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Hufeisentour-Tag 6

6. Tag: Weißenbach (1.335 m) – Meraner Hütte (1.980 m)
720 Höhenmeter Anstieg, 10,2 km, 3:00 Stunden reine Gehzeit, Schwierigkeit: leicht
Das Frühstück im Murrer Hof ist reichhaltig und gut. Die Wirtin hat für uns um 8.30 Uhr ein Taxi bestellt, das uns nach Aberstückl, dem Ausgangspunkt der heutigen Etappe, bringen wird. Diese Variante wählen die meisten Wanderer der Hufeisentour, um sich den langweiligen Aufstieg auf der asphaltierten Straße bis zum Wanderparkplatz oberhalb von Aberstückl zu ersparen. Der öffentliche Bus fährt im Übrigen ausschließlich zu ungünstigen Zeiten, um 7:00 Uhr und um 9:45 Uhr.

Am Parkplatz zahlen wir den Fahrpreis von 20,-- €. Unterwegs überholen wir die uns bekannte Wandergruppe mit dem Taxi und winken ihr fröhlich zu - ... wir ernten dafür erstaunte bis neidvolle Blicke. Wir unken noch, „ ... da hat der Reiseleiter wieder versagt und wird jetzt sicher entlassen...“, doch die Gruppe folgt unserem Beispiel, hält das Taxi auf der Rückfahrt an und lässt sich ebenfalls bis zum Parkplatz bringen. Wir werden den Mitgliedern der Gruppe im Laufe des heutigen Tages noch das ein oder andere Mal begegnen.


Der erste Teil unserer heutigen Etappe führt uns entlang des Sagenweges durch das Sagbachtal. An liebevoll gestalteten Stationen werden Sagen aus dem Sarntal erzählt. Hier eine Kostprobe, die Sage von den Nörggelen im Sarntal:

Die Nörggelen im Sarntal
Nörggelen sind Männchen, die so groß sind wie dreijährige Kinder. Sie tragen graue Mäntelchen und sind barfuß. In alten Zeiten mussten die Leute auf der Hut sein, denn die Nörggelen wollten ständig Schaden anrichten.

Vor Zeiten hauste im Heisshof ein solches. Im Keller schlief es bei Tag, in der Nacht hörte man es über die Stiege schleichen. Den Mägden und Knechten schlug es in der Nacht auf die Waden und zwickte sie. Wenn sie sich aufregten, so lachte es, sonst war es mucksmäuschen still. Leider konnten sie das Nörggele nicht vertreiben. Im Herbst wurde es immer schlimmer. Da kehrte ein Sammelpater ein, der immer beim Heisshof zu Mittag aß. Die Leute erzählten ihm ihr Leiden. Der Pater wusste Rat: Er gab ihnen etwas und trug den Leuten auf, es auf die Stiege zu legen. So geschah es auch. In der Nacht hörte man ein Poltern, als ob jemand über die Stiege gefallen wäre.  Seit diesen Tagen war das Nörggele nie mehr zu spüren.

Auch beim Felder in Aberstückl trieb eines ständig Unfug. Es warf die Melkschemel um, so dass die Mägde im Mist lagen. Die Nörggelen warfen „Geiß Gagelen“ in die Suppe und lachten. Am Schlimmsten war es auf der Alm. Bei der Heuernte machten die Nörggelen kleine Bällchen aus Heu und warfen sie den Mägden ins Gesicht. Sie nahmen das Mus von den Löffeln und schleuderten es den Hirten ebenfalls ins Gesicht.  Die Nörggelen verjagten auch Tiere und trieben sie in die felsigen Gebiete. Wenn man jedoch den Namen des Leittieres rief, so kam die ganze Herde unbeschadet zurück.

Auch beim Hofer Schafberg weiter hinten im Tal gab es eine Begegnung mit Nörggelen. Das Gebiet ist sehr steil. Deswegen kann dort nur Kleinvieh weiden. In der Nacht trieben die Nörggelen die Rinder in dieses steile Gelände. Die Bauern wussten sich keinen Rat und liefen sofort zum Penser Pfarrer. Der sagte: „Lasst das Vieh nur und rührt es beileibe nicht an!“ In der Nacht hörten sie das Vieh herab lärmen. Es wurde von den Nörggelen herunter getrieben und kam ohne Schaden wieder zurück.

Fragt man heute die Penser nach den Nörggelen, so heißt es: „Die Pater haben sie verbannt, aber im nächsten Jubeljahr werden sie wieder frei!“ Wann das sein wird, weiß niemand so genau.

  

Während wir uns noch die Stationen des Sagenweges in Ruhe anschauen, werden wir auch schon wieder von Mitgliedern der Wandergruppe überholt! Sie winken uns kurz zu, haben aber offenbar keine Zeit und erst recht kein Auge für die "Attraktionen" am Wegesrand. Wir können uns nicht helfen, aber irgendwie wirkt die Gruppe immer etwas gehetzt! 

Über die Durralm gelangen wir über einen Schotter Fahrweg zur idyllisch gelegenen Kaserwiesalm. Hier entscheiden wir uns zu einer Variante, den Weg 14 A zum Kratzberger See – eine gute Entscheidung, wie sich herausstellen wird. Dieser Weg ist sehr viel schöner und aussichtsreicher als der direkte Weg zum Missensteiner Joch, führt er doch bei stetigem Blick auf das imposante Weißhorn und das Sarntal durch einen schönen mit blühenden Alpenrosen dicht bewachsenen Hang.

Oben am See rasten zahlreiche Wanderer - wir treffen hier auf den Europäischen Fernwanderweg E 5, der vom Bodensee an die Adria führt. Jetzt befinden wir uns im Gebiet von Meran 2.000. Hier führen Seilbahnen aus dem Tal nach oben, was eine Flut von Tagesspaziergängern mit sich bringt, zumeist schon am Schuhwerk und der mangelhaften Ausrüstung zu erkennen. Wir verbringen eine lange Mittagspause bei schönstem Wetter an dem toll gelegenen See. Einige Mutige wagen sogar ein Bad in dem eiskalten Gebirgswasser. Dieses sagenhafte Panorama ist uns dann doch einen Zeitraffer-Film wert! Klickt den Pfeil an und schaut selbst!!! 
 

In einer halben Stunde führt ein Höhenweg von hier zum Missensteiner Joch. Hier oben kann man einmal nachvollziehen, was der Skitourismus mit der Umwelt anstellt. Wenn man das so sieht, muss man sein eigenes Freizeitverhalten – wir sind ja ebenfalls passionierte Skifahrer – sicher einmal überdenken! Von der Beschaulichkeit der ersten Etappen unserer Tour ist hier oben nicht mehr viel zu spüren. Es herrscht ganz schön viel Rummel. So hatten wir uns in etwa den Meraner Höhenweg vorgestellt und uns deswegen für die beschaulichere Hufeisentour entschieden. Ruhe kehrt erst am späten Nachmittag ein, wenn die Tagesgäste zurück ins Tal müssen. Dann verbleiben hier oben nur noch die Wanderer, die sich in der Meraner Hütte eingemietet haben und das Gebimmel der Kuhglocken auf den Almen wird wieder bestimmend.

Der Abstieg zur
Meraner Hütte, unserer letzten Hüttenunterkunft der Tour, dauert eine weitere halbe Stunde. Auf der schönen Terrasse stärken wir uns erst einmal mit einer leckeren Gemüse- bzw. Nudelsuppe. Danach nehmen wir ein Sonnenbad auf den komfortablen hauseigenen Liegen.

Am Abend erkundigt sich Corinna telefonisch im Sarntheiner Tourismusverband nach den Nörggelen des Sagenweges. Nur allzu gerne würden wir einen dieser putzigen Figuren zu Hause in unseren Garten stellen! Die freundliche Mitarbeiterin verspricht sich zu erkundigen und bittet uns, am nächsten Morgen noch einmal anzurufen. Eigentlich ein gutes Zeichen, das für die Verschlafenheit des Sarntales spricht. In anderen touristischen Gegenden würden die Figuren an jeder Straßenecke vermarktet werden.

Wir beziehen unser komfortables und auffallend gepflegtes Doppelzimmer. Duschen kann man mit Hilfe einer Duschmarke – die sanitären Anlagen sind ebenfalls tipptopp gepflegt! In der Meraner Hütte gibt es insgesamt 40 Schlafplätze, alle in Doppelzimmern.


Zum Abendessen gibt es Hirtenmakkaroni, Fleischpflanzerl mit Kartoffepüree sowie zum Dessert eine Creme Caramel. Ebenso wie in allen Hütten zuvor sind wir von der Qualität der Speisen sehr angetan. Überaus lecker ist auch der Sauvignon Blanc aus der
Cantina Terlano.

Am Abend sitzen wir noch auf unserem Balkon und betrachten abermals das Schauspiel des Sonnenuntergangs hinter den Bergen. In anderen Hotels würde man für einen solchen Ausblick einen Haufen Geld extra bezahlen!

Reservierung Meraner Hütte per E-Mail oder telefonisch, +39 – 0473 – 279 405, Website
Übernachtung im Doppelzimmer inkl. Halbpension 40,-- € p.P.


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