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Kwando-2

17. November 2016 – Mashi River Safaris – Bwabwata National Park (35 Kilometer)

Romantik-Dinner am Kwando
Früh morgens gibt es im Camp erst einmal einen Kaffee und Rusks, bevor wir mit Dan eine Runde über den Main Channel drehen.

Er erzählt eine Menge aus seinem Zusammenleben in der Community, das häufig frustrierend ist. Bis heute hat er keinen festen Vertrag für sein Business bekommen und somit keine Sicherheit. Das ist der Grund, warum er noch immer in einem Zelt lebt und kein festes Haus im Mashi Conservancy errichtet hat. Erneut passieren wir einige Hippo-Gruppen, die heute Morgen äußerst entspannt wirken.


Auch sonst ist früh morgens so einiges los: Lechwe-Herden grasen friedlich in den Floodplains. Ein Schreiseeadler erhebt sich von seinem Aussichtspunkt, als wir mit unserem Boot ihn passieren und ein kleines Krokodil beäugt uns misstrauisch.


                                                                                                                                              Schreiseeadler (Fish-Eagle)



Nach Rückkehr im Camp gibt es ein Cooked Breakfast, das Shaddy vorbereitet hat. Auch hat er bereits alle Zelt abgebrochen und verpackt. Wir haben ein unglaublich lustiges Gespräch über deutsche Kunden, die bei Dan absteigen. Er „liebe“ diese bestens ausgerüsteten Safaritouristen, die entweder bereits am Flughafen vollausgestattet ankommen, oder aber sich in Windhoek in einem einschlägigen Outdoor-Laden komplett eindecken für das Überleben in der „Wildnis“! Tarnfarben-Kleidung (Jack-Wolfskin und co.) von oben bis unten, Safari-Hut, einen „Mc-Gyver-Belt“ mit speziellen Täschchen für Leatherman, Messer und sonstiges Survivor-Equipment seien die absolute Mindestausstattung! Auch hatte er schon Kunden, die das Campfire mit einem Feuerstein aus dem Survivor-Pack entzünden wollte. Zumeist erlöst er die „Überlebenskünstler“ nach einer gewissen Zeit mit einem Klick aus dem Feuerzeug, wenn sie es noch immer nicht geschafft haben, ein Feuer zu entfachen!

Wir machen uns schließlich auf den Rückweg zum Mavunje Camp - dabei sichtet Shaddy noch einen Secretary-Bird, der in dieser Gegend nicht sehr oft zu sehen ist.


Sekretär (Secretary-Bird)

Dort überreichen wir Shaddy ein ordentliches Trinkgeld, mit dem Hinweis, dass er es als erste Hälfte für ein Paar Fußballschuhe verwenden möge. Shaddy spielt im örtlichen Fußballclub und ist dort zudem „Secretary“. Das Feld besteht aus einem staubigem Acker und die Tore aus zwei in den Boden gerammten Baumstämmen. Im Dezember gibt es ein großes Turnier, bei dem alle Clubs der Umgebung gegeneinander antreten. Corinna schenkt Shaddy zudem noch ein altes Paar Nike Free sowie ein Badelaken.

Jetzt muss Clement, der im Camp geblieben ist, natürlich auch noch sein Geschäftchen machen! Er schnitzt aus Teak-Holz Kochlöffel, die er den Gästen verkauft. Dan hat ihn auf diese Business-Idee gebracht und ihm Werkzeug und auch das erste Stück Teak-Holz zur Verfügung gestellt. Wir kaufen ihm seinen allerletzten Löffel für 40 NAM $ ab. Clement hat kein Holz mehr, aus dem er weitere Löffel produzieren könnte. Clement verstünde nicht, dass ein kleiner Teil seines verdienten Geldes für neues Material investiert werden müsse, damit sein kleines Geschäft weiter floriere. Nahezu jeder Gast kauft Clement mindestens einen Löffel ab, jetzt sei die Quelle erst einmal versiegt. Dan sagt, er schenke ihm auch kein weiteres Holz - damit wird ein 10.000 Dollar-Business p.a. einfach so den Bach runter gehen! Ein kleines Beispiel dafür, wie sich schlechte Bildung auf die meisten Menschen hier auswirkt und dafür sorgen wird, dass die Menschen auch in Zukunft mit großen Problemen zu kämpfen haben werden.

Schließlich verabschieden wir uns von Dan und fahren nach Kongola, um Brot und ein paar Softdrinks in Dosen einzukaufen (viel mehr gibt der Supermarkt auch nicht her!). Corinna besteht darauf, dass wir auch tanken, damit wir nicht wieder irgendwo ein Spritproblem bekommen. Dann setzen wir unseren Weg zum Office des Bwabwata National Parks in der Kwando Core Area fort, wo wir unsere Eintrittsfee entrichten.
Wir stellen fest, dass die Zollbeamten hier die freundlichsten sind, die wir bislang auf unserer Reise angetroffen haben!
Der Bwabwata National Park ist übrigens Malaria-Risikogebiet der höheren Stufe – wir schützen uns seit wir im Okavango Gebiet eingetroffen sind mit Malarone, ein Prophylaxe-Medikament, das wir bestens und ohne Nebenwirkungen vertragen.

Wir durchfahren einen Teak-Wald und versuchen den nicht so häufig anzutreffenden Racket-Tailed Roller mit dem Ruf von der Robert´s App anzulocken, was uns auch prompt gelingt. Mehrere Vögel geraten schier aus dem Häuschen und fliegen merkwürdige Pirouetten. Dennoch ist es nicht einfach den farbenfrohen Vogel zu fotografieren, da er stets gebührenden Abstand hält.

Unterwegs sehen wir im Unterholz immer wieder Impalas mit ihren Neugeborenen. Die Impala-Mütter und auch andere Antilopen verbergen sich in den ersten zwei bis drei Lebenswochen der Jungtiere im Unterholz, da die Frischgeborenen in der freien Ebene leichte Beute, insbesondere von Wildhunden und Leoparden, wären.

Wir erreichen das Nambwa Camp und erhalten Campsite No.3. Die Campsites 2 bis 4 verfügen über eine Plattform am Wasser, von der man sehr schön das Geschehen am Fluss und den dahinter liegenden Floodplains beobachten kann. Campsite 1 ist auch toll gelegen, hat aber keine Plattform. Den ganzen späten Nachmittag verbringen wir am Fluss und lassen uns vom Farbenspiel des Sonnenuntergangs berauschen. Unser abendliches Braai gestalten wir romantisch mit zahlreichen Kerzen auf unserer Plattform.




18. November 2016 - Bwabwata National Park

"VIP-Hummeldumm"
In der Nacht sind ganz in der Nähe des Camps Löwen und auch Wildhunde zu hören.
Zum Sonnenaufgang machen wir einen Game-Drive in Richtung Horse-Shoe. Es gibt dort, wo der Kwando eine 180 Grad Kehre beschreibt, Hides, die erhabene Ausblicke auf Fluss und Floodplains ermöglichen. Zahlreiche Elefanten kommen zum Trinken. Es herrscht gerade in den Morgenstunden eine friedliche und mystische Atmosphäre.

  

In den Floodplains grasen diverse Antilopen, auch Lechwes mit ihren Neugeborenen bekommen wir vor die Linse. Endlich entdecken wir auch eine majestätische Säbelantilope, auch leider aufgrund seines eindrucksvollen Hornes ein Objekt der Begierde bei Wilderern und Trophy Huntern!

Später lässt uns ein Giant Kingfisher Jahr auf einem Pfahl ganz nah an sich herankommen - beeindruckend, wie groß dieser Vogel ist!


Riesenfischer (Giant Kingfisher)

Die größte Hitze während des Tages verbringen wir mit Relaxen im Camp. Auf einer kurzen Birding-Tour entdecke ich auf der benachbarten Campsite No. 2 einen blühenden Camel-Thorn Tree, in dem zahlreiche Purple-Bended- und White-Bellied Sunbirds herumschwirren.

Kleiner Bindennektarvogel (Purple-bended Sunbird) Weibchen

Auch der in dieser Region überall anzutreffende Swamp Boubou mit seinem kuriosen Ruf, einem überlappenden Krächzen und dumpfen Pfeifen und für uns auch eines dieser prägnanten Afrikageräusche, schwirrt emsig von Baum zu Baum! Mehrere Thick-Knee Pärchen und zahlreiche Firefinches picken im Boden nach Käfern und anderen Insekten.


Zweifarbenwürger (Swamp Boubou)      /            Kaptriel (Spotted Thick-Knee)


Senegal-Amarant (Red-billed Firefinch)         /             Halsband-Bartvogel (Black-collared Barbet)

Nachmittags fahren wir nochmals die Route entlang des Horse Shoes und den weiteren Verlauf des Kwandos in Richtung Namushasha Lodge ab. Auch heute sehen wir kein einziges Raubtier und stellen fest, dass uns rein gar nichts fehlt! Wir erfreuen uns vielmehr an den kleinen Dingen, wie beispielsweise den vielen Antilopen-Jungtiere, wie zum Beispiel den niedlichen Tsessebe-Kindern (Leierantilopen), die auf staksigen Beinen ihren Müttern hinterher laufen und erste Erfahrungen mit ihrer gefährlichen Umgebung sammeln.

Zwei African Green Pigeons sitzen malerisch auf einem toten Ast. Diese farbenfrohen Tauben sind monogam und mit ihren knallgelben Füßen und rotem Schnäbeln ein echter Hingucker. Natürlich entdecken wir auch wieder jede Menge weiterer Vögel.


Grüne Fruchttaube (African Green Pigeon)


Neuntöter (Red-backed Shrike)        /            Goldbugpapagei (Meyer´s Parrot)

In einem Hide gönnen wir uns einen Sundowner, bevor wir zurück zur Campsite fahren. Heute haben wir uns zum Dinner in der Lodge eingebucht. Das Restaurant ist, ebenso wie das Tented Camp, wunderschön auf Stelzen in die Baumkronen eingebaut und man kann hinunter in die weitläufigen Floodplains schauen. Das Personal wirkt hingegen deplaziert und nicht besonders gut ausgebildet. Wenn man berücksichtigt, dass die Nacht in der Lodge inklusive Abendessen für zwei Personen rund 500 € kostet, so ist dies im Verhältnis zum Gebotenen deutlich überteuert. Das Dreigangmenü, das allen Gästen gleichermaßen serviert wird, ist in Ordnung, aber auch hier kann man für den hohen Preis etwas ganz anderes erwarten. Serviert wird eine Linsensuppe, gefolgt von Schweinefilet mit Kartoffelpüree sowie einem warmen Schokoladenkuchen zum Dessert. 350 NAM $ sind auch für namibische Verhältnisse ein stolzer Preis für das Menü.

Wir verfolgen notgedrungen die Gespräche der wenigen Gäste. Zunächst bekommt eine aufgetakelte, amerikanische Dame fast einen Herzinfarkt und schreit die halbe Lodge zusammen, als ein harmloser, kleiner Nachtfalter ihr in die gut toupierten, blonden Haare fliegt. Am Nachbartisch sitzen drei ältere Herren, unverkennbar aus dem Rheinland, die sich lautstark und ziemlich trivial über ihre Erlebnisse in der „Wildnis“ unterhalten – wo sind wir hier gelandet!? Wir benennen die gesamte Lodge-Truppe als „die VIP-Hummeldumms“ (frei nach Tommy Jaud) und beschließen spontan, unser morgiges Dinner wieder selbst auf unserer idyllischen Plattform am Fluss ohne jegliche Störgeräusche zuzubereiten!

 

19. November 2016 - Bwabwata National Park

Mörderische Paviane
Wir genießen die Ruhe auf dem morgendlichen Game-Drive in vollen Zügen. Ein Pavian hat ein neugeborenes Impala gerissen und verschlingt seine Beute genussvoll, während ein in der Rangfolge unter ihm stehender junger Pavian ihm neidisch zuschaut und auf einen kleinen Anteil am Festtagsmahl hofft. Paviane sind Allesfresser: Wenn sich die Gelegenheit ergibt, schlagen sie durchaus kleine Antilopen, auch wenn man sie üblicher Weise nach Wurzeln, Körnern und anderen Pflanzenteilen scharren sieht.



Später auf dem Rückweg sehen wir zwei Brown-Snake-Eagles, die dem Pavian vermutlich seine Beute abspenstig gemacht haben, denn jetzt nagen sie an den letzten Resten des Impala-Babys herum.

Am Horse Shoe Hide beobachten wir eine Weile eine große Elefantenherde, die zum Trinken herunter an den Fluss gekommen ist. Auch diese Herde hat wieder einige Jungtiere dabei.



Auch der zweite Game-Drive am Abend bietet wieder ein Highlight: Ein wunderschöner Bateleur Eagle hat sich auf einem toten Ast im Abendlicht in Positur gesetzt und steht uns „Modell“ für eine kurze Fotosession.


Gaukler (Bateleur)


Wir nehmen unseren Sundowner auf einer Ebene vor der Lodge ein und sehen den grasenden Impalas zu, bevor wir am Abend bei stürmischem Wetter ein Resteessen mit den verbliebenden Lebensmitteln zubereiten.


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