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Tembe Elephant Park

8. – 10.11.2012
Über die R 22 fahren wir die letzten 30 Kilometer zum nah gelegenen 
Tembe Elephant Park, der nächsten Station unserer Reise. Am Gate zahlen wir eine Entrance Fee von 95 Rand und werden dann von einem Angestellten der Lodge abgeholt, der uns und unser Auto in den Carpark lotst. Auch im Tembe Park kann man sich nur mit 4x4 Autos fortbewegen.

Tembe ist das letzte Schutzgebiet für Afrikas größte Tiere, die Tuskers, Elefanten mit besonders langen Stoßzähnen, die mindestens ein Gewicht von 100 Pfund aufweisen. Derzeit weisen lediglich drei Exemplare der insgesamt 260 Dickhäuter dieses Merkmal auf, Isilo, Induna und Makobona. Der Name Isilo bedeutet „König der Könige“. Er ist der größte der Tuskers mit einem Gewicht von rund 7.000 Kilogramm, ist rund 50 Jahre alt 3,2 Meter groß! Seine Stoßzähne sind über 2,5 Meter lang. Vor über Hundert Jahren wanderten die Elefanten zwischen Maputaland Coast und Mozambique hin und her, zogen sich jedoch schließlich auf der Flucht vor Elfenbeinjägern in den dicht bewachsenen Sandforest des heutigen Reservats zurück.



Aber Tembe besteht nicht nur aus Elefanten. Es ist ein Big 5 Park, in dem alle fünf großen Wildtiere (Löwe, Leopard, Elefant, Büffel, Nashorn) anzutreffen sind. Auch findet man hier Südafrikas zweitkleinste Antilope, die Suni, die jedoch äußerst scheu ist und selten gesichtet werden kann. Bei unserem ersten Game Drive am Nachmittag werden wir später ein Exemplar aufspüren - es verschwindet jedoch alsbald im undurchdringlichen Dickicht.


Suni    /     Nyala, junges Männchen

Das Reservat wird in Eigenregie von Einheimischen vom Stamm der Tembe in Zusammenarbeit mit KZN Wildlife sowie einem weißen Geschäftsmann aus Durban, betrieben. Der Tagesablauf im Tembe Park ist exakt durchgeplant und täglich wiederkehrend:

5.20 Uhr Weckruf
5.30 Uhr Early Morning Breakfast
6.00 Uhr Morgen Game Drive
10.00 Uhr Full English Breakfast
14.00 Uhr Lunch
15.00 Uhr Nachmittag Game Drive
19.30 Uhr Dinner


Am Eingang zur Lodge erwartet uns ein Empfangskomitee von sechs schwarzen Angestellten, die uns mit einem mehrstimmigen Traditional des Tembe Stammes empfangen. OK, nach dem extrem individuellen Leben in der Memela Lodge wirkt das Ganze ein bisschen „Tourimäßig“, dennoch wirkt das Ganze nicht aufgesetzt sondern wie die gastfreundschaftliche Geste. Das Gepäck wird für uns von den Angestellten in die Safari Tents getragen, ein Service, der freundlich gemeint ist, uns aber dennoch in dieser Umgebung ein wenig befremdlich vorkommt! Der reinste Luxus erwartet uns auch in unserem Suni-Safari Tent: Es gibt ein großes Doppelbett und ein Einzelbett, eine abgetrennte Dusche mit Toilette und sogar Strom. Der Clou ist jedoch ein beheizbares Bettlaken! Wir zahlen 900 Rand pro Person und Nacht für Unterkunft, Vollverpflegung und zwei Game Drives täglich. Die Safari Tents werden beschattet von riesigen und Jahrhunderte alten Mahagonibäumen.

Wir werden in den nächsten Tagen von Carlos betreut, der uns auch auf den rund dreistündigen Game Drives begleitet. In dem 4x4 Safari Landcruiser finden insgesamt 10 Personen Platz. Bei unseren Game Drives sind außer uns noch zwei ältere südafrikanische Paare mit „an Bord“. Es ist nicht einfach, in dem undurchdringlichen Gebiet Tiere zu sichten, insbesondere zu dieser Jahreszeit, in der alle Büsche in die Höhe geschossen sind. Eines ist jedoch im Tembe Park sicher: Man wird jede Menge Elefanten beobachten können! Bereits bei unserem ersten Game Drive bekommen wir einige eindrucksvolle Elefanten aus nächster Nähe zu sehen, ausschließlich Bullen, die als Einzelgänger oder zu zweit unterwegs sind. Gemächlich und von unserer Anwesenheit unbeeindruckt, rupfen die Kolosse alles Grün von Bäumen und Sträuchern, was ihnen vor ihre nimmermüden Rüssel kommt. Nach einer Zeit setzen sie ihren Weg gemächlich über den Weg fort, dabei schlagen sie eifrig mit den Ohren, um sich kühle Luft zuzufächeln. Die Ohren von Elefanten können bis zu zwei Meter groß werden und wirken wie kleine Klimaanlagen. Das Blut in dem knapp unter der Ohrenoberfläche verlaufenden Venengeflecht wird durch den Luftzug abgekühlt und pumpt es von dort literweise in den Blutkreislauf, wodurch sich die Körpertemperatur deutlich verringert.

Ranger im Tembe Park patrouillieren permanent, um Wilderer von ihrem üblen Geschäft abzuhalten, bislang glücklicherweise mit großem Erfolg. Auf einem unserer Game Drives treffen wir auf einen dieser Trupps. Auf der östlichen Seite öffnet sich eine große sumpfige Ebene, in der wir Büffel, Giraffen, Elefanten, Zebras und zahlreiche andere Tiere sichten.


 

  Überall ragen meterhohe Termitenhügel aus dem Boden, aus deren Erde die Einheimischen Zement produzieren. Hier besteht auch eine gute Chance, Löwen zu sehen. Leider werden wir während unserer zweieinhalb Tage im Park diesbezüglich nicht erfolgreich sein und müssen uns mit frischen Löwenspuren, die wir täglich entlang der Fahrwege sichten sowie einem vor wenigen Tagen gerissenen und übel stinkenden Büffelkadaver begnügen. Jede Nacht hören wir zudem das laute Röhren von Löwen, die sich in unmittelbarer Nähe des mit einem Elektrozaun abgegrenzten Camps aufhalten.

Seit Monaten verfolgen wir die Aktivitäten an einem Wasserloch, die eine Webcam auf der Tembe Website rund um die Uhr überträgt. Zwischen zwei Game Drives lassen wir uns für eine Stunde zu dem „Hide“ fahren, an der die Webcam installiert ist. Es ist ein wahrhaft magischer Ort, der eine himmlische Ruhe ausstrahlt. Wir sehen grasende Impalas, zwei halbwüchsige Tiere sind pausenlos mit einem kleinen Machtkampf beschäftigt, in dem sie sich mit ihrem Gehörn in ihren Kontrahenten verkeilen. Außerdem sind am Wasserloch einige Schwarzstörche sowie eine Entenfamilie zu sehen.


 


An einem Morgen befahren wir einen Weg, der parallel zum Park begrenzenden Elektrozaun verläuft und beobachten Kinder mit ihren selbst gebastelten Spielzeugen. Es handelt sich um kunstvoll zusammen gebastelte Autos. Ich bin mir nicht sicher, ob viele westeuropäische Kinder solch handwerkliches Geschick aufbringen würden und zeigt, dass Wohlstand Kreativität unterdrücken kann. Wozu basteln, wenn man es auch einfach im Laden kaufen kann...!

Tembe ist aber auch ein Paradies für Vogelliebhaber. Höhepunkte sind für uns die Sichtung eines Schreeadlers sowie eines Gauklers (Bateleur Eagle), der ebenfalls der Adlerfamilie angehört. Den nahezu den ganzen Tag hörbaren Kuckuck (Red Chested Coocoo) mit seinem omnipräsenten Dreiton bekommen wir leider nicht zu sehen – er ist scheu und extrem schwer zu sichten -, dafür aber einen wunderschönen blauen Eisvogel, farbenfrohe Glanzhauben Turakos (Purple Crested Turaco), den blau schimmernden Brown Hooked Kingfisher und viele andere mehr.


Schreiseeadler (African Fish Eagle)    /      Braunkopfliest (Brown hooded Kingfisher)

 

Auch Kronentokos, die sich gerade in der Brutzeit befinden, sehen wir ein ums andere Mal. Dieser Vogel weist ein interessantes Brutverhalten auf (ebenso wie der Rotschnabel-Toko): Das weibliche Tier legt seine Eier in ein Baumloch und lässt sich dann zusammen mit den Eiern von dem männlichen Hornbill mit Schlamm, der nach und nach eintrocknet und hart wird, „einmauern“. Nur eine kleine Öffnung verbleibt in dem Nest, durch die das Männchen die Brut und seine „Angetraute“ füttert. Passiert dem Männchen während dieser Zeit in der freien Wildbahn irgendetwas, kann sich das Weibchen nicht mehr eigenständig befreien und ist samt Brut verloren! Das Tierreich liefert schon kuriose Geschichten!

Auf unseren Game Drives beobachten wir aber auch eine Reihe anderer Tiere: Wundervolle bunte Schmetterlinge schwirren im gesamten Busch umher, einen
Waran (Monitor Lizzard), der bis zu 1,20 Meter groß werden kann, kleine Antilopen und diverse Spinnen und Skorpione.




Jeder Game Drive ist unterbrochen von einer kleinen Pause, in der es morgens Kaffee und Rasks gibt und am Abend kühle Erfrischungen. Carlos ist um das Wohlergehen seiner Safaribesatzung stets emsig bemüht. Auch erzählt er uns einige interessante Geschichten über die Einheimischen vom Stamm der Tembe. Beispielsweise bestatten die Tembes ihre Angehörigen nicht auf Friedhöfen. Nirgendwo in der gesamten Region sind tatsächlich Friedhöfe zu finden. Anstatt dessen geben sie den Toten der Natur zurück und begraben ihn an einem seiner bevorzugten Plätze. Als „Grabstein“ dient ihnen ein Common Cork Wood Tree, den sie am Grab pflanzen. Wir wünschten, so eine Möglichkeit bestünde in Deutschland auch! Das wäre genau der Weg, den wir uns für uns selbst auch vorstellen könnten!

Bewegung ist im Tembe Park nur eingeschränkt möglich. Der Tagesablauf besteht aus einer immer wieder kehrenden Abfolge von „Essen, Game Drive, Essen, Game Drive...“. Einzige Möglichkeit, mal ein paar hundert Meter zu Fuß zu gehen, ist ein zugewachsener Pfad entlang des Elektrozauns, von wo aus man nicht selten einen der drei Tuskers sichten kann. Esilo, der größte und älteste Tusker, wagt sich sogar nicht selten bis in den eingezäunten Camp Bereich hinein. Er hat offenbar Mittel und Wege gefunden, den Elektrozaun schadlos zu überstehen! Esilo sei jedoch vollkommen sanftmütig und stelle für die Gäste keine Gefahr dar, versichert Carlos bei einem unserer Game Drives. Nach unserer kurzen Wanderung finden wir anschließend zahlreiche Zecken an unseren Hosenbeinen, die wir schnellstens „abpflücken“. Bisse der Plagegeister können zu einem „African Tick Bite Fever“ führen (durchschnittlich bei jedem fünften Biss), einer überaus heftigen Grippeähnlichen Erkrankung mit zehntägiger Inkubationszeit. Ratsam ist bei jeder Wanderung eine Behandlung der unbedeckten Körperstellen mit dem Insekten-Repellent.

Unsere Tischnachbarn beim Essen sind eines der älteren Paare aus unseren Game Drives, Mirna und Rolf aus Johannesburg. Wir haben drei Abende lang anregende Gespräche über Gott und die Welt. Das Essen in der Tembe Lodge kann man nur als hervorragend bezeichnen. Zum Lunch gibt es zumeist verschieden belegte Sandwiches sowie kleinere andere Snacks. Das Dinner startet mit einer Suppe, gefolgt von einer Auswahl diverser Hauptgerichte, wie zum Beispiel Impala oder Warthog Fleisch (super lecker!) mit unterschiedlichen Gemüsesorten als Beilagen. Zum Dessert wird ein Stück selbstgemachter Kuchen mit einer Dessertsoße serviert. Das Tembe Personal im Restaurant ist ebenfalls überaus aufmerksam, es legt den Gästen wie in einem Exklusivrestaurant sogar die Stoffserviette auf den Schoß! An unserem letzten Abend gibt es ein besonderes „Special“ – es wird ein Viergang Menü a´la Carte serviert mit jeweils zwei Auswahlgerichten pro Gang.

An einem Abend werden wir am Campfire unterhalten von einem Tembe Schülerchor, der uns mit traditionellen, mehrstimmigen Liedern erfreut. Sie singen zuletzt auch das bekannte afrikanische Traditional „Tshotsholoza“, das in Südafrika nahezu zu einer zweiten Hymne geworden ist. Normalerweise sind wir ein bisschen skeptisch, wenn es um Unterhaltungsprogramme für Touristen geht. Dieser Chor ist jedoch absolut authentisch und verzichtet zum Glück auch auf „zwanghaftes Mittanzen“ der Gäste, was wir zunächst schon befürchtet hatten!


Auch am darauf folgenden Abend kommen wir in den Genuss eines „Unterhaltungsprogramms“ am Campfire. Dieses Mal steht Zulu Tanz auf dem Programm, bereits wie am Vorabend absolut authentisch und nicht aufgesetzt wirkend. Die Bewegungen der Tänzer zu den in Handarbeit produzierten Trommeln sind so unfassbar schnell und gewandt, dass einem schon beim Zuschauen schwindelig wird! Vorsichtshalber weist Carlos die Gäste darauf hin, dass die offizielle Zulutracht keine Oberbekleidung vorsieht, also auch nicht bei den Mädchen. Er wird sicher bereits seine Erfahrungen mit irritierten und vermutlich prüden Gästen gemacht haben, so dass die Vorwarnung sicher seinen Grund hat!


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