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Mokolodi

11. September 2015, Vom KTP (Mabuasehube) zum Mokolodi Nature Reserve, 510 Kilometer, 7:20 Stunden

Um 5 Uhr morgens werden wir von lautem Löwengebrüll geweckt. Es müssen sich mehrere Tiere in unmittelbarer Nähe unseres Camps befinden. Schnell sind wir hellwach und leuchten die Umgebung aus unserem Zelt heraus ab, können jedoch kein Tier entdecken. Als es langsam dämmert packen wir schnell unser Zelt zusammen, immer mit einem Auge auf unsere Umgebung gerichtet, damit wir nicht von hinten überrascht werden. Wir hoffen, die Löwen am Wasserloch auf der Pan anzutreffen, jedoch haben wir wieder kein Glück. Ich gehe eine Runde um das Wasserloch auf der Suche nach den markanten Spuren. Heute sind offenbar noch keine Löwen am Wasserloch gewesen, so viel steht fest! Nur ein Schakal beäugt uns neugierig.

Da wir noch einen weiten Weg vor uns haben, können wir leider nicht länger am Wasserloch verharren. Wir legen die fünfzehn Kilometer bis zum Gate zurück und dann weitere 140 Kilometer auf einer richtig ätzenden Waschbrettpiste, dabei immer unsere Tankanzeige im Auge. Bis zur Asphaltstraße in Kokotsha benötigen wir 2:40 Stunden. An der Einmündung befinden sich gerade drei südafrikanische Paare mit Allradfahrzeug und kleinem Wohnwagen, die sich auf die Einfahrt in die Wildnis vorbereiten. Die Männer sind damit beschäftigt, den Reifendruck abzulassen, während sie von ihren weiblichen Begleitungen gefilmt und fotografiert werden. Die Damen sehen eigentlich mehr danach aus, als ob sie sich auf eine Kreuzfahrt begeben würden, anstatt in die Abgeschiedenheit des Mabuasehube Game-Reserves mit einfach ausgestatteten Campsites! Dieses Phänomen haben wir bei Südafrikanern schon des Öfteren beobachtet! Allerdings muss erwähnt werden, dass die Südafrikaner immer technisch bestens ausgestattet sind und sich den Aufenthalt in der Wildnis schon verhältnismäßig luxuriös gestalten. Oft haben wir zum Beispiel Duschkabinen mit eingebauter Pumpe oder Solarzellen, die für Strom sorgen, gesehen.

Schnell erhöhen wir den Reifendruck auf 3,0 Bar und fahren dann die letzten 85 Kilometer bis zur herbeigesehnten Tankstelle in Sekoma. Zehn Kilometer vor Sekoma geht die Reserveleuchte an – das war Maßarbeit. Wir hätten vermutlich noch 40 bis 50 Kilometer fahren können, dann wäre „Feierabend“ gewesen! Sekoma liegt bereits auf dem „Trans-Kalahari Highway“. Die Tankstelle akzeptiert Kreditkarten, ganz wichtig, da wir noch immer keine Möglichkeit hatten, Pula zu tauschen.

Unsere nächste Station ist Jwaneng. Hier befindet sich die größte Diamantenmiene der Welt! Dem gesichtslosen Städtchen ist ein gewisser Wohlstand anzumerken, auch viele Autos der gehobenen Luxus-Kategorie fahren durch die staubigen Straßen. Im Cresta-Hotel, das über einen bewachten Parkplatz verfügt, essen wir zu Mittag – es gibt ein Buffet mit Fleisch und Gemüse – und beratschlagen unsere weitere Reiseplanung (Wifi ist verfügbar). Für die nächsten Tage haben wir uns das Mokolodi Nature Reserve in der Nähe von Gaborone, der Hauptstadt Botswanas, ausgeguckt. Wir rufen im Reserve an und reservieren eine Campsite.

Die Anfahrt zum Reserve gestaltet sich in der Umgebung von Gaborone etwas schwierig. Hier ist die GPS-Karte von T4A fehlerhaft, sodass wir uns komplett verfahren und über eine Schotterpiste durch abgelegene kleine botswanische Dörfchen fahren. Als wir endlich wieder eine geteerte Straße erreichen, fragen wir an einer Tankstelle nach dem Weg und finden so die Zufahrt, die erst kurz vor der Abzweigung erstmals ausgeschildert ist. Am Gate geht es ziemlich geschäftig zu, schnell sind wir eingecheckt und begeben uns auf direktem Weg zu unserer Campsite, die rund vier Kilometer vom Gate entfernt und schön ruhig liegt. Unterwegs treffen wir direkt auf eine mit Madenhackern voll besetzte Giraffe, die auf einer anderen Campsite die Blätter hoher Akazien abäst.

Unsere Campsite ist ausgestattet mit einem aussichtsreichen Outdoor-Badezimmer. Warmes Wasser können wir selbst erzeugen, in dem wir einen Tank mit Holz befeuern. Auch eine Feuerstelle, ein geschlossenes Toilettenhäuschen mit Wasserspülung sowie ein Abwaschbecken sind vorhanden. Mokolodi ist sicher eine gute Alternative für eine Zwischenübernachtung. Wildnis-Feeling kann allerdings kaum erwartet werden, dazu hört man nachts die benachbarten Farmer mit ihrem Nutzvieh sowie den regen Autoverkehr rund um die botswanische Hauptstadt zu deutlich.


12. September 2015, Mokolodi Nature Reserve

Hautnahe Rhino-Beobachtungen
Natürlich schauen wir uns auf dem Gelände des Nature Reserves in einem Game Drive um. Die Wege sind teilweise in einem verheerenden Zustand, nicht nur die explizit als 4x4 Tracks ausgewiesenen! Um ein Haar fahren wir uns in einem Schlammloch fest, mit Vollgas und eingeschaltetem Allradbetrieb kann ich unser Vehikel jedoch aus der Pampe rückwärts herausmanövrieren. Das wäre aber extrem peinlich gewesen, sich in diesem kleinen Nature Reserve festzufahren!

Gleich zu Beginn des Game Drives stoßen wir auf eine ausgewachsene Giraffe, wahrscheinlich dieselbe, die wir bereits gestern auf einer der Campsites gesehen haben, da sie eine sehr markante dunkle Färbung aufweist. Natürlich wollen wir gerne Rhinos aufspüren – insgesamt gibt es sechs Breitmaulnashörner (White-Rhinos) in Mokolodi. Auf einem der 4x4 Tracks entdecken wir den typischen Dung von Rhinos. Da diese Tiere recht territorial sind, besteht eine gute Chance, sie in der Nähe anzutreffen. Und tatsächlich: Kurze Zeit später sichten wir ein Muttertier mit ihrem Kalb. So schwerfällig diese Kolosse auch aussehen mögen, so geräuschlos können sie sich durch den Busch bewegen – für uns immer wieder eine faszinierende Erkenntnis! White Rhinos waren bereits so gut wie ausgestorben, es ist der Energie des Umfolozi-Parks in Südafrika zu verdanken, dass es heute wieder rund 6.000 Exemplare gibt, jedoch ist die Wilderei auf diese faszinierenden Tiere nach wie vor ungebrochen. Sogar im Chobe Park sind mittlerweile wieder eine Handvoll Tiere ausgewildert worden. Während sich Black-Rhinos vom Abäsen von Sträuchern ernähren, grasen Breitmaulnashörner am Boden. Mindestens eine Stunde verbringen wir damit, die beiden Rhinos zu beobachten. Immer wieder scheint das Kalb nervös zu werden - es hat natürlich längst unsere Anwesenheit bemerkt, kann uns aber nicht richtig einordnen. Rhinos sehen extrem schlecht und da wir nicht in Windrichtung stehen und uns ruhig verhalten, können sie uns, obwohl wir keine zehn Meter entfernt stehen, auch nicht richtig wahrnehmen.




Gegen Mittag nutzen wir das Wifi des Park-Restaurants, um die letzten Tage unserer Reise zu verplanen. Für morgen buchen wir online eine Campsite im Pilanesberg Game-Reserve, danach noch drei Nächte in der Nähe von Rustenburg im B & B Boubou.

Nach einer kurzen Mittagspause entdecken wir die andere Hälfte des Reserves am Lake Gwithian. Hier soll es Krokodile und Hippos geben – beide können wir jedoch nicht entdecken. Dafür sichten wir im dichten Mopaneunterholz eine Impalaherde, einen stattlichen Kudubullen, Zebras sowie zwei weitere Giraffen, die ebenfalls über und über besetzt sind mit Madenhackern. Zum Dinner kredenzen wir uns nochmals ein Gourmet-Essen: Rinderfilet mit einem Kartoffel-Butternut Auflauf aus dem Potje.

Unser Fazit über Mokolodi: Für ein oder zwei Nächte ok (gerade als Station auf der Durchreise), die Betreiber könnten sich für unseren Geschmack jedoch ein bisschen mehr Mühe geben. Das Reserve wirkt insgesamt etwas vernachlässigt und die Mitarbeiter in Rezeption und Shop kommen zwar geschäftsmäßig-professionell daher, sind aber insgesamt ziemlich lieblos am Werk! Warum jeden Abend Securities auf der Campsite am Start sind, erschließt sich uns nicht.



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