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Toskana 2007 Teil 2

24.April 2007

Nach dem Frühstück entschließen wir uns zu einem Strandtag an der Küste südlich von Follonica. Punta Ala - ca. 20 Kilometer von Follonica entfernt – ist ein Fleckchen Erde, an dem sich ebenfalls „die Reichen und Schönen“ niedergelassen haben. Der ange­schlossene Yachthafen darf nur mit Passierscheinen befahren werden, soll allerdings laut Reiseführerbeschreibung auch nicht sonderlich sehenswert zu sein. Die parallel zum Strand verlaufende Straße bis Punta Ala führt kerzengerade durch einen Pinienwald. Parkplätze entlang der Straße sind nicht zu finden – überall prangen die Halteverbotsschilder beidseitig der Straße. So stellen wir unser Auto kurz vor Punta Ala auf einem Parkplatz ab und laufen noch rund 500 Meter ent­lang eines ein­gezäunten Bagnos zu einem mit Spiaggi Li­beri (freier Strand) gekenn­zeichneten Strandzu­gang. Der Strand ist er­neut nahezu menschenleer, jedoch lassen die vielen Bagni auf ein völlig anderes Bild während der Hauptsaison schließen. Wir genießen erneut einen langen Strandspazier­gang bis zum Torre Civetta (eine Strecke ca. 5 Kilometer) am anderen Ende der Bucht. Hier sind im Pinienwald zwei riesige Campingplätze mit insgesamt 1.700 Stellplätzen versteckt. Wenn man bedenkt, dass jeder einzelne Stellplatz im Sommer mit durchschnittlich drei Personen belegt ist, kann man sich lebhaft vorstellen, was an diesem Strandabschnitt dann los ist! Auf dem Rückweg trinken wir noch in einer Bar eines Bagnos einen Cappuccino und begeben uns dann zurück zu unserem Ausgangspunkt. 



Wir kaufen wiederum bei Coop in Venturina ein paar Lebensmittel ein. Zuvor haben wir auf der Aurelia bei einem Verkaufsstand eine Flasche jungen Weißweins aus eigener Kelterei (2,50 €) sowie frisches Gemüse (grüner Spargel und Artischocken) erworben, welches wir zusammen mit einem Stück Seeteufel heute Abend zubereiten wollen. Selbst ein solch edler Fisch ist hier vergleichsweise günstig (unter 20 €/kg) und zudem superfrisch! Auch die Artischocken – in Deutschland eine Delikatesse und dementsprechend teuer – sind an den Ständen am Straßenrand extrem günstig (unter 0,20 € /Stück). 
 

25.April 2007
Heute starten wir sehr gemächlich in den Tag. Nach einem ausgiebigen Frühstück und der Fütterung unserer „nervende“ Hauskatze – sie streicht einem solange um die Beine, bis sie end­lich etwas in ihren Fressnapf gefüllt bekommt – ist Wäschewaschen an­gesagt. Dies bindet uns zunächst an unser Häuschen, was angesichts der tollen Umgebung nicht wirklich tragisch ist. Nach einem Plausch mit unseren über uns wohnenden Nachbarn und einer daraus resultierenden Verabredung zum gemeinsamen Abendessen, dösen wir noch ein bisschen in unseren gemütlichen Liegestühlen.


Ein Ziel haben wir für heute dennoch noch vor Augen: Wir wollen eine kleine Küstenwanderung von der Cala Maresca hinter Piombino in Richtung Populonia – einer bekannten etruskischen Ausgrabungsstätte - unternehmen. Die Wanderung haben wir in einer der zahlreichen wunderbar aufgemachten Broschüren gefunden, die uns im Büro einer Touristeninformation ausgehändigt wurden. Heute ist ein italienischer Nationalfeiertag (Befreiung vom Faschismus und Ende des 2. Weltkrieges in Italien). Mit Badesachen und Proviant im Rucksack brechen wir in Richtung Populonia auf. Der gut ausgebaute Weg führt uns an der Steilküste ent­lang und bietet tolle Aus­blicke auf das Meer und die Insel Elba. Am Wegesrand erfreut üppige Flora und Fauna das Auge des Wanderers (unter anderem zahl­rei­che Orchideen und knallgelbe Schmetterlinge).

Nach ca. 45 Minuten errei­chen wir die Badebucht Fasso alle Canne. Einige italienische Jugend­liche nutzen offenbar den freien Tag und sind (verbotenerweise) mit ihren Motorrollern bis zur Bucht gefahren.

Unten gibt es eine kleine Hütte und einige kunstvoll geschnitzte Holz­skulpturen. Der Strand ist insge­samt trotz sei­ner einsamen Lage recht gut besucht, was natürlich mit dem Feiertag zu er­klären ist, ruhig ist es dennoch. Von der Bucht aus kann man die Wande­rung fort­setzen bis nach Populo­nia, was allerdings noch einmal fast 2 Stunden pro Strecke in An­spruch nehmen würde – für den heutigen Tag leider nicht mehr machbar. Auch heute nehmen wir wieder ein Bad im Meer, da das Wasser auch hier erstaunlich warm ist.

Nach dem Sonnenbaden machen wir uns schließlich auf den Rückweg, auf dem sich überraschend viele Italiener ebenfalls „per pedes“ befinden - Wandern ist ansonsten nicht gerade die Lieblingsbeschäftigung der Italiener! In der Nähe des Parkplatzes treffen wir dann auf die unvermeidliche „Handtaschen- und Pumps­fraktion beim Wan
dern“, die wir auch in Deutschland bei unseren Streifzügen durch die Natur so „lieben“.

Zurück in San Giuseppe kochen wir uns ei­nen Cappuccino und einige Cantuccini. Heute ziehen  über den Bergen in süd­licher Richtung dunkle Wolken auf, ein Grollen ist in weiterer Ent­fernung ebenfalls zu verneh­men. Den Cappuccino genießen wir in der Abendsonne und be­schäftigen uns anschließend mit Blumen­gießen und der Vorberei­tung des Abendessens. Wir wollen heute bei unserem gemeinsamen Abendessen ein Rezept ausprobie­ren, das wir in einem Toskana Kochbuch gefunden haben: Arti­schocken mit Wild­kräutern aus dem Garten und Schinkenspeck gefüllt. Unsere Nachbarn wollen uns einen Hirseauflauf kre­denzen. Die Artischocken schmecken hervorragend, jedoch haben wir den Fehler gemacht, nicht genügend von den äußeren harten Blätter entfernt zu haben. Außerdem müssen auch die Spitzen der inneren zarten Blätter, die ebenfalls hart sind, vor dem Zubereiten entfernt werden. Versuch macht klug – beim nächsten Mal wissen wir es besser! Ansonsten sind Artischocken ein delikates Gemüse, das in der deutschen Küche zu Unrecht nur wenig Beachtung findet. Der Hirseauflauf mundet uns auch gut, dazu gibt es Rot- und Weißwein aus dem Straßenverkauf in der Nähe von Suvereto, der hervorragende Rotwein in DOC Qualität und im Barrique­fass gereift. Ein weiterer schöner Tag neigt sich dem Ende entgegen und begleitet von einem Nachtigallenkonzert direkt vor unserer Haustür begeben wir uns zur Ruhe.


26. April 2007
Nach dem Frühstück fahren wir zunächst nach Monteverdi, dem Nachbarort von Sassetta. Schon am Ortseingang wird deutlich, dass Monteverdi nicht annähernd den Charme Sassettas besitzt. Zahlreiche Neubauten und nichtssagende Apartmentanlagen inklusive der dazugehörenden Maklerschilder säumen den Straßenrand. Im Hinterland haben sich offenbar auch etliche gut betuchte Residenten Prachtvillen hingesetzt, vor den Häusern kurz geschnittener englischer Rasen – dies ist nicht die Toskana, wie wir sie bislang schätzen gelernt haben. Der Ortskern von Monteverdi ist hingegen sehr hübsch. Die alte Kirche überragt das gesamte Ortsbild. Natürlich statten wir dem sagenumwobenen Feinkostladen „Mucci“ auch einen Besuch ab. Dieses nicht ganz günstige Spezialitätengeschäft wird von zwei „blitzgescheiten Brüdern“ geführt, denen nachgesagt wird, hier und da stillschweigend Aufschläge auf eingekaufte Waren zu erheben – übrigens angeblich nicht nur bei ahnungslosen Touristen. Der vielleicht gerade einmal 15 Quadratmeter große Miniladen wirbt auf großen Stelltafeln am Straßenrand im Umkreis von fast 50 Kilometern ähnlich wie große Supermarktketten – schon etwas kurios!

Anschließend fahren wir auf direktem Weg nach Castiglione della Pescaia – einen der schönsten Badeorte der Maremma Küste. Unser Auto stellen
wir auf einem Parkplatz in der Nähe des Hafens ab. Durch ein altes hölzernes Stadt­tor gelangt man in den alten Kern der Stadt, die auf einem Hügel angelegt ist. Hier taucht man, wie schon zuvor in ande­ren Städten, die wir besucht haben, direkt ins Mittelalter ein.

Um diese Jahres- und Tageszeit befindet sich kaum ein Tourist in Castiglione, so dass wir mehr oder weni­ger alleine durch die idyllischen Gässchen schlendern können. Ein Fotomotiv jagt das Nächste, der Ausblick von einer Plattform unterhalb der Burg, die sich leider in Privatbesitz befindet, auf die Brunamündung und die Strände von Castiglione ist phänomenal.


In einer Gelateria gönnen wir uns einen Cappuccino bzw. ein leckeres Limo­nen-Frappee´ und fahren dann zum Strand. Jenseits der Brunamün­dung, die die Stadt quasi in zwei Hälften teilt, erstreckt sich ein kilometerlanger Sandstrand. Nur in unmittelbarer Umgebung der Mündung befinden sich die obligato­rischen Bagni – danach beginnen die Spiaggi Liberi. Hier in Castiglione soll auch ein Unikat von Bagnobesitzer ansässig sein (Zitat: „Das Bagno bin ich“). Alle Badegäste, die sich nicht seinen gestrengen Regularien unterwerfen, werden rigoros aus dem Bagno rausgeschmissen! Ferdinando Fusi, Herrscher über das Bagno La Valletta – eines der angeblich komfortabelsten Bagnos der Toskana – sind Badegäste an den freien Stränden geradezu ein Dorn im Auge! Wir gehören auch zu dieser Gruppe, bevorzugen wir doch naturbelassene Strände ohne jegliche Badeordnung.

Zwischen Castiglione und Marina di Grossetto sind an der Straße kaum Strandzugänge oder Parkplätze zu finden, so dass wir auf unserer langen Strandwanderung kaum andere Badegäste antreffen. Wir steuern noch das Casa Ximenes an, auch Casa Rossa genannt, einem Bau aus dem 18. Jahr­hundert, der zwei Kanäle über­brückt und ursprüng­lich zur Entwässerung der Sumpfgebiete errichtet worden ist.

Hinter dem male­ri­schen Gebäude befindet sich ein Na­turschutzgebiet mit Vogelbeobachtungsstation. In voll­kommener Stille und Einsamkeit kann man hier gegen Abend durch die Natur streifen, selbstverständlich ausschließlich auf den dafür vorgesehenen Wegen. Eine riesige grüne Eidechse von sicherlich 30 cm Länge kreuzt unseren Weg. Leider können wir so schnell nicht unsere Kamera in Bereitschaft versetzen.

Auf dem Rückweg kau­fen wir zunächst in Follonica frisches Brot und auf der Aurelia bei einem alten Bauern erneut Artischocken. Nachdem gestern das Gericht nicht perfekt gelungen ist, wollen wir heute Abend einen zweiten Versuch wagen. An dem Stand kurz vor Suvereto halten wir noch einmal, da wir zwei Flaschen des leckeren Rotweins und des selbst produzierten Olivenöls mit nach Deutschland nehmen wollen. Am Abend gibt es Bruschetta mit dem Olivenöl von Frau Heinrich, unserer netten Vermieterin, danach gefüllte Artischocken als Prima Piatto und anschließend Tortellini mit Gorgonzolasoße. Die Artischocken sind dieses Mal übrigens perfekt gelungen!


27.April 2007

Nun sind wir schon einige Male an Castagneto Carducci vorbeigefahren, diesem wunderschönen Ort, 190 Meter hoch auf einem Hügel gelegen, ohne ihm weitere Beachtung zu schenken. Wir fahren mit dem Auto bis kurz vor die Altstadt, wo wir sogar kostenlos parken dürfen. Dieser Ort hat in den letzten Jahren an touristischem Interesse gewonnen, da Sarah Ferguson, ehemals Gattin Prince Andrews, eine Liaison mit dem Comte´ Gaddo della Gharadosca hat oder hatte. Sie hat sogar das Landgut neben San Giuseppe gekauft und ist daher sozusagen unsere derzeitige Nachbarin! Castagnetto Carducci – der Beiname des Ortes rührt übrigens her von dem italienischen Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Giosua Carducci, welcher in jungen Jahren hier lebte. Wir lassen uns durch die kleinen Gässchen treiben und genießen die Ausblicke und die Stille im oberen Teil des Ortes. Die angekündigten Sarah Ferguson Fotos in allen Läden können wir indes zum Glück nicht entdecken.

Hier ansässig ist auch ein in der ganzen Umgebung bekannter kleiner alter Betrieb, der zwei Liköre inklusive sämtlicher Fertigungsschritte bis zur Abfüllung an Ort und Stelle produziert. Die Liköre heißen „Gran Liquore del Pastore“ (aus Limone, Milch und Sahne) und „Elixir China Calisaja“, der mit seinem enthaltenen Chinin fiebersenkende Wirkung haben soll.

Zu besichtigen ist auch ein liebevoll eingerichtetes Olivenölmuseum, in dem die Öle der Umgebung verköstigt werden können. In der kleinen Hauptstraße, die zum Piazza del Popolo führt, pulsiert das Leben in den kleinen Geschäften. Hier ansässig ist unter anderem die legendäre Schneiderei Arte e Moda, in der die Jacken der Butteri, der Ma­remma-Cowboys, noch handgefertigt werden. Außerdem sehenswert die Spezialitäten- und Wein­handlungen, mit Tausen­den von Weinflaschen in den Regalen.
 
 

Auf einer im unteren Teil der Stadt befindlichen Aussichts­plattform hat man einen umwerfenden Blick auf die Maremma Ebene und das Meer.
 Nach der Ortsbesichtigung zieht es uns wieder ans Meer. In Marina di Castagneto soll es laut unseres Reisführers einen 14 Kilometer langen Sandstrand geben. Der Strand entpuppt sich allerdings als Enttäuschung, da in Ortsnähe hässliche Bauten im Hintergrund stehen und es beidseitig des Ortes auch nicht viel reizvoller wird. Also fahren wir direkt weiter nach Cecina, wo es entlang der Küste einen Pinienwald namens Foristeri Demaniali geben soll. Unterwegs entdecken wir endlich ein Mohnblumenfeld, ein Fotomotiv, das in keiner Sammlung ambitionierter Fotoamateure in der Toskana fehlen darf.


 

Der Wald dient vielen Menschen als Naherholungsgebiet, es kann gewandert und wunderbar auf markierten autofreien Wegen geradelt werden. Wir durchqueren den Wald und stoßen auf einen recht leeren Naturstrand mit dunklem Sand, der leider von Treibgut übersät ist. Zudem haben einige Unverbesserliche ihren Müll liegen gelassen. Wir finden dennoch ein nettes Plätzchen. Nach kurzer Zeit verdunkelt sich jedoch der Himmel und es wird ungemütlich. So haben wir uns unseren Strandtag nicht vorgestellt und entscheiden uns zum Aufbruch. Auf dem Plan steht eine kurze Rundtour mit dem Auto durch die nahen Weinörtchen. Bei einem Hinweisschild ist Volterra in 32 Kilometern Entfernung ausgewiesen, so dass wir kurzer Hand unseren Plan ändern. Auf dem Weg dorthin wird das Wetter jedoch immer schlechter, es fängt an zu regnen und die Temperatur sinkt auf 14° Grad. Also machen wir erneut eine Kehrtwende und fahren über die kleinen Bergdörfer zurück in Richtung Cecina. Dort steuern wir den Coop Supermarkt an, da wir heute Abend ein Gericht aus dem Jamie Oliver Kochbuch „Genial Italienisch“  mit frischen Seezungen zubereiten wollen. Leider sind ausgerechnet heute die Seezungen in Cecina ausverkauft – so ein Ärger. Also geben wir dem Coop in Venturina eine Chance, zumal das Wetter in Richtung Süden besser zu sein scheint. Es geht auf der neuen Aurelia in Richtung Süden und tatsächlich klärt es zunehmend auf. Das Thermometer in unserem Auto steigt von Kilometer zu Kilometer. Glücklicherweise gibt es tatsächlich noch See­zungen in Venturina. Die Fischfrau bereitet ihn küchen­fertig vor und fragt schließlich, ob sie den Rogen ebenfalls entfernen soll, was wir beja­hen. Ein Gemurmel setzt bei den umstehenden Kunden ein, wahrscheinlich haben wir gerade eine Kostbarkeit des Fisches wegschneiden lassen, was soll´s!

Zum Abschluss des Tages wollen wir uns noch Campiglia Marittima anschauen, ein mittelalterliches Dorf oberhalb von Venturina. Auch hier laufen wir begeistert mit gezückter Kamera durch die Alt­stadt, die sehr lebhaft ist, voller italienischer Lebensart.
Außerge­wöhnliche Fotomotive, wohin das Auge schaut - eine schöne alte Mauer hier, ein heimeliger Laden da, eine Gruppe alter Menschen auf der Piazza oder eine einla­dende Weinhandlung. Das Mittel­alter ist auch hier allgegenwärtig. Es ist schon sen­sationell, wie gut erhalten diese ganzen kleinen Städte sind. Auf dem Piazza del Popolo suchen wir eine Enotecha auf, trin­ken ein Gläschen Vino Bianco und genießen das Leben. Das Toskanafieber hat uns erwischt!

Am Abend gibt es dann wieder ein Super-Abendessen mit zweierlei Bru­schetti als Anti­pasti, Ravioli mit Ru­cola- und Steinpilz­pesto als Primo Piatto und die See­zungen belegt mit Sardellen und frischen Tomaten auf einem Gemüsebett als secondo piatto, ein Gedicht!

 

28. April  2007
Ein weiterer Ort, an dem wir nahezu täglich vorbeigefahren sind, ohne ihm weitere Beachtung zu schenken, ist Suvereto. Zu Unrecht, wie sich heraus­stellen wird. Suvereto ist ebenfalls eine Hochburg der Winzer und Oliven­bauern. Zahlreiche prämierte DOC Weine stammen von hier und aus dem umliegenden Val di Cornia. Unsere Mitbringsel, je zwei Flaschen Olivenöl und Rot­wein – stammen ebenfalls aus der unmittelbaren Umgebung von Suvereto. Man betritt die idyllische mittelalterliche Altstadt durch eines der alten Stadtpor­tale. Auch hier wird das Ortsbild mit viel Liebe zum Detail erhalten. Suvereto, dessen Ursprünge bis vor das Jahr 1.000 zurückreichen, verfügt über zahlreiche pracht­volle Bauten voller architekto­nischer Harmonie. Auf einem der hübschen Plätze ist eine nachge­baute historische Wasserhuban­lage sowie ein Pranger zu bewun­dern.

Nach unserem Rundgang fahren wir weiter in Richtung Follonica zu einem unserer Lieblingsstrände bei Punta Ala.
Dieses Mal parken wir unser Auto in der Nähe des gleichnamigen Campingplatzes am nordwestlichen Ende der Bucht. Wir finden einen gebührenfreien Parkplatz – 200 Meter weiter kostet das Tagesticket stolze 8 €!  Heute ist der Strand deutlich stärker frequentiert als bei unserem ersten Besuch vor einigen Tagen. Offenbar nutzen die Italiener das verlängerte Wochenende um den 1. Mai herum zu einem Kurztrip ans Meer – Brückentage gibt es nicht nur in Deutschland! Natürlich darf auch heute nicht der lange Strandspaziergang fehlen. Unterwegs treffen wir Eva und Alexander, die sich heute ebenfalls den Strand von Punta Ala ausgesucht haben. In der uns bereits bekannten Bar oberhalb eines Bagnos trinken wir einen Cappuccino und genießen den Blick auf das Meer und die vorgelagerten Inseln (u.a. Giglio, Montechristo und in weiterer Entfernung Elba).


 

Gegen 18.00 Uhr beenden wir unseren letzten Strandtag, da wir in Castagneto Carducci noch einen Markt anschauen wollen, bei dem Bauern aus der Region ihre Produkte ausstellen und natürlich auch verkaufen. Erwartungsgemäß ist die Altstadt überfüllt, so dass wir nur eine Parkgelegenheit unterhalb der Stadt auf einem Sportplatz finden. Beim Rundgang über den Markt bedauern wir sehr, dass wir aufgrund der Gepäcklimitierung im Flugzeug nichts mit nach Deutschland nehmen können. Die unterschiedlichsten Peccorino Sorten mit verschiedenen Kräutern, leckerer frisch abgeschnittener Prosciutto, Olivenöle, Wein und verschiedene selbstgebackene Brotsorten versetzen den Platz in eine einzige Wolke wohlduftender Aromen. Wir lassen uns schließ­lich in einer gemüt­lichen Bru­schetteria nieder, die nur einen einzigen Außentisch besitzt und den wir nur allzu gerne in Beschlag nehmen.

Von hier hat man einen fantastischen Blick auf die Ebene von San Vin­cenzo bis Bibona. Die gerade untergehende Sonne ist das I-Tüp­fel­chen dieser nahezu unwirklich erscheinen­den Idylle. Wir lassen uns von dem freund­lichen italienischen Ehepaar mit Bruschetta, einem Antipastiteller mit Prosciuotto, Salami sowie einem vegetarischen toskanischem Eintopf verwöhnen. Dazu gibt es Wein aus dem benachbarten Bolgheri, ein kulinarischer Hochgenuss - schöner und romantischer kann der letzte Urlaubsabend doch gar nicht enden.



In unserem Bogenzimmer in Sassetta angekommen, packen wir schnell noch unsere Koffer und genehmigen uns ein letztes Schlückchen Rotwein vom Agrotourismo La Cerreta gegenüber. Da wir bereits um 4.45 Uhr aufstehen müssen, schlafen wir beide nicht sehr gut, weil irgendwie immer eine „innere Uhr tickt“.


29.April 2007
Nach einer guten Stunde Autofahrt erreichen wir den Flughafen von Pisa. Über die neue Aurelia ist die Verbindung nach Sassetta wirklich hervorragend. Wir checken zunächst ein - dieses Mal haben wir sogar 4 Kilo „Untergewicht“. Das liegt daran, dass wir zwar Wein und Öl in den aufgegebenen Taschen deponiert haben, dafür aber das Gewicht des Handgepäcks, welches in der Regel nicht kontrolliert wird, ziemlich überstrapaziert haben. Danach bringen wir noch unser Auto zurück und sitzen bald darauf in unserem Flieger Richtung Heimat. Alle unsere Flüge mit Ryan Air waren bisher überaus pünktlich, was man z.B. von der Lufthansa nicht immer behaupten kann. Da wir erneut einen Platz an den Notausstiegen ergattern, haben wir einen sehr komfortablen Rückflug. In Bremen erwartet uns unser Sohn Tim, der nach der Geburtstagsparty bei seiner Cousine Laura eine relativ kurze Nacht gehabt hat.


 







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