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Kaokoveld-2

21. April 2014 – Marienfluss Valley - Verbindungs-Pad zwischen Khumib und Hoarusib River, 225 Km, 6 Stunden


T4Africa Karte: Marienfluss Valley - Hoarusib River


Geburtstag in der Einsamkeit des Kaokovelds
Mein Geburtstagsfrühstück findet also im Marienfluss-Tal statt – nicht der schlechteste Ort für einen Ehrentag! Es gibt wieder einmal French Toast, dafür opfern wir unseren letzten Schinken und unsere letzten Eier (Speck ist uns bereits vorher ausgegangen). Wir haben einen gern gesehenen "Geburtstagsgast": Im Anna-Baum über uns huscht ein wundervolles African Paradise-Flycatcher Männchen von Ast zu Ast und trällert sein Liedchen. Er ist fortlaufend in Bewegung und daher äußerst schwierig auf einem Foto festzuhalten - dazu noch gegen das helle Morgenlicht in den Baumkronen.


Die „Killer-Heuschrecken“ belagern uns noch immer, so dass wir relativ eilig unser Frühstück beenden, nicht ohne dass der abgemagerte Hund noch ein kleines Leckerli erhält. Wir haben beobachtet, dass der Hund vor lauter Hunger Grillen verspeist - die roten Killer-Heuschrecken lässt er aber links liegen - er wird wissen, warum!!!
 Corinnas Geburtstagsüberraschung ist neben dem obligatorischen Geburtstagsbrief die Lightroom-Software, inklusive LR-Timelapse, die von dem „Zeitraffer-Guru“ Gunter Wegner kreiert wurde. Damit werden sich unsere Urlaubsfotos und –filme noch besser in Szene setzen lassen können.

Auf dem Weg aus dem Tal heraus suchen wir nach weiteren Feenkreisen. Dazu besteigen wir einen kleinen Hügel, von dem aus die kuriosen Kreise besser zu erkennen sind.







Die Fahrt durch das Marienflusstal in der Morgensonne begeistert uns erneut. Wunderbare Pastelltöne mit weichen Übergängen lassen das Herz eines jeden Fotografen höher schlagen. Unterwegs haben wir auch ein Auge für die zahlreichen endemischen Bäume und Pflanzen, die es im Kaokoland gibt. Wir passieren erneut das Jan Joubert Memorial. Dieses Mal nehmen wir nicht die Route über den „schrecklichen Rooidrom-Pass“ (O-Ton Corinna), sondern machen den ausladenden Umweg über White Hill. Der Umweg hat den Vorteil, dass wir lediglich Strecken fahren müssen, die auf der Kaoko-Scale mit  1 oder 2 eingestuft sind. Wir passieren eine nicht funktionierende Wasserpumpe und die „blaue Tonne“ mit einem „öffentlichen Fernsprecher inklusive Satellitenschüssel“, der selbstverständlich nicht funktionstüchtig ist.




Die nun folgende Wegstrecke führt uns durch eine karge, aber traumhaft schöne Wüstenlandschaft, die Otjiha Plain. Große Teiles des Kaokovelds gehören zu dem bis zu 150 Kilometer breiten Strefen der Namib-Wüste, die entlang der gesamten Atlantikküste Namibias verläuft. Die Namib ist die älteste Wüste der Welt: Es gibt sie bereits seit 50 Millionen Jahren. Zum Vergleich: Die Sahara-Wüste existiert erst seit gut 5.000 Jahren. Aufgrund ihrer langen Historie verfügt die Namib-Wüste über eine erstaunliche Artenvielfalt. Erstmals auf dieser Tour sichten wir auch Oryx-Antilopen, später in größerer Entfernung auch einige Hartmann Zebras, von denen es nur noch 10 – 15.000 Exemplare weltweit gibt. Wichtigste Unterscheidungsmerkmale zum herkömmlichen Steppenzebra sind der weiße, nicht gestreifte Bauch und das dicht aneinander stehende Streifenmuster. Oryx-Antilopen sind an wasserarme Gegenden bestens angepasst. Sie verlieren keinerlei Flüssigkeit durch Schweiß und können ihre Körpertemperatur schadlos auf bis zu 45 ° Grad Celsius hochtreiben. Monatelang streifen Oryx-Antilopen durch wasserlose Wüstengegenden ohne einen einzigen Tropfen Wasser zu sich nehmen zu müssen.

Vor Orubembe werden auf Schildern „Cool Drinks“ in einem Kilometer angekündigt. Wir betreten das Häuschen, vor der eine ältere Herero-Frau sitzt, und fragen, welche „Cool Drinks“ denn so angeboten werden können! „No cool Drinks“, lautet die ernüchternde Antwort. Der Andrang sei heute zu groß gewesen, ergänzt die Verkäuferin. Wir fragen uns, wo all diese Menschen denn hergekommen sein mögen – wir haben jedenfalls auf dem Weg hierher keine Menschenseele getroffen!



Kurz hinter Orupembe fahren wir ein ins Khumib Flussbett (Kaoko-Scale 3). Es gibt zwar tiefsandige Passagen, jedoch lässt sich die Pad problemlos mit 4x4 befahren. Am Rand des ausgetrockneten Flussbettes beäugt uns eine Giraffenkuh mit ihren beiden Kälbern. Mehrere scheinbar verlassene Himba-Dörfer liegen am Rand der Pad. Der Abend rückt näher und wir fragen uns, ob wir uns dem Stress unterziehen und noch bis Puros fahren sollen. Wir halten Ausschau nach einem geeigneten Camp und werden fündig auf der Verbindungsstraße zwischen dem Khumib- und dem Hoarusib-River. Mit Ausblick auf ein kesselförmiges Tal und einer dramatischen Bergkette, errichten wir unser Camp. Ich finde, dass dies ein mehr als geeigneter Ort ist für einen romantischen Geburtstagsabend zu Zweit!!!

Corinna hat sich ein besonderes Dinner ausgedacht. Es gibt geschichtetes Gemüse mit Käse-Sahne Soße überbacken, natürlich gegart im Potjie auf dem Campfire, dazu ein wunderbares Sirloin Steak. Leider bekommen wir erneut nicht den erhofften Sternenhimmel zu sehen, da zahlreiche Schleierwolken die Sicht trüben. Die Temperaturen sind im Vergleich zu gestern Nacht wunderbar, rund 10 ° Grad kühler. Drei oder vier Killer-Heuschrecken haben unser Auto als „Lift“ benutzt und schleichen um uns "scheinheilig" herum, beäugen uns, als wollten sie sagen: "Da sind wir wieder, so schnell werdet ihr uns nicht los"! Wir können es kaum fassen! Ansonsten wird unser Dinner heute aber nicht von krabbelndem Viehzeug gestört.




22. April 2014 – Khumib Rivier - Puros



T4Africa Karte: Khumib River - Puros
 

Festgefahren im Hoarusib
Wir lassen uns zum Frühstück noch einmal berauschen von der Bergkulisse rund um den Mount Himba Sphinx. Wie gewohnt versuchen wir unser Camp so zu hinterlassen, dass niemand unser Nachtquartier erkennen kann. Auch unsere Feuerstelle wird auseinandergezogen und die Asche in alle Winde verstreut. Ein paar letzte Fotos und Filme werden von dieser Traumumgebung produziert und dann brechen wir auf. Bis nach Puros sind es gerade einmal 35 Kilometer, für die man aber in der Regel mindestens 1,5 Stunden benötigt. Wir werden heute sehr viel länger brauchen, wovon wir bei unserem Aufbruch aber noch nichts ahnen können. Bis zum Hoarusib ist die Strecke sehr gut befahrbar. Wir erreichen das Hoarusib Riverbed. Es ist nicht vollständig ausgetrocknet, überall fließen kleinere Rinnsale durch das Flussbett. Corinna nimmt vorsichtshalber schon einmal die „Habachtstellung“ ein und dann geht es auch schon hinein. Die ersten Meter lassen sich wunderbar fahren – Tiefsandpassagen wechseln mit kleinen aber harmlosen Wasserdurchquerungen. Es folgt eine etwas längere Passage, bei der die Oberfläche zwar trocken erscheint, aber noch "verdächtig dunkel" ist. Es kommt wie es kommen muss: Ehe wir uns versehen, fahren wir uns im Matsch fest!



„Das kann doch wohl nicht wahr sein, so eine Sch.... – nicht schon wieder“, fluche ich. Letztes Jahr haben wir uns in Botswana bei einer Bachquerung im Black Soil festgefahren. Ausgerechnet an dieser schlecht einsehbaren Stelle im Flussbett müssen wir uns festfahren. Rings um uns herum zeugen zahlreiche Elefantenhaufen von der regelmäßigen Anwesenheit der Dickhäuter in diesem Teil des Hoarusibs und jeden Moment könnte einer von ihnen um die Ecke kommen und bei unserem im Schlamm steckenden Toyota „vorbeischauen“. Dass unsere Tracks4Africa GPS-Karte zudem an dieser Stelle vor „Aggressive Elephants“ warnt, trägt auch nicht gerade zur Beruhigung bei - das kann ja heiter werden! Ich versuche uns mit dem Einschalten der Differenzialsperre aus der Misere zu befreien, mache die Sache jedoch allenfalls nur noch schlimmer. Die Vorderräder graben sich noch tiefer ein in die „Pampe“, so dass der Matsch mittlerweile nahezu das Bodenblech erreicht.

Beim nächsten Befreiungsversuch schleppen wir tonnenweise flache Steine heran, buddeln die Räder vom Schlamm frei und legen die Steine so gut es geht vor die Reifen. Der Wagen bewegt sich trotz 1,5 stündiger schweißtreibender Buddelei nicht einen Zentimeter! Die Erkenntnis, die wir aus unserem zweiten Selbstversuch gewinnen: Es ist völlig sinnlos, zu versuchen, ein im Schlamm festgefahrenes Fahrzeug freizuschaufeln, da der Schlamm immer wieder nachfließt.

Mit dem kleinen Wagenheber versuchen wir nun die Vorderräder anzuheben, um darunter unsere langen Gummimatten zu schieben, die wir extra für diesen Zweck mit uns führen. Die ganze Prozedur dauert weitere 1,5 Stunden und ich gelange schließlich zu der Überzeugung, dass wir uns mit diesem „Spielzeug-Wagenheber“ auch nicht befreien werden.

Unsere letzte Hoffnung ist also der Hi-Lift-Jack, vor dem uns Gavin von Bushlore so gewarnt hat und eigentlich gar nicht mitgeben wollte. Bei falscher Anwendung kann man sich tatsächlich üble Verletzungen mit "dem Mercedes unter den Wagenhebern" zuziehen! Ich habe jedoch bei der Demonstration auf dem Hof von Bushlore gut aufgepasst und wir befestigen im Teamwork die Haken des Lifters in den Felgen. Als sichere Standfläche für den Hi-Jack dient ein großer flacher Stein. Langsam hebe ich das rechte Vorderrad, das am schlimmsten im Schlamm steckt an. Als das Rad 30 bis 40 Zentimeter angehoben ist, schieben wir Steine unter den Reifen und lassen den Wagen vorsichtig auf die Steine gleiten. „Das sieht erfolgversprechend aus“, sage ich zu Corinna. Der rechte Vorderreifen hat jetzt wieder festen Boden unter sich. Die gleiche Prozedur machen wir mit den anderen drei Reifen und präparieren die geplante Fahrstrecke heraus aus dem Schlamm mit flachen Steinen.

Ich lege den 4x4 Gang ein und mit Vollgas rollen wir ohne größere Probleme ans rettende Ufer. Vier Stunden harte Arbeit liegen hinter uns, aber wir sind heilfroh, dass wir uns dieses Mal selbst befreien konnten. Wir beschließen, Riverbed-Trails, wenn irgendwie möglich, von nun an zu meiden. Es gibt neben dem Trail im Flussbett auch noch einen parallel verlaufenden Pad, den wir jetzt befahren. Endlich sehen wir Giraffen und auch unseren ersten Wüstenelefanten, der sich an einem Busch gütlich tut. Einige Male kreuzen wir noch den Hoarusib und befahren in einigen Passagen auch das Flussbett, jedoch kommen wir in keine weitere brenzlige Situation. Der Trail neben dem Hoarusib ist teilweise extrem steil und für uns „eine klare 3“ auf der Kaoko-Scale.


Vier Stunden später als geplant erreichen wir das Community Camp von Puros und erhalten – wie sollte es anders sein – eine Campsite (Nummer 5) unter einem uralten Anna-Tree (100 NAM $ p.P.). Jede Campsite verfügt über einen „Private Bathroom“, die Bush-Shower ist in einen weit verzweigten Baum hineingearbeitet. Der Camp-Manager „Dax“ fragt uns, ob wir ihn ins fünf Kilometer entfernte Village mitnehmen können. Vor dem winzigen Store hängen einige Hereros und Himbas ab, während wir im Shop Getränke einkaufen. Allzu viel darf von dem kleinen Laden nicht erwarten. Es gibt einige Dosen, Öl, jede Menge Alkoholika (sogar eine Flasche Champagner!!!), aber immerhin frisches Brot.

Puros selbst besteht aus ein paar verstreuten, recht armseligen kleinen Hütten, die mehr oder weniger notdürftig zusammen genagelt worden sind. Eine dieser Hütten gehört dem Bruder von Dax und er bittet uns, kurz bei ihm vorbei zu fahren, da er etwas abholen möchte. Der Bruder ist allerdings nicht da, was ein verschlossenes Vorhängeschloss an der klapprigen Tür signalisiert.

Den Rest des  Nachmittags erholen wir uns von den Strapazen im Schatten des Baumes auf unserer Campsite und stärken uns erst einmal mit einem frischen Salat, den Corinna aus unseren Restbeständen zaubert. Nach dem heutigen Debakel müssen wir unsere Fahrroute noch einmal überdenken, da wir für diesen Urlaub genug haben vom Festfahren im Schlamm. Ursprünglich wollten wir den ganzen Hoarusib hinunter fahren und dann zum Amspoort Gorge fahren. Erschwerend kommt hinzu, dass uns der Sprit langsam aber sicher ausgeht. In Puros gibt es keine Tankstelle, nur einen Privatmann, der ab und zu seine Vorräte aus Fässern verkauft. Er hat jedoch in der vergangenen Woche seinen kompletten Bestand an eine Gruppe Südafrikaner verkauft. Die nächste Tankstelle ist in Sesfontein, 110 Kilometer von Puros entfernt. Der neue Plan lautet also, morgen früh ein Stück in den Hoarusib Canyon hineinzufahren und anschließend bis nach Khowarib über Sesfontein. Corinna gelüstet nach einem „kleinen bisschen Luxus“ – in der Khowarib Lodge & Campsites gibt es einen Pool und ein Restaurant, in dem man abends Essen kann.

Am Abend kochen wir wieder einmal auf offenem Feuer einen leckeren Eintopf im Potjie mit Rindfleisch, Linsen und Gemüse. In der Nacht höre ich eine Hyäne in unmittelbarer Nähe zu unserer Campsite. Das gackernde Lachen dieser faszinierenden Tiere klingt immer interessant.



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