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Wanderung Lagos-Burgau

Die Altstadt von Lagos, die außerhalb der Hauptsaison von Einheimischen dominiert wird, verströmt ein ansprechendes Flair. Man kann sich hier sehr gut durch die kleinen Gässchen treiben lassen, in einem der netten Cafes einen Espresso genießen oder aber die Originalschauplätze portugiesischer Seefahrerhistorie aufsuchen. Es gibt einen Sklavenmarkt, eines der dunklen Kapitel des Zeitalters der Entdeckungsfahrten, den Palast von Heinrich dem Seefahrer, der den Sklavenhandel zum lukrativen Geschäfts ausbaute und der kurioser Weise selbst gar nicht zur See fuhr, oder ein geschichtsträchtiges, allerdings recht unspektakuläres Fenster von König Sebastiao, von dem aus er den Abzug seiner Truppen über das Meer verfolgt haben soll. Im ganzen Land, insbesondere aber an der Algarve, wird Infante Dom Henrique (1394 - 1460) gewürdigt. Insbesondere in Sagres und Lagos, den erkorenen Dienstsitzen, sind Denkmäler und Festungen des Prinzen zu finden oder Hotels und Restaurants nach ihm benannt.

In Lagos an der Flusspromenade gibt es eine Markthalle, in der täglich von 9 – 18 Uhr frischer Fisch und Gemüse verkauft wird. Am Samstag findet zudem am Busbahnhof ein regionaler Bauernmarkt statt mit Gemüse-, Eier-, Obst- oder Honigständen (leckerer Rosmarinhonig!). Es gibt sogar lebende Kaninchen und Hühner zu kaufen. Wir schlendern eine Weile durch die Halle und stehen an einem Stand plötzlich neben einer Frau, die uns irgendwie bekannt vorkommt. Nach kurzem Überlegen sind wir uns sicher, dass es sich um Margit handelt, unserer Vermieterin der Unterkunft in Barao de Sao João, in der wir 2004 und 2005 untergekommen sind. Wir haben damals auf dem Vinha Velha Bauernhof in einer abgelegenen Hütte an einem eigenen kleinen Stausee in traumhafter Lage gewohnt. Leider ist die wildromantische Behausung (mit „Bio-Toilette“!!!) 2006 einem verheerenden Brand zum Opfer gefallen und nie wieder aufgebaut worden. Heute vermietet Margit lediglich noch Ferienhäuschen direkt am Bauernhof. Wir sprechen sie an, und tatsächlich kann sie sich an uns erinnern, auch wenn ihr unsere Namen verständlicher Weise nicht mehr einfallen. Nach einem kleinen Plausch verabschieden wir uns und machen uns auf den Weg.

Wir folgen der Promenade entlang des Ribeira de Bensafrim bis zum Forte do Pau de Bandeira, einem kleinen Fort an der Hafeneinfahrt. Durch eine gesichtslose Ferien-Appartementanlage gelangen wir zum Praia da Donna Ana, einem der Stadtstrände von Lagos. Hier startet ein unwegsamer Pfad hinauf auf das Plateau der Klippen. Man muss über einen kleinen Holzzaun steigen und dem verwachsenen und durch einen Bachlauf ausgewaschenen Pfad folgen. Auch auf diesem Weg gibt es keinerlei Markierungen und wir suchen uns einmal mehr unseren eigenen Weg. Portugal hat scheinbar noch immer nicht die Wanderklientel als lukrative touristische Einnahmequelle für sich entdeckt. Das Plateau oben ist eingedeckt von einem bunten Blütenmeer. Abertausende von Lupinien, Leinkraut und andere Blumen geben einen wunderbaren Farbkontrast zu den schroff abfallenden Felsen ab. Tief unten ragen zahlreiche Felsnadeln aus rotem Sandstein, gleich der „Langen Anna“ auf Helgoland, aus dem Meer.

Bizarre Felsformationen sind im weiteren Verlauf des Weges überall zu entdecken. Die Erosion von Wind und Meer nagt allseits sichtbar an dem fragilen Gestein. Der Pfad führt weiter zur Ponta de Piedade, der "Spitze der Barmherzigkeit", ein Touristenanziehungspunkt erster Güte, zu dem in der Saison ganze Busladungen hin gekarrt werden.

Am Leuchtturm führt eine Treppe in ca. 150 Stufen hinunter zum Meer, wo einige ausgespülte Felstore und andere Formationen zu besichtigen sind. Von hier aus fahren im Sommer Boote zu den Grotten im Steilufer.


Wir setzen unseren Weg fort vorbei am Praia do Canavial, passieren eine Urbanisation mit netten Villen und gelangen anschließend zum Praia Porto de Mos. Bis hierher haben wir bedingt durch zahlreiche Fotostopps bereits zweieinhalb Stunden benötigt. Im sehr empfehlenswerten Strandrestaurant Antonio legen wir unsere Mittagspause ein und bestellen Ensopado de Tamboril, Seeteufel in einer leckeren hausgemachten Tomatensoße mit Koriander (10,50 €) sowie kleine Tintenfische mit Pommes Frites (8,-- €). Der Fisch ist superfrisch und schmeckt köstlich. Bei unserem zweiten Besuch wenige Tage später ordern wir eine der Spezialitäten des Hauses, Arroz de Polvo (Reis mit Tintenfisch), der in einem bis oben hin gefüllten kleinen Kochtopf serviert wird. Diese Portion für unschlagbare 11,75 € reicht allemal für zwei Personen. Corinna bestellt Bacalhau a Bras, Stockfisch mit geriebenen Kartoffeln und Eiern, die portugiesische Antwort auf den deutschen Labskaus. Der gut trinkbare weiße Hauswein kostet unfassbare 2,80 € für den halben Liter!

Bis nach Luz führt ein breiter, Blumen gesäumter Weg entlang der Küste. Ein Paraglider nutzt die Aufwinde, die ihn von der Steilwand aus hoch in die Lüfte katapultieren. Entlang der Küste haben einige Gutbetuchte riesige Villen auf mehrere Hektar großen Grundstücken in die Landschaft gesetzt. Extrem unschön sind die Natodrahtrollen, mit der sie ihr Domizil abgegrenzt haben. Unverständlich, dass solche Verschandelungen der Natur nicht von Staatsseite verboten werden!

Nach einer knappen Stunde öffnet sich der Blick auf den Ferienort Luz, welcher bekanntermaßen fest in englischer Hand ist. Der Anblick von oben ist nach dem prachtvollen Weg durch das Blütenmeer geradezu ein Kulturschock! An einem hohen Obelisken suchen wir uns unseren Weg durch einen erodierten Steilhang hinab zur Promenade von Luz.

Unten macht das Örtchen einen netteren Eindruck als es zunächst von oben aussieht! Die hübsche, von Palmen umsäumte Strandpromenade führt uns an einer alten römischen Ausgrabungsstätte vorbei an nicht enden wollenden Ferienhäusern, die wie an einer Perlenkette aufgereiht entlang des Steilufers stehen. Nach einer weiteren Stunde Fußmarsch machen wir eine kurze Rast auf einer Bank. Ein fieser Albino-Bullterrier mit „Schweinskopf“ eines jungen einheimischen Pärchens versetzt uns in Angst und Schrecken als er auf uns zugestürmt kommt und sich auch nicht von seinen Herrchen zurückrufen lässt. Er schwänzelt ziemlich aggressiv zwischen unseren Beinen hin und her, springt auf unseren abgestellten Rucksack und hinterlässt schließlich eine eklige Sabberspur auf meiner Fleecejacke – das muss man nun wirklich nicht haben. Dennoch sind wir am Ende froh, dass dieser unangenehme Zwischenfall nicht schlimmer 
für uns  ausgegangen ist. Es wird nicht die letzte Begegnung mit verhaltensgestörten Hunden in diesem Urlaub sein! Bis nach Burgau sind es weitere zwanzig Minuten Fußmarsch. Hier endet unsere Tour nach viereinhalb Stunden reiner Gehzeit im Restaurant „Verandas do Burgau“, wo wir einen Cafe com Leite bestellen und uns von Marie und Tim abholen lassen.

 






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