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Mhamid-2

17. Februar 2015
Nach dem Frühstück wollen wir einen kleinen Spaziergang zur Kasbah Bounou machen, rund drei Kilometer von unserer Unterkunft entfernt. Die alte Kasbah lag auf der Handelsstraße nach Timbuktu, so dass in früheren Zeiten die Karawanen hier durchzogen (ein Hinweisschild aus dieser Zeit in Zagora verweist darauf, dass Timbuktu 52 Tagesreisen!!! entfernt liegt).Heute leben noch immer 40 Familien in der Kasbah, die meisten Gebäude sind dem Verfall ausgesetzt. Ehe wir uns versehen steht bereits ein selbsternannter „Guide“ neben uns, der uns durch die Gemäuer führen will. Wir stimmen zu, auch wenn der Mann nur wenig Wissen an uns weitervermitteln kann.





Sehr ergiebig ist der Rundgang durch die Kasbah nicht, so dass wir uns, nachdem wir ein paar Fotos geschossen haben, auf den Rückweg begeben. Wir entlohnen unseren „Guide“ mit 30 Dirham verhältnismäßig fürstlich, auch um ihn endlich los zu werden.


Im Dar Sidi Bounou serviert uns heute Mohammed ein köstliches Gemüse Coucous – Nancy hat Termine in Zagora und kann nicht mit uns speisen. Wir haben eine Wüsten-Halbtagestour mit Dromedaren vereinbart. Da wir auf die Philosophie im Dar Sidi Bounou vertrauen, die so gar nichts mit dem Wüsten Massentourismus zu tun haben will, hoffen wir auf viel Wüstenfeeling und wenig Touri-Tamtam! Leider kommt es am Ende total anders als wir es uns vorgestellt haben!

Unser junger Guide Ali sattelt die Dromedare und schon bewegen wir uns auf den schaukelnden „Wüstenschiffen“ in Richtung Sanddünen.


Sehr zu unserer Verwunderung hält Ali bereits nach zwanzig Minuten an, lässt uns in der Nähe der Düne, zu der wir gestern bereits zu Fuß hingelaufen sind, absteigen und bereitet umständlich unter einer Tamariske Tee zu (die Prozedur sieht so aus, als ob er sie zum ersten Mal in seinem Leben veranstaltet). Ok, denken wir, dann gibt´s halt erst einmal Tee. Sehr befremdet uns auch die Tatsache, dass Ali versucht, Feuer mit Hilfe einer Plastiktüte zu entfachen und anschließend die kokelnden Plastickstücke blind in der Wüstenlandschaft verstreut. Wir können uns kaum vorstellen, dass dies im Sinne von Nancy ist, die größten Wert auf einen ökologisch einwandfreien Umgang mit der Umwelt legt. Ali bequemt sich auch nach 1 ½ Stunden noch nicht, die Teepause zu beenden, sondern will uns anstatt dessen zu weiteren „Foto-Shootings“ mit und ohne Dromedar animieren. Langsam reißt uns der Geduldsfaden und wir geben ihm unmissverständlich zu verstehen, dass wir ein bisschen mehr von der Wüste sehen wollen als die Tamariske auf einer Sanddüne in Sichtweite unseres Dars.

Mehr oder weniger mürrisch setzt er den Weg fort. Wir reiten durch weitere Sanddünengebiete und erhalten so noch wenigstens ein paar kleine Wüsteneindrücke. Der Sonnenuntergang ist leider enttäuschend – viel zu früh verschwindet der rote Ball hinter dem Dunst eines Wüstensturms.


Zurück am Dar wollen wir Ali trotz allem ein Trinkgeld geben und finden, dass er mit 50 Dirham bestens bedient ist; er zieht allerdings von dannen ohne sich zu bedanken oder sich zu verabschieden – scheinbar hat er für seine mangelhaft erbrachte Dienstleistung mehr erwartet! Wir bereuen es auf der Stelle, ihm überhaupt etwas gegeben zu haben! Als wir Nancy am Abend von unseren „Erlebnissen“ berichten, ist sie entsetzt und will auf der Stelle die kooperierende Dromedar-Company austauschen. Natürlich müssen wir die Tour nicht bezahlen, dafür will Nancy sorgen. Wir denken auch, dass solche Erlebnisse, wie wir sie hatten, für einen auf Individualtourismus ausgerichteten Betrieb wie Dar Sidi Bounou absolut geschäftsschädigend sind. Wir haben uns heute jedenfalls wie kleine dämliche Touris gefühlt, die eine Allerwelts-Kameltour bei einem der zahlreichen „Straßenrand-Drücker“ gebucht haben.

Das Abendessen ist wieder vorzüglich, es gibt Rafusa, ein marokkanisches Curry mit Huhn, Linsen und in Streifen geschnittenen Crepes-Streifen. Wir haben erneut sehr angeregte Gespräche mit Nancy.


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