hat. Unverrichteter Dinge fahren wir zum Zavialstrand, um dort eine Kleinigkeit zu essen.

Auf dem Rückweg belächeln wir noch im Nachbarort von Salema, Figueiras, das kuriose Bild eines zum Fenster heraus hängenden Hundes, der geradezu desinteressiert das Dorfleben an sich vorbei ziehen lässt.


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