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Paternoster

2./3. Februar 2016, Flug Hannover – Kapstadt; Kapstadt – Paternoster (150 Km)
Ankunft im Sommer Kapstadts

Wie immer verläuft unser Flug nach Kapstadt unspektakulär bis ereignislos. Wir sind froh, auf dem Nachtflug von München nach Johannisburg Emergency Seats mit Beinfreiheit gebucht zu haben, so dass wir mit Hilfe einer Schlaftablette einigermaßen ausgeruht in Johannisburg ankommen. Bei Anschlussflügen im Inland muss das Gepäck grundsätzlich zunächst abgeholt werden, danach durch den Zoll und anschließend wieder eingecheckt werden. Dieses Procedere ist inklusive Einreise und Terminalwechsel kaum unter zwei Stunden zu schaffen! Bei Internationalen Anschlussflügen (z.B. nach Windhuk) reicht hingegen in der Regel eine Stunde zwischen den Flügen. Corinna wird etwas nervös, aber wir bekommen unseren Flug nach Kapstadt am Ende problemlos.


In Kapstadt erwartet uns der Sommer, bei heißen 30 °C. Bei unserem Autovermieter Europcar (günstig gebucht über billiger-mietwagen.de) erhalten wir einen relativ neuen Hyundai Accent, der einen soliden Eindruck macht. Der Kofferraum ist geräumig genug, um unser komplettes Gepäck aufzunehmen. Auf direktem Wege machen wir uns auf entlang der Westküste zu unserem ersten Ziel, Paternoster. In einer seichten Lagune in Minerton direkt hinter Kapstadt schnäbeln Hunderte von Flamingos im seichten Wasser nach Futter. Lediglich in Table View, einem Touristenörtchen vor den Toren Kapstadts, machen wir einen kurzen Zwischenstopp, um den imposanten Tafelberg zu fotografieren. Zahlreiche Kite-Surfer fliegen in dieser einmalig schönen Kulisse von Welle zu Welle.

Die M5 nach Paternoster führt durch eine schöne Dünenlandschaft. In der großen Weskus Mall in Vredenburg, wenige Kilometer vor Paternoster, kaufen wir erst einmal das nötigste für unsere ersten Tage ein. Außerdem besorgen wir im Vodacom Shop eine Prepaid Sim-Karte (150 ZAR für 1 GB), um kostengünstig ins Internet gehen zu können auch ohne eine W-Lan Verbindung. Es gibt in Paternoster eine Reihe von schnuckeligen Unterkünften - wir haben uns für ein kleines Self-Catering Häuschen namens A´la Mossel in unmittelbarer Meeresnähe entschieden. Den Schlüssel erhalten wir im Büro der Vermittlungsagentur „Stay in Paternoster“, nebst der eindringlichen Warnung, Türen und Fenster des Hauses bei Abwesenheit geschlossen zu halten und keine Wertsachen im Auto zu lassen! Wie in vielen anderen Orten auch, in denen Wohlstand auf Armut trifft, muss man auch in Paternoster sehr auf der Hut vor Kleinkriminellen sein, die es insbesondere auf Elektronikgeräte abgesehen haben!
Wir haben es mit unserem gemieteten Häuschen wieder einmal sehr gut getroffen. Die Einrichtung ist rustikal, aber absolut gemütlich. Das Haus verfügt über zwei Schlafzimmer, eines davon mit einem großen Bett sowie einer sehr gut ausgestatteten Küche. Auch gibt es einen Außengrill, auf dem man bei Bedarf sein eigenes Braai veranstalten kann. Nachdem wir uns erst einmal eingerichtet haben, machen wir einen kleinen Spaziergang am Strand.

Für heute Abend haben wir einen Tisch im „Voorstrand“ reserviert. Die Lage des Restaurants direkt am Meer, und das Ambiente bei untergehender Sonne ist einzigartig. Voorstrand ist das einzige rot getünchte Haus im ganzen Ort. Alle anderen Hüser erstrahlen im Weiß des kapholländischen Baustils. Die Karte besteht erwartungsgemäß zu 95 % aus Fisch, der garantiert fangfrisch serviert wird und dabei relativ günstig ist. Nach einer gemischten Fischplatte als Vorspeise laben wir uns am „Fish of the day“ (Seehecht = „Hake“) sowie einem Seaffod-Platter mit Garnelen und Gambas. Wieder einmal stellen wir fest, dass Austern, Bestandteil der Vorspeisenplatte, seien sie noch so frisch, so gar nicht unser Ding sind! Für uns schmecken diese „Luxusmuscheln“ einfach nur salzig und unangenehm fischig!

Nach dem stimmungsvollen Dinner machen wir noch einen kleinen Verdauungsspaziergang am Meer bei einem sich rot färbenden Abendhimmel über Paternoster!

4. Februar 2016, Paternoster
Ausgedehnter Strandspaziergang mit Delphinen

W
ir starten den Tag mit einem ausgiebigen Frühstück auf unserem Balkon mit atemberaubendem Ausblick über die Bucht. Noch hat man vom A´la Mossel aus einen ungetrübten Blick auf das Meer, da das Grundstück vor unserem Haus noch nicht bebaut ist. Allerdings lassen Schilder von Maklern darauf schließen, dass sich dies in absehbarer Zeit ändern wird!


Nach dem Frühstück schauen wir uns im idyllischen Dörfchen um, das von den Südafrikanern zu Recht als eines der zehn romantischsten Örtchen des Landes gewählt wurde. Der Legende nach rührt der Name Paternoster von den Überlebenden des 1829 hier gesunkenen Schoners "Columbine" her, die sich nach ihrer Rettung beim Herrgott mit einem „Vater Unser“ bedankten!

Paternoster gehört zu den letzten authentischen Fischerdörfern am Western Cape. Viele Einwohner leben nach wie vor vom Fischfang, jedoch hat längst der Tourismus Einzug gehalten. Nahezu jedes der strahlendweiß getünchten historischen Fischerhäuschen steht zur Vermietung. Dennoch ist Paternoster für Ruhe suchende Urlauber nach wie vor eine absolut empfehlenswerte Destination. Im kleinen Gemischtwarenladen „Die Winkel op Paternoster“ lässt sich´s gut stöbern – viele nette Kleinigkeiten wie selbst produzierte Seife und Marmelade, Olivenöle oder frisch gebackenes Brot kann man hier erstehen.

Bei einem ausgedehnten Spaziergang am Strand entlang der Bucht von Paternoster beobachten wir zunächst emsige Säbelschnäbler, die mit ihren markant gebogenen Schnäbeln nach allerlei Kleingetier im Spülsaum suchen. In der Bucht jagen zahlreiche Delphine den Fischschwärmen hinterher, springen wieder und wieder in hohem Bogen aus dem Meer heraus oder lassen sich einfach aus lauter Übermut mit den Wogen in Richtung Strand treiben – ein Schauspiel, dem man stundenlang zuschauen kann!

 
Säbelschnäbler (Pied Avocet)                                                                                                                   

Nach einer kleinen Siesta in den Dünen, machen wir uns auf den Rückweg und nehmen einen leckeren, späten Lunch im Voorstrand Restaurant ein. Heute gibt es Crayfish (Hummer), eine Spezialität der Westküste, die man sich zumindest in der Saison zwischen November und Juli nicht entgehen lassen sollte. Ein großer Hummer wird zum Preis von 290 ZAR angeboten, nicht gerade ein Schnäppchen, aber extrem lecker und frisch! Häufig wird Crayfish an der Haustür oder am Strand von „fliegenden Händlern“ angeboten – der Handel mit den zumeist noch nicht ausgewachsenen Crayfishs ist illegal und sollte tunlichst nicht unterstützt werden!

Am Nachmittag machen wir noch ein paar kleine Besorgungen in Vredenburg und genießen dann die Nachmittagssonne auf unserem aussichtsreichen Balkon. Wir haben heute Abend einen Tisch im „Gaatjie“ bestellt, ein Restaurant, das ebenfalls direkt am Strand gelegen ist. Wir bestellen Springbock-Carpaccio (75 ZAR) und Kingklip (145 ZAR), ein Aal-ähnlicher Speisefisch, der nur in Namibia und Südafrika vorkommt und in Europa mehr oder weniger unbekannt ist. Was gibt es Schöneres, als an einem lauen Sommerabend auf das Meer zu schauen und bei einem Fläschchen Wein fein zu speisen.


5. Februar 2016, Paternoster
Kap-Tölpel satt und Erlebnisgastronomie der besonderen Art

Nach dem Frühstück brechen wir auf ins 150 Kilometer entfernte Lambert´s Bay, wo im Sommer von November bis März eine große Kap-Tölpel Kolonie zu finden ist. Bis auf die Verbindungsstraße zwischen Paternoster und Helena´s Bay, eine üble Waschbrett-Gravelroad, kann man die ganze Strecke auf einer gut ausgebauten, asphaltierten Straße fahren. Unterwegs stoppen wir kurz am Rocherspan Nationalpark, jedoch ist um diese Jahreszeit die Hauptattraktion des Parks, das Birding, nicht möglich, da die Pan vollständig ausgetrocknet ist und keine Vögel sich in der Pan aufhalten. Der Ranger erklärt, dass in der Flower Season, also von August bis September, Hauptsaison im Rocherspan Nationalpark herrscht. Neben der Wildblumenblüte kann man dann von verschiedenen Hides aus eine Vielzahl von Vögeln beobachten.

In Lambert´s Bay angekommen, zahlen wir am Zugang zu Bird Island eine Conservation Fee von 40 Rand pro Person und laufen über eine Betonmole des Hafenbeckens zum kleinen Inselchen hinüber. Schon von weitem ist das ohrenbetäubende Geschrei der Vögel zu hören. Insgesamt 7.000 Tölpel-Pärchen sind auf der Insel heimisch. Bei Port Elisabeth gibt es eine noch weitaus größere Tölpelkolonie mit ungefähr 100.000 brütenden Pärchen!

Zu dieser Jahreszeit kann man am Rand des Felsens die noch schwarz gefärbten Jungvögel beobachten, die ihre ersten „tölpelhaft“ anmutenden Flugversuche unternehmen. Ein Ranger steht tagsüber in einer Beobachtungsstation, um die emigrierenden Jungvögel zu zählen. Am heutigen Tag ist die „Ausbeute“ eher gering - lediglich drei Jungtiere haben den Flug auf das offene Meer gewagt. Bei optimalen Witterungsbedingungen und bei ablandigem Wind können auch schon einmal bis zu 500 Jungtiere pro Tag die Kolonie verlassen.

Auf der ganzen Insel herrscht ein reges Treiben, das wir eine ganze Zeit lang beobachten und Hunderte von Fotos schießen.



Fünf Kilometer vor Lambert´s Bay befindet sich an der Gravelroad ein lauschiges Freiluftrestaurant direkt am Atlantik, das Muisbosskern. Der Name rührt von einem hier an der Küste wachsenden Busch, mit dem das Restaurant von seinem Besitzer eingerahmt wurde. Das Konzept des Lokals ist einzigartig: In großen gusseisernen Töpfen und am Grill werden allerlei leckere Fischgerichte zubereitet und in Buffetform dargeboten. Für 250 Rand kann jeder Gast sich am Buffet an Kabeljau, Makrele, Kingklip, Thunfisch etc., Fischfrikadellen oder aber einer leckeren Paella laben soviel er mag. Als krönenden Abschluss wird jedem Gast ein frischer, gegrillter Crayfish, der mit einer Knoblauchmarinade bestrichen ist, kredenzt. Besteck gibt es übrigens keines, gegessen wird mit Muscheln oder mit der Hand! Erlebnisgastronomie pur und unbedingt einen Besuch wert, wenn man in der Nähe ist!

Auf dem Rückweg besorgen wir noch ein paar Kleinigkeiten beim Superspar in Velddrif, da wir heute Abend zu Hause essen wollen. Wir sind beide nach der doch relativ langen Autofahrt bewegungshungrig, so dass wir uns noch zu einem langen Strandspaziergang in die untergehende Sonne hinein entscheiden. Der heutige Tag war extrem heiß mit Spitzenwerten von 40 °C – auch jetzt herrschen noch Temperaturen um die 35 °C, jedoch kühlt uns eine frische Brise vom Meer und das kühle Wasser an den Füßen ab.

Wir genießen den lauen Abend auf unserem Balkon in vollen Zügen, bei einem frischen Salat und einem kühlen, lokalen Sauvignon Blanc.


6. Februar 2016, Paternoster
Auf Vogelbeobachtung im West Coast Nationalpark

H
eute steht der West Coast Nationalpark auf unserem Programm. Eigentlich wollen wir um 6 Uhr aufstehen, um das schöne Morgenlicht im Park zu genießen. Aus diesem Plan wird dann leider nichts, da morgens dichter Nebel herrscht und man kaum die Hand vor Augen sehen kann. Also drehen wir uns noch einmal um und stehen zur gewohnten Uhrzeit gegen 7.30 Uhr auf.

Ungefähr 60 Kilometer sind es von Paternoster bis zum Gate bei Langebaan, wo wir die Conservation Fee von 64 ZAR p.P. entrichten. Das Herz des 40.000 Hektar großen West Coast National Parks ist die Langebaan Lagune, die man über einen asphaltierten Rundweg umfahren kann. Der Park verfügt über das größte Salzwiesengebiet Südafrikas, das zahlreichen Vögeln als Lebensraum dient.

Auf dem Rundweg müssen wir höllisch aufpassen, da jede Menge Schildkröten gemächlich die Fahrbahn kreuzen. Auch sichten wir unterwegs einige Strauße. Einen sehr schönen Blick auf die Lagune hat man vom Seeberg Aussichtspunkt – hier wimmelt es in den Felsen von niedlichen Klippschiefern, in Südafrika auch Dassies genannt!

Unmittelbar an der Lagune sind diverse „Bird Hides“ angelegt, an denen wir jeweils eine Zeit lang verweilen und Vögel beobachten. Unter anderem sichten wir Flamingos und Heilige Ibisse.

 

Unsere Mittagspause verbringen wir im Geelbek Restaurant. Dort bestellen wir ein Fish-Curry (145 ZAR) und einen Salat mit Schafskäse und Butternut-Kürbis – alles sehr lecker und reichhaltig.

Danach erkunden wir den Strand von Tsaarbank, an dem sich zahlreiche Afrikanische Austernfischer tummeln. Immer wieder steigt uns ein penetranter Aas-Gestank in die Nase, der von verwesenden Babyrobben herrührt, die vermutlich bereits kurz nach ihrer Geburt Opfer von Schakalen oder anderen Räubern geworden sind.

 
Afrikanischer schwarzer Austernfischer                                                                                                                              

Den Tag beschließen wir schließlich am Strand von Kraalbaai. Das türkisfarbene Meer lädt zum Schwimmen ein und dieses Angebot nehmen wir dieses Mal nur zu gerne an, zumal das Wasser in der Lagune im Gegensatz zum offenen Atlantik recht warm ist. Einziger Minuspunkt an diesem schönen Strand sind die Motorboote, die lautstark Wasserski-Begeisterte hinter sich her ziehen.

Zurück in Paternoster laufen wir über den Strand zum Gaatjie, wo wir bereits vorgestern einen Tisch zum Dinner reserviert haben. Erneut werden wir nicht enttäuscht und sind von der guten Qualität der Speisen sehr angetan (Lammrippe und „Angel-Fish“). Zwei ältere englische Paare am Nachbartisch tragen an diesem Abend zur Unterhaltung bei, da sie jegliche Klischees des „British Way of Life“ bestätigen, angefangen von der eigenwilligen Kleidung (einer der Herren trägt rosa Shorts und Kniestrümpfe ...), bis hin zur gestelzten (und leider auch zeitweise lautstarken) Unterhaltung.

 

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