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Nxai Pan

25. September 2013 – Khumaga – Nxai Pan South Camp

Zerstörerische Elefanten auf der Campsite
Wir verpacken unser Zelt und frühstücken, bevor wir uns aufmachen zu einer letzten Pirschfahrt entlang des Boteti. Heute steht unsere Tour ganz im Zeichen des Birdings.  Wir sehen unter anderem bunte Angola-Schmetterlingsfinken, ein Granatastrildpärchen, Fischadler, riesige Klunkerkraniche, die eine Standhöhe von 1,75 Metern erreichen können, eine Gruppe von Graulärmvögeln, Grau-Eisvögel und Riesentrappen, die wir bereits in der Kalahari schon beobachtet haben und Sattelstörche.

 
Riesentrappe (Kori Bustard)   /    Afrikanischer Fischadler (African Fish Eagle)

 
Klunkerkraniche (Wattled cranes)   /     Sattelstorch (Saddle-billed stork)


Granatastrild Pärchen (Violet-eared Waxbill)         /          Sporngans (Spur-winged Goose)

Auf gleichem Weg wie vorgestern fahren wir zum Gate von Phuduhudu. Das Office wirkt bei der Abwicklung etwas unorganisiert. Die offenbar einzige Mitarbeiterin, die in der Lage ist, die Entrance-Fee zu kassieren, ist heute ... – und täglich grüßt das Murmeltier ... – ... wie sollte es anders sein, sie ist in Maun! Wir sollen doch dann alles zusammen am Gate von Nxai Pan zahlen! Gesagt, getan und schon sind wir wieder auf der Piste in Richtung Osten, wo sich bereits nach 10 Kilometern das Gate zur Nxai Pan befindet. Wir bekommen bei der Registrierung unsere Wunsch-Campsites, Southcamp No.6 sowie Baines Baobabs No. 1. Der Mitarbeiter des Campbetreibers Xomae, Dee, bittet uns, ihn mit zum Southcamp zu nehmen. Das machen wir natürlich gerne und haben unterwegs eine angeregte Unterhaltung. Dee fragt interessiert nach den Lebensumständen bei uns in Deutschland – auch er ist der festen Überzeugung, dass jeder Europäer, der nach Botswana kommt, stinkreich sein muss. Wir versuchen, ihn vom Gegenteil zu überzeugen, ob es uns am Ende gelingt, bleibt offen. Sicher, wenn man die bescheidene Lebensweise der ländlichen Bevölkerung in Botswana als Maßstab nimmt, sollten 99 % der deutschen Bevölkerung wirtschaftlich mit Sicherheit besser gestellt sein.

Die Sandpiste zum South Camp ist berüchtigt und gilt als eine der schlechtesten und tiefsandigsten Botswanas. Unser Toyota meistert die Tiefsandpiste jedoch mit Bravour, wir werden allerdings kräftig durchgeschüttelt. Unterwegs beäugen uns Kudus neugierig.


Kudu, Weibchen

Die nördlichste Pfanne des Makgadikgadi Nationalparks ist die Nxai Pan. Sie präsentiert sich als weitläufige Ebene, gelegentlich von eher spärlichen Mopane- und Akaziengruppen durchsetzt. Zur trockenen Jahreszeit ist es wenig sinnvoll, im weitläufigen Park umherzufahren, da sich die Tiere überwiegend am künstlichen Wasserloch aufhalten, dass ganzjährig von einer Wasserpumpe betrieben wird. Die Fauna ist dem der Kalahari sehr ähnlich, wir hoffen natürlich darauf, hier unsere ersten Leoparden- und Cheetah Sightings zu haben!

Das von Xomae betriebene South Camp (24 € p.P./Tag, Buchung per E-Mail), das im Schatten hoher Bäume liegt, ist leider nicht annähernd so gepflegt wie das Khumaga Camp. Eines der Waschhäuser ist gerade wieder einmal von Elefanten demoliert worden. Die Kolosse reißen permanent die Wasserleitungen aus den Wänden, um an das kühle Nass zu gelangen. Auch die umgebenen Betonklötze, versehen mit spitzen Drahtspießen, schrecken die intelligenten Dickhäuter nicht ab: Immer wieder finden sie ihren Weg zu den „Abolution-Blocks“ und verwüsten diese. Wir suchen während der brütenden Mittagshitze Schatten unter unserem „Awning“, einer Markise, die wir bei Bushlore genau für diese Zwecke für unser Auto bestellt haben und beobachten einen Gelbschnabelmilan im Baum über uns.


                                                                                                               Gelbschnabelmilan (Yellow Billed Kite)

Auf dem Weg zum Wasserloch werden wir Zeuge von der magischen Anziehungskraft der Waschhäuser für Elefanten. Die Elis haben mühelos einen schweren Gullideckel ausgehebelt und stecken ihren langen Rüssel tief hinein in die Kanalisation. „Jetzt sind sie aber in meinem Ansehen ganz schön gesunken“, sage ich zu Corinna, „die saufen ja die ganze gequirlte Sch....!“



Später am Wasserloch ist auch nicht sehr viel los, lediglich zwei Elefanten kommen zum Trinken und zu einem ausgiebigen Staubbad. Wir fragen uns, wo die Elefanten in dieser Dürre Futter herbekommen. An den spärlich vorhandenen Sträuchern und Bäumen hängt zu dieser Jahreszeit nicht ein einziges grünes Blatt. Wir befahren später noch den Baobab Loop, was man sich allerdings zu dieser Jahreszeit ersparen kann. Das Wildlife hält sich bis auf einige genügsame Springbockherden ausschließlich in der Nähe des Wasserlochs auf.

Am Abend bereiten wir uns am Campfire unser Dinner, Spaghetti Bolognese mit Fleisch aus super klein geschnittenem Rinderfilet – unsere Fleischvorräte sind schier unerschöpflich! Corinna kann Rinderfilet schon nicht mehr sehen, auch wenn wir versuchen, es täglich in anderer Weise zuzubereiten. Plötzlich fährt Corinna von ihrer Arbeit hoch – ein Schakal hat sie zu Tode erschreckt. Jetzt bleibt er unbeeindruckt wenige Meter von unserem Camp entfernt stehen und beäugt unser Treiben neugierig. Wieder einmal bewundern wir den fantastischen afrikanischen Sternenhimmel, mit der überaus deutlichen Milchstraße. Ich glaube, nirgendwo sonst auf der Welt, bekommt man einen solch beeindruckenden Nachthimmel zu Gesicht wie in Afrika!




26. September 2013 – Nxai Pans, South Camp – Baines Baobabs

Im Tiefsand festgefahren und der erste Cheetah unseres Lebens

Unsere morgendliche Pirschfahrt führt uns zum Wasserloch, wo gerade einige Strauße und Springböcke ihren Durst stillen. Die Spiegelungen der Tiere auf der Wasseroberfläche im rötlichen Licht des Sonnenaufgangs ergeben interessante Fotomotive.

Straußenmännchen unterscheiden sich von den Weibchen in der Färbung ihres Gefieders – Männchen sind schwarz, Weibchen eher braun. Ein Straußenmann zieht das volle Balzregister, um seiner Herzensdame zu imponieren und geht vor ihr auf die Knie, während er die ganze Pracht seines Gefieders präsentiert. Die Straußendame lässt sich von dem ganzen Gehabe allerdings in keiner Weise beeindrucken und sucht lieber das Weite, verfolgt von dem verschmähten und „gehörnten“ Straußenmann! Nach einer kurzen Verfolgungsjagd gibt er schließlich auf , lässt die Dame ihres Weges ziehen und kehrt zum Wasserloch zu seinen „Kumpels“ zurück.

Später gesellt sich noch eine Giraffe, die wir bereits aus großer Entfernung sich nähern gesehen haben, zu den Springböcken und Straußen. Es ist ein richtig lustiges Bild, wenn Giraffen trinken! Zuerst spreizen sie die Vorderläufe so weit es geht auseinander, um dann den langen schweren Hals herabzusenken. Es ist die einzige Möglichkeit, für Giraffen zu trinken, da die Muskulatur nicht stark genug ist, um den massigen Hals und den Kopf nach dem Trinken wieder aufzurichten.

Auch eine Bande Ohrengeier hofft auf ein blutiges Massaker am Wasserloch - jedoch lassen sich am heutigen Morgen keine Raubtiere hier blicken. Eine Staubwolke am Horizont signalisiert, dass sich eine große Gnuherde nähert. Schnell erobern sie nach ihrer Ankunft das Wasserloch. Nachdem sie ihren Durst gestillt haben, ziehen sie weiter.


Ohrengeier (Lappet-faced Vulture)


Streifengnus (Blue Wildebeest)

Auf der Rückfahrt zum Camp ruft Corinna „Stopp, dort unter dem Baum liegt ein Cheetah!“ Es ist richtig schwer, Geparden zu sichten und wir haben heute Morgen das große Glück! Der erste Cheetah unseres Lebens, den wir in freier Wildbahn sichten! Er hockt im Schatten eines Busches und beobachtet gelangweilt die Gegend um sich herum - von uns nimmt er hingegen kaum Notiz. Nach einer Weile zieht das prachtvolle Tier weiter, bis es im dichten Busch außer Sichtweite gerät.

Cheetahs unterscheiden sich von Leoparden in ihrer Größe (ca. 60 Kg gegenüber 80 Kg des Leoparden), durch ihre schwarze Zeichnung im Gesicht sowie die Punktzeichnung auf ihrem Fell. Während das goldgelbe Fell des Cheetahs übersäht ist mit schwarzen Punkten, weist das Leopardenfell schwarz eingerahmte Rosetten auf. Geparden erreichen Spitzengeschwindigkeiten von 115 km/h und sind somit die schnellsten Lebewesen der Welt. Ihre bevorzugte Beute sind Bodenvögel wie zum Beispiel Perlhühner, kleine Antilopen sowie Jungtiere vieler Arten. Im Allgemeinen sind Geparden Einzelgänger, jedoch schließen sich Männchen häufig zu Jagdgemeinschaften zusammen. Ihre Erfolgsquote bei der Jagd ist sehr hoch, allerdings verlieren sie ihre Beute häufig an Futterkonkurrenten, wie Löwen, Hyänen und Leoparden, selbst körperlich unterlegene Raubtiere wie Wildhunde und Schakale bringen Cheetahs häufig um den Lohn ihrer Mühen. Geparden sind sehr stark vom Aussterben bedroht, auch dadurch bedingt, dass mindestens die Hälfte aller Jungtiere von anderen Raubtieren getötet wird. Sie verabscheuen Aas und fressen in der Regel nur das, was sie selbst erbeutet haben.

Zum Frühstück bekommen wir noch einmal Besuch von unserem neuen „Hausfreund“, ein Gelbschnabel-Toko, der sich auf unser Auto setzt und sich ganz nah an uns herantraut.


Gelbschnabel Toko (Yellow-billed Hornbill)

Wir verbringen noch den Morgen im Camp bevor wir noch eine kleine Runde durch die Nxai Pans in der Nähe des South Camps drehen. In der Gluthitze haben sich die meisten Tier unter die Schatten spendenden Bäume verkrochen.

Schließlich verlassen wir das South Camp, um wenige Hundert Meter hinter dem Gate zu einem ungewollten Stopp gezwungen zu werden. Hier befindet sich eine der wohl tiefsandigsten Two-Spoor-Sand Pisten ganz Botswanas. Ich merke wie unser Toyota immer langsamer wird und versuche noch zurück in den ersten Gang zu schalten. „Nur jetzt nicht stehen bleiben“, denke ich noch, da ist es auchschon geschehen! Bis zur Achse hat sich unser 4x4 in den Sand eingegraben! Wir sind gut vorbereitet und wissen was zu tun ist. Zunächst lasse ich den Reifendruck auf etwas unter 2 Atü ab – hätte ich natürlich auch vorher schon tun können, vielleicht wären wir dann durchgekommen. Die Oberfläche der Reifen wird durch diese Maßnahme vergrößert, wodurch die Gefahr des Festfahrens etwas verringert wird. Und dann heißt es, im Schweiße unseres Angesichts mit dem Spaten die Reifen und den kompletten Unterboden freischaufeln! Zum Glück eilen uns zwei zufällig vorbei kommende Xomae Mitarbeiter mit ihren Freundinnen, die auf dem Rückweg ins Camp sind, zu Hilfe. Nachdem wir unsere für diese Zweck vorgesehenen Gummimatten unter die Reifen der Hinterachse geschoben haben, gelingt es uns mit vereinten Kräften unser Auto rückwärts aus dem Tiefsandloch zu befreien. Dabei lernen wir, dass sich der Zustand von Tiefsand-Pisten insbesondere in den heißesten Stunden am Mittag und Nachmittag deutlich verschlechtert – aus dem Sand wird die allerletzte Feuchtigkeit durch die Sonne herausgebrannt und der Sand wird noch pulvriger. Gestern haben wir vormittags die gleiche Piste in umgekehrter Richtung noch problemlos gemeistert! „Wir hätten doch nicht wirklich ein Offroad Abenteuer erlebt, wenn wir nicht ein einziges Mal im Tiefsand stecken geblieben wären“, scherze ich, hätte aber auch gerne auf die schweißtreibende Aktion verzichten können!

Über eine ca. 200 Meter lange Umfahrung, die wir zuvor übersehen hatten, gelangen wir ohne weitere Schwierigkeiten auf die andere Seite des Tiefsandloches und können unsere einstündige Fahrt zu den Baines Baobabs endlich fortsetzen. Der letzte Teil der Fahrt führt uns endlos durch eine gelb schimmernde Grassavanne, bevor die weiße Salzpfanne, in der die Insel mit den Baines Baobabs liegen, vor uns auftaucht.


Diese Gruppe von Baobabs war für die Entdecker und Forschungsreisenden des südlichen Afrikas in früheren Zeiten von großer Bedeutung. Sie dienten als weithin gut erkennbarer Orientierungspunkt, aber auch als Treffpunkt oder gar Poststelle. Die Baobabs weisen häufig natürliche Hohlräume auf, in denen Nachrichten für andere Reisende hinterlegt werden konnten. Benannt ist die Baumgruppe nach dem Abenteurer und Maler Thomas Baines, der die wohl berühmtesten Bäume Afrikas 1862 auf Leinwand verewigt hat.

Der Anblick der Baines Baobabs inmitten der weißen Salzpfanne raubt uns schier den Atem! Wir schießen ein paar Fotos im rötlichen Licht der untergehenden Sonne und fahren dann zu unserer Campsite. Der Campsite No.1 ist bei den Baines Baobabs Pflicht (Buchung ebenfalls über Xomae, 24,-- € p.P./Tag). Hier steht man unter einem anderen mächtigen Baobab genau gegenüber der Baines Baobabs – ein traumhaft schönes Plätzchen. Ich fühle mich erinnert an das Buch „101 Places you must see before your die“ – dieser Ort gehört für uns definitiv dazu! Die beiden anderen Campsites liegen übrigens weiter entfernt von den Baobabs und sind weniger attraktiv!

Unser Air Kompressor ist gestern beim Versuch den Reifendruck zu überprüfen fast in Brand geraten. Auf jeden Fall hat sich dabei die Hauptsicherung, die für unseren Kühlschrank zuständig ist, verabschiedet, so dass wir mittlerweile Temperaturen von 25 °Grad in unserer Fridge haben! Aus diesem Grund entsorgen wir unsere restlichen Fleischbestände und begnügen uns abends mit Spaghetti Resten von gestern, einem griechischen Salat und frisch gebackenem Brot.

Ein kleines bisschen Demut erscheint angebracht angesichts der Tatsache, dass wir diesen magischen Ort zumindest für eine Nacht für uns alleine beanspruchen dürfen. Schweigend sitzend wir abends unter unserem Baobab Tree und betrachten Millionen funkelnder Sterne und eine Milchstraße, wie wir sie noch nie zuvor in unserem Leben gesehen haben.

Schaut euch unsere Video-Impressionen auf YouTube an: "Baines Baobabs - Night & Day". Enthalten sind auch Zeitraffer-Aufnahmen vom galaktischen Sternenhimmel!


 






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