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Muhu-Saaremma

19. August 2017 – Vom Soomaa Nationalpark zur Insel Muhu (mit Umweg über den Matsalu Nationalpark – 235 Km)
Auch den traumhaft schönen Morgen genießen wir nochmals in vollen Zügen. Am Waldrand grasen friedlich ein paar Rehe, ansonsten herrscht absolute Ruhe!

Wir wollen uns heute auf der Fahrt den Matsalu Nationalpark anschauen, zu anderen Jahreszeiten ein absoluter Birding-Hotspot! Zunächst besorgen wir uns Kartenmaterial im Informationszentrum von Penijöe, das sich in einem alt-ehrwürdigen Herrenhaus befindet.


Der Beobachtungsturm von Haeska auf der Nordseite der Matsalu Bucht gilt als einer der besten Spots für Vogelbeobachtung in Nordeuropa überhaupt: Bei einer Zählung sind innerhalb von 24 Stunden 128 verschiedene Vogelarten bestimmt worden! An diesem Platz haben sich zwei kleine und nicht ganz billige Hotels niedergelassen, die vermutlich ausschließlich von enthusiastischen Birdern leben! Wir sehen in den Feuchtwiesen unzählige Gänse, Enten, Kiebitze und andere Wasservögel.

Wir fahren um die Matsalu Bucht herum zurück nach Virtsu, wo die Fähre im Halbstunden-Rhythmus nach Muhu übersetzt (14,80 €) - die Überfahrt dauert eine halbe Stunde. Unser Ziel ist der Womo-Stellplatz Lounaranna Sadam, der auf einer Wiese an einem kleinen Jachthafen liegt. Es ist der einzige Stellplatz auf Muhu mit Duschmöglichkeit. Sogar eine Waschmaschine ist vorhanden, so dass wir erst einmal unsere Wäsche machen können.
Am Abend grillen wir das letzte Stück Thunfisch aus Riga, dazu gibt es leckere Bratkartoffeln.



20. August 2017 – Von der Insel Muhu zur Insel Saaremaa

Wir erledigen unsere Grau- und Schwarzwasserentsorgung und tanken neues Frischwasser auf, da wir dazu in den nächsten Tagen voraussichtlich keine Möglichkeit haben werden.

In Liiva befindet sich eine Touristeninformation – direkt dahinter ist eine Backstube (Muhu Pagarid) zu finden, die unglaublich leckeres Schwarzbrot für 2,50 € verkauft. Schon von weitem kommt uns der köstliche Duft des frischen Brotes entgegen. Wir kaufen gleich zwei Stück, da die Bäckerin versichert, das Brot halte sich locker einen ganzen Monat frisch! Nebenan verkauft Fischer Kalle fangfrischen Fisch, auch hier können wir nicht widerstehen und kaufen ein für unser heutiges Dinner, frisches Makrelenfilet sowie leckeren selbstgemachten Heringssalat.

Von Liiva drehen wir noch eine 25 Kilometer lange Runde mit dem Fahhrad nach Pallasmaa und fahren durch mehrere kleine niedliche Dörfer, die vor allem durch ihre bunt getünchten Holzhäuser und die bemoosten Steinmauern ihren typischen estnischen Charme ausstrahlen. Unterwegs sehen wir auch eine der zahlreichen Holzmühlen, die auf den Inseln überall verstreut stehen.

Über einen unspektakulären Damm fahren wir hinüber zur Insel Saaremaa. Im größten Ort der Insel, in Kuresaare, frischen wir zunächst unsere Vorräte auf, bevor wir zum Vilsandi Nationalpark weiterfahren, ebenfalls ein Vogelschutzgebiet. Unser Ziel ist die Halbinsel Harilad, wo wir eine Weile am Strand verbringen. Mit dem Fahrrad erkunden wir den fünf Kilometer vom Parkplatz entfernt gelegenen Laialepa See. Hier hält sich eine Kolonie von Raubseeschwalben, die größte Seeschwalbe überhaupt, mit zahlreichen Jungtieren auf.



Für die heutige Nacht haben wir uns den Womo-Picknickplatz Abula telkimisala auf der anderen Seite der Tagalaht Bucht ausgeguckt. Es gibt drei Plätze direkt am Meer, wobei uns der zweite eindeutig am besten gefällt, da er direkt am Meer gelegen ist (N 58°27´57.1  E22°07´02.9). Es gibt eine Kamin-Feuerstelle, Holz inklusive Spalteisen sowie einen Picknicktisch mit Bänken. Die Trockentoilette ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Wir haben wieder einmal einen Traumplatz in 1A-Lage gefunden, zumal wir einen unfassbar grandiosen Sonnenuntergang mit einem spektakulären Abendhimmel zum Dinner erleben.


Wieder wird auf offenem Feuer gekocht, ein Kartoffel-Kürbis-Auflauf im Potjie, dazu gibt es leckeren, gebratenen Fisch vom Fischer in Liiva!



21. August 2017 – Insel Saaremaa
Es ist frisch heute Morgen, so dass wir uns ein Feuerchen entzünden, das uns während des Frühstücks ein bisschen wärmt. Auf diese Weise können wir unser Brot auch gleich zum Frühstück toasten.

Wir wandern ein ganzes Stück entlang der malerischen Küste auf einem Kieselweg. Zahlreiche Wasservögel dümpeln im flachen Wasser und lassen sich von der Morgensonne wärmen. Eine freistehende Eberesche am Kieselstrand liefert ein tolles Fotomotiv.




Zurück geht es über den Waldweg zu unserer Campsite. Durch idyllische kleine Örtchen fahren wir zu den Panga Pank Klippen, eine der ausgewiesenen Sehenswürdigkeiten der Insel. Die Klippen sind gerade einmal 21 Meter hoch und dadurch nicht wahnsinnig spektakulär, dennoch ist die Umgebung einfach schön. Überall liegen ausgewaschene Felsblöcke im Meer herum, ein Traum für jeden Fotografen, wenn die Lichtverhältnisse mitspielen. Mit Hilfe des Graufilters und einer Langzeitbelichtung lassen sich grandiose Fotos schießen! Die kurzen Momente mit günstigen Lichtverhältnisse müssen jedoch gefunden werden, da heute immer wieder kurze Schauer herunterkommen und der Himmel rasend schnell von „strahlend-blau“ zu „grau-in-grau“
wechselt!

 

 
Ein kleiner 2,5 Kilometer langer Spazierweg führt entlang der Klippen bis zu einem kleinen Abstieg hinunter zum Strand über ein gespanntes Seil. Die kleine „Abseilaktion“ sieht abenteuerlicher aus, als sie am Ende ist. Unten kann man die Kalksandwand mit seinen warmen roten Farben bewundern.

 


Kurz hinter Panga hat sich ein deutsches Paar vor acht Jahren ein kleines bescheidenes Anwesen gekauft und bietet dort leckere hausgemachte Senfsorten mit Zutaten von der Insel an. Natürlich machen wir eine Verkostung und plauschen eine ganze Weile mit Andreas, dem Senf-Produzenten. Am besten gefällt uns der Blaubeer- und der Wacholdersenf, aber auch den Garlic- und Ingwersenf finden wir interessant. Wir erwerben ein kleines Sortiment und setzen dann unseren Weg fort.

Das Wetter wird immer regnerischer, so dass sich die Angla-Windmühlen für uns nicht gerade in ihrem besten Licht präsentieren (Eintritt 3,50 €)! Die Bockwindmühlen sind so etwas wie das Wahrzeichen von Saaremaa. In früheren Zeiten hatte nahezu jedes Gehöft eine solche Mühle, heutzutage ist davon allerdings nicht mehr ganz so viel zu sehen.


Wir fahren nach Orissaare, unserem heutigen Übernachtungsort. Am Hafen befindet sich der Womo-Badeplatz Orissaare Sadam, direkt beim Gasthof Kohvik Kalda. Von hier aus kann man den Damm zwischen Saaremaa und Muhu sehen. Stromanschluss und eine ziemlich verdreckte Toilette ist verfügbar. Wir fragen den netten Besitzer, der auch sehr gut Deutsch spricht, nach einer Duschmöglichkeit und er verweist uns an die örtliche Sporthalle, 300 Meter weit entfernt. Sogleich ruft er dort an, um unseren Besuch anzukündigen. Wir zahlen 2,50 € p.P. und können endlich wieder einmal richtig duschen. Die beengte Dusche in unserem Wohnmobil wollen wir, wenn es irgendwie geht, nicht unbedingt nutzen.

Abends essen wir im Kohvik Kalda – es gibt gerade einmal zwei Tische plus Theke mit zwei Hockern in der Gaststube. Auf der Speisekarte stehen genau zwei Gerichte, gebratener Fisch und Chicken. Wir bestellen eine Soljanka als Vorspeise (3,-- €) und da das Hühnchen ohnehin aus ist, erübrigt sich die Wahl. Der gebratene Fisch mit Kartoffeln und Salat (9,-- €) ist lecker. Die junge, hübsche Köchin ist sichtlich genervt, dass ausgerechnet heute noch Gäste kommen. Sie ist scheinbar auf dem Sprung zu einer Feier, da sie wenig später, nachdem sie ihr Tageswerk erledigt hat, aufgebrezelt und mit Blumen bewaffnet aus dem Lokal stürzt!


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