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Tulbagh

10. Februar 2016, Cederberge – Tulbagh (130 Kilometer)
Relaxen in der historischen Stadt Tulbagh

Wir verlassen heute die Cederberge in der Gewissheit, eines Tages an diesen magischen Ort zurück zu kehren! Zu beeindruckend ist die Landschaft, der nächtliche African Sky sowie die atemberaubende Stille, die einen zweiten oder dritten Besuch in jedem Fall lohnenswert machen. Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen und machen uns zunächst auf den Weg in Richtung Ceres, gleichzeitig die erste Möglichkeit unseren fast leer gefahrenen Tank wieder aufzufüllen! Hinter Ceres befahren wir den Mitchell´s Pass durch eine spektakuläre Schlucht und gelangen schließlich in das Tal von Tulbagh, einer fruchtbaren Ebene mit viel Obst-, Oliven- und vor allem Weinanbau.

Schon bei der Zufahrt zur Villa Tarentaal durch eine malerische Ahorn-Allee fühlen wir uns auf Anhieb wohl. Die Villa grenzt an Weinanbaufelder so weit das Auge reicht, im Hintergrund erhebt sich die Witzenberg Bergkette. Eine freundliche Angestellte des Hauses liest uns bei der Begrüßung jeden W
unsch von den Lippen ab. Wir erhalten das Zimmer „Egyptian Goose“, das sich eher als ein luxuriöses Apartment entpuppt, da es neben dem geschmackvoll eingerichteten Schlafzimmer mit großem Kingsize-Bett zusätzlich über einen Wohnraum mit kleiner Küche verfügt (1.390 ZAR pro Nacht).


 

Die nächsten Stunden verbringen wir am schönen Pool des Hauses, der inmitten eines nett angelegten Gartens liegt. Zahlreiche Würgerschnäpper huschen emsig von Ast zu Ast während die beiden Hunde des Hauses träge im Schatten eines Baumes dösen. Wir lesen weiter an unserer passenden Afrika-Urlaubslektüren (Patricia Mennen: „Zauber der Savanne“ sowie Nele Neuhaus: „Die Lebenden und die Toten“).

 
                                                                                                                   Würgerschnäpper (Fiscal Flycatcher)


Am späten Nachmittag erkunden wir das kleine historische Örtchen, das im Jahr 1743 vermutlich als dritte europäische Siedlung Südafrikas gegründet wurde. Namensgeber war ein Gouverneur der Kapkolonie namens Ryk Tulbagh. Ein Erdbeben im Jahre 1969 sorgte dafür, dass ein Teil der ursprünglichen historischen Bausubstanz wieder zum Vorschein kam und zu staatlich finanzierten aufwändigen Restaurierungsarbeiten führte. Zahlreiche Häuser im kapholländischen Baustil erstrahlen heute wieder in altem Glanz. Zunächst einmal gönnen wir uns eine kleine Erfrischung im „De Oude Herberg“, einen eiskalten, selbst gepressten Apfelsaft mit Ingwer. Danach bummeln wir eine Zeit lang durch die Church Street, in der die meisten der hübschen alten Häuschen zu bewundern sind.


Zum Dinner haben unsere Gastgeber im Hotel Tulbagh einen Tisch für uns reserviert. Das Hotel liegt unmittelbar an der Hauptstraße, die allerdings in den Abendstunden nicht sehr stark frequentiert wird. Wir ordern als Vorspeisen Carpaccio vom Springbock sowie Hühnchenleber in Piri-Piri Soße, als Hauptspeise Game Kebab (75 ZAR!!!). Alle Gerichte sind sehr gut und günstig, auch das Dessert, eine Creme Brulée mit Blaubeeren. Der sehr gute Sauvignon Blanc vom benachbarten Weingut Saronsberg hat leider Raumtemperatur und die Bedienung weiß auch nicht so recht mit unserer Beschwerde umzugehen – kein Wunder, die meisten Südafrikaner kühlen ihren Weißwein sowieso mit Eiswürfeln, die standardmäßig bereitgestellt werden! Wir empfinden dies jedoch als Frevel gegenüber dem ausgezeichnet ausgebauten Wein.

Wieder einmal sind wir erstaunt darüber, dass das Reservieren eines Tisches fast unumgänglich ist, will man nicht vor der Tür stehen und abgewiesen werden mit dem Hinweis: „Tonight fully booked“, wie es auch heute wieder der Fall gewesen wäre.



11. Februar 2016, Tulbagh

Wine-Tasting Tour auf der Swartland Wein-Route

In der Villa Tarentaal wird das Frühstück direkt an das Zimmer eines jeden Gastes serviert. Wir entscheiden uns für die ungewöhnliche Spezialität des Hauses, ein French Toast auf Basis eines Croissants mit Käse, sowie einem gefüllten Omelett mit Kräutern. Die reizende Angestellte des Hauses, Bernice, serviert uns die mit Lavendel und anderen Blüten liebevoll dekorierten Teller. Der Hund des Hauses, Mufassa, leistet uns währenddessen Gesellschaft und ist beschäftigt mit einer kuriosen „Morgengymnastik“! Inhaber Graham erkundigt sich nach unserem Wohlbefinden, insbesondere wie uns der gestrige Besuch im Hotel Tulbagh gefallen hat. Er reserviert für uns sogleich einen Tisch für das heutiges Dinner im Rijks Country House, ein hochgelobtes Weingut direkt nebenan. Wir haben Glück, und Graham ergattert noch einen Tisch für uns – normalerweise ist auch das Rijk´s immer „fully booked“!

 

Heute wollen wir eine Rundtour entlang der Swartland Wein-Route machen. Die Swartland-Region gilt als Aufsteiger unter den Kap-Weingebieten. Es wird allseits größter Wert auf den sauberen Ausbau und eine gute Qualität gelegt. Es gibt auch einen Zusammenschluss von Winzern, die sich darauf verständigt haben, die jeweilige Rebsorte eines Jahrganges  immer in gleicher Weise auszubauen. So wird beispielsweise der spezifische Geschmack eines Shiraz jeweils ausschließlich durch die Lage des Weinberges (Sonnenausrichtung) sowie die Mineralität der Böden beeinflusst – ein sehr interessantes Konzept für Weinfreunde! Unsere erste Station ist Riebeek-Kasteel. In dem attraktiven Örtchen mit seiner historischen Bausubstanz leben viele Aussteiger, vor allem aus Kapstadt. Wir bummeln eine Weile durch nette kleine Boutiquen und Corinna findet in einem Lädchen namens „Ancient Spirit“ sogar einen neuen Badeanzug.

Das erste Weingut, das wir uns ausgesuchen, heißt „Het Vlock Casteel“ und liegt am Rand des Örtchens. In dem nett ausgestatten Wine-Shop probieren wir zunächst die angebotenen Weine. Spezialität ist der Shiraz, der uns auch hervorragend schmeckt. Aber auch der Cabernet Sauvignon kann sich sehen lassen. Nur zu schade, dass wir kaum Wein mit nach Deutschland nehmen können, denn die Preise sind unschlagbar günstig. Für den 8 Monate im Eichenfass gereiften Cabernet Sauvignon zahlen wir gerade einmal umgerechnet 5 €! Het Vlock Casteel produziert seine Weine ausschließlich für den südafrikanischen Markt und importiert leider nicht nach Deutschland. Auch die Oliven, die ebenfalls verkostet werden können, sind unglaublich lecker. Sie werden teilweise mit Zitrone, Knoblauch, Wein oder Cilly aromatisiert. Die Angestellten des Weingutes bemühen sich rührend um uns, obwohl sie genau wissen, dass wir keine Unmengen an Wein und Oliven einkaufen können! Fast jedes Weingut verfügt über einen „Wedding-Room“, einer Location zum Hochzeitfeie
rn, so auch das Het Vlock Casteel. 


Fast genau gegenüber befindet sich ein zweites Weingut mit dem interessanten Namen „Allesverloren“! Die ersten Besitzer holländischer Abstammung haben im 18. Jahrhundert ihr Weingut so benannt, nachdem ein Brand ihren Besitz völlig zerstört hatte und sie mit dem Neuaufbau beginnen mussten. Dieses Weingut ist spezialisiert auf portugiesische Trauben wie Tinta Barocca oder Touriga. Wir probieren alle Weine durch und sind insbesondere begeistert von einem Port ähnlichen Dessertwein namens „Fine Old Vintage“ (107 ZAR), auch den Tinta Barocca (93 ZAR) finden wir sehr interessant und kaufen auch hier ein paar Flaschen. Das Weingut „Allesverloren“ hat einen deutschen Importeur, Capreo, wo man die meisten Weine dieses sowie zahlreicher anderer südafrikanischer Güter bestellen kann. Auch hier gibt es wieder Wedding-Locations, auch eine Outdoor-Chappel, wo natürlich ein Selfie-Schnappschuss produziert werden muss.

Unsere Rundfahrt führt uns nun nach Wellington. Auch hier holen wir uns wie schon in Riebeek-Casteel Informationen im Touristenbüro ein. In Wellington ist das bekannte Weingut Diemersfontein ansässig, deren hervorragenden Pinotage wir aus früheren Afrika-Trips bereits kennen. Wir entscheiden uns aber für das Doolhof Wine Estate, das etwas abgelegen, am Ende einer Gravelroad am Fuße des malerischen Groenbergs liegt.


In einem netten kleinen Innenhof nehmen wir einen kleinen Snack zu uns und machen dabei direkt eine Weinprobe. Wir entscheiden uns für einen leckeren Salat mit Lachs, Kapern und Schafskäse. Aus der Weinliste können wir fünf verschiedene Weine auswählen, die wir verkosten wollen. Die Weinprobe ist, wie schon auf den anderen Weingütern zuvor, kostenlos, wenn man anschließend Wein kauft. Wir entscheiden uns für drei Weiß- sowie zwei Rotweine. Am besten gefällt uns am Ende von den Weißweinen ein „Blend“ aus Chenin Blanc, Semillon und Sauvignon Blanc namens „Lady in White“ (90 ZAR), der einen hintergründigen leichten Barrique-Geschmack aufweist! Bei den Rotweinen sind wir angetan von dem Cabernet Franc (135 ZAR) und insbesondere einem nachgeorderten Malbec (135 ZAR), unser persönliches Highlight der heutigen Weinproben!

Nach der Weinprobe machen wir entlang des „Riverside-Walks“ am Ufer des durch das Weingut fließenden Flüsschens Kromme, einen netten kleinen Spaziergang. Der Pfad führt durch ein schattiges Wäldchen, entlang einiger Obstplantagen und Weinstöcke.

An der Einmündung zur Weinroute, der R 301, befindet sich die Redemption Leder Fabrik, in dessen kleinem Shop man für wenig Geld handgefertigte Schuhe, Taschen, Geldbörsen und andere Lederwaren erwerben kann. Ich finde zwei Ledergürtel zu je 230 Rand.

Zurück nach Tulbagh fahren wir über den Bain´s Kloof Pass, eine kurvenreiche Passstraße in einer wieder einmal atemberaubenden Berglandschaft. Hier, wie auch auf zahlreichen anderen Passstraßen, lauern am Straßenrand Pavianbanden, um unachtsamen Autofahrern ihre Habseligkeiten, insbesondere Lebensmittel aus den offenen Autos zu stibitzen.



Unser Dinner abends im Rijk´s können wir auf den Punkt bringen: Wir sind begeistert! Ein atemberaubendes Ambiente inmitten der Weinberge auf einer romantischen Terrasse (nur das Kerzenlicht fehlt) und eine hinter den Bergen untergehende zarte Mondsichel! Die Bedienung ist ausnehmend kompetent und zuvorkommend. Wir entscheiden uns als Starter für eine Springbock Capacchio (wieder einmal!) bzw. ein Calamari Steak, als Hauptgericht ordern wir Kudu in Rotweinsoße mit Gemüse Beilagen. Auch die Desserts (eine Lemon Pie und ein Tiramisu) wissen zu begeistern. Der „Touch of Oak Pinotage“, natürlich vom eigenen Weingut, ist ebenfalls ein Gedicht. Die sehr guten (und nicht ganz preiswerten) Weine von Rijk´s sind ebenfalls in Deutschland über Importeure erhältlich.

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