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23. April 2014 – Puros – Khowarib



T4Africa Karte: Puros - Khowarib

 

Ein Hauch von Luxus in der Khowarib-Lodge
Das pastellige Licht des Sonnenaufgangs scheint uns durch das Fenster unseres Dachzeltes direkt ins Gesicht. Plötzlich huscht ein schwarzer Schatten in 30 Metern Entfernung durch das Gebüsch. „Eine Hyäne“, flüstere ich zu Corinna hinüber. Tatsächlich schnüffelt dort ein Prachtexemplar einer Tüpfelhyäne am Boden herum. Ich schleiche mich aus dem Zelt heraus und versuche mich mit einer Kamera und Tele bewaffnet näher an die Hyäne heranzuschleichen. Wie erwartet hat die Hyäne mich längst entdeckt und ist viel zu schlau, um mich nahe an sie herankommen zu lassen. Aus dem Foto wird also nichts.

Wir klappen unser Dachzelt zusammen und fahren hinein in den Hoarusib. Um Puros herum ist der Riverbed-Trail tiefsandig aber trocken – das wird sich schnell ändern! Keine zwei Kilometer hinter Puros ist reichlich Wasser im Flussbett und der Pad führt permanent von links nach rechts und wieder zurück durch das seichte Wasser. Als „gebrannte Kinder“ steige ich vor jeder Wasserquerung aus und prüfe die Bodenbeschaffenheit – ein ganz schön mühsames Geschäft.

Die Canyonwände rücken enger zusammen und die Wasserpassagen werden deutlich länger. Nach kurzer Beratung beschließen wir, nicht weiter zu fahren, da wir kein Risiko eingehen wollen. Eigentlich schade, da der Hoarusib für seine Vielzahl an Wüstenelefanten bekannt ist. Wenn man Glück hat, kann man gar Löwen beobachten, auch wenn das sogenannte Hoarusib-Rudel vor einigen Jahren von Farmern abgeschossen bzw. vergiftet worden ist. Schade, wir haben nicht einen einzigen Wüstenelefanten heute Morgen gesehen.

Zurück im Camp gibt es noch ein schnelles Frühstück und dann sind wir auch schon wieder auf der Piste. Die D 3707 nach Sesfontein (Kaoko-Scale 1) ist sehr einfach. Wir sind erstaunt, dass die Landschaft um uns herum immer wieder mit neuen Farbtupfern aufwartet, permanent wechselt ihr Charakter. Erneut entdecken wir Feenkreise und ich besteige zunächst das Autodach, um einen besseren Fotowinkel zu erhalten. Wenig später besteigen wir einen kleinen Hügel, von dem man die Kreise wunderbar erkennen kann.


Kurze Zeit später sichten wir noch eine Giraffenkuh mit ihren beiden kleinen Kälbern. Dann fahren wir auch schon nach Sesfontein ein. Das Dörfchen bietet ebenso wie Puros keine Einkaufs-Facilities – nur ein paar Basic-Shops sind zu finden, in denen wir nicht einmal unsere Wasservorräte auffüllen können. Aber es gibt eine Tankstelle, oder sollte ich sagen, eine Tanksäule unter einem Wellblechdach? Aber der Diesel fließt, das ist die Hauptsache. Unser zweiter Tank – unser Hilux hat einen Doppeltank von 2 x 80 Litern - war noch immer halb voll, aber ich hasse es, in der Wildnis ohne Sprit-Sicherheitspuffer unterwegs zu sein! Corinna wird sogleich umlagert von den vier süßen Kindern des Tankwarts, die alle Fotos von sich geschossen haben wollen. Am Ende schenken wir ihnen ein paar Packungen Kekse und dem ältesten Mädchen einen kleinen Notizblock mit Rosenmotiv auf dem Deckel. Sie freut sich wie eine Schneekönigin über das unverhoffte Geschenk. Zeitgleich werde ich wieder einmal angesprochen von einem Einheimischen, der sich danach erkundigt, woher wir kommen, wie ich heiße, wie meine Frau heißt, ob ich Kinder habe und wie mein Sohn heißt. Ehe man sich versieht, haben diese freundlichen Menschen eine Makalani-Palmen Nuss zu einem „Kunstwerk“ mit allerlei afrikanischen Tieren und den Namen von allen Familienmitgliedern geschnitzt. Dieses Mal hat der Verkäufer allerdings Pech, da ich ihm mitteile, dass ich bereits drei Nüsse mit unseren Namen darauf gekauft habe und er sich gar nicht erst bemühen müsse! Der findige Verkäufer vor einem Supermarkt in der Nähe von Divundu wollte mich übrigens komplett über das Ohr hauen und für seine drei Kunstwerke stolze 300 NAM $ haben – ich habe ihm am Ende 60 NAM $ gegeben nach dem Motto „Friss oder stirb“!!! Der übliche Preis ist 25 NAM $ pro geschnitzter Nuss.

Gleich nebenan befindet sich das Fort Sesfontein, ein nachgebautes deutsches Fort aus dem 19. Jahrhundert. Auch findet sich hier ein Soldatenfriedhof mit drei Gräbern, der betreut wird von der Deutschen Kriegsgräberfürsorge! Im Fort wird eine Lodge betrieben und wir plaudern eine Weile mit dem Barkeeper, der uns kühle Getränke serviert. Ein weiterer schwarzer Angestellter der Lodge kommt hinzu und sagt, er heiße Reinhard – inzwischen wundert uns bezüglich der namibischen Namen schon nichts mehr. Die Krönung aber ist, dass einer seiner Söhne Hänsel heißt – das ist nun wirklich extrem „strange“!

Wir halten noch in einem weiteren Mini-Shop, um unsere Trinkwasservorräte aufzufrischen – leider erfolglos, sowie bei einer winzigen Bäckerei, um ein Brot zu kaufen. Das Dumme an der ganzen Angelegenheit ist, dass unser Wassertank bzw. der unter dem Auto befindliche Wasserhahn bereits seit einigen Tagen leckt, und wir auch nur noch drei Fünfliter-Kanister Wasser haben. Auch ein Reparaturversuch des Wassertanks war sinnlos, da sich das Loch im Schlauch an einer Stelle befindet, an das ich nicht herankomme.

Nahezu bei jedem Stopp werden wir rund um Sesfontein angebaggert von Halbbetrunkenen, die eine Mitfahrgelegenheit suchen, was wir natürlich jedes Mal konsequent ablehnen. Die C 43 gleicht hinter Sesfontein einer Autobahn, verglichen mit den Pads, die wir in den letzten Tagen befahren haben. Eine breite Gravelroad nahezu ohne jegliches Pothole ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 80 Km/h. Die Khowarib Lodge ist schnell erreicht und wir erhalten Campsite Nummer 4, die deutlich aussichtsreicheren Plätze 5 bis 8, die an der Abbruchkante zum Khowarib-River liegen, sind leider alle am heutigen Tag ausgebucht. Den ganzen Nachmittag verbringen wir im kleinen Pool der gepflegten Anlage, Teil 1 des versprochenen „Luxusprogramms“ für Corinna!

Teil zwei folgt am Abend - wir haben uns nämlich angemeldet zum Dinner in der Lodge. Zunächst versuchen wir aber erneut Kontakt zu den Lieben in Deutschland per Mail aufzunehmen. Theoretisch bietet die Khowarib-Lodge Free Wi-Fi an, jedoch können wir erneut keine Verbindung aufbauen.

Die Tische während des Dinners sind stilvoll mit Petroleumlampen ausgeleuchtet, das Personal ist extrem gut geschult und aufmerksam. Nebenan prasselt ein kleines Feuerchen, an dem man es sich auf dicken Kissen gemütlich machen kann. Es wird zunächst eine „Gurkenroulade“, gefüllt mit einer Thunfischpaste, serviert, gefolgt von Springbock mit Reis und Gemüse sowie einer Apfel-Zimt-Creme. Es ist auch mal wieder schön, einfach nur dazusitzen, sich bedienen zu lassen und den lauen Abend zu genießen!

Wir plaudern eine ganze Weile mit einer netten Managerin der Lodge, Selda, die aus Swakopmund kommt. Sie verspricht uns am Abend noch einen erfahrenen Guide der Lodge vorbei zu schicken, der kompetent Auskunft über den aktuellen Zustand der Riviere geben kann. Er rät uns schließlich davon ab, den Hoanib zu befahren, da der Zustand des Pads tückisch sei. Überall könne man sich im Schlamm festfahren, auch wenn die Pads oberflächlich halbwegs trocken aussähen. Aufgrund unseres Wassertankproblems, haben wir die Befahrung des Hoanib 4wd-Riverbed-Trails ohnehin schon fast zu den Akten gelegt. Die Auskunft des Guides bestätigt uns lediglich noch in unserer Meinung. Er erzählt noch eine Weile vom Khowarib Riverbed, in das er morgen mit einer Gruppe hineinfahren werde. Dort hätten einige Elefanten gerade Junge bekommen haben, allerdings vermutlich sehr weit flussabwärts bei den Floodplains (Überschwemmungsgebiete) und die Pad sei ebenfalls alles andere als einfach zu befahren. Wir werden mal schauen, was wir morgen machen werden.


24. April 2014 – Khowarib Schlucht - Palmwag



T4Africa Karte: Khowarib Schlucht - Palmwag

Schwierige Passage durch die Khowarib Schlucht
Corinna hat das „Luxusleben“ scheinbar nach einem Tag schon wieder satt und überrascht mich morgens mit dem Vorschlag, in die Khowarib Schlucht hinein zu fahren – und das, nach den Horrorbeschreibungen des Guides gestern Abend! Ok, ich lasse mich nicht lange bitten und stimme ihrem Vorschlag sofort zu. Wir zahlen unsere Campsite (100 NAM $ p.P.) und das Abenddinner (220 NAM $ p.P.), nicht ohne zu erwähnen, dass die Khowarib Lodge & Campsite die bislang beste Location unseres Namibia-Tripps gewesen ist.


Die Pad in die Schlucht hinein verläuft zunächst oberhalb des Riverbeds, aber schon schnell wird uns klar, was der Guide meinte! Es sind zum Teil extrem steile steinige Passagen zu überwinden auch mit größeren Stufen, so dass ich höllisch aufpassen muss, dass unser Wagen nicht aufsetzt. „Viel schlimmer kann der Van Zyl´s Pass auch nicht sein“, stöhne ich. Kaum habe ich das gesagt, gerät unser Toyota nach einer extrem tiefsandigen Riverbed-Durchquerung an der anderen Uferseite in eine bedrohliche Schräglage. Corinnas Nerven liegen blank! Ich versuche Ruhe zu bewahren und schaue mir die Situation erst einmal an. Im Schritttempo versuche ich in eine etwas ebenere Position zu gelangen, was mir schließlich auch gelingt. Ich atme erst einmal tief durch. Doch die nächste kniffelige Situation lässt nicht lange auf sich warten. Ein erneut extrem steiles und steiniges Stück führt unmittelbar in den Tiefsand des Riverbeds. Ich muss sehr vorsichtig die steinige und unebene Böschung herunter kommen, unten aber genug Tempo haben, um im Tiefsand nicht stecken zu bleiben. Als ich im Riverbed angekommen bin – Corinna ist ausgestiegen, um die Aktion filmisch zu dokumentieren -, versuche ich Fahrt aufzunehmen, aber unser Wagen gräbt sich sofort in den Sand ein. Ich lege die Differenzialsperre ein und mit voller Kraft manövriere ich unser Auto aus dem puderigen Sand heraus. „Uff, das ist ja gerade noch einmal gut gegangen“!


Schließlich erreichen wir die Floodplains – von Elefanten ist allerdings weit und breit nichts zu sehen. Wir fahren noch eine ganze Weile durch das Flussbett, fast ausschließlich im pudrigen Tiefsand. Immer wieder muss ich den ersten Gang im 4x4 Modus bemühen und mit Vollgas durch die Two-Spoor-Piste preschen.


Die Floodplains neben dem Flussbett sind überwiegend mit Mopane-Büschen bewachsen und unspektakulär. Die Pad ist hart und gut befahrbar. Ohne weitere Zwischenfälle erreichen wir nach anstrengender Fahrt das Ende der Floodplain und später den Veterinär Checkpoint. Unmittelbar davor leeren wir unseren Kühlschrank und verstecken das Frischfleisch in unseren Taschen. Tatsächlich kontrolliert der Beamte am Checkpoint unseren Kühlschrank, in dem sich außer Getränken jetzt aber nichts mehr befindet. Die Pad führt durch Farmland parallel zum Vet-Fence bis zur C 35. Erstmals bekommen wir seit Tagen wieder Asphalt unter die Räder.

Positive Begleiterscheinung dieses etwas ereignislosen Tages: In Kamajnab gibt es einen passablen Supermarkt, in dem wir unsere Vorräte für die verbleibenden Tage auffüllen können. Als wir unseren Einkauf beendet haben, lauert schon wieder einer jener „Parkplatzwächter“ an unserem Auto und behauptet, „gut auf unser Auto aufgepasst zu haben“. Wir haben keine Lust, ihn mit Geld zu entschädigen, da er heruntergekommen aussieht und jeden Dollar vermutlich in Alkohol umsetzen würde. Daher schenken wir ihm ersatzweise einen Sack Maismehl, für den er sich überschwänglich bedankt.

Über die C 40, eine gut ausgebaute Gravelroad, die über den Grootber-Pass führt, fahren wir weitere 110 Kilometer bis zur
Palmwag-Lodge. Um es vorweg zu nehmen: Der Tag in der Palmwag Lodge wird nicht besser, im Gegenteil! Nachdem wir in der Khowarib Lodge so herzlich empfangen wurden und uns auf Anhieb wohlgefühlt haben, sind das Ambiente hier und die Angestellten eher kühl und geschäftsmäßig. Wir erhalten Campsite 1 und stellen zunächst einmal fest, dass die Abolution Blocks ihre besten Tage längst hinter sich haben. Derzeit ist die Palmwag Lodge eine Baustelle – unter anderem werden neue Duschhäuser gebaut. Wir haben allerdings absolut kein Verständnis dafür, dass der Baulärm bis in die Nacht anhält (bis kurz vor 22 Uhr) und tuen unseren Unmut in der Rezeption auch kund. Unter diesen Umständen ist es eine Zumutung für die Gäste, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Im Vergleich zu den meisten anderen Campsites unserer Reise wirkt die Palmwag Lodge unpersönlich, geradezu trubelig. Die Campsites sind parzelliert – fast wie in Europa - und passen so gar nicht in unser Bild eines Camps in Afrika. Auch der Pool ist nicht gerade ein Ort, an dem man gerne eine Weile relaxen würde. Unsere Empfehlung an alle Reisenden im Damaraland: Entweder auf einen der beiden einfachen Campsites im Palmwag Concession Gebiet ausweichen oder direkt weiterfahren zur Khowarib-Lodge (ungefähr eine gute Stunde Fahrzeit von Palmwag).

Zum Abendessen gibt es wieder einmal einen Braai, ein Sirloin Steak, Würstchen und Nudelsalat. Wir hoffen, dass der Baulärm irgendwann aufhören wird. Eines steht jedoch fest: Verlängern werden wir in der Palmwag Lodge definitiv nicht!


 

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