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Oudshoorn

13. Februar 2016, Prince Albert - Oudtshoorn
Spektakuläre Fahrt über den Swartberg Pass (80 Kilometer)

Morgens um 7 Uhr werden überall im Garten kleine Plattformen mit Vogelfutter bestückt und sogleich stürzt sich die ganze Vogelschar darauf. Sprichwörtlicher Futterneid kommt immer wieder auf und mit viel Gezeter versucht ein jeder Vogel seine Poolposition an den Futterplätzen zu behaupten. Für die Maskenweber und Red Bishops wird es eng, wenn „fette“ Guineatauben (Speckled Pigeons) auf die Plattformen fliegen und den kompletten Platz für sich beanspruchen. Auch sehen wir wieder die wundervollen Whydah Männchen, deren Flüge durch die langen Schwanzfedern etwas unbeholfen wirken. Schönheit hat halt manchmal ihren Preis!

Das Frühstück ist sehr lecker – zunächst gibt es Obstsalat mit Joghurt, Cerealien und Karoo-Honig, gefolgt von Rührei mit Speck und Pilzen. Samstags findet in Prince Albert ein kleiner Markt statt, auf dem wir uns umschauen. Allerlei Leckereien werden an den Ständen feilgeboten, von frischen Eiern und Obst, bis hin zu hausgemachtem Grapefruitsirup, Karoo-Honig, frisch zubereiteten Pancakes, Oliven, Öl und Ingwerbier.
Am Rande von Prince Albert gibt es den kleinen Laden „Avoova“, in dem kunstvoll hergestellte Accessoires aus Straußeneiern verkauft werden. Die dazugehörige Fabrik, die derzeit fünfzehn Einheimischen ein Einkommen sichert, liegt unmittelbar daneben. Die Eischalen werden für die Objekte zunächst in kleine Teile zerbrochen und anschließend als Mosaik wieder zusammengefügt und mit einer Zementmasse aufgefüllt. Man kann wundervolle Armreifen, Schalen, Bilderrahmen oder auch Kerzenhalter erstehen. Wir können an einem Straußenei mit einem kunstvollen Afrikamotiv nicht vorübergehen, das auf gleiche Art und Weise gefertigt worden ist. Die Mosaiksteine wurden dabei auf ein anderes Ei, das sozusagen als Form fungiert, geklebt, mit Zement aufgefüllt, poliert  und anschließend lasiert. Der scheinbar nicht ganz günstige Preis von 1.250 Rand wird dadurch relativiert, dass das Straußenei das Ergebnis mehrerer Arbeitstage ist!

Nochmals besteigen wir den kleinen Berg hinter dem Örtchen, um von oben ein paar Fotos zu schießen. Kurz hinter dem Örtchen führt eine Gravelroad hinein in das Weltevrede-Valley, wo wir das malerische Schattenspiel der schnell ziehenden Wolken auf den Bergrücken in einer Zeitraffer-Aufnahme festhalten. Wenn man die Gravelroad weiterfährt, gelangt man nach ca. 25 Kilometern zu einer Feigenfarm, die auch besichtigt werden kann.

 


Wir kehren jedoch um und entscheiden uns auch gegen den Besuch eines der drei hier ansässigen Weingüter, da wir ausreichend Zeit für den Swartberg-Pass haben wollen. Direkt hinter Prince Albert fahren wir auf einer Gravelroad auf einen schmalen Felsspalt zu, der von Weitem kaum erkennbaren Einfahrt in die berühmte Passstraße. Als chaotisch anmutende "Kleckerburgen" flankieren Felsen die Schotterstraße, die nach nahezu jeder Kurve atemberaubende Ausblicke eröffnet. Ende des 19. Jahrhunderts trieben Hunderte von Häftlingen die Strecke durch die Berge. Die Hänge links und rechts der Straße sind bewachsen mit prachtvollen Proteen, in denen Cape-Sugarbirds Nektar saugen.

 

 




 
Kaphonigfresser (Cape Sugarbird)



Am Gipfel des Passes auf 1.583 Metern Höhe legen wir eine kurze Mittagspause
an einem Aussichtspunkt ein und genießen den berauschenden Ausblick. Wir haben großes Glück, denn derzeit finden gerade Bauarbeiten am Swartberg-Pass statt, die zu einer Totalsperrung von Montag bis Freitag zwischen 8 und 17 Uhr führen. Da heute Samstag ist, können wir den Pass aber ungehindert befahren.

 


Nach weiteren zahlreichen Fotostopps gelangen wir auf der anderen Seite des Passes zu dem idyllisch gelegenen Restaurant „Kobus se Gat!“, in dem wir uns mit einer Cola Zero und einer hausgemachten Milk-Tarte stärken. Von hier sind es noch rund dreißig Kilometer bis Oudtshoorn, unserem nächsten Ziel. Wir haben uns in der De Zeekoe Farm eingebucht, die bekannt ist durch ihre täglich durchgeführten Erdmännchen Touren. Im vergangenen Jahr waren wir im KTP leider nicht erfolgreich und haben in einer ganzen Woche kein einziges Erdmännchen gesichtet, so dass wir uns für diese zugegebener Maßen ziemlich touristischen Variante entschieden haben.

Bei Ankunft informiert uns die Angestellte von De Zeekoe, dass morgens die Meerkat-Tour ausgefallen ist, da sich die Tiere vermutlich in der letzten Nacht einen anderen Bau gesucht haben. Erdmännchen sind ansonsten territorial und immer an den selben Stellen anzutreffen. Wir sollen noch informiert werden, ob der Guide heute Abend den Erdmännchen-Clan aufstöbert und somit die Tour morgen früh überhaupt stattfinden wird.

Wir beziehen unser schönes Zimmer und verbringen den Rest des Nachmittags am Pool. Abends genießen wir das Dinner auf der Terrasse des De Zeekoe Restaurants (u.a. Strauß Filet und das südafrikanische Nationalgericht „Bobotie“ mit Strauß Hackfleisch) – das Ambiente ist wieder einmal unvergleichlich. Diese lauen Abende beim Dinner werden wir definitiv vermissen, wenn wir in einigen Tagen wieder zurück im kalten Deutschland sein werden!


14. Februar 2016, Oudtshoorn – Wilderness (80 Kilometer)
Erdmännchen zum Frühstück

 

Um 4.45 Uhr klingelt der Wecker – heute werden wir endlich Erdmännchen sehen! Gestern Abend ist uns noch mitgeteilt worden, dass der Guide die Erdmännchen lokalisiert habe und dass die Tour heute Morgen definitiv stattfinden wird. Treffpunkt für alle Tour-Teilnehmer ist die Abzweigung nach Oudtshoorn, wo uns pünktlich um 5.20 Uhr Dolf, ein Mitarbeiter von Meerkat Adventures, in Empfang nimmt. Aufgrund der ausgefallenen Tour von gestern ist die Gruppe heute ausnahmsweise einmal größer als üblich. Wir fahren weitere neun Kilometer zum Ausgangspunkt, wo wir Dewey Glinister treffen, den Begründer von Meerkat Adventures, der sich seit über dreißig Jahren mit den Meerkats in der Gegend beschäftigt


Nach einem schnellen Kaffee gibt Dewey zunächst Informationen zur Lebensweise und Verhalten der Meerkats, zu deutsch „Erdmännchen“, die allgemeine Bekanntheit durch die Figur des Timon aus dem Disneyfilm „König der Löwen“ erlangt haben. Die zur Familie der Mangusten gehörenden Erdmännchen, die
ein ausgeprägtes Sozialverhalten aufweisen, leben in Gruppen von bis zu dreißig Tieren zusammen. Sie  sind keine Jägerer sondern ernähren sich von Insekten, Skorpionen, Jungvögel und Eiern. Das ganze Leben von Erdmännchen besteht mehr oder weniger aus drei bis vier Tätigkeiten: Schlafen, Fressen, nach Feinden Ausschau halten und sich reproduzieren! Bevorzugter Lebensraum sind offene Landschaften der Savanne und Halbwüsten ohne höheren Bewuchs, in der sie schnell Feinde entspähen können, dabei sind sie streng territorial und bewegen sich in einem Gebiet von ungefähr 100 x 100 Metern, also 10.000 Quadratmetern.


Üblicherweise paart sich nur das dominante Weibchen mit dem dominanten Männchen des Clans mit zwei bis drei Würfen pro Jahr, die jeweils zwei bis vier Jungtiere umfassen. Alle Mitglieder der Kolonie unterstützen sich gegenseitig bei der Aufzucht der Jungtiere. Grundsätzlich ist mindestens eines der Tiere damit beschäftigt, die Gegend nach Feinden abzusuchen, wobei das Wachehalten mehrmals am Tag abwechselt. Meerkats verständigen sich durch vierzehn unterschiedliche Rufe, mit denen entweder vor verschiedenen Feinden gewarnt wird oder aber auch signalisiert wird, dass keine Gefahr droht. Sie sind tagaktiv, nachts oder bei extremer Hitze verbergen sie sich hingegen in ihrem Bau. Ihren Wasserhaushalt regeln Meerkats fast ausschließlich über die Aufnahme der Flüssigkeit von sukkulenten Pflanzen.

Alle Teilnehmer schultern jeweils einen Campingstuhl und laufen zu einem kleinen, nicht weit entfernten Hügel, wo unser Guide die Meerkats mit den ersten Sonnenstrahlen erwartet. Und tatsächlich – es dauert nicht lange, da erscheint das erste Tier aufrecht stehend, um die Umgebung nach Gefahren für die Gruppe abzusuchen.

 

Als er erkennt, dass die Luft rein ist – wir Menschen werden nicht als ernsthafte Gefahr wahrgenommen -, kommt nach und nach der ganze Clan zum Vorschein. Dewey erklärt, dass das dominante Männchen der Gruppe sich allerdings bei Anwesenheit von Menschen selten zeigt. Er habe erst kürzlich die dominante Stellung in der Gruppe übernommen und sei noch etw
as „schüchtern“!


Weiterhin erläutert er, dass das Verhalten der Meerkats nie voraussehbar sei. Mal halten sie sich „nach dem Aufstehen“ lange Zeit in der Nähe ihres Baus auf, bevor sie auf Nahrungssuche gehen, mal verstreuen sie sich relativ schnell. Leider tritt am heutigen Tag letzterer Fall ein! Wir folgen der Gruppe noch eine Weile und beobachten sie aus größerer Entfernung, dann entschwinden sie ganz aus unserem Sichtfeld.

Meerkat Adventures achtet streng darauf, dass sich die Tiere nicht den Menschen nähern, weder von den Guides, noch von den Besuchern angefasst, gestreichelt oder gefüttert werden. Dies würde das Verhalten der Tiere sofort nachhaltig verändern und die Besucher hätten nicht mehr das Naturerlebnis, welches Dewey allen Besuchern bieten möchte: Natürliche Verhaltensweisen von Wildtieren in ihrem normalen Lebensraum. Wir halten dies für eine sehr lobenswerte Einstellung, da in Südafrika leider Farmen, auf denen Wildtiere wie Leoparden, Geparden oder Löwen an den Menschen gewöhnt sind und sogar gestreichelt werden können wie Pilze aus dem Boden. Das Problem dieser Farmen ist häufig, dass diese Tiere häufig später an Jagdfarmen verkauft werden, wo sie dann aufgrund ihrer sorglosen Verhaltensweise leichte Beute skrupelloser und gut betuchter „Großwildjäger“ aus Europa oder den USA werden.

Wir halten die Meerkat Adventure Tour trotz allen damit verbundenen Kommerzes für überaus interessant und können sie nur empfehlen. Sicher trägt der charismatische Guide Dewey, der die Meerkat Studien mit sehr viel Herzblut und Engagement betreibt, auch zur Zufriedenheit seiner Kunden bei.

 

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