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Kreta Teil 3

12.6.2010
Unseren letzten Tag verbringen wir unten am Strand von Kato Zakros. Morgens zahlen wir unser Studio und halten noch einen langen Schwatz mit Yiannis. Uns hat schon immer interessiert, wie Oliven geerntet werden. Fachmann Yiannis erklärt es uns gerne. Zunächst wer

den Netze unter die Bäume gelegt, anschließend werden die Oliven mit einem rüttelnden oder rotierenden Spezialwerkzeug von den Bäumen geholt. In Zakros gibt es eine Manufaktur, wo das Olivenöl unmittelbar verarbeitet wird. Yiannis Olivenöl ist sicher eines der besten, das wir je gekostet haben – wir sollten einen kleinen Handel in Deutschland damit eröffnen! Leider haben wir in unserem Gepäck nur noch Platz für maximal einen Liter, den uns Yiannis noch morgen früh zusammen mit dem hervorragenden Thymian Honig bringen wird. Eines ist uns beiden klar: Nirgendwo auf unseren Reisen waren wir so sicher, an einen Ort zurück zu kehren!

Mittags verbringen wir unten in der Taverne und sehen dort gemeinsam mit Yiannis und einigen anderen Dorfbewohnern das Desaster der griechischen Fußball Nationalmannschaft bei der WM gegen Südkorea (0:2). Otto Rehagels Denkmal in Griechenland wackelt!

Unseren Abschiedsabend verbringen wir natürlich in unserer Lieblingstaverne Kato Zakros Bay. Dort verabschieden wir uns herzlich von Kiki und hoffen auch bei ihr auf ein baldiges Wiedersehen.


13.6.2010
Mit einem tränenden Auge verlassen wir morgens unser kleines Paradies und sagen zu Katerina und Yiannis ein herzliches „Efcharistó & Adío“. Wir wollen den Tag nutzen, um uns ein paar Orte an der Nordostküste sowie die Lassithi Hochebene anzuschauen. Wir versuchen zunächst in Paleokastro im Art & Lumiere Shop online einzuchecken, leider vergeblich, da auf allen griechischen Flughäfen diese Technik noch nicht verfügbar ist. Unsere erste Station ist Mochlos, an der schönen Steilküste zwischen Agios Nikolaos und Sitia gelegen. Nur wenige Häuser verteilen sich auf der kleinen Landzunge gegenüber einer kleinen Insel, auf der sich, wie sollte es auch anders sein, eine minoische Ausgrabungsstätte befindet, die vom Örtchen mit bloßem Auge erkennbar ist. In einer kleinen Taverne gegenüber der Insel nehmen wir ein zweites Frühstück ein, ein leckeres Omelett mit Kartoffeln und Schinken. Unmittelbar vor uns am winzig kleinen Strand des Dörfchens tummeln sich einige wenige Einheimische, die den Sonntag für ein kühles Bad nutzen. Der Ort dürfte einer der wenigen Oasen an der östlichen Nordküste Kretas sein, wo es noch kein Getümmel und „Remmidemmi“ gibt.



Weiter geht die Fahrt zum Tholos Beach unterhalb des hübschen kleinen Dörfchens Kavousi. Durch einen Olivenhain führt die Straße ausgehend von der Küstenstraße hinab zum Strand. Unten befindet sich eine Taverne, die seinen Gästen Schatten unter riesigen Sonnensegeln spendet. Der grobe Kiesstrand ist nicht sehr sauber, da zum Teil Plastikmüll aus den Touristenzentren um Agios Nikolaos angeschwemmt wird. Das Wasser ist ebenfalls nicht so kristallklar, wie wir dies von der Ostküste kennen. Dennoch nehmen wir ein kurzes erfrischendes Bad, bevor wir zur Lassithi Ebene weiterfahren.

In Agios Nikolaos führt die Straße hinauf durch kilometerlange Olivenhaine. Offenbar hat gerade auf dieser Straße ein Autorennen stattgefunden, da uns zahlreiche getunte, aufgemotzte und extrem röhrende Tourenwagen in einem Affenzahn entgegenkommen. Zunächst kommt man durch das Dörfchen Zenia. Hier arbeiten noch traditionelle Holzlöffelschnitzer, allen voran ein 104 Jahre alter Greis, dessen geschäftstüchtiger Enkel kurz vor dem Ortseingang die Vermarktung der Löffel (und des Opas!!!) übernommen hat. Tatsächlich sind die aus Olivenholz geschnitzten Löffel wunderschön, so dass auch wir zwei Löffel zu jeweils 6 Euro erstehen. Nicht gerade viel, wenn man bedenkt, dass der Opa gerade einmal 2 – 3 Exemplare pro Tag schnitzt. Im letzten Haus des Dorfes auf der linken Straßenseite wird der alte Mann auch „ausgestellt“. Er winkt den vorbei fahrenden Touristen freundlich zu.

 

Am 1100 Meter hohen Pass erhält man einen Blick auf das kreisrunde Plateau unterhalb des Dikti Massivs. Die Lassithi Hochebene selbst liegt auf einer Höhe von ca. 850 Metern. Rundherum liegen Berge von einer Höhe bis zu 2.150 Metern.


Die Hauptattraktion der Hochebene sind neben der Geburtshöhle des Göttervaters Zeus ohne Zweifel die mit weißen Segeln bespannten Windräder. In früheren Zeiten standen in der gesamten Ebene weit über 10.000 Exemplare, die aus dem unterirdischen Kalkgestein das Wasser nach oben pumpten und somit der Bewässerung der Felder und der zahlreichen Obstplantagen dienten. Da das Wasser heutzutage mit Motorpumpen befördert wird, haben die Windräder weitestgehend ausgedient und werden leider nur noch in geringer Zahl für die Touristen in Stand gehalten.

Wir fahren im Uhrzeigersinn in einem kreisrunden Bogen durch die kleinen niedlichen Dörfer am Rande des Plateaus. Überall werden handwerkliche Arbeiten wie Töpferwaren, Holzschnitzereien und Stickereien an der Straße angeboten. Leider befindet sich mittlerweile auch eine Menge Kitsch und Nepp darunter. In der Nähe des Dörfchens Psichro, in dem sich auch die Höhle des Zeus befindet, sind noch die meisten bespannten Windräder erhalten und ergeben schöne Fotomotive. Nach unserer kleinen Rundfahrt geht es weiter zum Pass von Ambelos, der zweiten „Eingangspforte“ zum Lassithi-Plateau. Aufgrund der exponierten Lage standen hier in früheren Zeiten eine Reihe von Getreidemühlen, deren Windräder mit einem Durchmesser von über 10 Metern durch die scharfen Meltemi Winde angetrieben wurden. Heute stehen noch einige Ruinen auf der Bergkuppe und können besichtigt werden. Sogar einige Mahlwerke sind noch auszumachen.


Es wird Zeit sich dem letzten Anlaufpunkt des heutigen Tages zu nähern. Wir wollen am Meer in möglichst idyllischer Lage zum Abschluss schön Essen gehen – ein gar nicht so einfaches Unterfangen in der Gegend um den Rummelort Malia. Wir haben uns für den kleinen Hafenort Paralia Milatos entschieden, ca. 10 Kilometer östlich von Malia. Der Pauschaltourismus ist in dem intimen Hafenort zumindest noch nicht im großen Stil eingezogen, lediglich eine große Hotelanlage ist in der Nähe vor einigen Jahren entstanden. In der schön gelegenen Taverne Panorama am Fischerhafen entscheiden wir uns dann erstmals in diesem Kreta-Urlaub für ein Fischgericht. Im Angebot ist eine gemischte Fischplatte für zwei Personen mit größtenteils fangfrischem Fisch, bestehend aus einer Dorade, Scampis, Oktopus, Muscheln, Tintenfisch sowie Sardinen inklusive griechischem Salat für 35,-- €. Hier bekommen wir dann doch noch einen schönen Sonnenuntergang zu sehen. In Kato Zakros im Osten Kretas waren ja lediglich Sonnenaufgänge zu bewundern!

Es wird Zeit zum Flughafen aufzubrechen. Vor Heraklion stehen wir prompt in einem fetten Stau, verursacht durch Baustellen auf der Schnellstraße. Wir kommen dennoch pünktlich am Flughafen an, geben unser Auto ab und checken ein. Das Procedere auf dem Flughafen in Heraklion ist geradezu vorsintflutlich, das Personal zudem extrem ruppig. Alles in Allem benötigen wir über eine Stunde und erhalten dann noch zwei nicht nebeneinander liegende Sitzplätze – die Dame am TUI fly Schalter hielt es noch nicht einmal für nötig, uns darüber zu informieren. In einem Cafe in der Abfertigungshalle sehen wir die zweite Halbzeit des deutschen Auftaktsieges über Australien (4:0) bei der Fußball WM. Mit  45 minütiger Verspätung geht es dann los in Richtung Heimat.




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