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Karibikküste 2

21. April 2011
Was gibt es Schöneres, als seinen Geburtstag an einem solchen Traum-Reiseziel zu verbringen! Heute lassen wir ausnahmsweise das Handy einmal an, und ich nehme die Glückwünsche aus der Heimat dankbar entgegen. Wir starte
n den Tag mit einem Geburtstgsfrühstück bei Bread & Chocolate in Puerto Viejo, wo "das 1. Foto mit 50" geschossen wird (Foto rechts). Alle Zutaten sind hier Bio und das Brot wird selbst gebacken. Wir ordern Eier auf Toast mit Käse überbacken, dazu gibt es Kaffee und frischen Mangosaft. Leider kann Corinna das Frühstück aufgrund ihrer Magenverstimmung nicht uneingeschränkt genießen.

Für den heutigen Tag haben wir uns den Cahuita Nationalpark vorgenommen. Wir fahren mit dem Bus ins benachbarte Städtchen Cahuita. Ähnlich wie gestern, ist der Bus eine richtig alte Klapperkiste, dazu müssen wir auch noch stehen, da kein Sitzplatz frei ist. Wir laufen hinunter zur Rangerstation Kelly Creek, dem Eingang zum Nationalpark. Auch hier muss man sich in ein Besucherbuch eintragen. Das Eintrittsgeld wird auf freiwilliger Basis erhoben, das haben die Einheimischen bereits in den 90er Jahren durchgesetzt, da sie einen Besucherschwund befürchteten. Die Unterhaltung des Parks wird von den Eintrittsgeldern finanziert, somit zahlen wir natürlich trotzdem einen Obulus.

 

Gleich am Anfang sichten wir zahlreiche Howler Monkeys (Foto oben rechts) und Weißkopf-Kapuziner Äffchen. Während die Howler Monkeys zumeist träge auf einem Ast dösen, turnen die Kapuziner von Ast zu Ast. Auch ein Faultier, dieses Mal ein zweifingriges, entdecken wir. Wie im Manuel Antonio Park wuseln einige Waschbären um die Picknicktische am Strand herum und hoffen auf einen Leckerbissen. Während Dachse in Europa ja nicht so leicht zu sehen sind, haben diese Tiere jegliche Scheu vor dem Menschen verloren und nähern sich bis auf wenige Meter. Der Punta Cahuita vorgelagert ist ein großes Korallenriff. Schnorcheln ist hier nur mit einem lizensierten Guide erlaubt, um das Riff zu schützen. Schnorcheltouren mit dem Boot werden im Park für 25 USD angeboten. Am Playa Varga legen wir eine kurze Badepause ein und dösen eine Weile unter einer Palme. Schließlich setzen wir unseren Weg fort bis zur Rangerstation Puerto Vargas, dem Ausgang des Parkes.

 

Leider haben wir heute wieder  keinen Tukan gesehen, wobei wir aufgrund der Tageszeit auch keine großen Hoffnungen hatten. So stützen sich unsere Hoffnungen auf Tortuguero, der letzten Station unserer Reise. Über eine Schotterpiste sind es von der Rangerstation noch 3,5 Kilometer bis zur Straße. Am Ende der Straße ist das Restaurant Boca Chica, das von einem etwas verrückten Italiener betrieben wird. Er „überredet“ uns zu Sea-Bass in Cocos Sauce (7 €). Mein Geburtstagsessen ist standesgemäß mit einer Blume verziert – was will man mehr – und wird direkt in der Pfanne serviert! Lästig sind lediglich die Mosquitos, die uns geradezu überfallen. Ausgerechnet heute haben wir nicht unser Mosquito-Repellent dabei und uns auch nicht vor der Tour präpariert.

An der Bushaltestelle entdeckt Corinna dann doch noch einen Vogel, den wir bislang noch nicht gesehen haben, einen Montezuma-Oropendola (Foto unten rechts). Die Nester dieses Vogels hängen kurios wie Weihnachtskugeln an den Bäumen (Foto unten links). Gleich bei unserem Blue Conga Hotel befindet sich ein solcher Baum mit zahlreichen Nestern. Der Ruf der Vögel ist sehr markant und leicht zu identifizieren, da er äußerst kurios klingt. Die Oropendulas leben häufig mit Wespen oder stachellosen Bienen in einer Symbiose, um sich gegenseitig vor Feinden zu schützen.

 

Mit dem Bus fahren wir zurück nach Puerto Viejo. Eigentlich haben wir geplant, heute im Blue Conga einen kleinen selbst zubereiteten Snack einzunehmen, jedoch scheitert dieser Plan an den Zutaten. In den Supermärkten gibt es keinen vernünftigen Käse, keine genießbare Wurst und erst recht kein Brot (außer Toastbrot). Spätestens jetzt verstehen wir, warum es in Costa Rica morgens, mittags und abends Gallo Pinto gibt! So verwerfen wir die Idee und werden also abends doch noch einmal eine nette Soda aufsuchen.

Das Blue Conga stellt heute fest, dass sie uns für die letzte Nacht nicht eingebucht haben – das passt ins eher bescheidene Bild, das wir von dem Hotel gewinnen mussten. Immerhin entschuldigen sie sich tausendmal, ermäßigen den Preis für die Übernachtungen von 72 auf 65 USD und geben uns für die letzte Nacht das Zimmer „Florales“ im 2nd Floor, das Vorzeigezimmer des Hotels, das auch auf der Homepage hervorgehoben wird. Da wir morgen mit dem 7.15 Uhr Bus nach Manzanillo fahren wollen, vereinbaren wir, dass unser Gepäck vom Personal in das neue Zimmer befördert wird.

Heute Abend soll es noch ein stilvolles Geburtstagsessen geben. Dafür haben wir das Pecora Nera (Das Schwarze Schaf) ausgewählt, drei Kilometer südlich von Puerto Viejo gelegen. Das Lokal wird betrieben von einem hervorragenden italienischen Koch und seiner Frau. Standesgemäß bestellen wir zum Anstoßen ein Glas Prosecco – ein Getränk wie Sekt oder Prosecco ist in Costa Rica ansonsten gar nicht so einfach zu finden. Als Vorspeise gibt es Bruschettas mit Red Snapper und Käse überbacken, dazu Zucchinistifte mit Minze, angemacht mit einem angenehm scharfen Chillydressing. Vom ersten Gang sind wir schon einmal hellauf begeistert! Da Corinnas Magen noch immer nicht ganz ok ist, gibt es für sie im Hauptgang Spaghetti Pomodoro, aber original italienisch mit einer selbst gemachten hervorragenden Toamtensoße. Ich ordere einen grandios mundenden Merlin mit Gemüse. Dieses Geburtstagsessen genießen wir in vollen Zügen. Es gibt sicher nicht ganz so viele Restaurants dieser Art in Costa Rica. Natürlich hat das auch seinen Preis, jedoch ist man bei einer solchen Qualität gerne bereit, auch einmal tiefer in die Tasche zu greifen. Insgesamt zahlen wir 40.000 Colones, ca. 70 €. Zum Abschluss gibt es noch einen Limoncello auf Kosten des Hauses. Wir müssen das Ende des Regenschauers abwarten, da wir mit dem Fahrrad hierher gefahren sind.


22. April 2011
Um 6.30
Uhr klingelt der Wecker – heute hätten wir tatsächlich einmal etwas länger schlafen können, da wir gestern Abend rekordverdächtig erst um 22.30 Uhr ins Bett gegangen sind. Wir nehmen den 7.15 Uhr Bus nach Manzanillo, da wir den Nationalpark von Manzanillo erkunden wollen. Zunächst einmal gibt es Frühstück in einer Soda vis a vis vom Maxi´s Restaurant, dem Soda La Playa. Wir bestellen Toast mit Marmelade sowie Eier und gebratenem Käse.


Wir machen uns auf die Suche nach dem Officina de Minae, einer staatlichen Gesellschaft, die für das Schutzgebiet Manzanillo derzeit verantwortlich ist. Das Office am Ortseingang scheint jedoch nicht mehr in Betrieb zu sein. Gegenüber des Büros befindet sich ein kleiner Shop, der geführte Touren anbietet. Immerhin erhalten wir hier eine grobe Übersichtskarte des Gebietes, in der auch ein paar Wanderwege angedeutet sind.  Das Schutzgebiet Manzanillo ist komplett unerschlossen, es gibt auch keine Ausschilderungen. Unser Weg
führt uns zunächst am Maxi´s vorbei und danach entlang des Strandes in den Wald hinein. Der komplette Strand ist ein einziger wilder Campingplatz, der von Scharen von Ticos genutzt wird, um hier das Osterwochenende zu verbringen. Es wird gezeltet, gegrillt und gefeiert was das Zeug hält! Im Wald kehrt dann nach soviel Rummel langsam Ruhe ein und wir lauschen dem Getöse der Brüllaffen sowie den Lauten zahlreicher Vögel. Wir entdecken unter anderem einen Guan mit dem typischen roten Halslappen sowie einen uns bislang unbekannten schwarzen Vogel, bei dem das Männchen eine gelbe Haube aufweist, während das Weibchen eher unscheinbar aussieht – ein vielfach beobachtes Phänomen bei Tropenvögeln. Seit Tagen halten wir Ausschau nach den knall roten Erdbeerfröschchen – ebenfalls eine Giftpfeilfroschart. Durch seine Farbe signalisiert er Fressfeinden, besser Abstand zu halten und ist damit einer der wenigen Giftpfeilfrösche, die es sich leisten können, auch tagsüber auf dem Waldboden umherzuspazieren. Die meisten anderen Froscharten sind nachtaktiv und halten sich tagsüber in den Baumwipfeln auf. Unvorsichtge Schlangen können beim Verzehr von Giftpfeilfröschen über mehrere Stunden außer Verkehr gezogen werden. Heute sichte ich tatsächlich auf Laubblättern am Rand des Pfades gleich drei Exemplare. Natürlich ist die Freude groß und ich schieße zahlreiche Fotos. Die Fröschchen sind tatsächlich schwer zu entdecken, da sie kaum größer sind als ein Fingernagel (Foto unten).


 

Wir legen eine Badepause in einer kleinen Bucht auf halben Weg zur Punta Mona ein. Dort dümpeln wir stundenlang im warmen Wasser (Bild links) und später unter einem schattenspendenden Mandelbaum. Sicher ist man in dieser Bucht alleine, wenn nicht gerade Osterwoche ist. Heute teilen wir dieses nette Fleckchen mit einer handvoll Ticos, die ebenfalls dem Rummel von Manzanillo entkommen wollen.

Auf dem Weg zurück lauschen wir den Geräuschen des Urwaldes. Wir sichten ein Orodpendula Pärchen, welches durch seinen typischen Ruf auf sich aufmerksam macht. Zurück in Manzanillo erfreuen wir uns am bunten Treiben am Strand (Bild unten 1. Reihe). Manzanillo Beach gleicht einer einzigen Partymeile. Überall sind mannshohe Boxen aufgebaut (Foto unten rechts) und es werden Strandabschnitte mit lauter Salsamusik beschallt. Die improvisierten Grills laufen heiß und es sind allerlei kuriose Gestalten am Strand auszumachen.


Wir tauchen eine Weile ein in das bunte Geschehen und erfrischen uns dann in einer Soda mit einem kleinen Imperial Bier. Der Bus nach Puerto Viejo hat größte Mühe, sich durch das Verkehrschaos auf der staubigen Piste Manzanillos durchzukämpfen. Überall parken Autos am Straßenrand, so dass der Verkehr teilweise zum Erliegen kommt. Alle Beteiligten ertragen dies mit stoischer Ruhe – Pura Vida!!!

Zurück im Hotel stellen wir erst einmal fest, dass in unserem neuen Zimmer weder Toilettenpapier noch Handtücher vorhanden sind. Einmal mehr entschuldigt sich eine der Besitzerin, dennoch bleibt bei uns der schale Beigeschmack. Da wir morgen nach Tortuguerro fahren und es dort keinen Geldautomaten gibt, müssen wir noch einmal nach Puerto Viejo fahren und Geld abheben. Corinna hat ein Tisch im El Paso, nicht weit vom Blue Conga entfernt, bestellt. Das Ambiente ist wirklich sehr nett. Es gibt einen Tisch außerhalb des Restaurants, bei dem man das Gefühl hat, mitten im Wald zu sitzen. Heute ist spezieller BBQ Tag und nachdem wir uns bei den Düften entlang des Manzanillo Beaches Appetit geholt haben, kommt uns dieses Angebot gerade recht. Corinna bestellt Thunfisch vom Grill, ich habe Nachholbedarf in Sachen Fleisch, nachdem wir uns drei Wochen nahezu vegetarisch ernährt haben und bestelle eine Mixed Grill Platte, die auf der Karte für zwei Personen für 12.000 Col. (18 €) angeboten wird. Auf Nachfrage erklärt uns die Bedienung, es sei kein Problem, die Platte auch für eine Person anzurichten. Das Essen ist rustikal aber absolut in Ordnung. Ein Problem ergibt sich erst bei der Rechnung, denn man berechnet uns den vollen Preis für zwei Personen. Nach einer längeren Diskussion mit der Inhaberin erzielen wir schließlich eine Einigung. Wir fahren zurück in unsere Unterkunft und bereiten unsere Abreise morgen früh vor.



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