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La Palma Teil 3

23. Oktober 2014
Die große Caldera-Runde gehört zum Pflichtprogramm eines jeden Wanderers auf La Palma. Der durch Erosion entstandene spektakuläre Caldera-Krater misst ca. neun Kilometer im Durchmesser und ist lediglich durchbrochen im Barranco de Angustias oberhalb von Los Llanos. Dort ist auch der Startpunkt der Tour. Die Taxiunternehmen haben sich perfekt auf die Bedürfnisse der Wanderer eingestellt und warten unten am Parkplatz auf Kundschaft. Eine Fahrt hinauf zum Mirador de Los Brecitos, die man sich in der Regel mit anderen Wandern teilen kann, kostet 51,-- €. Noch vor nicht allzu langer Zeit war die Fahrt hinauf nur mit einem Allrad-Jeep zu machen. Mittlerweile ist die steile Straße asphaltiert und gewöhnliche Fahrzeuge schaffen den Weg bequem in einer knappen halben Stunde. Immerhin sind über 800 Höhenmeter zu bewältigen, ein Höhenunterschied, den wir auf der folgenden Abstiegswanderung absolvieren müssen, um zum Ausgangspunkt zurückzukehren.

Schon vom Mirador de Los Brecitos öffnet sich der beeindruckende Blick in das Innere der Caldera. Der Kessel der Caldera zeichnet sich aus durch senkrechte Felswände, die in einem Halbkreis angeordnet zu sein scheinen. Der erste Abschnitt führt durch schattigen Kiefernwald sanft bergab, jeder Schritt wird durch die Nadelschicht des Waldbodens gedämpft. Auf dem schmalen Pfad, der an der Nordflanke der Caldera entlang führt, queren wir einige Barrancos über Holzstege und gelangen nach einer guten Stunde Gehzeit zum ersten Etappenziel, dem Playa de Taburiente. Das kalte Gebirgswasser des Baches bietet uns eine willkommene Erfrischung. Wir legen eine erste Rast ein und lassen unsere Füße im eiskalten Wasser baumeln.

Auf der anderen Bachseite setzt sich der Weg zu einem wildromantischen Zeltplatz fort. Danach durchquert er einen gigantischen Kaktus und führt anschließend steil in Serpentinen hinab in den Barranco Almendro Amargo.

Eine markante Felsnadel, der Roque Idafe kommt in Sicht. Der Roque ist das wichtigste Heiligtum der Ureinwohner La Palmas, der Guanchen.

Die restliche Wegstrecke verläuft nun zumeist entlang des Bachbettes. Zu dieser Jahreszeit führt der Barranco relativ wenig Wasser, dennoch ist die Passage durch die enge Schlucht nicht zu unterschätzen. Bei Gewitter oder plötzlich einsetzendem Regen kann sich das Bachbett in einen reißenden Fluss verwandeln. Einer Wandergruppe wurde der Weg vor einigen Jahren aufgrund einer plötzlich einsetzenden Sturzflut zum Verhängnis. Nach insgesamt vier Stunden reiner Wanderzeit erreichen wir den Parkplatz im Barranco de las Angustias. Wie bereits bei den anderen Wanderungen auf La Palma stellen wir fest, dass wir die Zeitangaben im Rother Wanderführer deutlich unterschritten haben.

Auf dem Rückweg kaufen wir noch beim Spar-Supermarkt in Los Llanos ein. Auf der LP-1 zwischen dem Mirador El Time und El Jesus gibt es ein winziges Lädchen, das von der Hauptstraße aus nur durch ein Hinweisschild „Vollkornbrot“ gekennzeichnet ist. Neben superleckerem, frischem Brot kann man hier auch andere Produkte aus La Palma kaufen, wie Obst, verschiedene Mojos, Marmelade und Wein. Natürlich wird auch dieser Laden von einer deutschen Residentin geführt.

Zum Abendessen gibt es marinierten Tintenfisch – die Marinade besteht aus Olivenöl, Sojasoße, Zitronensaft, Knoblauch und Koriander. Das Ausnehmen der kleinen Tintenfische (Chipperones) macht ganz schön viel Arbeit, wenn man bedenkt, was man am Ende auf den Teller bekommt. Bei einem Gläschen Wein sitzen wir noch lange vor unserem Casa und genießen die laue nächtliche Temperatur.


24./25. Oktober 2014
Zwei Tage zum Relaxen bei herrlichstem Sommerwetter! Nach zwei mehr oder minder anstrengenden Wandertagen haben wir uns diese Ruhetage wohl verdient. Den Morgen verbringen wir noch lesend am Pool, gegen Nachmittag wollen wir uns dann aber wenigstens noch ein bisschen bewegen und den vor einigen Tagen abgebrochenen Weg zur Playa de la Veta vollenden. Zunächst sind wir die einzigen Badegäste in der kleinen Traumbucht, auch von den Bewohnern der idyllischen Ferienhäuschen in den Felswänden ist nichts zu sehen. Lange halten wir es an dem schwarzen schattenlosen Strand allerdings nicht aus, da die Sonne unbarmherzig auf uns nieder brennt. So ziehen wir uns auf das kleine Plätzchen oberhalb des Strandes unter einem üppig wuchernden Gummibaum zurück. Dort kommen wir ins Gespräch mit Anna und Marcus aus Düsseldorf, die ebenfalls Schutz vor der Mittagssonne auf der schattigen Plaza suchen. Wir plaudern mit den Beiden den ganzen Nachmittag über Gott und die Welt, insbesondere sind sie interessiert an unseren Afrika-Reisen.

Wir laden Anna und Marcus am Abend zu uns ins Casa auf einen „Sundowner“ ein. Der Abend wird so nett, dass wir noch zusammen essen (die Reste unseres Kaninchens und alles, was unser Kühlschrank noch so hergibt!), bis spät in die Nacht plaudern und später sogar noch unseren jüngsten Namibia-Film zeigen.

Am nächsten Tag setzen wir das Faulenzen an unserem Pool bei Traumwetter und mit der obligatorischen Aussicht auf das blaue Meer fort, lediglich unterbrochen durch einen abendlichen Abstecher zum Wochenend-Mercadillo in Puntagorda. Wir decken uns mit Gemüse, Käse, Mojo und Fleisch zum Grillen ein und treffen zufällig Anna und Marcus. Im Mercadillo gibt es einen Händler, der einen Mojito mit frisch gepresstem Zuckerrohr anbietet. Mit einem kühlen Drink in der Hand sitzen wir draußen auf dem Platz vor der Markthalle, beobachten das bunte Treiben und haben erneut eine angeregte Unterhaltung.


26. Oktober 2014

Der höchste Gipfel La Palmas, der Roque de los Muchachos, steht auf dem Programm. Ausgangspunkt dieser wirklich spektakulären Tour ist der Mirador de los Andenes. Wir befinden uns ca. auf 2.300 Meter Höhe, daher sind die Temperaturen deutlich niedriger als auf den anderen Touren, die wir bislang gemacht haben, eine winddichte, warme Jacke ist obligatorisch. Sogleich geht es hinauf auf den schmalen Pfad des Caldera-Kammes, den GR 131. Tief unten kommt die Playa de Taburiente in Sicht, das breite Bachtal, von dem aus wir noch vor einigen Tagen zum beeindruckenden Caldera Massiv hinaufgeschaut haben.

Entlang des gesamten Weges ergeben sich immer wieder atemberaubende Fotomotive in dieser phantastischen schroffen Berglandschaft.

Ohne nennenswerte Auf- oder Abstiege geht es entlang des Kammes in Richtung Roque de los Muchachos. Hier oben ist ein wahres Eldorado für Astronomen – nicht umsonst haben sich entlang der Caldera-Gipfel zahlreiche Observatorien angesiedelt, die wir auf unserem Weg rechts liegen lassen. An kaum einem anderen Ort in Europa ist die „Licht-Verschmutzung“ der Atmosphäre so niedrig wie rund um den Roque de los Muchachos.

Mit Schrecken sehen wir aus der Ferne bereits eine Busladung Touris, die auf dem Parkplatz des Roque de los Muchachos losgelassen wird und sich als dann zum kurzen Gipfelsturm aufmacht! Das ist der große Nachteil, wenn Berggipfel an das Straßennetz angeschlossen sind. Alleine ist man auf dem höchsten Gipfel La Palmas eher selten. Über den Fuente Nueva gelangen wir kurze Zeit später zum Los Muchachos – der Bus ist mittlerweile schon wieder abgefahren. Dennoch ist einiges los auf dem Parkplatz, da Palmeros die Fahrt zum Roque gerne als kleinen Sonntagsausflug nutzen.

Nach einem "Gipfelfoto" setzen wir unseren Weg fort über den GR 131 bis zu einem weiteren Gipfel, dem Espignón del Roque. Dieser Berg schiebt sich weit in die Caldera hinein und man hat einen tollen Tiefblick hinein in den Kraterkessel. Wir sehen von hier oben die beiden Schwesterinseln El Hierro und La Gomera, Teneriffa ist hingegen durch die dichte Wolkendecke verdeckt.
An den Steilhängen wachsen überall die riesigen endemischen Natternköpfe, die zur Blütezeit mannshohe lila farbige Blüten entwickeln. Ende Oktober sind die markanten Blumen längst verdorrt.



Die vom Aussterben bedrohten kanarischen Kolkraben haben sich stark an die vielen Menschen auf den Gipfeln gewöhnt. Sie lauern überall auf ihren Anteil an den Picknickbroten, die von den Besuchern und Wanderern an den Aussichtspunkten ausgepackt werden. Einige von Ihnen lassen sich gar aus der Hand füttern!


Auf gleichem Weg gehen wir nach unserer Rast zurück zu unserem Ausgangspunkt. Unter uns im Tal wabern inzwischen dichte Passatwolken an den hohen Gipfeln der Caldera. Wir beschließen, die deutlich längere Strecke über Santa Cruz zurück zu fahren, stellen aber fest, dass sich der große Umweg am Ende kaum lohnt.







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