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Hufeisentour-Tag 5

5. Tag: Penser Joch - Weißenbach
459 Höhenmeter Anstieg, 15,2 km, 4:10 Stunden reine Gehzeit (+ 30 Minuten Waldweg), Schwierigkeit: Grölljoch anstrengend, bei Schneefeldern teilweise gefährlich (unbedingt bei den Wirten über den Zustand der Route vorher erkundigen!), Rest der Etappe leicht.
Wie geplant stehen wir um 6.30 Uhr auf und nehmen beim reichhaltigen Frühstück – wir können uns sogar ein paar Brote für unterwegs zubereiten - die neuesten Wettermeldungen entgegen. Kurz gesagt: Es gibt keine neuen Erkenntnisse. Gegen Mittag kann es zu lokalen Gewittern kommen. Diese sind im Gebirge nicht zu unterschätzen, da ein heftiges Gewitter hier innerhalb kürzester Zeit aufziehen kann. Während am Nachbartisch die kontroversen Diskussionen von gestern Abend ihre Fortsetzung finden, machen wir uns um 7:30 Uhr auf den Weg. Wir werden begleitet von Sonne und Wolken. Die Sicht auf unser erstes Etappenziel, das Grölljoch, das sich zwischen den beiden Gipfeln des Weißhorns (auch genannt das „Matterhorn Südtirols“!) und der Gröller Spitze befindet, ist gut. Über einen schönen Bergpfad geht es zunächst gemütlich bergauf.
Nach ca. einer Stunde geht der Pfad nahtlos über in ein „fieses“ Geröllfeld. Immer wieder müssen breite Schneefelder durchquert werden. Wenn man hier abrutscht, kann es in dem steilen Hang unangenehm werden. Wir versuchen die vorhandenen Fußspuren zu nutzen und treiben immer wieder die Hacken unserer Bergschuhe in die harte Schneedecke, um festen Halt zu bekommen. Die rot-weißen Wegmarkierungen sind teilweise von Schnee bedeckt, so dass wir uns mehrfach neu orientieren müssen. Vorsichtig kämpfen wir uns Schritt für Schritt voran. Obwohl das Joch mittlerweile wolkenverhangen ist, ist der Aufstieg eine schweißtreibende Angelegenheit. Nach insgesamt zwei Stunden erreichen wir schließlich wohlbehalten das Joch. Die Wolken haben sich inzwischen verzogen, sodass wir hier oben in einer geschlossenen Schneedecke bei strahlendem Sonnenschein stehen! Von der Wandergruppe haben sich zwei Frauen entschieden, ebenso den Weg über das Grölljoch zu wagen, der Rest der Gruppe ist „panisch“ zum Penser Joch umgekehrt, nachdem irgendwo in der Ferne ein einmaliges Grummeln vernommen werden konnte.

Auch wir wollen uns selbstverständlich nicht dem Risiko eines Gewitters hier oben aussetzen, verweilen daher oben nicht lange und verzichten auch auf den sicher äußerst lohnenden Abstecher für den schwindelfreien, trittsicheren Wanderer zum Weißhorn (mit Seilsicherung - Auf- und Abstieg ungefähr eine Stunde). Es folgt der wohl gefährlichste Wegabschnitt der gesamten Hufeisentour. Durch eine Scharte geht es sehr steil abwärts. Vor uns liegt ein Schneefeld, das aufgrund seiner Lage (Nordhang) auch Mitte Juli noch vereist ist. Dieses müssen wir überqueren! Nach drei bis vier Schritten wird uns schnell klar, dass die Passage an dieser Stelle viel zu gefährlich wäre. Vorsichtig taste ich mich rückwärts gehend wieder in Richtung „sicheres“ Geröll. Wir entscheiden uns, zunächst diesseits des Schneefeldes uns nach unten zu arbeiten. Nach einer ziemlichen Kraxelei durch lockeres Geröll – das Absteigen im rutschigen und steil abfallenden Terrain ist alles andere als ein Sonntagnachmittagsspaziergang – gelangen wir  zu der von oben ausgemachten Stelle im Schneefeld weiter unten. Und tatsächlich haben offenbar schon andere Wanderer vor uns diesen Weg gewählt, denn die Fußspuren im Eis sind tief und stabil. Ohne Probleme gelangen wir hinüber zur anderen Seite und suchen erst einmal die rot-weißen Markeirungen. Das Schlimmste liegt jetzt hinter uns. Durch ein weniger steiles Gelände gelangen wir zu einer Ebene. Von hier geht es gemütlich aber langanhaltend insgesamt über 1.000 Höhenmeter bergab – ein Fest für die Knie!

Die Oberbergalm liegt saftig grün und lieblich da, ein Fotomotiv jagt das Nächste. Allgegenwärtig sind das markante Weißhorn, bunte Blumenwiesen und der romantisch dahin plätschernde Oberbergbach. An einem Steg kühlen wir unsere geplagten Füße in dem eiskalten Bächlein. In dieser berauschenden Kulisse vertrödeln wir bei herrlichstem Wetter die Zeit – von Gewitter nach wie vor keine Spur! Eine Herde Haflinger kreuzt direkt vor unserer Nase den Bach, um sich auf der anderen Seite neue Weidegründe zu erschließen. Es ist die Idylle pur!

 



Schließlich machen wir uns auf den schier endlosen Abstieg über einen breiten Fahrweg bis nach Weißenbach. Es gibt eine weitaus attraktivere Variante über den sogenannten Wandersteig, der vom Fahrweg aus beschildert ist und nur geringfügig mehr Zeit in Anspruch nimmt. Wir haben das Glück, dass von oben ein alter Fiat Panda herunterkommt und anbietet, uns mit nach Weißenbach zu nehmen. Das Angebot nehmen wir dankend an, da es uns wenig reizvoll erscheint, auf einer asphaltierten Straße weitere 30 Minuten abwärts zu laufen. Also quälen wir uns samt unserer Rucksäcke in das winzige Vehikel! Der Fahrer des Pandas stellt sich heraus als der Besitzer eines wunderschönen Holzhauses oben auf der Oberbergalm, das wir bereits im Vorübergehen neidvoll bewundert haben.

Die nächste Nacht verbringen wir im Murrer Hof in Weißenbach – ein schier unglaublich luxuriöses Quartier im Vergleich zu den bisherigen Unterkünften! Unser Zimmer hat ein eigenes Bad mit einer Badewanne, in der wir unseren müden Knochen wieder Leben einhauchen! Das Gewitter lässt übrigens auch am Nachmittag auf sich warten. Hier und da grummelt es mal kurz in der Ferne, ansonsten genießen wir einen wunderschönen, sonnigen Nachmittag auf unserem Balkon. Erst gegen Abend geht ein kurzer Nieselregen im Tal herunter – das war´s mit dem ganzen heutigen Unwetter!

Wir halten einen kurzen Plausch mit unseren ungefähr gleichaltrigen Zimmernachbarn, mit denen wir einen Balkon teilen. Die Beiden stellen sich als Motorradfahrer aus dem Schwabenländle heraus und geben uns Einblick in eine völlig fremde Welt. Sie berichten darüber, dass sie heute 250 Kilometer mit ihren Motorrädern durch die Berge gedüst sind – für uns ebenso unvorstellbar wie für die Beiden, stundenlang Berge zu erklimmen. Gut, dass die Interessen der Menschen, wie sie ihre Freizeit verbringen, so unterschiedlich sind - sonst wären entweder die Berge von Wanderern überfüllt oder aber die Bergstraßen mit Motorradfahrern.

Zum Abendessen werden uns frische Pfifferling (die ersten Selbstgesuchten dieses Jahres) mit Bandnudeln sowie köstliches thuniertes Kalbfleisch, im Prinzip ein warmes Vitello Tonato, und als krönender Abschluss ein hausgemachtes Amarettini Parfait serviert! Dazu gibt es einen einfachen „Verlab“, ein Cuvee aus Vernatsch, Lagrein und Blauburgunder.

Reservierung Murrer Hof per
E-Mail oder telefonisch, +39 – 0471 – 627 121, Website
Doppelzimmer inkl. Halbpension 94,-- €.

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