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KTP-2

6. September 2015, KTP, Vom Rooiputs Campsite zum Gharagab Camp (280 Kilometer, 5:50 h reine Fahrzeit)

Löwenbesuch auf der Campsite
Bei meinem „Toilettengang“ in dieser Nacht (die Abolutions sind viel zu weit entfernt und der Gang zu gefährlich bei Nacht, daher müssen die Büsche herhalten!) entdecke ich grüne Augen im Taschenlampenlicht. Es handelt sich um Springhasen, die in der zoologischen Klassifizierung in einer eigenen Familie eingeordnet werden. Ihre Fortbewegung entspricht den Sprüngen eines Kängurus – absolut kurios.

Ich habe mich kaum wieder zur Ruhe begeben, als ich das Röhren eines Löwen vernehme – und zwar ganz in unserer Nähe! Es ist 4.30 Uhr und ich wecke Corinna. Gemeinsam spähen wir zu der Seite unseres Zeltes heraus, aus deren Richtung ich das Geräusch vermute. Das Röhren setzt wieder ein und wir wissen, dass der Löwe jetzt ganz in der Nähe unseres Zeltes sein muss. Da erfasst mein Lichtkegel den majestätischen Körper einen ausgewachsenen Löwenmannes, keine fünf Meter von uns entfernt. Er stolziert gemächlich an uns vorüber und lässt sich auch nicht durch das grelle Blendlicht der Taschenlampe irritieren. Wir ziehen uns zunächst in unser Zelt zurück und versuchen zu orten, in welche Richtung der Löwe seinen Weg fortsetzt. Plötzlich ein ohrenbetäubendes Röhren, der das Zelt erzittern lässt. Er muss sich direkt hinter unserem Zelt niedergelassen haben und brüllt nun von dort aus Leibeskräften. Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn nur noch die „Stoffschicht“ eines Zeltes eine Trennbarriere von einem solch riesigen Raubtier darstellt! Fast zwei Stunden hält sich der Löwe in der Nähe unseres Camps auf, dann wagen wir uns vorsichtig aus unserem Dachzelt.

Anhand der Fährten lässt sich leicht rekonstruieren, wo der Löwe entlang gelaufen ist. Tatsächlich hat er sich direkt hinter unserem Zelt eine Zeit lang niedergelassen und ist dann in gleicher Richtung, aus der er gekommen ist, wieder verschwunden. Die mächtigen Abdrücke der Tatzen zeugen von einem riesigen Tier, um die 350 Kilogramm schwer.


Nach diesem atemberaubenden Erlebnis, packen wir unsere Sieben Sachen zusammen und machen uns auf den Weg, der Löwe hat für eine halbe Stunde Verzögerung bei der geplanten Abfahrt gesorgt. Das nächste aufregende Ereignis soll aber nicht lange auf sich warten lassen. Am Melkvlei Wasserloch entdeckt Corinna auf einem kleinen Hügel einen Gepard. Wir bringen gerade unsere Kameras in Anschlag, als wir ein zweites Tier entdecken und kurze Zeit später noch zwei weitere. Geparden sind normalerweise Einzelgänger und in Gruppen nur zu sehen, wenn ein Muttertier mit ihren Jungen unterwegs ist oder aber, wenn sich mehrere männliche Tiere zu einer Jagdgemeinschaft zusammentun. Letzteres scheint bei unserer Sichtung der Fall zu sein.

Später erfahren wir, dass es sich bei der Gruppe vermutlich um die „Union Boys“ handelt. Dieser Name wurde kreiert von einem Cheetah Experten namens Matthew, der jeden einzelnen Geparden des Kgalagadi identifizieren kann und mit Namen belegt hat. Geparden sind faszinierende Tiere. Da sie in der Rangfolge der Raubtiere einen unteren Platz einnehmen, müssen sie permanent darum fürchten, ihrer Beute beraubt zu werden. Sie können auf der Jagd kurzfristig Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h erreichen.




Auf einem Rastplatz frühstücken wir erst einmal und beobachten zahlreiche Trauerdrongos im Baum über uns. Der Rest der Fahrt bis Nossob verläuft relativ unspektakulär, da die Wegstrecke häufig nicht den Blick auf das Flussbett öffnet und außerdem die meisten Tiere sich in den Schatten verkriechen. Nur zwei Wildkatzen luken unter einem Busch hervor und schauen uns neugierig hinterher.


Trauerdrongo (Fork-tailed Drongo)      /       Afrikanische Wildkatze

In Nossob tanken wir noch einmal voll (Kreditkartenzahlung möglich) und erledigen im Shop letzte Einkäufe. Man bekommt hier zumindest tiefgefrorenes Fleisch, H-Milch und Konserven; auf Gemüse hingegen braucht man nicht zu hoffen. Auch decken wir uns mit Feuerholz für die nächsten Tage ein, das wir auf dem Dach verschnüren. Wir checken uns anschließend für das gebuchte Gharagab Camp im Sanparks-Office ein.

Hinter Nossob verändert sich die Vegetation spürbar: Es wird eindeutig grüner im Flussbett und überall sprießen blühende Akazienbüsche mit üppigen, weißen Blüten. In diesem Teil des KTP fallen etwas mehr Niederschläge als im Rest des Parks. In Polentswa werfen wir schon einmal einen Blick auf unser „Reserve-Camp“, das uns der freundliche DWNP-Beamte in Two Rivers zugeteilt hat. In Camp 3 halten gerade zwei andere DWNP Mitarbeiter Siesta. Wir erklären ihnen, dass wir morgen die Reserve-Campsite belegen werden und nach kurzem Hin und Her bestätigen die beiden uns den Wechsel der Campsite schriftlich auf unserem Permit. Einfacher wäre es gewesen, wenn dies bereits der Mitarbeiter in Two Rivers getan hätte!

Der Wilderness Trail nach Gharagab führt über eine Two-Spoor-Sand Piste und ist ausschließlich den Bewohnern des Camps vorbehalten. Wir fahren durch die typischen parallel zueinander verlaufenden Langdünen (sogenannte Seif-Dunes), deren Rotfärbung durch Eisenoxyd zustande kommt. Das Eisenoxyd kann aufgrund der geringen Niederschläge im KTP nicht ausgewaschen werden - aus diesem Grund ist der Sand der Dünen dauerhaft rot.

Alle Dünen im Park sind bewachsen, was zu ihrer dauerhaften Form beiträgt. Im Gegensatz dazu sind die Dünen außerhalb des Parks nicht oder wenig bewachsen und somit dauernden Veränderungen ausgesetzt, da die Pflanzen von Nutztieren der Farmer abgegrast werden.

In der Kalahari herrscht Frühling – spätestens an dieser Stelle ist es unübersehbar. Üppig wuchern die weiß blühenden Akazienbüsche und verströmen einen betörenden Duft, während sich auf dem roten Boden ein feiner Pflaum aus Millionen anderer kleiner weißer Blüten ausgebreitet hat.

Das Gharagab Wilderness Camp besteht aus vier Cabins, die idyllisch auf einem kleinen Hügel angereiht sind. Ein Attendant sorgt hier für das Wohl (und die Sicherheit) der Gäste. Die Attendanten haben in den Wilderness Camps immer 14 Tage Dienst, bevor sie von Kollegen abgelöst werden. Nach einer kurzen Einführung in die Regularien des Camps machen wir es uns auf unserer kleinen Terrasse vor der Cabin gemütlich. Von hier hat man einen phantastischen Blick auf die Savanne mit einem Wasserloch, das nachts beleuchtet wird.
 
Die Cabins sind sehr gut ausgestattet mit zwei Betten, Toilette und Dusche sowie einer gut ausgestatten Küchenzeile mit Kühlschrank. Die „Barking Geckos“ veranstalten abends ein Konzert der Extraklasse – dies ist ebenfalls ein typischer Sound, der untrennbar mit Afrika verbunden ist. Das Wasserloch erhält heute keine erwähnenswerten Besuche, nur ein paar Schakale kommen, um ihren Durst zu stillen.


7. September 2015, KTP, Vom Gharagab Camp zur Polentswa Campsite (55 Kilometer zzgl. 20 Kilometer Game-Drive)

Fahrt durch tiefsandige Dünen

Wir stehen noch vor Sonnenaufgang auf, um die Morgenstimmung der Savanne in uns aufzusaugen. Das Wasserloch ist wie ausgestorben. Löwengebrüll ist in größerer Entfernung zu hören. Im Gästebuch unserer Cabin lesen wir, dass Gäste noch vor wenigen Tagen spektakuläre Leoparden- und Löwenbegegnungen hatten. So ist die Natur, es gibt glücklicher Weise niemals eine Garantie für Tiersichtungen in der Wildnis, sonst könnte man ebenso gut in den Zoo gehen! Wir genießen ein ausgedehntes Frühstück mit allem Komfort des Interieurs einer vollausgestatteten Cabin – in den nächsten Tagen werden wir unsere Mahlzeiten nicht so luxuriös zubereiten können.

Der Rückweg auf dem Wilderness Trail führt durch eine rote Dünenlandschaft. Einige Anstiege haben es in sich, da sie steil und tiefsandig sind und zudem extrem tiefe Löcher aufweisen. Im 1. Gang und nahezu mit Vollgas und eingeschaltetem 4x4 bewältigen wir aber alle Dünen problemlos.

Angekommen im Polentswa Camp machen wir es uns zunächst einmal auf der aussichtsreichen Campsite Nr. 1 gemütlich. Sofern einer der drei offiziellen Campsites heute Abend freibleiben sollte, werden wir uns dort ausbreiten und nicht auf unserer Reserve-Campsite, wobei der Reserve-Platz unter einer ausladenden schattenspendenden Kameldorn-Akazie ebenfalls wunderschön ist. Zu erwähnen ist, dass die Trockentoilette auf Polentswa 1 ziemlich eklig ist – da bevorzugen wir doch dann die Erdloch-Variante.

Nach einem entspannten Nachmittag auf der Campsite machen wir uns auf zum abendlichen Game Drive. Alle Wasserlöcher um Polentswa sind wie ausgestorben. Also begeben wir uns zurück zur Campsite und wie schon fast erwartet, sind alle regulären Campsites belegt. Somit errichten wir unser Camp auf unserer Reserve-Campsite. Der pastellfarbene Sonnenuntergang ist einmal mehr grandios. Das sind die Farben und stillen Momente, die wir genießen und die uns immer wieder nach Afrika ziehen. Heute wird Brot und Buschpizza gebacken. Für mich gibt es keine bessere Pizza als die, die im Potje am Campfire mit Holzkohle gebacken wird!

 
 






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