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Sossusvlei

1. September 2015, Von den Tirasbergen zum Sossusvlei (270 Kilometer + 120 Kilometer hin und zurück zum Deadvlei)

Die erste Reifenpanne und ein Foto-Spot der Superlative

Um 7 Uhr sind wir mit der Besitzerin von Koiimasis verabredet zum „Auschecken“, da wir möglichst früh am Sossusvlei sein wollen. Wir zahlen unsere Rechnung und kaufen als Souvenir noch ein Straußenei. Die Farm ist staatlich lizensiert für die Zucht von Strauße.

Endlich erleben wir einen Wetterumschwung: Wind und Kälte weichen allmählich Sonne und Wärme! Wie sehr haben wir uns in den letzten Tage wohlige Wärme herbei gesehnt! Die Fahrt über die 707 und später über die C 27 verschafft uns schon einmal einen ersten Eindruck, was uns im Sossusvlei erwarten wird: Rot-orange schimmernde Dünen mit großartigen Schattenspielen.

Bei der Betta Campsite machen wir eine Frühstückspause. Die freundliche San-Inhaberin des kleinen Ladens serviert uns Toast mit Eiern, Würstchen und einer Fleischsauce (65 Nam $ p.p.). Ich stelle fest, dass unser rechter Hinterreifen verdächtig platt ist! Sollte dies etwa unsere erste afrikanische Reifenpanne werden? Nach dem Frühstück bestätigt sich mein Verdacht: Der Reifen ist komplett platt. Glücklicherweise befindet sich eine Werkstatt unmittelbar nebenan. Ich fahre unser Vehikel vor die Garage und werde von vier riesigen Hunden bellend – und gefühlt nicht gerade freundlich - begrüßt. Nachdem wir Freundschaft geschlossen haben, lässt die Bande mich den Hof betreten. Ich versuche mich durch ein dezentes „HALLO“ bemerkbar zu machen. Nach einiger Zeit kommt ein San in Monteur-Montur auf mich zu und ich frage, ob sie einen Reifen reparieren könnten! Er lässt mich stehen und ruft nach „August“, scheinbar dem Besitzer. Dieser kommt nach einiger Zeit gemächlich mit roten, dick verquollenen Augen aus einem Holzverschlag und scheint noch nicht ganz bei sich zu sein. Er sieht schwer nach einer durchzechten Nacht aus! Nach mehrmaligen Nachfragen bestätigt er schließlich, dass der Reifen repariert werden kann.

Sogleich machen sich mehrere San-Angestellte an die Arbeit, den Reifen zu wechseln. Offensichtlich haben sie keinen blassen Schimmer, wie man einen Hi-Lift Jack bedient. Sie diskutieren mit ihrer Klicklautsprache, kommen aber offenbar zu keinem Ergebnis. Schließlich greife ich ein, erkläre die Bedienung des „Jacks“ und alsbald wird der Reifen gewechselt. Das Loch in dem defekten Reifen ist schnell gefunden und geflickt. Der versoffene Inhaber verlangt 40 Nam $ für die Reifenreparatur und den gleichen Betrag noch einmal für den Reifenwechsel - ein echter Spottpreis aber vermutlich hilft ihm die Einnahme am heutigen Tag seine Dosis Alkohol zu finanzieren! Ich gebe den Jungs, die sich redlich bemüht haben, aber definitiv keine Ahnung hatten, noch ein gutes Trinkgeld, das sie reglos entgegen nehmen.

Nach dieser kleinen Verzögerung setzen wir unsere Fahrt zum Sossusvlei fort. Da bei der Tankstelle in Betta keine Kartenzahlung möglich war, tanken wir erst bei der parkeigenen Tankstelle der Sesriem Campsite voll. Wir haben die Campsite vorgebucht, da wir unbedingt hier unser Lager aufschlagen wollten. Die Bewohner dürfen nämlich bereits um 5.30 Uhr, also eine Stunde vor Öffnung des Gates, zum Sossusvlei fahren. Für alle Fotografen, die das stimmungsvolle Morgenlicht nutzen wollen, ist die  Sesriem Campsite daher Pflicht! Dennoch stellen wir fest, dass die Vorausbuchung nicht zwingend erforderlich ist, da Sesriem Reserve-Campsites ohne Stromanschluss bereitstellen kann, wenn auf die normalen Plätze ausgebucht sind. Wir haben in diversen Reiseberichten gelesen, dass Sesriem ungepflegt und nicht heimelig sein soll – das können wir überhaupt nicht bestätigen. Alle Campsites sind bestens ausgestattet mit Strom, Licht und Wasser, die Abolution Blocks sind sauber und komfortabel und aufgrund der großen Abstände zu den anderen Campsites ist auch ein Mindestmaß an Privatsphäre gewährleistet.


Unsere erste Station ist der Sesriem Canyon, der noch vor dem zweiten Tor zum Park über eine Gravelroad erreichbar ist. Wir empfinden den Canyon als relativ unspektakulär, angesichts der anderen Highlights, die den Besucher im Sossusvlei erwarten.

Nach einem kurzen Fotoshooting verlassen wir den Canyon und fahren die 65 Kilometer lange Teerstraße in Richtung Sossusvlei. Unterwegs sichten wir einen Sekretär und zahlreiche Oryxe und Springböcke. Die Straße ist gesäumt von orangefarbenen Dünen, deren Färbung hervorgerufen wird durch Eisenoxyde im Sand. Am Sossusvlei-Endpunkt warten am einem Parkplatz unter Kameldornbäumen Safari-Autos auf alle Besucher, die nicht mit 4x4 Autos ausgestattet sind oder aber diejenigen, die sich nicht zutrauen, die letzten tiefsandigen drei Kilometer mit dem eigenen Fahrzeug zurückzulegen.

Wir verringern erst einmal unseren Reifendruck auf 1,6 Bar und fahren dann zum Start des Fußweges zum Deadvlei. Gut zwanzig Minuten dauert der Marsch durch die roten Sanddünen zum Deadvlei. Und dann liegt sie vor uns: Einer der besten Foto-Spots, den wir je in unserem Leben gesehen haben. Ein gleißend weißes Vlei, rote Dünen, türkisfarbener Himmel und die schwarzen Gerippe abgestorbener Bäumen!!! Dies ist wahrhaft ein magischer Ort. Die Kameras laufen heiß und wir schießen auch eine Timelapse-Aufnahme von den durch die untergehende Sonne verursachten Schattenspielen.





Leider müssen wir spätestens um 18.30 Uhr beim zweiten Tor wieder ausgefahren sein, so dass wir den kompletten Sonnenuntergang nicht mehr fotografisch festhalten können. Wir eilen zurück zum Ausgangspunkt, von dort aus zurück zum Parkplatz und erhöhen unseren Reifendruck erst einmal wieder auf 2,8 Bar, um die Asphaltstraße befahren zu können. Im Rekordtempo von 35 Minuten – und unter Missachtung aller Geschwindigkeitsbegrenzungen - rasen wir zurück zum Parkausgang, den wir fast pünktlich um 18.32 Uhr erreichen.

Am Abend entzünden wir ein loderndes Lagerfeuer und kochen Nudeln mit einer „Phantasiesoße“ aus Gemüse und Rindfleischstreifen. Endlich herrschen auch abends wieder einmal „T-Shirt-Temperaturen“, bei denen wir uns wohlfühlen!

 

2. September 2015, Vom Sossusvlei zur Red Dune Farm (440 Kilometer + 90 Kilometer zur Düne 45) 

Ein grandioser nächtlicher „African Sky“
Wir wollen den Ein-Stunden-Vorsprung, den uns der Sesriem Campsite vor dem „Rest der Welt“ bietet, nutzen, um zur Öffnung des zweiten Gates um 5.30 Uhr pünktlich in Richtung Dünen zu fahren. Das Farbenspiel der aufgehenden Sonne über den roten Dünen ist phänomenal.




Unser Plan lautet, die gegenüber der Sossusvlei Düne vermeintlich geringer frequentierten Düne 45 (heißt so, da sie 45 Kilometer vom Gate entfernt liegt) zum Sonnenaufgang aufzusuchen. Außerdem wollen wir den Aufwand mit dem Verändern des Reifendrucks heute Morgen vermeiden. Leider haben zwei Overlander eine ähnliche Idee und die Gruppen wandern bereits im Gänsemarsch auf dem Dünenkamm zum Gipfel.

Also schließen wir uns der Völkerwanderung bei Düne 45 notgedrungen an. Das Erklimmen der Dünen ist kraftzehrend, zudem sandstrahlt uns ein heftiger Wind von der Seite. Je höher wir steigen, desto weniger Menschen bevölkern den Dünenkamm, die meisten Dünenbesteiger geben sich mit der halben Düne zufrieden. Als wir nach 45 Minuten den Gipfel erreichen, sehen wir endlich einen jungfräulichen und noch nicht zertrampelten Dünenkamm vor uns und kommen doch noch zu den erwünschten Fotomotiven.

Man muss wirklich bei diesem Sandsturm höllisch auf seine Kamera aufpassen, da der feine Sand in die letzten kleinen Poren dringt. Die hart erarbeiteten Höhenmeter werden abwärts in kaum mehr als 30 Sekunden bewältigt, in dem wir über den steilen Dünenrücken hinabspringen – ein schwereloses Gefühl wie beim Skifahren.






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