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KTP-3

8. September 2015, KTP, Von der Polentswa Campsite zur Swart Pan (Kaa Section), 140 Kilometer, 4:15 Stunden

Spontane Planänderung in der Kaa-Region
Um 6.30 Uhr sind wir startklar, nachdem wir in dieser Nacht nur Hyänen und Löwen in der Ferne gehört haben. Am Polentswa Wasserloch herrscht gähnende Leere, so dass wir direkt zur Picknicksite von Lijersdraai weiterfahren und dort frühstücken. Hier erledigen wir einen Geburtstagsanruf in die Heimat per Sat-Phone.


Kleiner Exkurs zum Gebrauch von Sat-Phones im südlichen Afrika: Das einzig taugliche System, das im südlichen Afrika verlässlichen Empfang bietet, ist das von Inmarsat. Für „Self-Drive Touristen“, die alleine in abgelegene Regionen fahren, und ein Sat-Phone als Nottelefon für vier oder fünf Wochen im Jahr benötigen, bietet Inmarsat im Gegensatz zum Iridium-System akzeptable Tarife. Man kann Karten mit vierwöchiger Verwendungsdauer für rund 26 € kaufen (bei Iridium kosten vier Wochen rund 150 €, danach verfällt das Gesprächsguthaben). Andere Alternative ist die Anmietung über die Autovermietung oder aber direkt in Deutschland, dann ist man in der Regel mit ungefähr  6 €/Tag dabei inklusive geringem Gespächsguthaben. Bei regelmäßigen Aufenthalten in Afrika lohnt sich auf Dauer also der Kauf eines Inmarsat Sat-Phones.

Bevor wir uns auf die Fahrt in die Kaa-Region begeben, beobachten wir an einem Wasserloch Heerscharen von
Rotkopfamadinen, Rotschulter-Glanzstaren und Nama-Flughühner.

 
Rotkopfamadinen        /         Nama-Flughühner, Rotschulter-Glanzstare (Cape Glossy Starling)

In der Kaa-Region herrscht große Einsamkeit, keine Menschenseele begegnet uns während der vierstündigen Fahrt. Die Two-Spoor Piste ist ruppig und wir fahren fast ausschließlich über einen harten Waschbrett-Boden. Es gibt einen sehr empfehlenswerten Shortcut direkt in die Kaa-Region hinein, der einem die lange Fahrt zum Kaa Gate und wieder zurück in Richtung Thupapedi erspart. Eine in den Karten des Parks und auch bei T4A nicht aufgeführte acht Kilometer lange und leicht überwachsene Two-Spoor Piste führt direkt auf die Campsite von Gnus Gnus. Die Abzweigung ist von der Hauptpiste gut erkennbar, aber nicht ausgeschildert. Die Koordinaten der Abzweigung sind: S 24°39.782 E 020°16.860, von der anderen Seite kommend, ist der Track ohnehin nicht zu verfehlen.

Die Gnus Gnus Campsite ist sehr abgelegen und idyllisch – wir setzen jedoch unseren Weg direkt fort zur Swart Pan (normalerweise benötigt man für diese Strecke ein Permit!). Erneut fahren wir durch eine grandiose Kalahari-Landschaft. Nur im ersten Teil, der über einen Dünenkamm führt, schalte ich das ein- oder andere Mal den Allradantrieb ein. Viele süße Steinböckchen beobachten uns aus sicherer Entfernung, außerdem sichten wir etliche Oryxe, Strauße und einen Sekretär.


Sekretär (Secretarybird)

Wir schrecken eine Riesentrappe, die sich behäbig und scheinbar mit größtem Kraftaufwand in die Lüfte schwingt, am Wegesrand auf. Riesentrappen sind übrigens die größten flugfähigen Vögel der Welt.

Die beiden Swart Pan Campsites liegen sehr abgeschieden am Rand der gleichnamigen Salzpfanne. Normalerweise haben wir heute die Campsite in Thupapedi gebucht, doch weil es hier einfach berauschend schön ist, beschließen wir, einfach hier zu bleiben. Der abgelegene Platz wird kaum gebucht sein, zumal die Pumpe des Wasserlochs seit einiger Zeit kaputt ist und gerade von DWNP-Mitarbeitern wieder in Stand gesetzt wird. Auf den Swart Pan Campsites gibt es keinerlei Facilities, lediglich eine Feuerstelle und ein Wasserhahn, der logischerweise derzeit auch nicht funktioniert. Im Swart Pan 2 stehen zwei Südafrikaner, die uns berichten, sie hätten hier in den letzten Tagen phantastische Tiersichtungen mit einer Geparden-Mutter und ihren drei Jungen gehabt! Wir beziehen also Swart Pan 1 unter einer schönen Kameldorn-Akazie und werden sogleich begrüßt von einer niedlichen Fuchs-Manguste, scheinbar das Haustier des Platzes, denn sie schaut während des Nachmittags immer mal wieder nach dem Rechten!

Gegen Abend drehen wir eine Runde um die Swart Pan, wo einige Springböcke friedlich grasen, beschließen dann aber, zu unserer Campsite zurückzukehren und von hier aus die Abendstimmung und den darauf folgenden African Sky zu genießen, der uns wieder einmal begeistert. Aus dem Potje gibt es eines unserer Afrika-Standartgerichte: Linseneintopf mit Gemüse und Oryxfiletstreifen.

 

9. September 2015, Von der Kaa-Region (Swart Pan) zur Mabuasehube-Region (Mpayathutlwa Campsite 2), 300 Kilometer, 5:50 Stunden


Eine sehr lange Offroad-Autofahrt

Bei unserer morgendlichen Fahrt über die Swart Pan sichten wir eine Tüpfelhyäne, die sich am Rand der Pfanne an etwas zu schaffen macht sowie zwei Löffelhunde, die sehr scheu sind und gebührend Abstand halten. Löffelhunde sind zumeist paarweise anzutreffen. In der Kalahari haben wir zahlreiche Paare beobachtet, die sich aneinander gekuschelt vor dem rauen Wind geschützt haben. Anschließend fahren wir über den Wilderness Trail zum Kaa Gate.

Unser eigentlicher Plan ist, über den Mabua-Kaa 4x4 Trail nach Mabuasehube zu fahren, da wir in einem Bericht im Namibia-Forum über diesen neuen Verbindungstrail gelesen haben. Er sei zwar tiefsandig und einsam, aber auf jeden Fall empfehlenswert. In der T4A GPS-Karte ist der Trail nicht aufgeführt. Wenige hundert Meter vor dem Gate ist eine Ausschilderung „Wilderness Trail“ zu finden. Diesen Weg schlagen wir ein und befahren eine extrem tiefsandige Piste. Nach einigen Kilometern kommen uns mangels der GPS-Koordinaten Zweifel, ob dies der richtige Trail ist. Somit kehren wir um und erkundigen uns am Kaa Gate. Der Mitarbeiter von DWNP sagt, dass der Trail im Voraus gebucht werden müsse, damit man ihn befahren darf. Wir  sollen anstatt dessen die Cutline außerhalb des Parks nach Maubuasehube nehmen. So hatten wir uns das eigentlich nicht vorgestellt, aber angesichts der mittlerweile sinkenden Tankanzeige ist dies vielleicht am Ende keine so ganz schlechte Idee.

Die 200 Kilometer lange Cutline Piste entlang der Parkgrenze ist total eintönig, allerdings nach einiger Rüttelei
auf den ersten Kilometern gut befahrbar. Bei T4A sind sieben Stunden Fahrzeit für die Strecke angegeben, wir benötigen lediglich drei! Am Mabuasehube Gate sind keine weiteren Formalitäten erforderlich, da wir uns bereits in Twee Rivieren registriert haben und gerade aus dem Kaa-Sektor kommen. Die Beschilderung im Mabuasehube ist nicht immer eindeutig, ein GPS-Gerät daher empfehlenswert. Wir fahren auf direktem Weg zu unserer gebuchten Campsite Mpayathutlwa 2 und verzichten auf jegliches Sightseeing, da wir heute schon viel zu lange im Auto gesessen haben. Mpayathutlwa 2 ist sehr großzügig angelegt, verfügt über eine Trockentoilette, einen Wasserhahn und einen A-Frame. Die Lage ist einmal mehr großartig: Von der Campsite überblickt man nahezu die komplette Pan. Jede Campsite im KTP scheint über sein ganz persönliches „Haustier“ zu verfügen. Heute weicht uns ein Frankolin-Huhn den ganzen Nachmittag über nicht von der Seite. Gegen Abend kommen einige Artgenossen hinzu, dazu gesellen sich unzählige ziemlich dreiste Gelbschnabel-Tokos, Glanzstare und Elsterdrosslinge.


Rotschnabel Frankolin (Red billed spurfowl)


Gelbschnabeltoko


Elsterdrossling (Southern-pied Babbler)

Bei unserem abendlichen Game-Drive halten wir einen kleinen Plausch mit unseren südafrikanischen Nachbarn auf Mpayathutlwa 1. Sie erzählen uns eine Geschichte von einem jungen Paar, das in der vergangenen Nacht abenteuerlichen Löwenbesuch hatte. Das Paar hat in einem Bodenzelt übernachtet und nur die Fliegenschutz-Gaze zugezogen, nicht jedoch die Stoffbahn darüber. Halbwüchsige Löwen haben sich dann das Zelt „vorgenommen“. Die Beiden hatten mit ihrem Leben bereits abgeschlossen, da die Löwen nur wenige Zentimeter von ihrem Kopf entfernt in die Zelt-Gaze bissen. Irgendwann haben die Löwen dann jedoch unvermittelt von dem Zelt abgelassen und die Beiden sind noch einmal mit einem gehörigen Schrecken und ihrem Leben davon gekommen. Es gibt immer wieder diese leichtsinnigen und unwissenden Safari-Touristen, für die ein Trip in die Wildnis aufgrund von Fehlverhalten lebensbedrohlich werden kann.

Mit der Geschichte im Hinterkopf bereiten wir unser abendliches Dinner zu und leuchten mehr als üblich die Umgebung ab. Es gibt Sirloin-Steak, dazu einen Tomaten-Schafskäse Salat und Gemsquash-Kürbis mit Butter.

 

10. September 2015, Mabuasehube, Mpayathutlwa Campsite 1 (20 Kilometer Game Drive)

Jede Menge Haustiere auf der Campsite
Erstmals haben wir in der Nacht (mit Ausnahme von Kaa), seitdem wir im KTP uns aufhalten, keine Löwen gehört! Daher fahren wir heute Morgen zur zehn Kilometer weit entfernten Mabuasehube Pan – unser letzter Ausflug, den wir uns gönnen können, da es ansonsten mit unserer Spritreserve eng wird. Die nächste Tankstelle in Sekoma ist 240 Kilometer weit entfernt und wir möchten zumindest noch das Sicherheitspolster eines halbvollen Tanks für die Fahrt dorthin haben (ca. 40 Liter). Aber auch in der Mabuasehube-Pan, in deren Nähe sich derzeit permanent Löwen aufhalten sollen, haben wir kein Glück mit Raubtieren.

Beim Frühstück mit French Toast werden wir von mindestens zwanzig Gelbschnabel-Tokos bedrängt. Sie versuchen in unbeobachteten Augenblicken, Leckerbissen von unserem Teller zu stibitzen. Immer wieder fliegen sie auf ihren „Beobachtungsposten“ auf dem A-Frame, direkt über unserem Tisch. Zu den Tokos gesellen sich zahlreiche Frankolins, die allerdings nicht annähernd so aufdringlich sind. Selbst später beim Duschen weichen uns unsere Campsite Haustiere nicht von der Pelle.

Nach dem Frühstück wechseln wir zur gebuchten Campsite Mpayathutlwa 1, die über ein festes Toilettenhäuschen und eine Dusche mit kaltem Wasser verfügt. Dort ziehen wir ein erstes Resümee zu sieben Tagen im KTP. Insgesamt ist uns der KTP für einen solch langen Aufenthalt zu eindimensional. Im Vergleich zu anderen Regionen im südlichen Afrika, die wir bereits bereist haben, wie zum Beispiel dem Okawango Delta oder dem Caprivi-Streifen, fehlen uns hier doch sehr die Erlebnisse mit Giraffen, Zebras oder Hippos, von Elefanten ganz zu schweigen. Der KTP ist nun einmal sehr auf Raubtiere ausgerichtet und hier muss man erfahrungsgemäß einfach Glück haben. Landschaftlich gesehen ist der KTP, insbesondere die Kaa-Region, sicher sehr reizvoll, insbesondere die Abendstimmungen sind grandios. Wir beschließen daher, bereits morgen den KTP zu verlassen und auch unsere Buchung im Khutse, die landschaftlich ähnliches verspricht, nicht mehr wahrzunehmen. Die Entscheidung ist natürlich insbesondere auch unserem Spritproblem geschuldet, da wir keine Möglichkeit mehr haben, Game-Drives innerhalb der Mabuasehube-Region zu machen.

Auf unserer Campsite verbringen wir den Morgen mit der Beobachtung von Erdhörnchen und diversen Mangusten – Erdmännchen sind aber leider nicht darunter. Anschließend setzen wir noch einmal Teig an, um heute Abend Brot und Buschpizza zu backen.

Immerhin erspähen wir am Abend eine Braune Hyäne, die es über die Pan zum Wasserloch zieht. Dort säuft sie eine Weile lang ungestört, bevor sie ihres Weges zieht. Braune Hyänen ernähren sich zu einem Großteil vegetarisch, sodass die Springböcke in der Nähe des Wasserlochs der Hyäne kaum eines Blickes würdigen und unbekümmert weitergrasen.

Sieben Tage Wilderness Camping liegen hinter uns. In der „Zivilisation“ hätten wir in der gleichen Zeit Unmengen an Müll produziert und Wasser verbraucht. Das Leben in der Wildnis führt auch dazu, sich über die so selbstverständlichen Ressourcen Gedanken zu machen. Da wir während dieser sieben Tage unseren kompletten Müll verbrannt haben, inklusive Kunststoffe, ist die „Ausbeute“ lediglich ein kleiner Plastiksack (hauptsächlich zusammengedrückte Dosen, die wir im Campfire ausgebrannt haben, um Rückstände zu entfernen). Natürlich sind da noch unsere leeren Weinflaschen, die von uns außerhalb der Wildnis entsorgt werden. Was den Wasserverbrauch angeht sind wir mit unserer täglichen Körperpflege in der Regel mit zwei bis maximal fünf Litern pro Person ausgekommen – undenkbar für das Leben in der Zivilisation!








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