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Namaqualand-1

In einem etwas komplizierten Telefonat mit der Skiilpad Padstall Campsite, die privat und nicht von Sanparks betrieben wird, erfahren wir, dass sie heute leider „fully booked“ sind - wir reservieren aber für die beiden darauf folgenden Tage eine Campsite. Die Landschaft entlang der N 14 vermittelt einen ersten Eindruck, was uns im Namaqualand erwarten wird: Bunt blühende Blütenteppiche, die sich über ganze Ebenen ergießen – einfach spektakulär!

Unterwegs versuchen wir, telefonisch eine andere Campsite für die heutige Nacht zu buchen. Gar nicht so einfach, da Wochenende ist und viele Südafrikaner das Namaqualand für einen Kurztrip nutzen! Schließlich sind wir erfolgreich im Verbe Caravan Park in Kamieskroon, dem Tor zum Namaqua Nationalpark. Als wir in Kamieskroon ankommen, stürmt es auf dem Platz wie verrückt und wir achten bei der Wahl unseres Platzes (160 Rand) ausschließlich darauf, an welcher Stelle unser Dachzelt dem Wind die geringste Angriffsfläche bieten könnte. Ausnahmsweise einmal ist uns die direkte Nähe zu anderen Wohnmobilen oder Campern sehr recht, da sie die heftigen Böen ein wenig dämpfen.

Am Abend bereiten wir uns einen Eintopf im Potje aus Rindfleisch, Linsen und Gemüse zu, dazu gibt es einen leckeren Pinotage. Zum Glück lässt der Wind gegen Abend etwas nach, sonst wäre unser heutiges Dinner etwas kompliziert geworden. Ein südafrikanischer Campnachbar stimmt uns schon einmal auf die nächsten Tage ein: Die Blütenteppiche im Namaqualand seien dieses Jahr extrem spektakulär und die besten seit vielen Jahren! Das lässt unsere Vorfreude auf die nächsten Tage ansteigen! Die Nacht verläuft mit einigen Störungen: Zuerst fegt noch einmal ein heftiger Sturm über den Platz und lässt unser Zelt erzittern, dann randaliert ein betrunkener Gefangener lautstark in der benachbarten Polizeistation und schließlich prasselt auch noch Regen auf unser Zeltdach. Hoffentlich hat sich das Unwetter bis morgen ausgetobt – schließlich öffnen sich die meisten Blumen nur, wenn es warm ist und die Sonne scheint.

 

23. August 2015, Von Kamieskroon zum Namaqua National Park (30 Kilometer + 160 km Rundtour im Park)

Bunte Blumenteppiche so weit das Auge reicht

Die gute Nachricht des Morgens: Der Sturm hat sich beruhigt. Die Temperatur hat mit 10 °C hingegen durchaus noch Luft nach oben! Wir lassen uns dennoch unser Frühstück munden und brechen dann unser Lager ab. Allmählich setzt sich die Sonne durch und wir starten frohen Mutes zum nahen Namaqua National Park. An der Rezeption buchen wir unser Permit die nächsten beiden Tage (64 Rand p.P. und Tag). Die Skilpad Padstall Campsite  (200 Rand p.d.) wird nicht von Sanparks sondern von privaten Besitzern betrieben. Daher ist eine Online-Buchung über Sanparks, im Gegensatz zu den „Rustic-Campsites“ am Meer, nicht möglich. Das Skilpad Padstall Camp liegt mehr oder weniger inmitten eines orangefarbenen Blütenteppichs, der durch aber Millionen „Bittergousblomen“ (Arctotis Fastuosa, Prächtiges Bährenohr), einer Asternart, gebildet wird.

Das Namaqualand befindet sich im äußersten Nordwesten Südafrikas und wird durch den Orange River und die Atlantikküste begrenzt. Jedes Jahr verwandelt sich die karge wüstenähnliche Ebene zwischen Anfang August und Mitte September in ein überdimensionales Blütenmeer, das überwiegend aus Margeriten-, Gladiolen-, Aloen-, Pelargonien- und Veilchenarten besteht. Dabei ist die Blütezeit insbesondere abhängig von den Niederschlägen des Winters im Juni und Juli und den im Frühjahr einsetzenden warmen Wüstenwinden. Die Biodiversität des Namaqualandes ist einzigartig: Von den rund 3.500 verschiedenen Pflanzenarten sind 1.000 endemisch.





 


     

Wir machen uns alsbald auf den Weg über den 4x4 Trail in Richtung Soebatsfontein. Die Blütenteppiche entlang des Weges sind ein unwirklicher Farb-Flash! Hinter jeder Bergkuppe, hinter jeder Kurve breitet sich ein immer wieder neuer Blütenteppich vor uns aus. Bei jedem Stopp sind wir überwältigt von diesem großartigen Naturschauspiel. Ein Ranger erklärt uns später, dass in diesem Jahr die großartigste Blüte seit 2007 sei!




In Soebatsfontein verlassen wir den Park und fahren in Richtung Atlantik. Die Landschaft wird hier rauer und wirkt nicht mehr so lieblich. Eine Afrikanische Schnabelbrustschildkröte (Chersina Angulat) quert gemächlich den Weg und "zwingt" uns zu einem Fotostopp.

Am Meer fallen deutlich weniger Niederschläge, das ist der Grund für die geringere Blütenpracht. Über Koningaas gelangen wir nach Hondeklip Bay, einer gottverlassenen kleinen ehemaligen Diamanten-Siedlung. Ein zahnloser Einheimischer erklärt uns unten am Meer, dass die Regierung das Schürfen der Diamanten vor einigen Jahren eingestellt und somit den Bewohnern die Lebensgrundlage entzogen hat. Fast alle Menschen im Ort sind heutzutage arbeitslos. Die von der Regierung finanzierten Fischerboote sind nutzlos, da sie für die raue See untauglich seien – nicht zuletzt zeugen die zahlreichen Schiffswracks entlang der Küste von der tückischen See.

Nach seiner etwas frustriert klingenden Erklärung erwartet der auskunftsfreudige „Guide“ einen kleinen Obulus. Tatsächlich sind die Menschen hier unten arme Schlucker, so dass wir ihn mit einem Paket Mehl und ein paar Rand „entlohnen“. An einem der Wracks legen wir eine kleine Mittagspause ein und betrachten die hohen Wellen, die an die Küste schlagen.

Zurück fahren wir über Wallekraal, was nicht mehr als ein altes Schulhaus ist, nach Soebatsfontein und auf gleicher Strecke wieder in Richtung Camp. Wir sichten zahlreiche Tiere, die nun aktiv werden, Springböcke, Kuhantilopen und eine kleine Gruppe von Löffelhunden.

Unser abendliches Braai ist ziemlich frostig: Gerade einmal 10 °C zeigt das Thermometer an. Wir präparieren uns für die kalte Nacht mit langen Unterhosen, Fleece-Pullovern und Socken. Mit dem dicken Schlafsack von Bushlore ist es aber kuschelig warm in unserem Dachzelt.



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