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Miami - Everglades

9. Oktober 2009- Miami
Unser Flug nach Miami verläuft reibungslos und ohne jegliche Verspätung. Wir sind früh morgens mit Air France von Hannover nach Paris geflogen, hatten auf dem Flughafen Charles de Gaulles 2 Stunden Aufenthalt, um dann in ca. 9 Stunden nach Miami zu fliegen. Service und Beinfreiheit bei Air France sind absolut vorbildlich und empfehlenswert. Gebucht haben wir den Flug bereits im Frühjahr zum Preis von 650,-- € p.P.

Beim Aussteigen aus dem Flugzeug ist man schlagartig schweißgebadet von der hohen Luftfeuchtigkeit bei 31° Grad Celsius. Das übliche Einreiseprocedere mit Erfassung der Fingerabdrücke und Speicherung eines Fotos dauert insgesamt eine Stunde. Vor dem Flughafen verkehren Shuttle-Busse der Autovermietungen, die ihre Kunden zu den Vermietstationen bringen. Gebucht haben wir das Auto günstig über billiger-mietwagen.de Ein Alamo-Shuttle ist allerdings weit und breit nicht in Sicht. Nach einer halben Stunde Wartezeit hält endlich ein Alamo-Bus. Der Fahrer informiert uns darüber, dass sein Bus voll sei, wir könnten aber auch den Bus von National Cars nehmen, die Vermietstation befände sich direkt gegenüber von Alamo – das hätten wir einmal früher wissen sollen. Wir haben
 in der "Intermediate Class" einen größeren Fahrzeugtyp gebucht, um unser Gepäck verstauen zu können, jetzt möchte uns der Alamo-Angestellte einen Ford Focus „andrehen“. Gleichzeitig bietet er uns ein Upgrade auf ein Fullsize Fahzeug für 11,-- Dollar pro Tag an. Nach kurzer Diskussion stimmen wir zu, da wir keine andere Möglichkeit sehen. Diese Form, den Mietpreis zu erhöhen scheint eine übliche Masche zu sein, da andere Kunden neben uns ähnliche Diskussionen führen. Fazit: Alamo Car-Rentals sind nicht empfehlenswert – wir beschließen aber, uns nicht länger über die Abzocke zu ärgern. Als kleine Entschädigung – der Alamo-Angestellte hat sicher unsere Verärgerung registriert - erhalten wir ein wesentlich größeres Fahrzeug, als uns nach dem Upgrade eigentlich zusteht, einen Chevrolet Equinox LT, der ungefähr die Größe eines VW Tuaregs hat.

Die Geschichte Miamis begann 1896, als der Industriemagnat und "Eisenbahnkönig" Henry Flagler den Bau der Eisenbahnlinie von St. Augustine nach Miami beendete und Flaglers phantastisches Royal Palm Hotel im darauf folgenden Jahr eröffnet wurde. So wurde Miami  zur Touristenmetropole. Miami wurde aber auch internationale Drehscheibe und Zentrum für Handel und Verkehr. Noch vor der Jahrhundertwende verkehrten Flaglers Dampfschiffe regelmäßig zwischen Miami und Nassau auf den Bahamas sowie zwischen Miami und Key West und Havanna auf Kuba und legten den Grundstein für eine Kreuzfahrt-Industrie, die Miami zur Welthauptstadt der Kreuzfahrt gemacht hat. Der Boom hält bis zum heutigen Tage an und hat Miami zu einer der führenden Weltmetropolen gemacht.



Wir machen uns auf den Weg nach Miami Beach und gewinnen einen ersten Eindruck bei unserer Fahrt entlang des Ocean Drives. Der Ocean Drive ist DIE Strasse in South Beach. Sie verläuft von Nord nach Süd, parallel zum Strand, von der 15th Strasse bis zum South Point Drive. Ocean Drive ist die geschäftigste Strasse bzw. Promenade und der beste Platz zum Sehen und gesehen werden für die „Reichen und Schönen“. Am Ocean Drive liegt ein Cafe neben dem anderen. Abends verwandelt sich der Ocean Drive in das Zentrum des Nachtlebens mit Open-Air Kneipen und Discos. Coole Autos und noch coolere Menschen fahren den Ocean Drive auf und ab.


 


 

Da in South Beach die Hotelpreise horrend sind – vor allem in erster Reihe -, haben wir uns für ein Hotel in North Beach entschieden. Hier ist es zudem nicht annähernd so rummelig und laut. Wir haben uns für zwei Nächte im Baltic Miami eingemietet, für 96 USD/Nacht inkl. Continental Breakfast. Die Besitzerin empfängt uns freundlich und führt uns in unser Zimmer. Das Wichtigste vorweg: Das Kingsize-Bed ist groß und komfortabel. Ansonsten ist die Einrichtung des Zimmers einfach und zweckmäßig, verfügt über eine Klimaanlage und einen Kühlschrank, für zwei Nächte also absolut o.k.  

Es ist mittlerweile 18.30 Uhr und wir beschließen, noch einen kurzen Abstecher hinunter zum nahen Strand zu machen. Trotz der einsetzenden Dämmerung sind noch viele Menschen hier, zumal auch die Wassertemperatur der einer Badewanne nahe kommt. Wir landen schließlich in einem italienischen Restaurant in der Nähe des Strandes, dem Valentino, in dem man in einem Patio sehr schön sitzen kann. Wir entscheiden und für eine Pizza mit Büffel Mozzarella und Schinken, mit Käse überbackenen Auberginen, dazu gibt es eine Flasche Greco di Tufo, preislich und qualitativ rundum in Ordnung. Nach dem Mahl fallen wir müde ins Bett und schlafen sogleich ein.  



10. Oktober 2009
Den Jet-Lag können wir in dieser Nacht nicht wegdiskutieren. Die erste Wachphase beginnt um 3.00 Uhr und gegen 5.30 Uhr ist für uns beide mehr oder weniger die Nacht zu Ende. Wir wälzen uns noch ein paar Mal hin und her, stehen aber schließlich sehr früh auf. Unten in der Lobby wartet auf uns das Continental Breakfast, bestehend aus einem "Coffee to go" und Croissants. Wir klönen noch eine kurze Zeit mit der netten Inhaberin und einem amerikanischen Urologen, der uns von seinem kürzlichen Aufenthalt in Europa berichtet. Er hat in Belgrad vor wenigen Wochen einen m
edizinischen Kongress besucht.


W
ir beschließen, uns heute Morgen das Art Deco Viertel in South Beach anzuschauen. Wir finden einen Parkplatz in der Collins Avenue, einer Parallelstraße zum Ocean Drive, in dem auch einige Art Deco Häuser zu bewundern sind. Unser erstes Interesse gilt dann allerdings dem mit Palmen gesäumten Ocean Drive. Hier wird das Bild geprägt von Inline-skatenden und joggenden Strandschönheiten in knapper Badebekleidung sowie muskelbepackten Modellathleten, die ihre Sixpacks an Sportgeräten mit Klimmzügen oder Sit-ups am Strand stählen. Aber auch dickliche Ladies des Jetsets mit goldfarbenen Highheels sind auszumachen. Der Ocean Drive ist ein einziger Laufsteg der Eitelkeiten. Ein Eldorado für Architektur Interessierte ist der Art Deco District rund um den Ocean Drive. Der Art Deco District von South Miami Beach, der in den  20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts entstand, gilt als eines der schönsten Ensembles dieser Stilrichtung weltweit. Art Deco entstand bereits zu Anfang des 20. Jahrhunderts und besticht insbesondere durch seine futuristischsten Stromlinienformen. Fassaden mit pastellfarbenen Ornamenten, mit steinernen Augenbrauen verzierten Fenster mal rund, mal eckig und Häuser mit farbigen Hüten aus Neonröhren – das sind die Merkmale von Art Deco in South Beach. Dem Zahn der Zeit widerstanden die massiv gebauten Art-Deco-Häuser ganz gut, doch Ende der 70er Jahre wäre beinahe das ganze Viertel dem Erdboden gleichgemacht worden. Zum Glück setzte sich gerade noch rechtzeitig eine Bürgerinitiative vehement gegen die anrückenden Bulldozer ein, so dass die avantgardistischen Häuser gerettet werden konnten. Heute stehen über achthundert der verspielten, witzigen Bauten unter Denkmalschutz; viele wurden aufwendig renoviert und werden heute als stilvoll-nostalgische Hotels geführt, darunter das Cardozo, desses Inhaberin die bekannte Sängerin Gloria Estefan ist.





Anschließend geht es in die Nähe von Fort Lauderdale nach Sunrise ins Sawgrass Mills Outlet Center, einem der größten Shopping Outlet Center der USA. Über sechs Stunden geben wir uns dem Kaufrausch hin, u.a in den Outlet Stores von Polo, Tommy Hilfiger, Fossil, Oakley, Timberland und Banana Republic. Die Preise z.B. für Markenschuhe, Jeans oder Sonnenbrillen sind teilweise sagenhaft niedrig. Man kann sogar weitere Rabatte erzielen, wenn man sich aus dem Internet zuvor Rabatt-Coupns ausdruckt, welche in vielen der Shops akzeptiert werden. Aus der Heimat kommt der bestellte „Fußball-Live-Ticker“ – Tim versorgt uns mit den wichtigsten Informationen zum entscheidenden WM-Qualifikationsspiel Russland gegen Deutschland (Deutschland gewinnt 1:0 und hat sich somit für die WM in Südafrika qualifiziert).

Am Abend finden wir ein großartiges kubanisches Restaurant in der Collins Avenue
, das Sazon, nicht weit von unserem Hotel entfernt. Von der Straße sieht das Restaurant wenig einladend fast wie ein typisch amerikanischer Fastfood Tempel aus. Das Sazon verfügt aber über einen von der Straße nicht einsehbaren gemütlichen Patio, in dem Palmen, Bananen und allerlei tropische Pflanzen wachsen. Um das Klima für die Gäste erträglich zu machen, wird rings um die Tische Wassernebel versprüht. Das Essen ist absolut authentisch und wohlschmeckend, die Bedienung aufmerksam. Fast alle Gäste haben einen kubanischen Ursprung und sprechen spanisch. Dies ist in Miami vielfach zu beobachten, da sehr viele Exil-Kubaner hier leben.

 

11.Oktober 2009 - Von Miami nach Shark Valley in den Everglades

Nachdem wir aus unserem Hotel ausgecheckt haben, fahre n wir über den so genannten Tamiami Trail, der US 41, in Richtung Everglades Nationalpark . Rund 18 Meilen westlich des Florida Highways 997 befindet sich der Eingang zum Park bei Shark Valley. Am dortigen Visitor-Center kann man Fahrräder mieten (7 USD/Stunde) und einen 24 Kilometer langen Rundweg befahren. Der Eintritt in den NP kostet 5 USD, die Tickets haben eine Gültigkeit von 7 Tagen. Die Everglades sind ein von der Natur geschaffenes  Sumpfgebiet, in dem hunderte von Fisch- und Vogelarten heimisch sind. Sie wurden bereits in den 50er Jahren zum Naturschutzgebiet erklärt und haben eine Größe von mehreren Tausend Quadratkilometern. Die Landschaft mag auf den ersten Blick etwas enttäuschen, zumal man solch Aufsehen erregende landschaftliche Attraktionen wie im Südwesten der USA hier vergeblich sucht. Die Sümpfe erstrecken sich vom Lake Okeechobee bis hinein in den Südwesten Floridas. Das  Wasser in den Sumpfgebieten ist zumeist nur 15-20 cm tief und lässt nicht erahnen, dass es sich eigentlich um einen Fluss handelt. Für den Beobachter erscheinen die Everglades wie ein stehendes Gewässer. Florida ist ein sehr flaches Gebiet und da der Höhenunterschied in den Everglades insgesamt nur drei Meter beträgt, fließt das Wasser entsprechend langsam.



Die meisten Besucher fahren natürlich in die Everglades, um die hier frei lebenden Alligatoren zu beobachten. Die Furcht vor den bis zu fünf Metern groß werdenden Echsen ist indes weitgehend unbegründet: Alligatoren meiden im Allgemeinen den Kontakt zum Menschen. Gefährlich wird es erst, wenn man die Tiere füttert – dann identifizieren sie den Menschen als Nahrungsquelle. Wir haben uns am Parkplatz mit Mosquito-Spray präpariert und machen uns auf den Weg. In den Sommermonaten von Mai bis November kann die Moskitoplage in den Everglades entsetzlich sein. Heute steht das "Mosquito Meter" allerdings auf "low". Unterwegs sehen wir neben zwei toten bunten Schlangen noch verschiedene große Vögel unter anderem den „Great Blue Heron“, der sich beim Näherkommen majestätisch erhebt und in den Sumpfgebieten verschwindet.

 

Am Wendepunkt des Rundweges befindet sich ein Observation Tower. Hier sind die Chancen sehr gut, Alligatoren zu Gesicht zu bekommen. Zunächst machen wir eine große Wasserschildkröte in dem Wasserloch unterhalb des Towers aus. Wie aus dem Nichts taucht schließlich am Rand des Gewässers ein großer Alligator auf und nimmt eine Zeit lang ein Sonnenbad. Unser erster Alligator – die Freude ist groß!

Beim Abstieg sehen wir ein weiteres Tier keine 10 Meter entfernt vor uns im Unterholz liegen. So kommen wir auch noch zu einigen Fotos, auch wenn das Tier nicht daran denkt, sich für das „Foto-Shooting“ in die rechte Position zu begeben. Der Rundkurs per Fahrrad ist optimal, um einen ersten Eindruck von der Sumpflandschaft der Everglades zu gewinnen. Selbst Mitte Oktober herrschen hier noch 34° Grad Celsius mit einer extrem hohen Luftfeuchtigkeit, so dass man sich auf den Rundkurs unbedingt ausreichend Wasser mitnehmen sollte. Kurz vor dem Visitor Center kann man noch über einen Holzsteg tiefer in die Landschaft eindringen. Dort bekommen wir eine weitere, diesmal lebende Schlange zu Gesicht, die jedoch alsbald das Weite sucht, als wir uns nähern. Sehr treffend wird die Sumpfsteppe von den Indianern als "Grasfluss" bezeichnet.

Wir fahren zurück nach Miami und checken in unserem nächsten Hotel ein. Wir haben in Coconut Grove, einem noblen Stadtteil von Miami, über Hot Wire das Sonesta Hotel gebucht. Bei Hot Wire wählt man in der gewünschten Region zunächst ein Angebot mit der gewünschten Hotelkategorie zu einem vorgegebenen Preis aus und bekommt unmittelbar nach Abschluss der Buchung ein Hotel zugewiesen. So kommen wir zu einem komfortablen 4-Sterne Hotel in bester Lage zu einem extrem günstigen Preis (69 USD zzgl. Steuern). Der Komfort des Kingsize Beds erinnert an die hervorragenden Betten in den Mariott Hotels. Wie überall in und um Miami ist die Parksituation auch hier etwas schwierig. Das Hotel bietet lediglich ein Valet Parking für stolze 23 USD pro Tag an. Wir verzichten dankend und parken später an einer Parkuhr gegenüber dem Hotel. In der Regel sind rund um das Hotel ausreichend Parkmöglichkeiten gerade in der Nacht vorhanden, Parkuhren müssen ohnehin nur von 10 a.m bis 10 p.m. „gefüttert“ werden.

Den Rest des Tages verbringen wir auf Key Biscayne, der südlichen Nachbarinsel von Miami Beach. Ebenso wie Miami Beach ist Key Biscayne mit dem Festland durch eine gebührenpflichtige Brücke (1,50 USD pro Auto) verbunden. Am südlichen Zipfel der Insel befindet sich der Bill Baggs Cape Florida State Park (Eintritt 8 USD/Auto) mit einem schönen Sandstrand, der laut Dr. Beach zu den Besten der USA gehören soll. Aufgrund des Wochenendes ist es allerdings recht voll hier. Nachdem wir uns im Lighthouse Cafe mit einem Snack gestärkt haben, schauen wir uns den mit Kokospalmen umsäumten Leuchtturm an, von dem aus man eine Aussicht über die Keys bis zum 150 Meilen entfernten Key West hat.


Am Strand relaxen wir noch ein bisschen und nehmen unser erstes Bad im Atlantik. Die Wassertemperatur ist einfach unglaublich bei ca. 30 ° Grad Celsius. In Coconut Grove ein günstiges Restaurant zu finden ist nahezu unmöglich. So landen wir im Jaguar, einem argentinisch-peruanischem Restaurant, unmittelbar im Zentrum an der Grand Avenue. Alle Speisen sind ok, allerdings auch nicht überragend. Es gibt ein gutes medium gegrilltes Thunfischfilet sowie Schwertfisch mit grünem Spargel und Bacon (jeweils 20 USD).


12. Oktober 2009 - Miami
Wir frühstücken im Foxcafe am Ocean Drive in South Beach. Auf dem Weg dorthin bewundern wir noch ein paar interessante Art Deco Gebäude, die das Stadtbild in der Nähe des Beaches prägen. Eigentlich bieten alle Cafes am Ocean Drive mehr oder weniger das gleiche Frühstück, zumeist sogar zum gleichen Preis, an. Für sehr günstige 4,25 USD kann man zwischen diversen Eierspeisen auswählen – wir entscheiden uns für ein Three Eggs Omelette mit Käse Schinken und Tomaten. Der Preis relativiert sich dann allerdings durch die nicht ganz so günstigen Getränke: Für ein großes Glas Orangensaft und Kaffee kommen noch einmal 10 USD hinzu.

Anschließend machen wir einen kleinen Verdauungsspaziergang am noch leeren Strand. In anderen Urlaubsregionen, wie zum Beispiel in weiten Teilen Spaniens, sind Hochhaus Silhouetten am Meer störend, nicht so in Miami Beach. Die vielfältige Architektur der Wolkenkratzer und die verschiedenen Fassadenfarben bilden einen interessanten Hintergrund für den extrem breiten weißen Sandstrand mit seinen bunten Art Deco Lifeguard Häuschen.


Heute steht Miami Downtown auf dem Programm. Wir stellen unser Auto in der Nähe des Freedom Towers ab, einem 1925 erbauten und im modernen Miami etwas unwirklich wirkenden, fast barock anmutendem hellgelben Turm. Eine sehr einfache Art Downtown Miami zu entdecken, ist eine Tour mit dem kostenlosen Metro Mover, einer elektrischen Hochbahn, der auf einem "Inner Loop" und einem größeren ausholenden "Outer Loop" Miamis City in etwa sieben Meter Höhe überquert. Die Metro Mover werden dabei vollautomatisch fort bewegt, also ohne jegliches Bedienungspersonal oder Fahrer! Die Fahrt bietet interessante Eindrücke aus der Vogelperspektive.

Am „Bank of America Tower“, einst das höchste Gebäude Miamis, steigen wir an der Knight Center Station aus und fahren in den 11. Stock hinauf. Dort befindet sich eine elegante Sky Terrace mit Brunnen und schattigen Sitzecken unter Bäumen. Von hier hat man einen tollen Panoramablick über Downtown Miami. Im Self Service Restaurant Pey´s Place bekommt man Kleinigkeiten zu essen sowie eisgekühlte Getränke. Die Terrasse ist wirklich noch ein kleiner Geheimtipp, da sich nicht viele Touristen hierher verirren. Dennoch, oder gerade deswegen, ist es ein wirklich schöner Ort, um für einen Moment dem hektischen Großstadttreiben zu entkommen und die Seele baumeln zu lassen. Wir kommen mit zwei jüngeren Frauen ins Gespräch, die im Gebäude arbeiten und ihre Mittagspause hier oben verbringen. Sehr interessiert erkundigen sie sich nach unseren weiteren Reiseplänen in Florida.

Mit dem Metro Mover fahren wir zurück zu unserem Ausgangspunkt und schauen uns noch den Bayfront Park mit Ausblick auf den Kreuzfahrthafen sowie einige schicke Privatyachten an. Am Abend essen wir in Little Havanna, dem Stadtviertel Miamis, in dem die meisten Exil-Kubaner leben. Am Nachmittag hatten wir uns bereits in der Calle Ocho umgeschaut. Überall bieten kleine, teilweise etwas ungepflegt wirkende Läden selbst gerollte kubanische Zigarren oder kulinarische Spezialitäten an. Am Nachmittag ist die aufgrund seines kubanischen Flairs  empfohlene Calle Ocho eher unspektakulär. Aus einigen Läden dringen typische Salsa-Rhythmen auf die Straße, ansonsten ist um diese Zeit nicht viel vom kubanischen Temperament zu sehen.

Wir haben uns das Restaurant La Carreta ausgesucht in Höhe der 36. Straße. Leider kann es nicht annähernd mit dem Sazon in Miami Beach mithalten. Die kreolische Sauce des bestellten Fischtopfes erweist sich als einfache Tomatensauce, die Meat Pie mit Süßkartoffeln und Hackfleisch ist hingegen relativ gut. Die Portionen sind riesig und kaum zu schaffen. Ist das vielleicht der Grund dafür, dass man auf den Straßen so viele übergewichtige Kubaner ausmachen kann? Leider hat man auch hier, wie sooft in amerikanischen Restaurants, das Gefühl, auf die Schnelle abgefertigt zu werden. Essen dient für die Amerikaner einfach einzig und alleine der Nahrungsaufnahme und hat relativ wenig mit Genuss und Muße zu tun - für uns als bekennende „Slow-Food Fans“ schon ein Umstand, an den wir uns nie gewöhnen würden.


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