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Toskana 2007 Teil 1

19. April 2007
Endlich Urlaub! Nach einem halben Jahr „Abstinenz“ und einer für uns beide recht anstrengenden beruflichen Phase, kommt uns dieser Toskana Urlaub, von dem wir uns vor allem Ruhe, Entspannung, Naturerlebnisse und natürlich auch exquisite kulinarische Genüsse erhoffen, gerade recht. Unser Flieger startet um 6.00 Uhr ab Bremen Airport. Wir haben über Ryanair einen echten Schnäppchenflug gebucht für sage und schreibe 40,-- € pro Person. Ryanair hat diese Destination erst seit Anfang April in Betrieb, und es gibt sogar einen eigenen Terminal für die irische Fluggesellschaft. Das lässt darauf schließen, dass der Flughafen in Bremen künftig eine gewichtige Rolle bei den Planungen der Billig-Airline spielt, was uns für zukünftige Reisepläne nur Recht sein kann. Eines unserer Gepäckstücke hat ein Kilogramm Übergewicht, so dass wir 8,-- € Gebühr zahlen müssen – ärgerlich, zumal die andere Tasche wesentlich leichter ist, aber bereits auf dem Laufband in Richtung Flugzeug verschwunden ist.



Nach einem schnellen Cappuccino in der Wartehalle werden wir auch schon aufgerufen und ergattern einen der begehrten Plätze mit viel Beinfreiheit an den Notausstiegen. Nach nicht einmal zwei Stunden landen wir in Pisa, wo wir uns auf direktem Weg zur Alamo-Autovermietung begeben, um unseren Wagen, den wir bei billiger-mietwagen.de gebucht haben, in Empfang zu nehmen (285 € / 10 Tage). Wir erhalten einen relativ neuen Lancia Ypsilon und machen uns auf den Weg nach Sassetta – unserem Urlaubsziel. Über Livorno geht es auf der alten Aurelia am Meer entlang in Richtung Süden. In Donoratico verlassen wir die Aurelia und fahren landeinwärts in die sanft aufsteigenden grünen Hügel der Toskana. Wir fahren durch eine idyllische Landschaft mit Zypressenalleen und idyllischen Weingütern. Nach gut zehn Kilometern Serpentinenfahrt durch ein üppiges Waldgebiet fahren wir schließlich in Sassetta ein. Von hier sind es noch einmal gut drei Kilometer bis zum Podere San Giuseppe.

Schon bei der Auf­fahrt auf das Anwe­sen wird eines klar: Wir haben unsere Unter­kunft wieder einmal vortrefflich ausge­wählt! San Giuseppe liegt auf einem Hügel mit fantastischem Blick ins Tal. Gefun­den haben wir dieses einmalig schöne Kleinod im Internet. Die Vermieter und Besitzer 
Familie Post-Heinrich aus Gelsenkirchen, haben das alte toskanische Anwesen bereits vor zwanzig Jahren erworben und nach und nach liebevoll hergerichtet.

Die Einrichtung des sogenannten „Bogenzimmers“ im Erdgeschoss ist ausgesprochen gemütlich, inklusive einer vollausgestatteten Küchenzeile. Da im April in der Toskana noch Vorsaison ist, hat uns Frau Heinrich diese Traumunterkunft für 35,-- €/Tag überlassen. Im Gegenzug sollen wir den Wildgarten wässern, was wir nur zu gerne angenommen haben. Unterwegs haben wir beim Coop in Cecina einige Lebensmittel eingekauft, so dass wir nun auf einem der lauschigen Sitzplätze ein köstliches Spätfrühstück mit toskanischem Käse, Schinken sowie Cappuccino zu uns nehmen – ein wunderbarer Einstieg in diesen Urlaub.

Das Panorama von unserem Frühstücksplatz, der von einem selbstgebauten Bam­busdach beschattet wird, ist einfach gran­dios. Wir lassen uns sogleich von der toska­nischen Gelassenheit und dem Müßiggang anstecken und hal­ten anschließend Siesta. Um uns herum Natur pur – ledig­lich die Laute von Fasanen, unterschiedlicher Singvögel sowie Fröschen aus dem unter uns liegenden Teich eines Schweizer Archi­tekten Ehepaares sind zu hören. Wir trauen unseren Augen kaum, als ein Fuchs mit einem Ball in der Schnauze! in aller Seelenruhe an uns vorbeischlen­dert und sich von unserer Anwesenheit in keiner Weise beeindrucken lässt. Auch das ist toskanische Gelassenheit! Es ist angenehm warm – ca. 25° Grad und wolkenlos – so lässt es sich aushalten.
Abends gibt es leckeren Salat mit hervorragenden Tomaten, Käse und Schinken, dazu ein Gläschen Rotwein vom gegenüber liegenden Bio-Bauernhof „La Cerreta“. Der Wein besteht wie die meisten guten Weine der Region zu 80 % aus Sangiovese Trauben – ein köstliches Tröpfchen, den uns Frau Heinrich freundlicherweise als Begrüßungstrunk auf den Tisch gestellt hat. Bereits um 21.00 Uhr fallen wir müde ins Bett und schlafen nach der kurzen gestrigen Nacht tief und selig fast zehn Stunden lang.


20. April 2007
Um 9.00 Uhr gibt es Frühstück auf unserem Sonnenplätzchen mit Ausblick. Wir beschließen heute einen Strandtag einzulegen. Zunächst wollen wir uns allerdings in Sassetta ein wenig umschauen. Es ist bereits Mittag als wir im Ort ankommen, und alle kleinen Läden sind geschlossen. Es gibt hier unter ande­rem einen bekann­ten Metz­ger, der einen großartigen Wildschweinschinken produzieren soll.

Sasetta ist um diese Jahreszeit noch nicht sehr touristisch und wird viel mehr be­stimmt durch den Alltag der Dorfbe­wohner in einer harmonisch wirken­den Atmosphäre, was wir als äußerst angenehm empfin­den. Erbaut ist der Ort mit seinem mittelalter­lichen Kern auf dem Gipfel eines Hügels mit der Chiesa Sant Andrea Apostolo aus dem 14. Jahrhundert im Zentrum.

Nach einem kurzen Gang durch den Ort fahren wir auf der kurvenreichen Strada di Vino in Richtung Suvereto. Die 15 Kilometer lange Strecke ist ein Eldorado für Radfahrer und führt durch üppige Misch- und Kastanienwälder. In Venturino kaufen wir für unseren Strandtag noch etwas Proviant ein – dünne Fladen mit toskanischem Schinken, Gorgonzola und Ruccola Salat belegt. Unser Ziel ist der Strand beim Golfo di Follonica.

Hier geht die etruskische Riviera über in die Küste der Maremma. Um diese Jahres­zeit ist der Strand wochentags nahezu men­schenleer. Die Bagno-Besitzer beginnen gerade mit dem Aufbau ihrer Sonnenschirme, die sie mit Maßband und Wasserwaage in Reih und Glied platzieren! Eigentlich passt dieser für Italiens Strände bekannte pedantische Ordnungssinn so gar nicht zu der gelassenen toskanischen Lebensart. Aber was soll´s – um diese Jahreszeit ist von dem ganzen Standrummel noch nichts zu spüren und wir genießen die Ruhe und einen ausgedehnten Strandspaziergang. Vor uns liegt in leichtem Dunst eingehüllt die Insel Elba, gerade einmal zehn Kilometer von Piombino entfernt, hinter uns ein schmaler schatten­spendender Pinienwald mit lauschigen Picknickbänken.


Gegen Abend begeben wir uns auf den Rückweg und kaufen noch beim gut sortierten Coop in Ventu­rina ein. Die Coop Kette ist in der Gegend der empfehlenswerteste Super markt, da er auch frische einheimische Pro­dukte in seine Produkt­palette aufgenommen hat. Unser Abendessen besteht heute aus Seeteufel, belegt mit Sardellen, Kapern, getrockneten Tomaten sowie Kräutern aus dem eigenen Garten (Salbei und Rosmarin) in bestem toskanischen Olivenöl. Das Rezept dieser ungewöhnliche Kreation stammt von Alfons Schubeck und wurde gerade in der vergangenen Woche im Rahmen der Kochshow von Johannes B. Kerner präsen­tiert. Dazu gibt es einen Greco di Tufo – lecker! Um Mitternacht stoßen wir noch mit einem Gläschen Wein auf meinen Geburtstag an.


21. April 2007
Mein Geburtstag. In den Tag starten wir mit einem ausgiebigen Frühstück. Es ist schon so warm, dass wir recht bald in den Schatten rücken müssen. Wer hätte das gedacht, ein derartig sommerliches Wetter im April in der Toskana vorzufinden!?Heute wollen wir uns in San Vincenzo auf einem Markt umschauen. Dieser stellt sich jedoch schnell als Enttäuschung heraus, da fast alle Stände Billig­kleidung und kitschige Accessoires anbieten. Da auch der Ort selbst nicht sehr viel hergibt, brechen wir alsbald in Richtung Strand auf. Am Ortsausgang stellen wir unser Auto ab. Südlich von San Vincenzo liegt der Parco Naturale di Rimigliano mit seinem langen Sandstrand. Er erstreckt sich kilometerlang bis zum Golfo di Barratti, mit einem dichten und schattigen Pinienwald im Hintergrund. Nach einer Stunde wird unser Badespaß jedoch durch eine dicke vom Meer aufzie­hende feuchte Tiefnebelwand getrübt. Da es sich sofort merklich abkühlt, packen wir unsere sieben Sachen und machen uns auf den Rückweg. Kaum am Auto angekommen, reißt der Himmel auf - die Nebel­schwaden halten sich offenbar nur unmittelbar über dem Meer. Schon 100 Meter weiter im Hinterland herrscht strahlen­der Sonnenschein!

Dennoch steuern wir unser nächstes Ziel an – die berühmte fünf Kilometer lange Zypressen­allee von Bolgheri, die bekannteste und schönste Allee in der ganzen Toskana.
Am anderen Ende der Allee befindet sich das reizende Dörfchen Bolgheri, bekannt für seinen Sassicaia, einem der besten Rotweine des Landes. Der Sassicaia unter­scheidet sich von den meisten anderen Rotweinen der Toskana (wie z.B. Montepulciano oder Brunello) dadurch, dass nicht die für diese Region typische Sangiovese Traube den Hauptanteil des Weins ausmacht, sondern überwiegend aus Cabernet Sauvignon Trauben sowie einem kleine­ren Cabernet Franc Anteil besteht. Eine Hochzeitsge­sellschaft belebt  gerade das ansonsten um diese Jahreszeit noch sehr beschauliche Leben in demkleinen Weinörtchen. Nach einem Rundgang geneh­migen wir uns in einer Enotecha ein Gläschen Bolgheri Rotwein, 0,1 l für 6,50 €. Er mundet uns hervorragend, jedoch sind wir nicht bereit, 30 Euro für eine Flasche dieses Tröpfchens zu zahlen. Hier zahlt man natürlich den legendären Ruf der Sassicaia-Weinproduzenten mit.

Über eine wunderschöne Landstraße, von der links und rechts kleinere Zypressenalleen zu Weingütern führen, gelangen wir über Castellano Caducci zurück in unser kleines Paradiso San Giuseppe.

Bei einem Latte Macchiato genießen wir die Abendsonne. Später gehen wir zum Abendessen ins Podere La Cerreta, dem Bio-Bauernhof auf der gegenüberliegenden Seite des Tals. Alexander hat zufällig ebenfalls am heutigen Tag Geburtstag, so dass wir heute Abend doppelten Grund zum Feiern haben!  La Cerreta ist ein ökologisch geführter Bauern­hof mit Pensionsbetrieb (Agrotourismo), der auch anderen Gästen die Möglichkeit bietet, am gemeinsamen Abendessen teilzunehmen. Es kommen ausschließlich selbst angebaute bzw. produzierte Produkte auf den Tisch - das Ganze zum Inklusivpreis von 25,-- € pro Person.

Im Speiseraum La Cerretas erwartet uns  ein bereits gedeckter Tisch, Wein, Wasser und Olivenöl stehen in Karaffen schon bereit. Als Antipasti gibt es Leberpastete und Schinken vom Wildschwein. Es folgen zwei Pastagänge, zunächst Gnocchi in einer Wildkräutersoße und anschließend Tagliatelle mit Funghi. Als vierter Gang wird ein Rindercapaccio mit Baccelli („dicke Bohnen“) und eingelegten Artischockenherzen - Gemüsesorten, die derzeit gerade in der gesamten Region geerntet werden und auch von fast allen Ständen an der Straße angeboten wird - serviert. Als Dolci gibt es eine Tarte, die mit einer undefinierbaren, aber leckeren süßen Creme belegt ist. Nach einem Espresso wird uns schließlich noch zwei verschiedene Digestif gereicht, zum einen ein Basilikumlikör, ebenfalls eine Spezialität der Region, sowie ein weiterer süßer Likör mit Nussgeschmack, der ein bisschen nach Portwein schmeckt.

Gut gesättigt und zufrieden angesichts des gelungenen Abends in netter Atmosphäre machen wir uns unter einem traumhaft funkelndem Sternenhimmel auf den Rückweg in unser kleines Landhäuschen.
 

22.April 2007
Erneut werden wir an diesem Sonntag Morgen verwöhnt durch die warme Sonne und einen azurblauen Himmel. Nach einem gemütlichen Frühstück genießen wir noch für einige Zeit den Ausblick und lauschen den Tieren (Kuckuck, Fasane etc.) um uns herum. Das Naturkonzert wird heute zudem durch das Kirchengeläut der Chiesa in Sassetta angereichert. Zunächst soll es heute an den Strand Pappasole am Golfo di Follonica gehen. Wir fahren dieses Mal über San Lorenzo, vorbei an dem futuristischen anmu­tenden Weingut „Petra“ – aufgrund seiner unge­wöhnlichen Bauweise auch ein Magnet für Architektur­interessierte. Mitten in den Weinbergen liegt dieses kreisrunde Ge­bäude mit Olivenbäumen und Weinstöcken auf dem Dach und einer aufstei­genden Freitreppe aus rotem Marmor, die – wenn man am unteren Sockel steht - in den Himmel zu führen scheint.



Am Strand ist es heute erwartungsgemäß voller, da die Italiener das tolle Wetter am Wochenende ebenfalls für einen Tag am Strand nutzen. Wir erkunden bei einem ausgedehnten Spaziergang den Abschnitt bis kurz vor Follonica. Dieser Teil des Strandes ist relativ schmal. Im dahinter gelegenen Piniengürtel befand sich früher offenbar einmal ein Campingplatz, von dem jetzt leider nur noch zerfallene Ruinen übrig sind und somit das Gesamtbild etwas stören. Das Wasser ist auch hier angenehm warm, sicherlich über 20° Grad, so dass wir auch heute ein Bad im Mittelmeer nehmen.

Gegen Abend besuchen wir dann Massa Marittima, ein idyl­lisches Örtchen mit mittelalterlicher Bau­substanz, das, auf einem fast 400 Meter hohen Hügel thronend, schein­bar über die Maremma-Ebene wacht. Vom Torre di Candeliere (2,50 € Eintritt) hat man einen grandiosen Blick auf das Örtchen und den Golfo di Follonica sowie die Insel Elba. Der Turm steht außerhalb der Unterstadt, der Citta Vecchia, die vom 11. bis 13. Jahrhundert erbaut wurde. Prunkstück des Ortes ist der Piazza Garibaldi, einer der schönsten Plätze Italiens. Der beeindruckende Dom aus dem 11. Jahrhundert ist eingerahmt von zahlreichen mittelalterlichen prächtigen Palazzi. Am Rande des Piazzas lassen wir es uns zunächst bei einem Gläschen Vino Bianco gut gehen, um anschließend auf den mittlerweile belebten Stufen zum Dom dem Müßiggang zu frönen! Schnell wird man angesteckt von der Ruhe, die der Platz ausstrahlt.

 


Aus dem Portal des Doms strömt Weih­rauchduft in die warme Abendluft und gibt der ganzen Szenerie fast einen sakra­len und feierlichen Touch – hier kann man es gut eine Zeit lang aushalten, und man merkt nicht, wie die Zeit vergeht. Danach schlendern wir noch durch die malerischen kleinen Straßen mit ihren kleinen Restaurants und Geschäften. Die nahezu menschenleeren Gassen abseits der Hauptattraktionen des Ortes versetzen den Betrachter direkt ins tiefste Mittelalter und wir fühlen uns beide erinnert an die dunkelsten Szenen des Films „Das Parfum“, die Patrick Süsskind Verfilmung, die kürzlich erst in den Kinos lief.

Gegen 18.30 Uhr machen wir uns auf den Heimweg. Das heutige Abendessen besteht aus frischen Ravioli mit zweierlei Soßen – einer Pilzsoße sowie einem Pesto Genovese auf Basilikumbasis. Obwohl wir die Pasta im Supermarkt gekauft haben, ist dieses Mahl extrem lecker. Als Vorspeise gibt es Tomatensalat, der aufgrund der Qualität des hiesigen Gemüses ebenfalls sehr delikat ist.

23.April 2007
Heute wollen wir uns anbetracht eines hoffentlich ruhigeren Werktages das größte und wohl bekannteste Schwefel-Thermalbad der Toskana anschauen. Saturnia, von Spöttern auch „Klein-Pammukale“ genannt, liegt in der südlichen Toskana, ca. 50 Kilometer südöstlich von Grossetto. Über die zweispurige neue Aurelia, die zumeist parallel zur Küstenlinie entlang führt, erreichen wir Grossetto verhältnismäßig schnell. Von dort aus geht es in die sanften Hügel des Hinterlandes. Wir passieren wunderschön gelegene Ortschaften und gelangen über den Wein­ort Scansano schließlich nach rund zwei Stunden Autofahrt nach Saturnia.


Dort tummeln sich trotz des Werktages zahlreiche Bade­gäste in den stufenförmigen natürlichen Sinterbecken, die ineinander überfließen. Eintrittwird bei diesem Naturschau­spiel nicht erhoben. Ein künstlich ange­legtes Kur­bad befindet sich aller­dings im Ort Saturnia – dort wird der stolze Eintrittspreis von 16,-- € verlangt. Die Frage der Wertsachendeponie­rung lösen wir, in dem wir unseren Rucksack mit unserem Hab und Gut an einen Holzzaun in unmittel­barer Blicknähe hängen. Der Schwefelgeruch stört uns schon nach kurzer Zeit nicht mehr. Das 37,5° Grad warme Schwefelwasser soll eine heilende Wirkung auf Haut und Gelenke haben und das all­gemeine Wohlbefinden steigern. Wir lassen uns durch das herunterrauschende „Wunder­wasser“ am Wasserfall eine Zeit lang den Rücken massieren und relaxen anschließend in einer der „Badewannen“.


Schließlich setzen wir unsere Fahrt fort. Die unmittelbare Umgebung der Schwefelquellen von Saturnia lädt nicht unbedingt zum Verweilen ein, so dass wir auf direktem Weg zur Halbinsel von Monte Argentario weiterfahren. In Albinia gelangen wir über einen der drei Zugangsstrei­fen, die Monte Ar­gentario mit dem Festland verbinden, auf die Halbinsel und fahren weiter nach Porto Ercole. Dort soll es laut unseres Michael Müller Reise­führers  einen sehr schö­nen einsamen Sand­strand geben, der nur fußläufig zu errei­chen ist. Zuvor legen wir einen klei­nen Stopp kurz hinter dem Ortsausgang von Porto Ercole ein. Im Pinienhain einer kleinen Cafeteria mit Blick auf das Meer und die vorgelagerte kegelförmige Insel L´Isolotto gönnen wir uns ein (kalorienreduziertes) Solero-Eis. Anschließend fahren wir bis zum Ende der ausgebauten Panora­mastraße in der Nähe des Luxushotels Il Pelicano. Die besten Doppel­zimmer in diesem Luxusressort kosten in der Hauptsaison die „Klei­nigkeit“ von 850,-- € pro Nacht! Überall prangen die „Durchfahrt verboten“ und Halteverbots-Schilder, die gut betuchte Villenbesitzer der näheren Umgebung dort platziert haben, um den „Pöbel“ von ihren Anwesen fern zu halten. Wir stellen unser Auto ab und steigen auf dem beschriebenen Weg in rund 15 Minuten hinab in die Bucht, die den wohlklingenden Namen „L´Acqua Dolce“ trägt.

Ein Kiesel-Sandstrand in traumhafter Landschaft erwartet uns. Das Vergnügen ist leider nur von kurzer Dauer, da die Sonne hinter den hohen Felsen im Hintergrund der Bucht verschwindet.

Danach bummeln wir noch durch die verschachtelten Gässchen von Porto Ercole. Unter uns liegt der Hafen mit den dümpelnden Fischerbooten und kleinen Yachten. Weiter geht es nach Porto Santo Stefano, dem größten Ort der Halbinsel. Wir folgen dort der Strada Panoramica, die zahl­reiche wunderschöne Ausblicke auf die vorgelagerten Inseln Giglio und Giannutti bietet. Auch hier haben sich ein paar Glückliche Feriendomizile hin­gesetzt. In der Nähe eines Aussichtspunktes fällt uns ein Hinweis­schild „Bar/Restaurant“ ins Auge, dem wir fol­gen. Wir landen vor dem 4-Sterne Hotel „Torre di Cala Piccola“. Unsicher, ob wir in diesem Etablissement als Hotel­fremde überhaupt etwas zu Trinken bekommen, fragen wir einen herausge­putzten Angestellten des Hauses am Hotel­eingang, der uns zugleich freundlich hereinbittet. Wir suchen uns in dem schattigen Gärtchen unterhalb eines Torres aus dem 17. Jahrhun­dert ein Plätzchen mit traumhaftem Panorama und bestellen einen frischen Weißwein, der auf Argentario angebaut wird. Dazu erhalten wir Schälchen mit Oliven, Pistazien und Nüssen.


 

Hier hätten wir es noch stundenlang aushalten können, jedoch wird es gegen Abend spürbar frischer, und wir haben keine Jacken und lange Hosen dabei. Beim Heraus­gehen lassen wir uns noch einen Hotelprospekt geben und stellen fest, dass auch dieses Hotel unser Reisebudget sprengen würde (zwischen 200 und 500 €/Nacht). Wir zahlen für unsere beiden Gläser Wein 18 € - ein Preis, der angesichts dieses entzückenden Plätzchens und des qualitativ guten Weines in Ordnung geht.Über Santo Stefano, wo wir noch ein paar Lebensmittel einkaufen, geht es zurück auf das Festland. Die Fahrt von Monte Argentario zurück über die Aurelia dauert rund 1,5 Stunden.


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