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Sambesi

Auf direktem Weg geht es weiter nach Katima Mulilo. Die Lodge Caprivi Houseboat Safaris ist sehr nett am Sambesi gelegen, doch die Ernüchterung folgt auf dem Fuß: Direkt neben der Lodge befindet sich eine illegale Beach-Bar, die „Hippo-Bar“, in der Jugendliche aus Katima Mulilo lautstark Party machen. Wir schauen/hören uns das Treiben eine Weile an und entscheiden dann, dass dies definitiv nicht der Platz ist, an dem wir auch nur eine weitere Stunde verweilen wollen. Ein bisschen tut es uns Leid für Kurt, den netten Besitzer der Lodge, der sich mit den Betreibern der illegalen Bar regelmäßig herumschlagen und die Polizei holen muss.

In unserer Roberts Bird-App wird von der Kalizo Lodge als einem der Birding Hotspots der Umgebung gesprochen. Wir weichen dorthin aus und finden schließlich genau das, was wir gesucht haben: Ein idyllisches Plätzchen direkt am Sambesi, an dem himmlische Ruhe herrscht - und es ist tatsächlich ein absolutes Vogelparadies. Natürlich ist auch am Sambesi die Dürre der letzten Jahre nicht vorbei gegangen. Kaum zu glauben, dass der Sambesi zur Regenzeit die Campsites der Kalizo Lodge zumeist überflutet. Zu dieser Zeit ist die Lodge dann mehr oder weniger von der Außenwelt abgeschnitten und nur noch mit dem Boot erreichbar.

Johann, der Besitzer der Kalizo Lodge begrüßt uns freundlich und weist uns kurz ein. Wir beziehen eine aussichtsreiche Campsite am Steilufer des Sambesis. Danach begebe ich mich auf Birding-Tour. Die unterschiedlichsten Vögel schwirren von Baum zu Baum. Gleich beim ersten Rundgang über das Grundstück entdecke ich unter anderem zahlreiche Bee-Eater (White-Fronted und Carmine Bee-Eater), Kingfisher (Brown-Hooded und Pied Kingfisher) und einen White-crowned Lapwing.


Braunkopfliest (Brown-hooded Kingfisher)


Graufischer (Pied Kingfisher)       /          Langspornkiebitz (White-crowned Lapwing)


Weißstirnspint (White-fronted Bee-Eater)

Leider gibt es hier im Gegensatz zur Caprivi Houseboat Lodge nicht den endemischen Scharlow´s Turako – vielleicht bietet sich ja noch die Gelegenheit, diesen wunderschönen endemischen Vogel woanders aufzuspüren (bei unserer Western Cape Tour im Frühjahr haben wir den verwandten Knysna Turako gesehen und auch fotografiert). Unten am Fluss dümpelt in der Nähe eines begehbaren Pontons ein kapitales Krokodil von bestimmt vier bis fünf Metern – es ist sozusagen das Hauskrokodil, das immer vor der Lodge anzutreffen ist und bei Sonne zumeist auf der kleinen Sandbank döst!

Abends hüllt der Vollmond den Sambesi in ein mystisches Licht, während wir aus unseren letzten Fleischresten Spaghetti Bolognese zubereiten – dieses Gericht hat Tradition, wenn auch das Verarbeiten des Filets zu Hackfleisch mühsam ist. Lecker ist es aber allemal! Außerdem wird wieder einmal ein leckeres „Potjie-Brot“ mit Kürbis und Sonnenblumenkernen in Wagenradform gebacken - lecker!

 

13. November 2016 – Kalizo Lodge

Carmine Bee-Eater Tausendfach
Nach einer weiteren Birding-Tour am Morgen über das Gelände der Lodge und einem ausgiebigem Frühstück, machen wir uns auf zur knapp zwei Kilometer entfernten Carmin-Bee-Eater Kolonie. Hier brüten Tausende dieser farbenfrohen Flugkünstler in kleinen Erdlöchern direkt auf der Abbruchkante zum Sambesi. Interessant, dass Bee-Eater, ähnlich wie Schwalben, normalerweise ihre Nester in senkrecht abfallende Wände bauen, bei dieser Kolonie jedoch Löcher für die Nester in der horizontalen Ebene angelegt worden sind.


Scharlachspint (Carmine-Bee-Eater)

Von einem stählernen Beobachtungsturm aus kann man das bunte Treiben gut beobachten. Die Elterntiere sind ununterbrochen damit beschäftigt, ihre scheinbar unersättlichen Jungtiere mit frisch erbeuteten Dragonflies und anderen Insekten zu versorgen. Zu Beginn der Regenzeit verlässt die Kolonie die Sambesi-Region und zieht weiter ins tropische Afrika.


Scharlachspint (Carmine-Bee-Eater)


Auf dem Rückweg brät die Morgensonne unerbittlich auf uns herunter. Bei diesen Temperaturen ist selbst solch ein kurzer Spaziergang eine schweißtreibende Angelegenheit. Eine Erfrischung im Pool von Kalizo kommt uns daher gerade recht, nachdem wir mit Hausherrin Jerry ein Schwätzchen, unter anderem über die Präsidentenwahl in USA, über die wir alle gleicher Maßen entsetzt sind, gehalten haben. Am Pool verbringen wir den Nachmittag mit Lesen und Reisebericht schreiben. In einer Baumkrone saugen währenddessen zahlreiche unterschiedliche Sunbirds Nektar.

 

Am Nachmittag sind wir verabredet mit Joseph, der uns auf dem Sambesi stromaufwärts schippern wird. Um uns herum gewittert und regnet es, so dass Joseph sich nicht zu weit von Kalizo entfernen möchte. Wir steuern als erstes die Carmine-Bee-Eater Kolonie an. Vom Wasser aus ist das Gewusel in der Kolonie vor allem in den kahlen Baumkronen, dem "Startplatz" für die Beuteflüge der Vögel, sehr gut auszumachen.



Kleiner Bindennektarvogel (Purple-bended Sunbird)        /         Carmine-Bee-Eater Kolonie


Eine weitere Vogel-Spezialität von Kalizo ist die African Skimmer Kolonie, die hier ebenfalls, jedoch zu einer sehr viel früheren Zeit, brütet. Die meisten Skimmer haben allerdings bereits den Sambesi in Richtung Norden verlassen.


Braunmantel-Scherenschnabel (African Skimmer)


Auch sichten wir auf einer Sandbank eine große Anzahl an White-Faced-Whistling Ducks mit ihrem markanten und namensgebenden Pfeifen. Mit dem Giant Kingfisher haken wir die dritte Kingfisher Spezies am Sambesi ab.


Eine Zeit lang schippern wir entlang an den Fischerdörfern auf der sambischen Flussseite – die Menschen winken uns fröhlich zu. Zur Regenzeit sind die Hütten komplett überflutet und die Fischer ziehen sich zurück in ihre Dörfer im Hinterland. Joseph hält ein kleines Schwätzchen mit einigen Bewohnern. Er erzählt, dass die Menschen in der Flussregion in Sambia eine andere, wenn auch ähnliche Sprache sprechen, man sich jedoch gegenseitig versteht.


 

Zum Abendessen lassen wir uns im Restaurant der Lodge verwöhnen, es gibt Rinderfilet mit French Fries und Salat, anschließend ein Dattelpudding mit Buttersoße!



14. November 2016 – Kalizo Lodge


Eindrucksvolle Bootstouren auf dem Sambesi
Heute Morgen gehen wir auf Birding-Tour mit Calvin – leider sind das Wetter und die Lichtverhältnisse keinesfalls optimal. In der Nacht hat es gewittert und auch ein bisschen geregnet und die dunklen Wolken haben sich noch nicht verzogen. Wir fahren kleine Sumpfgebiete ab, Überbleibsel der Sambesi-Überschwemmungen, um insbesondere Wasservögel zu sichten – mit mäßigem Erfolg! Die Sümpfe sind ziemlich leergefegt. Calvin meint, dass es sei erstens zu kühl und außerdem würden die Vögel von den Einheimischen gestört, die hier in der Gegend auf den Feldern arbeiten. Wir sichten jede Menge African Stonechats, Luapula Cisticolas, einen Purple Roller, der im Gegensatz zum Lilac Breasted Roller (Gabelracke) nicht so häufig zu finden ist, später auch noch einen endemischen Coppery-tailed Coucal.


Strichelracke (Purple Roller)       
       /               Angola-Mönchskuckuck (Coppery-tailed Coucal)

Calvin hat unfassbar scharfe Augen und entdeckt Vögel, die völlig getarnt und für das gewöhnliche Auge kaum zu entdecken sind, wie zum Beispiel Burchell´s Sandgrouses. Oder aber aus größerer Entfernung die winzigen und nahezu endemischen Brown Firefinches, die im Sand nach Körnern picken. Zu guter Letzt sichten wir noch einen Purple Roller, der im Gegensatz zum Lilac Breasted Roller (Gabelracke) nicht so häufig zu finden ist. Trotz des mäßigen Erfolgs ist es am Ende für uns insgesamt dennoch eine interessante Tour.


Fleckenflughuhn (Burchell´s Sandgrouse)                /                Großer Pünktchenamrant (Brown Firefinch)

Da wir ohnehin dringend unsere Batterie aufladen müssen, beschließen wir noch einmal zur Carmine-Bee-Eater Kolonie zu fahren, um weitere Schnappschüsse dieser wundervollen Vögel zu schießen. Dabei liegt der Fokus dieses Mal mehr auf Flugfotos.


Scharlachspint (Carmine-Bee-Eater)


Unterwegs beobachten wir Bauern bei der Arbeit mit ihren improvisierten und kuriosen Arbeitsmaschinen. Allseits strahlen uns fröhlich wirkende Kinder, die meisten in schmucken Schuluniformen, an und winken uns zu. Wir wollen noch der Island View Lodge einen Besuch abstatten, um den seltenen und endemischen Scharlow´s Turako zu suchen. Zunächst einmal gibt es in der Lodge eine Kleinigkeit zu essen. Der Besitzer der Lodge erklärt uns, dass sich drei Scharlow´s Turakos auf dem Grundstück aufhalten, die häufig, insbesondere in den späten Nachmittagsstunden, in der Nähe des Pools zu beobachten seien.

Tatsächlich gelingt es uns, diesen prachtvollen Vogel aufzuspüren, ein brauchbares Foto bekommen wir aber nicht zu Stande. Zuerst sehen wir den Turako in einer Baumkrone sitzend im Gegenlicht und von Ästen verdeckt, später noch zweimal davonfliegend. Im Flug erscheint der ansonsten grüne Vogel knallrot, was in den bunten Flugfedern begründet liegt. Sein Artverwandter, der Knysna Turako, den wir im Frühjahr in Wilderness/Südafrika gesichtet haben, hat die identische Färbung und unterscheidet sich lediglich in seinem Kopfschmuck von dem Scharlow. Früher hatte man gar gedacht, dass es sich bei diesen beiden Spezies um ein und die selbe Art handele.


Am Abend haben wir eine weitere „Activity“ gebucht – noch einmal wollen wir mit dem Boot eine Sunset-Tour machen und dabei eine etwas weiter entfernte Carmine-Bee-Eater Kolonie besuchen. Da die Kolonie deutlich weiter entfernt ist, nehmen wir dieses Mal das Schnellboot.


Am Ufer beobachten wir das Treiben der Fischer, die mit dem Mokoro unterwegs sind oder in ihren Dörfchen mit den Strohgedeckten provisorischen Hütten ihrer alltäglichen Beschäftigung nachgehen. Eric erzählt, dass einige sambische Fischer Mokoros herstellen und dann verkaufen. 300 namibische Dollar kostet ein Mokoro, also umgerechnet 20 Euro, und die Fertigstellung eines Bootes dauert ungefähr zwei Wochen!


Die östlich von Kalizo gelegene Carmine-Kolonie unterscheidet sich von der anderen darin, dass die Nester in die senkrechte Abbruchkante des Sambesis eingebaut worden sind. Die ersten Jungvögel sind in dieser Kolonie bereits geschlüpft; einige schauen bereits neugierig aus ihren Löchern und sind sicher schon ganz gespannt auf ihren ersten Ausflug!

 
Carmine-Bee-Eater Kolonie

Nachbarn der Kolonie sind eine kleinere Gruppe von White-fronted-Bee-Eatern, die ebenfalls in der Abbruchkante ihre Jungtiere zur Welt bringen. Hier haben zahlreiche Junge sogar bereits ihr Nest verlassen und liegen mehr oder weniger hilflos und flugunfähig vor den Nestern im Sand. Ein Monitor Lizzard, wittert fette Beute und schickt sich an, die Abbruchkante hinabzuklettern, um an die hilflosen Jungvögel heranzukommen. Einige erwachsene Bee-Eater stürzen sich todesmutig im Sturzflug auf den Feind und hacken ihm immer wieder auf den Kopf, um ihn von ihren Jungtieren fernzuhalten. Schließlich gibt sich der Lizzard für diese Runde geschlagen und sucht das Weite im  Gestrüpp.

Wir bedauern sehr, dass Guide Eric leider nicht so viel Ahnung wie Calvin oder Joseph hat – dennoch ist die Tour das Eindrucksvollste, was wir auf Kalizo insgesamt machen. Das Abendlicht auf dem breiten Strom ist einfach magisch und wir versinken geradezu in dem stimmungsvollen Ambiente!

Auf dem Rückweg entdecken wir noch zahlreiche Wasservögel. Wir haben Eric gebeten, etwas langsamer zu fahren, damit wir noch einige Fotos schießen können. Besonders beeindruckend ist eine Ansammlung von Yellow-Billed Storcks, die sich auf eine Sandbank auf der namibischen Seite des Sambesis zusammen mit Skimmern, Spoonbills, White-faced Whistling Ducks und anderen Vögeln tummeln.


Nimmersatt (Yellow-billed Storks)      /        Witwenente (White-faced Whistling Ducks)

Heute ist der Tag des „Super-Moons“ – seit 1920 war der Mond bei Vollmond nicht mehr so nah an der Erde. Er ist unheimlich groß im Vergleich zu normalen Vollmondphasen und entsprechend hell strahlt er natürlich auch. Wir lassen uns noch einmal zum Dinner in der Lodge verwöhnen – es gibt Hühnchen mit Süßkartoffeln.








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