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Lüsneralm


Aufbruch in Richtung Süden ist erst gegen Mittag, da wir beide noch einen halben Tag gearbeitet haben. Wir haben uns die Anreise nach Südtirol so gemütlich wie möglich eingerichtet: Die erste Etappe führt uns nach Nesselwang, in die Nähe der Deutsch-Österreichischen Grenze. Corinna hat uns für eine Nacht in dem niedlichen kleinen Landgasthof, „Zum alten Reichenbach“, eingemietet. Wir kommen gerade rechtzeitig zum Abendessen – man sitzt draußen am rauschenden Bächlein und bekommt deftige Hausmannskost aufgetischt. Wir entscheiden uns für Kaspatzn´ (7 €) und eine Steakpfanne mit Bratkartoffeln und Gemüse (14 €).  Die Portionen sind für Normalsterbliche nicht zu schaffen, die Preise moderat. Sogar die Weinkarte ist erstaunlich gut  - es gibt u.a. einen leckeren Chianti Classico DOCG. Das Zimmer kostet 58 € inklusive Frühstück und ist einfach, aber gemütlich eingerichtet.

Die zweite Etappe legen wir über den Fernpass zurück, der Blick auf das Zugspitzmassiv ist im ersten Teil allgegenwärtig. Weiter geht es durch nicht allzu attraktive österreichische Dörfer zum Brennerpass. Auch hier wählen wir die Landstraßenvariante. Oben am Brenner erwarten uns Regenschauer und ungemütliche 14° Grad, gestern Abend hatten wir noch 25° Grad!

Über ein winziges, fast abenteuerliches Bergsträßchen gelangen wir zum Herolerhof in „Lüsen Berg“, unser Domizil für die nächsten drei Tage. Wir haben das idyllisch gelegene Hotel ausgewählt, um dort vor und nach unserer Hüttentour jeweils drei Tage zum Akklimatisieren bzw. anschließend zum Relaxen zu haben. Der Herolerhof ist sozusagen unser „Basislager“ für unsere siebentägige Hüttentour in den Sarntaler Alpen, der sogenannten Hufeisentour!

Das Doppelzimmer im Herolerhof inklusive Halbpension kostet in der Hauptsaison 118 € - für die Lage und Qualität des Hauses sowie der enthaltenen Speisen mehr als in Ordnung! Wieder einmal haben wir es hervorragend getroffen: Der Herolerhof liegt in einer atemberaubenden Bergkulisse auf 1.650 Meter Höhe, mit Blick auf den Peitlerkofel und die Sarntaler Alpen. Schmuckstück des Hofes ist zum einen die verglaste Terrasse, auf der man ein Sonnenbad mit absolut einzigartigem Ausblick genießen kann, zum anderen der grandiose Wellnessbereich. Aus der Sauna blickt man durch ein Panoramafenster direkt auf die gegenüberliegenden Berge. Bei sonnigem Wetter wird der Peitlerkofel von der Abendsonne in ein sattes Rot getaucht, ein beeindruckendes Schauspiel.

Der Herolerhof ist sozusagen ein Fest für alle Sinne, zumal der betörende Duft von frisch gemähtem Heu überall in der Luft liegt. Das Haus ist auch ist ein echter Familienbetrieb. Am Abend werden die Gäste mit einem liebevoll zubereiteten Dreigangmenü verwöhnt. Hier kocht Chefin Isolde noch selbst – und die beiden reizenden Töchter Anna und Sylvia servieren die Speisen kompetent und lesen den Gästen jeden Wunsch von den Lippen ab! Das Rindfleisch und die Kartoffeln kommen vom eigenen Hof, alle anderen verwendeten Produkte sind saisonal und regional ausgerichtet. Es gibt während unseres Aufenthaltes vielerlei hausgemachte Südtiroler Spezialitäten, wie zum Beispiel Tafelspitz, Gnocchi mit Tomatensoße, Schlutzkrapfen (eine Art Tortellini) gefüllt mit Ricotta und Spinat sowie sagenhaft leckere Nachspeisen, wie hausgemachte Kastelruther Krapfen mit warmem Apfelmus und den mit Abstand besten Apfelstrudel mit Vanilleeis, den wir während unseres gesamten Aufenthaltes in Südtirol gegessen haben! Die Weinkarte ist durchweg regional ausgerichtet und brauchbar – als Highlights erweisen sich ein fruchtiger Kerner sowie ein hervorragender vollmundiger 2010er Lagrein Riserva, DOC.

Vater Alois kümmert sich um den landwirtschaftlichen Betrieb und um den Hof. Es gibt Kühe, Kälbchen, den Hofhund Sammy (ein Golden Retreaver) und natürlich Pferde (auch Haflinger), so dass auch Kinder hier voll auf ihre Kosten kommen. Um die Ausritte mit den kleinen Gästen sorgen sich die Töchter Anna und Sylvia höchstpersönlich.

Den Herolerhof hat, wie der Opa des Hauses stolz und ausführlich zu berichten weiß, seinen Ursprung bereits im 12. Jahrhundert. Später übernahm die Kirche das Gehöft und nutzte es als eine Art Sommerfrische. Aus dieser Zeit sind noch uralte Wandgemälde erhalten, die einen Teil der Wände in der Bar zieren.

Während unseres Aufenthaltes wohnen wir einem Foto-Shooting für die neue
Website der Pension bei. Der Fotograf arrangiert kunstvoll Einrichtungsgegenstände, Speisen und auch die Besitzerfamilie – so Erleben wir live das Arrangement eines herrlichen Familienfotos, eingehüllt in eine Alpenidylle, wie sie schöner nicht sein könnte! Wir sind gespannt auf die Ergebnisse, die wohl alsbald auf der Website des Herolerhofes auftauchen werden.


Wanderungen rund um Lüsen

Der Tourismusverein Lüsen hat eine Wanderfibel herausgegeben, in der alle Wanderungen der Region aufgeführt sind.  Die Broschüre ist jedem Wanderer unbedingt zu empfehlen. Da wir uns in den ersten Tagen im Wesentlichen akklimatisieren und uns für unsere Hüttentour in den Sarntaler Alpen vor allem an die Höhe gewöhnen wollen, wählen wir aus dem breiten Tourenangebot überwiegend Genusswanderungen aus.

 

Auf dem Plateau der Lüsneralm
Aus dem knapp 1.000 Meter hoch liegenden Lüsner Tal führt der Wanderweg 3 zur Lüsner Alm, die rund 1.000 Meter höher liegt. Wir können uns diesen mühsamen Anstieg ersparen, da der Herloerhof bereits auf 1.650 Meter und direkt am Wanderweg liegt. Die Lüsneralm thront wie ein samtener grüner Teppich auf einem ausgedehnten Hochplateau, ein unberührtes Wiesen- und Blütenmeer. Stefan Zweig beschrieb bereits 1932 liebevoll diese wundervolle Landschaft und wenn man hier oben steht, kann man die Worte leicht nachempfinden: „So klar und rein entfaltet sich hier der Fächer der Farben, alle Gegensätze fließen harmonisch ineinander. Nirgends ist eine brüske Bewegung in dieser Landschaft, nirgends eine zerrissene Linie. Wie mit ruhiger Schrift hat die Natur hier mit bunten Lettern das Wort Frieden in die Welt geschrieben. Ich ziehe dahin, soweit die Füße tragen.“


Die Gipfelwanderung Astjoch/Kreuzwiese (Nr. 13b) führt genau durch diese Landschaft, insbesondere im Bereich des Almweges (Weg Nr. 2). Wir können uns gar nicht satt sehen an den wundervoll blühenden Wiesen, die einen kontrastreichen Farbtupfer vor den dahinter liegenden Bergmassiven abgeben. Ein Fotomotiv jagt das nächste, so dass wir nur sehr langsam vorankommen – wir haben heute allerdings auch alle Zeit der Welt! Vorbei an der Starkenfeldhütte folgt ein kurzer harmloser Anstieg auf das Astjoch mit einer schönen Rundumsicht auf die Dolomiten, den Großglockner, die Zillertaler- und die Sarntaler Alpen. Gerade starten vom Gipfel zwei Paraglider, die auf der Lüsneralm paradiesische Bedingungen vorfinden. Was muss das für ein großartiges Erlebnis sein, in dieser fantastischen Kulisse lautlos durch die Lüfte zu schweben!? In Lüsen gibt es übrigens eine Schule, in der man dieses naturnahe Hobby erlernen kann.

Über einen steilen, teilweise unangenehm zu laufenden Abstieg (Nr. 67) gelangen wir zur Kreuzwiesenalm, wo wir uns erst einmal an den Spezialitäten aus der hauseigenen Käserei laben. Nach einer ausgedehnten Pause setzen wir unseren Weg fort. Am Wegesrand grasen Kühe auf den saftigen Wiesen und lassen sich durch uns kaum stören. Drei besonders anhängliche Exemplare namens Doris, Susi und Bambi lassen sich gar mit frischen Blümchen aus der Hand füttern! An der Rastnerhütte genießen wir noch einen Cappuccino und einen Topfenstrudel, bevor wir uns an den Abstieg zum Herolerhof machen.

Später erkunden wir noch auf weiteren Touren den Rest des Wegenetzes oben auf der Lüsner Alm, das sich im Wesentlichen zwischen der Roner Hütte, der Starkenfeld- und Rosner Hütte sowie der Kreuzwiesen Alm erstreckt.

Peitlerkofel

Der Mercedes unter den Wanderungen rund um Lüsen ist zweifelsohne die Umrundung des Peitlerkofels (Wanderung Nr. 17). Hartgesottene kombinieren diese Tour sogar noch mit der Gipfelbesteigung (Nr. 18). Die kurvenreiche Strecke von Brixen bis zum Würzjoch, dem Ausgangspunkt der Wanderung, ist eine beliebte Motorradstrecke. Wir stellen unser Auto am Würzjoch ab und stellen fest, dass wir auf dieser Tour nicht alleine sein werden! Der große Parkplatz ist voll und die Parkgebühr von 4 € ist zudem auch recht happig. Nachdem der heutige Morgen zunächst sehr sonnig war, ziehen gegen  Mittag leider einige Wolken auf. Am Würzjoch sind es gerade einmal 15° Grad.  Wir schultern unseren Rucksack und machen uns auf in Richtung des markanten Felsmassivs. Nach zwanzig Minuten erreichen wir die Fornela Hütte, an der sich der Blick auf die berühmten blühenden Peitlerwiesen öffnet. Hier frönen einige glückliche Highländer Rinder ein zufriedenes Leben in ihrer idyllischen Umgebung.

In voller Blüte sind gerade die knallgelb leuchtenden Trollblumen und auch die Alpenrosen sind im Begriff, aufzublühen.

Am Fuß des imposanten Peitlerkofels geht es nun in einer guten halben Stunde zur Göma Alm, wo wir unsere Mittagspause einlegen - es gibt Hirtenmakkaroni und Bandnudeln mit Ragout (je 9,50 €). Wir beschließen, heute nicht die ganze Runde um den Peitlerkofel zu machen, da übermorgen unsere Hüttentour startet und wir daher mit unseren Kräften ein wenig haushalten wollen. Zudem macht uns immer noch die Umstellung auf die permanente Höhe von rund 2.000 Metern zu schaffen. So bleibt es bei einer Genusswanderung von rund 2,5 Stunden ohne nennenswerte Steigung, dafür aber in einer umso eindrucksvolleren Kulisse.  Einen zweiten Stopp machen wir später noch auf einer der zahlreichen unbewirtschafteten Almhütten - dort genießen wir noch einmal die grandiose Aussicht auf das imposante Felsmassiv.





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