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Kapstadt Teil 2

24. Februar 2016, Kommetjie
Keine Elefanten, keine Gardenia Keimlinge!

Heute steht endlich der Botanische Garten in Kirstenbosch auf unserem Programm (Eintritt 55 ZAR), leider ebenfalls in einer etwas abgewandelten Form. Ursprünglich wollten wir vom Garten aus den Tafelberg über den „Skeleton Gorge“ besteigen, was wir uns jedoch aufgrund meiner Knieverletzung ersparen werden. Morgens ist der Parkplatz noch leer, die Buskarawane rückt erst im Laufe des Tages an.

Der Botanische Garten von Kirstenbosch gilt als der schönste Garten der Welt und wir können dies nach unserem Besuch nur bestätigen. Die einmalige Lage an den östlichen Hängen des Tafelberges ist atemberaubend. Der Garten erstreckt sich über 528 Hektar und besteht aus einem angelegten Garten und einem Naturschutzgebiet. Einbezogen sind Höhenlagen zwischen 100 und 1.000 Metern, was alleine eine extrem große Artenvielfalt garantiert.



Der ehemalige Premierminister Cecil Rhodes hat das Gelände nach seinem Tod dem Staat vermacht. So wurde der Botanische Garten zu Kirstenbosch im Jahre 1913 gegründet. Im gesamten Park sind ausschließlich Pflanzen der Kapregion zu finden, keinerlei fremdartige Pflanzen.

 

 
Goldbrustnektarvogel (Orange breasted Sunbird), Weibchen

Natürlich spielt die typische Fynbos Vegetation eine bedeutende Rolle und wir entdecken zahlreiche Pflanzen unserer Wanderung auf dem Fynbos Trail wieder. Die King´s Protea, Südafrikas Nationalpflanze, ist hier leider bereits verblüht, dafür erstrahlen andere Proteen in vollem Glanz, zum Beispiel die „Golden Pagoda“ (Mymetes Chrysanthus), die von zahlreiche Sunbirds umschwirrt werden. Sunbirds lieben den Nektar von Proteen, daher auch der deutsche Name „Honigfresser“. Wir verbringen eine ganze Weile in der Nähe der Proteen und es gelingen uns einige tolle Schnappschüsse mit den extrem fotogenen Männchen der „Orange Breasted Sunbirds“, die Weibchen sind auch bei dieser Spezies deutlich unscheinbarer. Deutlich gerechter verteilt ist die Schönheit bei den Cape Sugarbirds, deren Männchen lediglich deutlich längere und eindrucksvollere Schwanzfedern aufweisen, aber ansonsten sehr ähnlich gefärbt sind. Die dritte hier vorkommende Art, den Southern Double-Collared Sundbird sichten wir heute leider nicht.


Goldbrustnektarvogel (Orange breasted Sunbird), Männchen

 
Goldbrustnektarvogel, Männchen (Orange breasted Sunbird)        /         Kaphonigfresser, Männchen (Cape sugarbird)

Unterwegs sind auch zahlreiche Schulklassen, die in der Regel ziemlich diszipliniert Hand in Hand gehend den Garten mt ihren Lehrern erkunden. In Südafrika herrscht in Schulen Uniformpflicht - wir finden grundsätzlich nicht die schlechteste Idee, da es den Modemarken-Konsumzwang, den es zum Beispiel in Deutschland gibt, eindämmt. Eine Mittagspause legen wir im Tearoom ein und stärken uns mit einem Salat mit Calamares sowie einem Beef-Burger. Die Qualität der Speisen ist für einen solch touristischen Ort erstaunlich gut, die Preise zivil!

Am Nachmittag entdecken wir noch den Garten mit gefährdeten Pflanzen, von denen einige bereits in „freier Wildbahn“ ausgestorben sind. Oder aber das Zykadeen-Amphitheater mit einer uralten Pflanzengruppe von Gymnospermen, die aus einer Zeit stammen, noch bevor es Dynosaurier gab! Zur Anschauung sind einige Skulpturen von Sauriern in diesen Teil des Parks eingebracht worden. Hier steht auch ein einsames Exemplar einer Baum-Zykadee, dem vermutlich letzten seiner Art auf Erden! Leider fehlt es bislang an dem weiblichen Gegenstück, um eine erfolgreiche Vermehrung in Gang zu setzen.

 


Überal
l sind auf informativen Tafeln außergewöhnliche Pflanzen erklärt, wie die der Wild Gardenia. Für die Vermehrung ist diese Pflanze auf die Anwesenheit von Großwild wie Elefanten oder größeren Antilopen angewiesen. Die harten Kapsel, in denen die Kerne bzw. Keimlinge eingeschlossen sind, werden von den Tieren gefressen und verdaut. Die Kerne werden ausgeschieden und können erst dann zu neuem Leben erweckt werden. Mit anderen Worten: Ohne Elefanten (oder große Antilopen), keine Wild Gardenias!

Eine andere Tafel erläutert die Bestäubung der prächtigen Wild Tibouchina. Sie stoßen den Pollen aus den fest verschlossenen Staubbeuteln erst aus, wenn eine ganz bestimmte Biene, die Carpenter Bee, sich ihr nähert. Der Mechanismus wird ausgelöst, in dem die Biene ihren Flügelmuskel vibrieren lässt ohne dabei den Flügel zu bewegen! Der Mechanismus ist äußerst klug von der Natur ausgetüftelt, da der Pollen auf diese Weise nicht an ein anderes Insekt „verschwendet“ wird, das ohnehin nicht als Bestäuber fungieren würde! Ein weiteres Beispiel für das faszinierende Zusammenspiel zweier völlig verschiedener Organismen, die aufeinander angewiesen sind und dabei auch voneinander profitieren.

Auch schwirren einige Common Waxbills (Prachtfinken) zwischen den Tibouchina Blüten hin und her. Der "Pistol-Bush" wird ebenfalls von Carpenter Bees bestäubt, während sie auf der unteren Lippe der Blüte sitzen und Nektar saugen. Den Namen hat die Pflanze erhalten, da die Kapseln im Herbst und Winter mit einem pistolenschussgleichen Knall platzen und so die Kerne verbreitet werden.

 
Prachtfinken (Common Waxbill)                                                                                                                   

Kirstenbosch ist auch ein Vogelparadies! Unter anderem geraten uns die im südlichen Afrika omnipräsenten afrikanischen Perlhühner mit Küken vor die Linse, Nilgänse, ebenfalls mit Nachwuchs sowie African Paradise Flycatcher. Von den letzteren prachtvollen Vögeln sehen wir leider "nur" die Weibchen; die Männchen können aufgrund ihrer langen, eindrucksvollen Schwanzfedern bis zu vierunddreißig Zentimeter Körperlänge aufweisen und damit gut und gerne doppelt so groß werden wie die Weibchen! Eine Riesenschildkröte grast zudem genüsslich den gepflegten Rasen des Gartens ab.


Paradiesschnäpper, Weibchen (African Paradise Flycatcher)       /             Afrikanisches Perlhuhn

Seit 2014 gibt es im Botanischen Garten von Kirstenbosch eine neue Attraktion, den 130 Meter langen Tree Canopy Walkway. Es handelt sich dabei um ein Baumpfad in bis elf Metern Höhe, von dem man auf die Wipfel der Bäume schauen kann. Überall weben Nephila fenestrata Spinnen, die zur Gattung der Seidenspinnen gehören, ihre Netze. Das Männchen nimmt nur ein Bruchteil der Größe des Weibchens ein und ist häufig auf dem Abdomen des Weibchens klebend (zur Begattung) zu beobachten.

 
                                                                                          Nephila fenestrata Spinne, Weibchen

Nach über sechs Stunden beenden wir unseren beeindruckenden Rundgang durch den Botanischen Garten von Kirstenbosch und haben noch längst nicht alles gesehen. Der Besuch ist sicher ein weiteres Highlight unseres diesjährigen Südafrika-Trips.

Abends haben wir einen Tisch im „Foodbarn“ in Nordhoek bestellt – ein in Fachkreisen hochgelobter Gourmettempel. So wollen wir unseren Südafrika Urlaub stilvoll kulinarisch ausklingen lassen. Der für uns zuständige Kellner stellt sich mit „Jared“ vor und gibt einige Erläuterungen zur Speisekarte. Wir entscheiden uns für ein a´la Carte Menü, zumal die heutige Tagesempfehlung als Main Course ein frischer Gelbflossen-Thunfisch ist (182 ZAR). Als Vorspeise bestellen wir Rock-Lobster mit glasierten Nudeln (135 ZAR). Das Foodbarn hat eine ganz exquisite Weinkarte, überwiegend mit Weinen aus der Kapregion. Zu jedem Gang gibt es eine Weinemp
fehlung, die dann am Tisch aus der Flasche in eine 250 ml Karaffe abgefüllt wird.
Ein solche
s Konzept wäre für deutsche Restaurants absolut nachahmenswert! Ganz besonders mundet uns der White Blend aus der Swartland Wein-Region (aus Riebeck-Castell) zum Rock-Lobster, Mullineux Old Vines 2013, ein Cuveé aus 80% Chenin Blanc sowie Clairett blanche und Viognier. Das Mullineux Weingut ist im Platter´s, der allseits anerkannten Bibel für südafrikanische Weine, 2014 und 2015 zur "Winery of the Year" gekürt worden. Wenn man diesen Wein gekostet hat, weiß man warum! Natürlich darf ein Dessert nicht fehlen. Wir entscheiden uns für einen Brownie, gefüllt mit warmer Schokolade und einem begleitenden Milchsorbet sowie eine „Coconut“ Kreation mit einem Pina Colada Sorbet (je 80 ZAR). Feinschmecker sollten das Foodbarn bei einem Besuch in Kapstadt keinesfalls auslassen, die Gerichte sind allesamt großartig und interessant kombiniert und ein echtes Geschmackserlebnis. Der Küchenchef gibt übrigens die Maxime vor, „alles was auf den Teller kommt, ist auch essbar“, also beispielsweise keine Deko-Rosmarinzweige, die von den Gästen ohnehin achtlos an den Rand gelegt werden.

  
 

25./26. Februar 2016, Rückflug Kapstadt - Hannover
Abschied aus Südafrika im schönsten Garten der Welt

Da uns der gestrige Tag im Botanischen Garten so gut gefallen hat, beschließen wir bis zum Abflug auf den ursprünglich geplanten halben Strandtag zu verzichten und anstatt dessen noch einmal nach Kirstenbosch zu fahren. Wir schlendern noch einmal durch die Highlights, bewundern die wundervollen Fireball Lillies direkt am Eingang und entdecken sogar noch die dritte Sunbird Spezies, den Southern Double-Collared Sundbird, der sich bevorzugt im Unterholz von Wäldern aufhält.

Mittags kaufen wir im Tea Room einen Picknick Korb (190 ZAR), der befüllt ist mit einem Sandwich, einem Salat nach Wahl, einem Kuchen sowie einem Getränk. Wenn man nicht allzu hungrig ist, reicht ein Picknick Korb locker für zwei Personen. Stilvoll nehmen wir unser Abschiedspicknick im Schatten eines Milkwood Trees ein und lassen diesen tollen Urlaub noch einmal Revue passieren: Wir hätten niemals gedacht, dass uns das Western Cape und Kapstadt so gut gefallen würde! Ein überaus vielseitiger Aktivurlaub liegt hinter uns, der uns traumhafte Strände, großartige Naturerlebnisse und kulinarische Genüsse der Extraklasse mit phantastischen Weinen beschert hat. Wir werden auf jeden Fall in absehbarer Zeit wiederkommen, nicht zuletzt, um die aufgrund meiner Knieverletzung verpassten Wanderungen nachzuholen.


Blaubandnektarvogel (Southern Double-Collared Sundbird)


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