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Ovamboland

14. April 2014 – Vom Mavunje Camp nach Shamvura - 300 Km, 3,5 Stunden



T4Africa Karte: Mavunje Camp - Shamvura

Ein ausgefallenes Dinner mit ungewöhnlichen Haustieren
Heute verlassen wir das Mavunje Camp und das Wetter wird gut – normalerweise sind wir eher als Glückskinder bekannt! Wir erfreuen uns dennoch an den rot angestrahlten Schäfchenwolken beim Sonnenaufgang.


Nach dem Sonnenaufgang begleichen wir bei Dan unsere Rechnung und bedanken uns für die erlebnisreichen letzten drei Tage. Er empfiehlt uns auf dem Weg zum Cunene Camp Zwischenstation bei Freunden von ihm zu machen. Charlie und Mark, die Besitzer des Shamvura Camps, kennen Namibia wie ihre Westentasche und wir versprechen uns von dem Aufenthalt, wertvolle Informationen zum Zustand der Wege im Kaokoveld zu erhalten. Er ruft sogleich an und reserviert uns eine Campsite.

An der Kreuzung zur C 49 befindet sich neben der Tankstelle ein Supermarkt, der gar nicht einmal so schlecht sortiert ist, und in dem sogar ein funktionierender ATM zu finden ist. Leider liegt der Höchstbetrag bei lediglich 1.500 NAM $ - damit kommen wir nicht allzu weit. Nach einem Kilometer in Richtung Divundu ist ein kleiner Outdoor-Markt zu finden, wo die bunten Wickeltücher verkauft werden, die nahezu jede farbige Frau auf der Straße trägt. Die Tücher kosten gerade einmal ein Drittel des Preises wie im Craft Shop von Kongola verlangt wird.


Die lange Fahrt durch den Bwabwate Nationalpark ist erneut relativ ereignislos. Immerhin schlendert einmal eine Gruppe von Elefanten über die Straße und ein Junge in einem Mokoro stakst sich durch eine überflutete Floodplain. Corinna schaut sich die namibischen Geldscheine an und stellt fest, dass auf dem 200 $ Schein eine Antilope abgebildet ist die wir bislang noch nicht gesehen haben, die Roan-Antilope. Keine fünf Minuten später stehen zwei Roan-Antilopen am Straßenrand! Wir sind derartig verblüfft, dass wir es nicht schaffen, unsere Kamera zu aktivieren, bevor die hübschen Tiere im Busch verschwinden. Manchmal gibt es Zufälle, die glaubt man kaum!

Der Bwabwata Nationalpark ist in verschieden Conservancies (Cores) unterteilt. Es gibt sogar sogenannte „Multiple Use Areas“, in denen Besiedlung erlaubt ist. Am Straßenrand herrscht dann buntes Treiben: Nicht die uniformierten Schulkinder bestimmen wie sonst üblich das Bild – es sind gerade Schulferien in Namibia – sondern Frauen und Kinder, die Holz gesammelt oder Wasser vom Bohrloch geholt haben und es auf dem Kopf in ihre Behausung tragen. Überall sitzen die Familienclans unter dem Baum vor ihrem Village und vertreiben sich die Langeweile. Die Arbeitslosigkeit im Caprivistreifen ist immens – ungefähr 70 %!

 

Wir erreichen die Shamvura Lodge, die sich in erhabener Lage oberhalb des Okavango-Rivers befindet. Mark ist leider mit einer Fluss-Safari für ein paar Tage unterwegs, aber wir werden von Charlie herzlich in Empfang genommen. Wir beziehen eine riesige Campsite (135 NAM $ p.P.) mit eigenen Sanitäranlagen und Küche. Die Lodge ist schon etwas in die Jahre gekommen, aber dennoch liebevoll eingerichtet. Prunkstück ist eine Aussichtsplattform, von der aus wir auf den Okavango und die davor liegenden „Floodplains“ (Flussauen bzw. Schwemmgebiete) auf angolanischem Gebiet schauen können.

Hier machen wir es uns den ganzen Nachmittag gemütlich, relaxen und nehmen auch ein Bad im kühlen Pool. Im Garten bewundern wir den wohl riesigsten Zitronenbaum, den wir je in unserem Leben gesehen haben.

Zum „Sundowner“ kommen wir erneut zur Plattform und schauen hinab auf den sich rot färbenden Okavango. Charlie hat inzwischen Neuigkeiten über die Straßenverhältnisse am Kunene beim Manager der Kunene Lodge eingeholt. Die D 3700 zwischen Ruacana und der Kunene Lodge ist überflutet und es wird nicht empfohlen, sie zu befahren. Die Passage zwischen der Kunene Lodge und Epupa ist sogar gänzlich gesperrt und unpassierbar. Nach kurzer Diskussion entscheiden wir uns, die Kunene Lodge gänzlich aus unserem Programm zu streichen und direkt durch das ganze Ovamboland nach Epupa zu fahren. Die Besichtigung der Ruacana Falls lohnt aus unserer Sicht den riesigen Umweg nicht.

Das Dinner wird gemeinsam mit allen Gästen und Charlie in deren Wohnzimmer eingenommen. Es wird wohl zu einem der „kuriosesten Abendessen ever“ werden. Im Wohnzimmer wartet auf uns bereits ein ganzer Zoo, die zahme Hausziege, der ein großer Sessel vorbehalten ist, von dem sie – das ist wirklich kein Scherz - fernsehen kann!!! „Das ist ihre Lieblingsbeschäftigung“ erläutert Charlie ohne den Eindruck zu vermitteln, dass dies eventuell ungewöhnlich sein könnte. Die Ziege kommt an unseren Tisch und verlangt sogleich Streicheleinheiten, als sei sie ein Schoßhündchen. Später erklärt Charlie noch, dass die Ziege auch in ihrem Schlafzimmer nächtigt! Was es nicht alles gibt! Beim Essen sitzt hinter uns außerdem ein zahmes Huhn in ihrem Körbchen. Es gibt Hühnchen mit Reis – vielleicht schaut das Huhn während des Essens deswegen so vorwurfsvoll in Richtung Charlie!?

Die einzigen Gäste neben uns sind ein Bekannter von Charlie, der gerade ein bisschen Renovierungsarbeiten auf dem Grundstück vornimmt sowie eine Krankenschwester aus Zimbabwe mit ihrem Sohn, die in Windhoek lebt und sich schwerpunktmäßig mit der Bekämpfung von HIV beschäftigt. Die medizinische Ausbildung ist in Zimbabwe im Vergleich zu Namibia auf einem sehr hohen Standard. In Namibia ist die HIV-Infektionsrate derweil auf einen Höchststand angestiegen. Jeder Fünfte zwischen 15 und 49 ist HIV-infiziert – die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei lediglich 52 Jahren!
 

15. April 2014 – Von Shamvura nach Ondangwa (610 Kilometer, 7 Stunden)


T4Africa Karte:  Shamvura - Ondangwa

Übernachtung in einer Missionsstation
Frühstück haben wir bei Charlie für 6.30 Uhr bestellt. Es gibt Spiegeleier mit Speck und Tomaten sowie Joghurt mit Früchten. Charlie hat sich intensiv bemüht, uns bei unserer weiteren Reiseplanung behilflich zu sein. Wir bekommen unseren gereinigten Wäschesack zurück, für den sie ganze 50 NAM $ berechnet. Danach verabschieden wir uns von Charlie und machen uns auf nach Rundu, wo wir an der Total-Tankstelle volltanken. Diese Tankstelle ist uns deutlich sympathischer als die Tankstelle direkt an der Durchgangsstraße – hier herrscht unglaubliche Hektik und sie ist sehr unübersichtlich. In den größeren Städten Afrikas muss man schon ein bisschen auf seine sieben Sachen Acht geben. Gleich drei Angestellte bemühen sich um die Reinigung unserer Scheiben und es kommt von den drei Boys die obligatorische Frage nach „Bayern Munich und Michael Ballack“. „Ballack has retired“, antworte ich fast monoton. Ich frage mich, warum ausgerechnet dieser ausgediente Fußballspieler in Afrika eine solche Bekanntheit genießt.

Auf den nächsten 100 Kilometern auf der B 8, die immer entlang des Okavangos und der angolanischen Grenze führt, ändert sich die Landschaft komplett – sie wirkt fruchtbar, überall sind Hirsefelder und sogar Bewässerungsanlagen anzutreffen. Markant sind auch die unzähligen Makalani Palmen und die hohen Termitenhügel. Im Ovamboland leben 45 % der namibischen Bevölkerung, insgesamt rund 800.000 Menschen. Wir kommen auf der sehr gut ausgebauten Straße schnell voran.



In der Grenzstadt Namuntuntu wenden wir uns ab vom Okavango-River und fahren nunmehr landeinwärts immer geradeaus. Die einzige Abwechslung bieten die Rinder und Ziegen, die permanent unvermittelt auf die Fahrbahn laufen. Schließlich erreichen wir Ondangwa, ein quirliges Städtchen im Ovamboland. Wir wollen unseren Großeinkauf für die nächsten Tage im Kaokoland erledigen und wählen dafür den Shoprite am Ortseingang. Sogleich stürzt einer der obligatorischen Parkplatzwächter namibischer Supermärkte auf uns zu und bietet an, unser Auto zu bewachen. Wie immer willigen wir ein, wenn wir auch unsere kompletten Wertsachen mit in den Supermarkte nehmen. Geschlagene 1,5 Stunden verbringen wir im Shoprite, werden aber bezüglich des vakuumverpackten Fleisches hier nicht fündig. Einige Kilometer in Richtung Oshakati befindet sich ein brandneuer und bestens sortierter Spar und wir ärgern uns, dass wir unseren Einkauf nicht hier erledigt haben. Natürlich gibt es hier auch vakuumverpacktes Rindfleisch in hervorragender Qualität.

Fünf Kilometer außerhalb von Ondangwa befindet sich das Nakambale Community Camp. Hier steht die älteste Kirche Namibias, 1871 von finnischen Missionaren aufgebaut. Es ist zugleich eine Art Museumsdorf – ein traditionell errichtetes Dorf sowie ein Museum, das die Kultur der Ovambo und der finnischen Missionare thematisiert.

 

Wir werden herzlich begrüßt von der Leiterin der Community und erhalten ein schönes Plätzchen unter einem wundervoll gelb blühenden Baum. Da wir nach der langen Fahrt bewegungshungrig sind, fragen wir, ob wir uns ein bisschen in der Umgebung umschauen können. Wir bekommen den fünfjährigen Sohn Junior als „Guide“ an die Seite gestellt. Eifrig führt er uns zunächst zur Missionskirche und dann zum Craftshop, wo wir einen kunstvoll geflochtenen Korb mit Deckel erwerben, in dem die einheimischen Frauen normalerweise Waren auf dem Kopf balancierend nach Hause tragen - Corinna probiert es aus, scheitert jedoch kläglich. Kaum zu glauben, aber wahr, das Flechten dieses Korbes hat rund drei Wochen Arbeitszeit in Anspruch genommen. Wir zahlen dafür 250 NAM $, die ausschließlich der Herstellerin zu Gute kommen. Außerdem erwerben wir zwei Puppen, deren Köpfe aus den Nüssen eines Palmtrees bestehen (25 NAM $ pro Stück). Junior hat sich mittlerweile im Dorf Verstärkung gesucht und so begleiten uns mittlerweile drei Kinder durch das kleine Village. Es ist offensichtlich, dass die Menschen im Ovamboland durchschnittlich einen deutlich höheren Lebensstandard haben  als in der Caprivi-Region.

Zurück im Camp belohnen wir Junior für seine Dienste mit einem Mangosaft und kochen uns ein Nudelgericht mit Spinat und Speck.  Der Vollmond geht währenddessen direkt vor unserer Campsite auf.


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