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Riga

14. August 2017 – Vom Berg der Kreuze nach Riga (130 Km)
Nochmals laufen wir kurz nach Sonnenaufgang über den Berg der Kreuze, um weitere Fotos zu schießen. Das Licht ist nicht annähernd so magisch wie gestern Abend!

Nach einem schnellen Frühstück brechen wir sodann auf nach Riga, der Hauptstadt Lettlands. Wir entscheiden uns für den Riverside Campingplatz, der noch recht neu ist und nicht einmal in unserem Wo
mo-Führer über das Baltikum aufgeführt ist. Der Platz befindet sich auf der Insel Kipsala mitten im Daugawa, dem Fluss der Stadt. Von hier hat man einen wunderbaren Blick auf die Skyline von Riga. Die Sanitäranlagen des Platzes sind in Containern untergebracht und sind einigermaßen in Ordnung. In jedem Fall gefällt uns der Platz deutlich besser als der benachbarte City-Campingplatz.



Um 12 Uhr startet die Riga Daily Bike Tour, eine Stadtführung per Fahrrad der Agentur „Eat Riga Tours & Events“ (
www.eatriga.lv), zu der wir uns telefonisch angemeldet haben (10 € auf dem eigenen Bike). Mit unserem Guide Arseni sowie zwei jungen Finnen fahren wir zunächst auf die andere Flussseite nach Kipsala. Arseni erklärt, dass hier inzwischen eine heftige Gentrifizierung eingesetzt hat. Viele gut Betuchte Investoren haben die baufälligen Holzhäuser mit den wertvollen Flussgrundstücken erworben. Die Halbinsel gilt als der teuerste Distrikt in Riga. Überall sind die alten Häuser aufwändig restauriert worden, es gibt aber auch noch einige baufällige Ruinen, die derzeit unbewohnbar sind. Vor einem dieser Häuser entdecken wir einen völlig verrotteten Oldtimer, der bereits von Sträuchern überwuchert wird.


Wir fahren zurück in die Altstadt und durch den Stadtpark, wo pikanter Weise genau gegenüber der Russischen Botschaft eine skurrile Statue von einem Affen im Raumanzug steht. Sie soll an die bei Tierschützern nicht unumstrittenen Experimente russischer Kosmonauten erinnern, die Affen als Versuchsobjekte mit ins All genommen haben.

Riga gilt als die Hauptstadt des Jugendstils. Daher ist unsere nächste Station das Jugendstilviertel, in dem
zahlreiche wundervoll restaurierte Häuser des legendären Architekten Michail Eisenstein zu bewundern sind; allesamt von 1901 bis 1908 entstanden. Die prachtvollsten Exemplare stehen in der Alberta Iela.

 



Nach der Tour schlendern wir noch bis zum Abend durch die Altstadt. Zunächst machen wir jedoch einen Abstecher zu den Markthallen. Es handelt sich dabei um fünf große weiße Hallen, die früher als Hangars für Zeppeline dienten. Die Hallen sind streng unterteilt in Warenangebote: In der ersten Halle gibt es Fleisch, in einer anderen Gemüse und in einer Dritten Fisch. Vor den Hallen sind zahlreiche Bauernstände anzutreffen, die Obst und Gemüse feilbieten. Wir beschließen, morgen auf der Weiterfahrt hier zu halten und einzukaufen.

In einem der Restaurants in der Torna Iela machen wir eine kurze Rast und gönnen uns ein gutes lettisches Bier. Die gelb getünchten Häuser entlang der Straße waren ehemals Kasernen, heute befinden sich in ihnen Edelboutiquen und Restaurants.


Eines der interessantesten Gebäude-Ensembles Rigas sind „Die Drei Brüder“. Drei komplett verschiedene Baustile aus vergangenen Zeiten zeigen sich hier unmittelbar vereint. Haus Nummer 17 ist das älteste erhaltene Wohnhaus der Stadt, erbaut Ende des 15. Jahrhunderts, mit gotischen und Renaissance-Elementen. Die Häuser Nummer 19 und 21 sind Ende des 17. Jahrhunderts errichtet worden, eines davon im holländischen Manierismus, das andere im Barockstil. Natürlich posieren die unvermeidlichen asiatischen Touristengruppen vor dem Häuserensemble, so dass man kaum eine Gelegenheit für einen menschenfreien Schnappschuss bekommt.


 

Gegen Abend suchen wir uns ein lauschiges Restaurant auf dem idyllischen Platz zwischen den Kirchen Sankt Petri und Sankt Johannes, das Restaurant Peter Gailis. Bei Tripadvisor hat das Restaurant hervorragende Kritiken bekommen und wir können uns den positiven Bewertungen nur anschließen. Die Lammkeule ist ein Gedicht und auch der Zander ist frisch und lecker.

Sightseeing in einer Großstadt macht müde – abends haben wir regelrechte Plattfüße und machen es uns noch eine Weile in unserem Wohnmobil gemütlich, bevor wir uns zur Ruhe begeben.

15. August 2017 – Von Riga zum Gauja Nationalpark (100 Km)
Wir frühstücken in aller Herrgottsfrühe direkt an der Daugava mit einem fantastischen Ausblick auf die Silhouette der Stadt und die Vansu Tilts Brücke. Morgens herrscht an diesem Platz eine wundervolle Atmosphäre.

Unsere erste Station sollen heute die Markthallen sein. Wir kaufen jede Menge frisches Gemüse für die nächsten Tage ein, sowie Thunfisch und Rinderfilet zum Grillen. Der Fisch und das Fleisch kosten gerade einmal halb so viel wie in Deutschland (25,-- €/Kg) und auch das Gemüse ist spottbillig. An einem Käsestand lässt uns die gut englisch sprechende Verkäuferin nahezu ihr gesamtes Sortiment verkosten - auch dort frischen wir natürlich unsere Vorräte auf.


 






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