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Skoura

8. - 10. Februar 2015
Aufgrund der Umstände können wir noch nicht einmal die Kasbahs und die Burg Ait Ben Haddous erkunden, da ich unglaublich kurzatmig bin und es mir schwer fällt, mich auf den Beinen zu halten – wirklich ein Jammer, ist dieser Ort doch wahrhaft ein echter Juwel. Die beiden Brüder haben großes Verständnis für unsere vorzeitige Abreise und helfen uns erneut dabei, das schwere Gepäck mit dem Esel über den Fluss zu bringen.

Im nahe gelegenen Ouarzazate gibt es eine Budget Dependence, wo wir unseren Mietvertrag auf einen zweiten Fahrer erweitern. In diesem Zustand werde ich in den kommenden Tagen kaum in der Lage sein, selbst am Steuer zu sitzen.

Wir haben uns eine schöne Unterkunft auf der Straße der Kasbahs ausgesucht, das Sawadi in Skoura. Skorua verfügt über eine der größten Palmenoasen Marokkos und Sawadi liegt in mitten dieser Oase. Bei der Anfahrt müssen wir das trockene Flussbett queren, eine holprige Angelegenheit, aber mit jedem normalen PKW machbar. Abdelilah, ein Angestellter von Sawadi, heißt uns willkommen und zeigt uns einige der zwanzig Gästezimmer, die allesamt im traditionellen Stil der Berber gebaut und eingerichtet worden sind. Wir entscheiden uns für das Kasbah Palmiers, das über ein traumhaftes Himmelbett, umgeben von Holzkassetten, verfügt, zudem über zwei schöne Terrassen und einen gemütlichen Ofen im Erdgeschoss (100,-- € ÜN/F). Die beiden französischen Besitzer sind derzeit nicht vor Ort, jedoch ist ihre Philosophie überall auf dem Gelände erlebbar. Auf der angeschlossenen Farm arbeiten ausschließlich Menschen, die in der Palmarie leben. Es werden ausschließlich Bio-Produkte angebaut bzw. hergestellt, die von den Gäste hier natürlich auch im angeschlossenen Restaurant verkostet werden können.

In den nächsten Tagen werde ich hier versuchen, mich gesund zu schlafen, sei es im schönen Garten am Pool, auf einer der Sonnenterrassen oder in unserer Kasbah. Mein Zustand lässt nur kleine Aktivitäten zu, wie eine kurze Fahrt nach Skoura, wo wir auf Empfehlung unseres Arztes ein Breitbandantibiotikum sowie weitere Medikamente in der Pharmazie kaufen. An einem Nachmittag machen wir einen Rundgang über die Farm, wo es unter anderem Ziegen, zwei Esel, Tauben und Hühner gibt.

 

 

 

Bei einem weiteren Rundgang in der Nähe unseres Kasbahs bekommen wir einen Eindruck in das ausgeklügelte Bewässerungssystem einer Palmarie-Oase. Kader, so etwas wie der Verwalter von Sawadi, erklärt, dass die Wasserversorgung in der Palmarie staatlich überwacht wird. Wasser ist extrem kostbar und wird den Clans nach einem bestimmten Muster zugeteilt. Wenn zum Beispiel ein Bauer nicht fleißig ist und sein Feld nicht bestellt, wird kurzer Hand der Zufluss des Wassers auf seine Felder unterbrochen. Einige Kasbahs sind in der Palmerie zumeist mit dem Geld europäischer Investoren restauriert worden und dienen als B&B oder Hotels.


Alle Angestellten kümmern sich rührend um mich und servieren rund um die Uhr einen heilenden „Thé magique“ (bestehend aus diversen Kräutern und Gewürzen, u.a. Eisenkraut (Vervene), Minze, Kurkuma, Minzöl, Ingwer). Außerdem wird unser Ofen von einem Angestellten tagsüber befeuert, um es mir möglichst behaglich zu machen.

Das Frühstück und das abendlich Dinner nehmen wir im Restaurant ein, in dem ein Feuerchen lodert. Die meisten angebotenen Speisen stammen von der Farm und haben allesamt Bio-Qualität. Zum Frühstück gibt es ein Omelett mit Eiern von glücklichen Hühnern, leckere hausgemachte Joghurts oder Konfitüren, frisch gebackenes Brot und frisch gepressten Granatapfelsaft. Zum Dinner werden als Vorspeise unterschiedliche Gemüsesuppen gereicht (z.B. Kürbis, Bohnen, Karotten usw.), gefolgt von einer Tajine, mal mit Fisch, mal mit unterschiedlichem Fleisch oder Gemüse. Als Dessert hat man dann die Qual der Wahl – es stehen zahlreiche Leckereien auf der Dessertkarte, unter anderem Joghurt, Obstsalat, Creme Caramel, Dattelcreme oder ein Crumble (Apfel, Aprikosen mit Streusel). Ein Jammer, dass sich mein Appetit sehr in Grenzen hält.


11. Februar 2015
Heute Morgen geht es mir etwas besser, so dass wir uns nach dem Frühstück zu einem kleinen Ausflug aufmachen. Wir fahren die kleine Asphaltstraße entlang des ausgetrockneten Flussbettes in Richtung Atlasgebirge bis Toundout. Hier befindet sich das Vallee Amandier (Mandeltal), das in keinem Marokko-Reiseführer großartige Beachtung findet. Das Flussbett steht voller blühender Mandelbäume und gibt vor den schneebedeckten Gipfeln des Atlas ein malerisches Bild ab.



Wir passieren kleine Dörfer mit verfallenen Kasbahs. Kein einziger Europäer begegnet uns den gesamten Morgen, nur fröhlich winkende Kinder, Kräuter sammelnde Frauen und Männer, die allerlei Beschäftigungen nachgehen. Wir tauchen ein bisschen ein in die bescheidene Welt von abgelegenen Berberdörfern. Gerne wären wir noch eine Weile in den Dörfern herumgestreift inklusive interessanter Begegnungen mit Einheimischen, jedoch wollen wir es aber am ersten Tag nach meiner „Auferstehung“ noch nicht gleich übertreiben!



So verbringen wir den Nachmittag auf der schönen Panorama- Terrasse und genießen die Sonne. Am Nachmittag gibt es die obligatorischen Teepause und so langsam beginnen wir, unseren Aufenthalt hier auch als Urlaub zu empfinden. Sawadi ist allerdings auch ein überaus geeigneter Ort dafür, zu relaxen und sich einfach fallen zu lassen.


12. Februar 2015
Corinna: Ich habe mich trotz meiner aufkommenden fiesen Erkältung dazu entschlossen, eine Wanderung gemeinsam mit zwei reizenden jungen Frauen aus Zürich zu unternehmen. Kader wird uns ein paar Stunden durch die Umgebung führen. Wir haben verabredet, dass ein Mitarbeiter von Sawadi Wolfram mittags im Auto zu unserem Picknickplatz begleitet, um uns dort zu treffen.

Zunächst einmal gehen wir am Rande der Oase entlang. Kader erzählt uns etwas über die Einteilung der Oase in sieben Quartiere, wobei jedes Quartier seine eigene Moschee besitzt. Insbesondere am späten Nachmittag kommen wir in den Genuss des Gesangs der sieben Immame, die ihre Schäflein zum Gebet auffordern. Des Weiteren erklärt es uns die Entstehung der großen Löcher am Rande der Oase. Durch das Wasser, welches durch Regen oder Schneeschmelze den Atlas herunterfließt, wird die Erde unterspült und bricht ein. Man versucht dann mit Hilfe von Betonmauern das Wasser zu kanalisieren. Nebenbei stoßen wir immer wieder auf Frauen, die in dieser unwirtlichen Umgebung außerhalb der Oase mit einer Sichel Kräuter und Gräser abschneiden, die sie als Viehfutter verwenden.

Wir besteigen einen Hügel und haben einen tollen Überblick über die Ausdehnung der Oase Skoura und das Atlasgebirge.


Anschließend steigen wir Richtung eines Flussbettes ab, überqueren dabei immer wieder kleinere und größere Wasserläufe, laufen an Feldern vorbei und treffen auf alte Schäfer. Es wird überall emsig gearbeitet, Frauen waschen ihre Wäsche in dem verbliebenen kleinen Strom des riesigen Flussbettes, andere wiederum bestellen ihre Felder. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass nach den starken Regenfällen im November dieses sehr gigantische Flussbett prall gefüllt war mit Wasser. Nach langen Jahren der Trockenheit gibt es momentan wieder einmal ausreichend Wasser – ein Segen für die Oasenbewohner.


Wir laufen schnellen Schrittes am Flussufer entlang, genießen immer wieder die Ausblicke zurück auf die schneebedeckten Gipfel des Atlasgebirges. Entlang des Flusses stehen viele inzwischen verlassene Kashbas, die leider überwiegend dem Verfall ausgesetzt sind. Es gibt viele schöne Fotomotive und Kader muss immer wieder auf uns warten.

Dann endlich sehen wir den schwarzen Logan von Wolfram, allerdings auf der falschen Seite des Flusses. Nach einem kurzen Telefonat mit dem Mitarbeiter von Kader, durchqueren die beiden mit dem Auto eine Wasserfurt um zu uns zu gelangen. Da kommen doch gleich „unschöne“ Erinnerungen an unsere Touren im südlichen Afrika auf!

Kader führt uns zu einem sehr romantischen Platz am Fluss unter Palmen gegenüber einer verfallenen Kasbah. Ich bin ziemlich erschöpft und wir genießen unter Palmen ein Omelette Sandwich und Mandarinen.

Danach setzen wir uns von der „Wandertruppe“ ab und fahren zurück nach Sawadi. Dort relaxen wir den ganzen Nachmittag.


 



13. Februar 2015
Schweren Herzens verlassen wir heute Sawadi – wir haben uns hier fast wie ein Teil einer großen Familie gefühlt. Die ganz große Rundtour durch den Süden Marokkos haben wir aufgrund unserer Krankheit zu den Akten gelegt.

Nachdem wir unsere Rechnung beglichen haben, nehmen wir noch die beiden Schweizer Mädels, Julia und Aline, mit nach Skoura Sie wollen heute mit dem Bus zurück nach Marrakesch fahren wollen. Wir werden in Skoura noch das Kasbah Amerhidil aus dem 17. Jahrhundert besichtigen. Diese Kasbah genießt eine besondere Berühmtheit in Marokko, da sie auf den alten 50 Dirham Scheinen abgebildet ist. Ein Führer am Tor erwartet uns bereits und will uns durch die Kasbah begleiten (50 Dirham Führung, 10 Dirham p.P. Eintritt).

Zunächst betreten wir das Erdgeschoss, in dem sich früher die Tiere aufhielten. Die schweren Holztore sind ausgestattet mit einem ausgeklügelten Verschlussmechanismus. Fenster gibt es hier aus Gründen der Wehrhaftigkeit keine. Im ersten Geschoss befinden sich die Küche mit diversen Backöfen, zwei Getreidespeicher sowie ein Essraum. Überall sind Gerätschaften ausgestellt, die das Leben und die Arbeit in einer traditionellen Kasbah kennzeichneten. Im zweiten Obergeschoss schließlich waren eine Koranschule und diverse Schlafräume untergebracht. Von den vier Türmen aus wurde die Kasbah gegen Feinde (Tuaregs, andere Berberstämme etc.) verteidigt. Zum Abschluss gibt es am Tor noch den obligatorischen Berber-Whisky (süßer Minz-Tee) und dann machen wir uns auf den Weg ostwärts in Richtung Boumaine.







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