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Okefenokee Swamp

23.10.2009 - Von Sanibel Island zum Okefenokee Swamp
Wir müssen heute eine Strecke von rund 400 Meilen hinter uns bringen, um zum Okefenokee Swamp an der Grenze Floridas zu Georgia zu gelangen. Gefrühstückt wird im Lighthouse Cafe, sehr nett eingerichtet mit unzähligen Fotos anderer Leuchttürme dieser Welt an den Wänden. Das Frühstück bleibt ohne Überraschungen, es gibt die üblichen Eierspeisen, unspektakulär aber mit sehr freundlicher Bedienung. Die Nacht hat unser Zelt mit Feuchtigkeit überzogen, so dass wir die Zeltplanen noch eine kurze Zeit in der Sonne trocknen müssen. Nach dem Einpacken machen wir uns auf den Weg mit einem Zwischenstopp beim Publix Supermarkt. Diesen Markt wissen wir mittlerweile zu schätzen, da wir dort sehr gute Ware bekommen, insbesondere ein Mehrkorn Baguette, das wohl einzige akzeptable Brot in der ganzen USA!!! An der Kasse werden wir zum wiederholten Mal von den Kassierern angesprochen, wie lecker dieses Brot doch sei. Wir fragen uns, wenn alle Amerikaner dieses Brot so lecker finden, warum stellen sie nicht ihre Essgewohnheiten um.

Über die Interstate 75 geht es endlos Richtung Norden bis nach Gainesville, danach über kleinere Highways nach Georgia hinein zum Okefeokee National Wildlife Refuge. Wir haben bei
Okefenokee Pastimes eine Deluxe Cabin für 70 USD am Tag gemietet. Der Platz mit den fünf Cabins und Stellplätzen für diverse Zelte liegt unmittelbar gegenüber des östlichen Parkeingangs. Jo & Steve, mit denen wir in den vergangenen Tagen schon rege telefonisch und per Mail kommuniziert haben, haben hier ein nettes Areal eingerichtet. Wir werden freundlich begrüßt und intensiv unterwiesen in alle Einrichtungen des Platzes, der Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten in der Gegend und den Aktivitäten im Okefenokee Swamp. Die Cabin ist  liebevoll eingerichtet und verfügt über Klimaanlage, Kühlschrank, ein kleines Badezimmer, aber keiner Kochmöglichkeit.

  
 

Wir haben uns darauf eingestellt und haben einen billigen Kochtopf gekauft, um unsere Kartoffeln zu den gegrillten Steaks in den kommenden Tagen kochen zu können. Einen einflammigen Kocher haben wir ohnehin im Gepäck. Die „Swampers“, wie sich Jo & Steve liebevoll nennen, sind vor kurzem ausgebrannt, daher nehmen sie die Sicherheitsvorkehrungen bezüglich des Grills und des Kochens am offenen Feuer verständlicherweise sehr ernst. Am Abend grillen wir vor unserer Cabin ein sagenhaft leckeres Tenderloin Steak und Würstchen. Dazu gibt es gekochte rote Kartoffeln mit Dipp.


24.10.2009
Wir fahren in das Okefenokee National Wildlife Refuge hinein. Der Eintrittspreis beträgt 5 USD, die Genehmigung ist dabei eine Woche lang gültig. Leider ist das Wetter nicht berauschend, es nieselt, dafür sind die Temperaturen mit 74 ° Fahrenheit für die geplante Kanutour ideal. Zunächst schauen wir uns im Visitor Center einen sehr interessanten Film über Flora und Fauna des Parks an. Der Name Okefenokee stammt aus der Sprache der Seminole Indianer, der Ur-Einwohner, und heißt übersetzt „Land der zitternden Erde“. Dies erklärt sich dadurch, dass der weiche Sumpfboden kräftig nachgibt, wenn man ihn betritt - was aber nur an den wenigsten Stellen in dem 163.000 Hektar großen Gebiet möglich ist. Im Sumpf leben 15 – 20.000 Alligatoren und die hautnahe Begegnung mit diesen faszinierenden Geschöpfen ist natürlich die hauptsächliche Motivation für die meisten Besucher.

Okefenokee Adventures haben ihr Büro unmittelbar beim Visitor Center. Dort werden Kanus und Kajaks vermietet, mit denen man tagelange Touren durch den Sumpf machen kann, es gibt mehrere Plattformen zum Übernachten. Insgesamt führen rund 200 Kilometer Kanupfade durch den Sumpf. Wir mieten ein Doppel-Kanu (30 USD pro Tag) und machen uns bei leichtem Nieselregen auf den Weg. Das pechschwarze Wasser im breiten Suwannee Canal ist recht tief, später werden wir Wasserwege befahren, die wild bewachsen und gerade noch so breit sind wie unser Kanu und nur wenige Zentimeter tief sind.



 

Die Färbung des Wassers kommt von den verrotteten Pflanzenteilen, die darin schweben. Es dauert nicht lange, da sichten wir auch schon den ersten Alligator.


Deutlich ragen seine Augen und Nüstern einige Meter vor unserem Boot aus dem Wasser. Beim Nähern taucht er ab und ist in dem pechschwarzen Wasser nicht mehr auszumachen.


Nach zwei Meilen gelangen wir an eine erste Kreuzung. Hier befindet sich eine kleine hölzerne Plattform mit einem Toilettenhäuschen. Wir machen eine kurze Rast und verzehren eines unserer Brote. Hemd und Hose sind vom Regen mittlerweile komplett durchnässt, zum Glück ist es jedoch ein warmer Tag - wie meistens im Süden Georgias. Doch da man sich fast eins mit der ungebändigten Natur links und rechts fühlt, fallen einem die Wetterumstände ohnehin kaum auf. Mittlerweile ist Besserung in Sicht, der Himmel klart langsam auf und die Sonne kommt heraus.


Kurze Zeit später biegen wir vom Suwannee Canal ab in einen schmaleren Seitenkanal, mehrere Alligatoren haben wir bis dahin bereits gesehen. Dieser Teil des Kanu Trails ist der weitaus interessantere Abschnitt, er ist flach und mit Seerosen überwuchert. Gerade in dem Moment als Corinna sich zu mir umdreht und sagt, dass schon lange keine Alligatoren mehr zu sehen gewesen seien, deute ich nach rechts, wo sich gerade einmal zwei Meter vom Boot entfernt ein 4 bis 5 Meter großes Tier in der Sonne aalt. Während wir vorbeigleiten, nimmt er kaum Notiz von uns. Für ein Foto-Shooting von diesem Prachtexemplar legen wir noch einmal den „Rückwärtsgang“ ein. Das Fauchen des riesigen Tieres signalisiert uns, Abstand zu halten, dennoch gelingen uns einige tolle Fotos.

 




Auf dem Rückweg über den parallel zum Suwannee Canal verlaufenden Hurrah Trail, sichten wir noch ein „Sandhill-Kranich“ Paar, mehrere große Reiher und als Highlight einen süßen jungen „Gator“ von gerade einmal 40 – 50 Zentimeter, der zum Anfassen nahe im flachen Wasser liegt. Wir haben am Ende unserer Tour ca. 9 Meilen auf dem Wasser zurückgelegt und waren dabei dieser unglaublichen Natur sehr nahe – ein Erlebnis, das wir sicher nie vergessen werden! Der Okefenokee Swamp ist im Gegensatz zu den Everglades noch komplett in Takt. Während in den Everglades zahlreiche „Bausünden“ begangen wurden und ganze Gebiete trocken gelegt wurden, befindet sich der Okefenokee Swamp noch im ökologischen Gleichgewicht. Wer also eine ursprüngliche Sumpflandschaft bewundern möchte, sollte dies eher hier tun.

Abends gibt es vor unserer Cabin ein leckeres T-Bone Steak vom Grill. Eine kleine Schlange hat sich trotz der Moskito Netze auf unserer Terrasse vor der Cabin verirrt.

Wir verscheuchen sie kurzerhand, da wir nicht wissen, um welche Spezies es sich handelt. Im Okefenokee gibt es eine Reihe von Giftschlangen, denen man besser nicht zu nahe kommen sollte. Normalerweise flüchten sie jedoch, bevor man sie zu Gesicht bekommt. Wie heißt es so schön in einer Broschüre des Parks: Es sterben mehr Menschen im Jahr an den Folgen von Bienen- und Wespenstichen, als an Schlangenbissen! 



25.10.2009
Der Morgen beginnt mit einem kleinen Schrecken: Zwei Tüten mit Muscheln aus Sanibel, die wir vor der Cabin auf dem Tisch haben liegen lassen, sind verschwunden. Es ist für uns unerklärlich, wie es dazu kommen konnte. Hier draußen auf dem Platz ist außer uns nur noch eine amerikanische Familie, die wir eigentlich als Verursacher ausschließen können. Einzige Erklärung könnten streunende Hunde sein, die wir gestern Nacht noch zwischen den Hütten umherstromern gesehen haben, angelockt durch den leicht fischigen Geruch. Eine der Muscheln war, als wir sie fanden, noch „bewohnt“. Der Fall bleibt für uns jedenfalls unaufgeklärt.

An unserem zweiten Tag im Okefenokee machen wir eine sehr schöne Wanderung, die am Visitor Center beginnt. Zuerst geht es einen guten Kilometer entlang des asphaltierten Swamp Island Drives, dann biegt der Ridley Island Trail ab und führt hinein in einen Hammock, bestehend aus Palmettos, erdwüchsigen kleinen Palmen, und Pinien. Der Trail ist sehr interessant, da er durch die unterschiedlichsten Vegetationen der Sumpflandschaft führt. Nach 1,5 Meilen wird das Gelände sumpfig und schon wenig später erspähen wir den ersten Alligator des heutigen Tages in einem Wasserloch liegen. Er faucht uns kurz an und wenig später entdecken wir den Grund dafür: In dem Wasserloch wuseln 10 bis 12 Alligator Babys, alle maximal 15 – 20 Zentimeter lang, um die Mutter herum. Die jungen Alligatoren geben Frosch ähnliche Laute von sich.

Alligator Mütter ziehen sich gerne in geschützte Tümpel mit ihrer Brut zurück, da in den großen offenen Sümpfen viele Gefahren lauern. Selbst die Alligatoren Väter machen vor den Jungtieren keinen Halt. Eine ganze Zeit lang beobachten wir das Treiben der niedlichen Jungtiere und schießen Dutzende von Fotos. Nach wenigen Schritten wird unser Weg abrupt unterbrochen: Ein riesiger Alligator liegt quer über dem Weg in der Sonne, links und rechts des Weges nichts als Sumpf, an ein Ausweichen ist also nicht zu denken (Bild unten). Es bleibt uns nichts anderes übrig als den Rückzug anzutreten, da der Alligator ga
r nicht daran denkt, Platz zu machen.

Nach einer halben Meile erreichen wir über einen Trampelpfad durch den Wald den Swamp Island Drive und umgehen mit rund zwei Meilen Umweg den Sumpf. Am Straßenrand sichten wir in einem Tümpel eine weitere Alligator Mutter mit einigen schon etwas größeren Jungtieren um die 30 bis 40 Zentimeter. Zwischenziel ist Homestead, eine „historische“ Farm erbaut in den 1920er Jahren von Tom Chesser und seiner Familie, die hier in den Sümpfen autark gelebt haben, alles selbst angepflanzt und auch Tiere gehalten haben, lediglich Salz musste von außerhalb beschafft werden. Volunteer“ Bill sitzt mit seiner Frau auf der alten Terrasse und begrüßt uns freundlich. Dies sinnvolle Einrichtung haben wir bereits in einigen Nationalparks der USA beobachten können: Verrentete Freiwillige arbeiten in den Parks ehrenamtlich und gehen somit einer interessanten und sinnvollen Freizeitbeschäftigung nach. Er gibt uns eine Einführung in die Historie der Farmerfamilie Chesser. Das Wohnhaus ist liebevoll mit altem Mobiliar und Accessoires eingerichtet, sogar von Motten zerfressene Bekleidung hängt noch im alten „Kleiderschrank“.


  

Wir setzen unseren Weg fort und gelangen nach weiteren zwei Meilen zum Owls Roost Tower, einem Aussichtsturm, von dem man einen schönen Ausblick auf offenes Sumpfgebiet und den Seagrove Lake hat. Der Turm macht seinem Namen (Eulen Rast Turm) alle Ehre, da wir in den Wipfeln des dichten Pinienwaldes eine große „Barred Owl“ entdecken.

Zurück geht es auf gleichem Weg. Bei der Homestead Farm stellt sich nun die Frage, ob wir zurück die deutlich kürzere Strecke durch den Sumpf wagen, mit der Gefahr, dass der Weg durch den Alligator noch immer blockiert ist oder aber erneut die Umgehungsstraße nutzen. Wir entscheiden uns für den Weg durch den Sumpf und „bewaffnen“ uns vorsichtshalber mit einem dicken Knüppel.

  


D
er Weg ist jedoch frei und wir gelangen ohne jeglichen Zwischenfall zurück zum Visitor Center. Auch an unserem zweiten Tag im Okenfenokee gab es für uns „Alligatoren satt“. Zurück am Visitor Center genehmigen wir uns erst einmal einen großen Kaffee, dazu gibt es einen gehaltvollen Brownie, ein extrem sättigender Schokoladenkuchen.

Auch an unserem Abschlussabend gibt es wieder das obligatorische Steak vom Grill, dazu einen kalifornischen Chardonnay. Morgen ziehen wir weitere nach Inverness.

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