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La Palma Teil 2

20. Oktober 2014
Das Wetter verwöhnt uns auch am heutigen Morgen nicht. Eine dichte Wolkendecke, die immer wieder heftige Schauer freigibt, hängt über uns. Wir wollen unser Glück im äußersten Süden der Insel versuchen. Dort befinden sich die Vulkane San Antonio und Teneguia, deren letzte Aktivität noch nicht allzu lange her ist
. Selbst das Schönwetterdreieck bei Los Llanos ist heute wolkenverhangen, aber unmittelbar in Los Canarios reißt die dichte Wolkendecke auf.

Wir entrichten am Parkplatz die Eintrittsgebühr von 5,-- € pro Nase und stellen unser Auto ab. Wer auf die Besteigung des Volcán San Antonio verzichten und nur zum Volcán Teneguia wandern möchte, kann das Fahrzeug auch vor dem Kontrollhäuschen abstellen und somit die Eintrittsgebühr sparen. Vor dem Besucherzentrum warten drei Kamele auf Kundschaft und wir freunden uns mit den Kameraden angesichts unserer bevorstehenden Marokko-Reise auch schon einmal an!

Über den Kraterweg des San Antonio laufen wir bis zu einer Messsäule – ab hier ist der Weiterweg aus Naturschutzgründen verboten. In der Ebene vor uns sind ausgedehnte Weinterrassen auszumachen, wo unter anderem der unter Weinkennern geschätzte Malvasier Dessert-Wein auf der nährstoffreichen Vulkanasche angebaut wird.
Im seit einiger Zeit erloschenen Kraterschlund wachsen bereits wieder Kiefern – ein Zeichen dafür, dass diese Bäume auch mit kargsten Bedingungen zurecht kommen.

Auf dem Kraterweg geht es zurück zum Informationszentrum und von dort aus in steilen Serpentinen hinab zu einer breiten Piste. Von hier aus ist bereits das nächste Ziel, der Volcán Teneguia, auszumachen. Der Weg durch die schwarze Vulkanasche ist zwar karg, landschaftlich aber dennoch aussichtsreich und reizvoll. Wir gelangen zum Roque Teneguia, einer auffälligen Felsformation, auf der Petroglyphen auszumachen sein sollen. Die Steinformationen sind stark verwittert und man braucht eine Menge Phantasie, um die spiralförmigen Petroglyphen zu identifizieren. Eine Heerschar kanarischer Barba Azul Eidechsen (Blaubart-Eidechsen) sonnt sich auf den von der Sonne aufgeheizten Felsen. Die fast schwarzen und sehr viel größeren Männchen haben eine blaue Kehle, natürlich um den Damen damit zu imponieren. Die Weibchen sind wie so oft in der Tierwelt eher unscheinbar.

Entlang eines voll gefüllten Wasserkanals gelangen wir zum Fuß des Teneguias. Er ist zuletzt 1971 ausgebrochen und man kann noch deutlich den schwefeligen Geruch wahrnehmen. Hinauf zum Gipfel ist es eine kleine, wenn auch harmlose Kletterpartie, bei der wir immer mal wieder die Hände zu Hilfe nehmen müssen. Der hufeisenförmige Krater besticht durch seine gelb-roten Farbschattierungen. Am Gipfel legen wir an dem überdimensionalen Steinmännchen unsere Mittagspause ein und lassen uns berauschen von der tollen Aussicht, auf den zuvor bewältigten Volkán San Antonio sowie auf die Nachbarinseln El Hierro und La Gomera. Teneriffa mit seinem markanten Teide könnte man bei klarer Sicht von hier aus ebenfalls sichten.

Auf gleichem Weg geht es nun vom Gipfel zurück und wir wenden uns einem durch Steinreihen begrenzten Pfad durch Lavaasche zu, der nunmehr schnurstracks bergab führt. Immer wieder lohnt sich der Blick auf die hinter uns liegenden beiden Vulkane.

Nachdem wir eine Straße überquert haben, scheint unser nächstes Ziel, der Faro de Fuencaliente mit seinen Salinenbecken, zum Greifen nah.

Die terrassenförmigen und mit Lavasteinen begrenzten Salinenbecken und die daraus gewonnenen Salzhaufen geben ein tolles Fotomotiv her. An der Bar gönnen wir uns einen Café con Leche und ein Eis und kaufen später in dem kleinen Shop noch ein paar Pakete Fleur de Sel.

Wer sich den etwas mühsamen Rückweg ersparen möchte, kann vom Leuchtturm mit dem Bus zum Ausgangspunkt fahren. Wir wählen jedoch die sportliche Variante und wandern die Straße entlang bis zu den drei Windrädern. Hier führt der Aschepfad, gekennzeichnet durch weiß-rote Säulen, in knapp zwei Stunden reiner Laufzeit über 600 Höhenmeter schattenlos den Berg hinauf. Der obere Teil des Pfades führt durch Weinterrassen und mündet schließlich in einen breiten Fahrweg, der uns zurück zum Parkplatz am Volkán San Antonio führt. Landschaftlich ist der etwas mühsame Rückweg nicht annähernd so spektakulär wie die Wanderung hinab, so dass die Variante, vom Leuchtturm zurück mit dem Bus zu fahren, durchaus in Erwägung gezogen werden könnte.

Da es bereits nach 18 Uhr ist, können wir leider der größten Weinkellerei der Insel, der Bodega Teneguia, keinen Besuch mehr abstatten. So begnügen wir uns damit, ein paar Flaschen aus der Region im Supermarkt von Los Canarios zu kaufen.


21. Oktober 2014
Ein Tag zum Relaxen. Nach der etwas anstrengenden Wanderung am gestrigen Tag lassen wir es heute ruhig angehen und fahren nach dem Frühstück nach Los Llanos. Pedro schaut noch einmal nach dem Rechten und berichtet auf „spanglisch“ von den schweren Unwettern auf den anderen Kanareninseln. Wir erkundigen uns nach einem Händler, bei dem wir frischen Fisch erwerben können. Es gäbe einen Wagen, der zwei bis drei Mal die Woche auch unsere Straße hinabfahre. Sogleich ruft er an und berichtet, dass der Fang aufgrund der unruhigen See wohl eher mager ausgefallen sei. Vielleicht käme der Wagen aber morgen, schauen wir mal, ob das klappt.

Wir fahren nach Los Llanos und schauen uns zunächst den bezaubernden Stadtpark an. Der Künstler, ein Schüler von Manrique, hat sich bei der Gestaltung dieses Parks von Gaudis Parc Güell in Barcelona inspirieren lassen. Auf sehr engem Raum ist eine „grüne Hölle“ entstanden, mit verspielten Bodenmosaiken und Skulpturen, einer steinernen Höhle sowie den Weg begrenzenden Geländern im Zuckerbäckerstil.

In der Avenida Enrique Mederos kaufen wir für unsere nächsten beiden Abendessen bei einem Schlachter ein ganzes frisches Kaninchen (11,-- €) sowie in der nahen Markthalle Gemüse und ein Stück Bonito Thunfisch. Der Kilopreis liegt bei gerade einmal 7,50 €, in Deutschland würde man mindestens 50,-- € hinblättern müssen!

Den restlichen Tag verbringen wir mit Kochen – ich bereite das Kaninchen auf kanarische Art mit viel Zwiebeln, Kräutern, Wein und roter Mojo vor – sowie Lesen am Pool. Am Abend verwöhnt uns ein erneut großartiger Sonnenuntergang, den wir uns mit einem "Sundowner" (einem Gläschen Rioja) zu Gemüte führen, bevor wir uns den rosa gebratenen Thunfisch mit Zwiebelsoße und Koriander munden lassen. Dazu gibt es Pimientos de Padron und Pappas Arrugadas und zum Dessert ein Gläschen Malvasier Wein vom Teneguia.


22. Oktober 2014
Heute verschlägt es uns ganz in den Norden. Wir wollen den Barranco de La Zarza durchwandern.
Eines vorweg: Diese Wanderung besticht durch ihre Einsamkeit – wir werden auf dem ganzen Weg keiner Menschenseele begegnen – und vor allem durch ihre unvorstellbare Urwüchsigkeit. Wir stellen unser Auto am Parque Cultural de Zarza ab und sogleich umgibt uns ein dichter Lorbeerwald-Dschungel. Der Waldboden ist besetzt mit Moosen und Farnen, von den steilen Barrancowänden hängen meterlange Efeulianen herunter. Im Barrancogrund herrscht unter dem Blätterdach des Urwaldes eine angenehme Kühle, angesichts der heute herrschenden Temperaturen um 30 ° Grad für Wanderer mehr als angenehm! Mehrmals quert der Pfad den Barranco und wir passieren alte Guanchen-Behausungen und sprudelnde Quellen.

 

Nach gut eineinhalb Stunde Fußmarsch stoßen wir auf einen breiten Fahrweg. Am Wegesrand sind Apfelbaumplantagen auszumachen. Vor einem Tor zu einem kleinen Gehöft werden dem Wanderer Bio-Äpfel als Wegzehrung angeboten. Wer möchte, kann für die willkommene Stärkung einen kleinen Obolus in den Briefkasten schmeißen. Ein steiler Pfad am rechten Barrancorand führt nun ganz hinab zum verschlafenen Weiler Don Pedro. Vorbei an einem weiteren Gehöft mit einem malerischen alten Drachenbaum gelangen wir zu einem aussichtsreichen Rastplatz an der Abbruchkante der Schlucht von El Tablado.




Idyllisch schmiegen sich die weißgetünchten Häuser von El Tablado in die Landschaft des gegenüberliegenden Felstableaus. Nicht umsonst gilt El Tablado als eines der schönsten Dörfer auf La Palma. Wir legen eine wohlverdiente Rast ein, haben wir doch bereits einen Abstieg von gut 600 Höhenmeter in den Knochen, die uns nach der Pause wieder in umgekehrter Richtung und bergan bevorstehen.

Der Aufstieg führt zunächst über eine kleine Betonstraße, später über einen steilen Bergpfad zu einem idyllischen Aussichtspunkt. Wir schauen noch einmal zurück auf die Schlucht von El Tablado und setzen alsbald unseren Weg fort. Eine willkommene Erfrischung bietet die Quelle von Los Dornajos, wo wir unsere geplagten Füße im wassergefüllten Steinbecken abkühlen. Nach einer weiteren Stunde Aufstieg erreichen wir die Hauptstraße LP-1 und unseren Ausgangspunkt bei La Zarza.

Den Nachmittag relaxen wir am Pool und genießen die Sonne. Das aussichtsreiche Plätzchen unter Palmen an unserem Casa begeistert uns tagtäglich aufs Neue! Nachdem die Sonne über dem Meer untergegangen ist, bereiten wir unser heutiges Festmahl vor. Es gibt als Vorspeise einen Salat mit geräucherten Ziegenkäse und Pata Negra und anschließend das gestern vorbereitete Kaninchen auf kanarische Art. Ein gut gemachtes Kaninchen gehört ohne Wenn und Aber zu meinen bevorzugten Leibspeisen -  ich liebe einfach die mediterrane Hausmannskost! Sogar Corinna ist begeistert, obwohl dieses Gericht normalerweise nicht gerade zu ihren "Favourites" gehört. Allerdings geht es bei ihr dabei weniger um den Geschmack als um die innere Abneigung vor dem „Abnagen“ von Knochen!



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