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Telouet

20. Februar 2015
Da wir auf dem Hinweg keine Möglichkeit hatten, uns Telouet anzuschauen, wollen wir dies heute nachholen. Wir befahren also erneut die holperige Straße durch das Ounilatal in umgekehrter Richtung. Die Sonne scheint und das Licht, das auf die wunderschöne Berglandschaft fällt, lässt das Fotografenherz höher schlagen. Überall schmiegen sich mehr oder weniger stark verfallene Kasbahs an die Bergrücken an.




In Telouet ist noch nicht annähernd der Massentourismus eingezogen wie in Ait Ben Haddou. Es hat sich bis heute seine Ursprünglichkeit bewahrt und ist ausschließlich im Besitz von Marokkanern. An der Kasbah werden wir in Empfang genommen von Rachid, der uns seine Dienste für eine Führung anbietet (50 Dirham). Am Tor zur Kasbah zahlen wir 20 Dirham Eintritt.

Die Kasbah besteht aus drei Teilen, aus dem 18., 19. sowie aus dem 20. Jahrhundert. Es ist der Stammsitz des legendären Paschas Glaoui. Erbstreitigkeiten der 11 Kinder des 1956 verstorbenen Paschas verhindern seit Jahrzehnten die Restaurierung dieses einmaligen Kulturerbes, obwohl die Unesco bereit gewesen wäre, Geld dafür zu investieren. So sind insbesondere die beiden alten Kasbahs komplett dem Verfall ausgesetzt. Bei den letzten Unwettern im November letzten Jahres ist wieder ein großer Teil einer Mauer in sich zusammengebrochen.


Telouet lag in früheren Zeiten auf der wichtigen Handelsroute nach Timbuktu im heutigen Mali. Wichtiges Handelsgut frühen Paschas von Telouet war Salz, das in den nahen Salzminen abgebaut wurde und im Verhältnis 1 : 1 gegen Gold aufgewogen wurde. Rachid erklärt, dass das Wort „salary“ bzw. „salaire“ (=Verdienst) von „sel“ (=Salz) abstammt und den hohen Wert dieses Handelsgutes in früheren Zeiten symbolisiert.

Rachid führt uns zunächst auf den Wehrturm. Von hier hat man einen tollen Ausblick auf die Ebene. Hunderte von Weißstörchen, die eben noch über der Kasbah ihre Kreise zogen, sind mittlerweile auf den saftigen Wiesen gelandet auf der Suche nach Nahrung.

Der jüngste Teil der Kasbah ist sehr gut erhalten. Wundervolle Mosaikarbeiten zieren die Wände der Gemächer, die Zedernholz Decken sind üppig dekoriert. Es gab sogar ein sogenanntes "Pascha-TV", ein Aussichtsplatz auf die Ebene, auf der von den Untergebenen zur Belustigung des Paschas Reiterspiele durchgeführt wurden.

 

 
 


Der Pascha, der zeitweise mehr Macht besaß als der Sultan selbst, wird von vielen Marokkanern bis heute kritisch gesehen, zumal er den Protektoratsvertrag mit Frankreich 1912 unterzeichnete und maßgeblich daran beteiligt war, dass der geliebte König Mohammed V nach Madagaskar ins Exil auswandern musste. Der Pascha hatte in seinem Palast fünf „Lieblingsfrauen“, die gemeinsam in seinem Palast untergebracht waren, zudem 80 weitere Konkubinen in einem Harem!

Mit Rachid, der gut Englisch spricht und uns sehr kompetent durch das Kasbah geführt hat, kann man auch interessante Trekking-Touren im Ounilatal unternehmen. Sie dauern in der Regel drei Tage mit zwei Übernachtungen bei Berberfamilien. Man erhält auf der Tour neben intensiven Naturerlebnissen auch einen intensiven Eindruck in die Kultur der Berber. Anfragen können direkt an Rachid per Mail gerichtet werden.

Begleitet von Schneeflocken fahren wir von Telouet bis zur Passstraße, die durch das Atlasgebirge hinab bis nach Marrakesch führt.





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