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Hufeisentour-Tag 4

4. Tag Flaggerschartenhütte – Penser Joch
594 Höhenmeter, 12,9 km, 4:10 Stunden reine Gehzeit, Schwierigkeit: moderat
Es hat die ganze Nacht geregnet, heute Morgen ist es jedoch glücklicherweise wieder trocken. Heute ist Corinnas Geburtstag! Ich bereite zu Corinnas besonderem Ehrentag – es ist schließlich ein runder Geburtstag – einen kleinen Geburtstagstisch direkt am Kaminofen mit Kerzen und einem Alpenrosensträußchen vor. Es warten auch zwei Geschenke auf sie, die ich den ganzen Berg hinauf geschleppt habe (es gehört zum Geschenk dazu, dass ich die Geschenke auch weiterhin in meinem Rucksack befördere!). Auch zwei Geburtstagsgrüße aus der Ferne, einer von Corinnas Eltern, der andere von ihrer lieben Omi, sind auf dem Tisch bereitgelegt. Corinna ist zu Tränen gerührt, ob dieser Überraschung, mit der sie nicht im Entferntesten gerechnet hat.

Das Geburtstagsfrühstück besteht aus in der Hütte selbst gebackenem Brot, hausgemachter Aprikosenmarmelade sowie Honig – einfach aber gut! Wir holen uns noch die neuesten Mut machenden Wetterprognosen vom Hüttenwirt für die nächsten Tage ein: Ab Übermorgen soll eine Warmwetterfront mit Temperaturen von über 30° Grad in den Tälern nach Südtirol einziehen, morgen Mittag könnte es hingegen zu lokalen Gewittern kommen. Wir zahlen unsere Hüttenrechnung und die Wirtin macht Corinna ein Geburtstagsgeschenk, in dem sie lediglich den reduzierten Übernachtungspreis für Alpenvereinsmitglieder berechnet, wirklich sehr nett!

Kurz danach brechen wir auf. Gleich zu Beginn der Tour ist eine steil abfallende Rinne, die durch ein Seil gesichert ist, zu überwinden. Trittsicherheit ist gefragt, aber letztlich ist diese Passage doch relativ harmlos. Alsbald steigen wir an zur Hörtlaner Scharte (2.603 m). Über ein steil abfallendes Schneefeld arbeiten wir uns in alten Fußspuren bergab. Teilweise sinken wir bis zur Hüfte in den Schnee ein. Da muss man 50 Jahre alt werden, um erstmals an seinem Geburtstag durch Schnee zu stapfen! Der Weg macht zwar Spaß, aber man muss dennoch aufpassen, will man eine unfreiwillige und möglicherweise schmerzhafte Rutschpartie auf dem Hosenboden ins Tal vermeiden.

 

Wir gelangen zu einer Hochebene, die wir über den Astener Höhenweg passieren. Überall rauschen kleine Bächlein kaskadenförmig talwärts.

 

Eine erste Rast machen wir am idyllischen Distelsee, wiederum kritisch beäugt von einigen Kühen, die friedlich auf den Wiesen grasen. Kurze Zeit später vernimmt Corinna eine Bewegung oberhalb eines Felsens – es ist ein Murmeltier, das uns seinerseits längst entdeckt hat.  Das ist eine eher seltene Begegnung, denn die erstaunlich großen Tiere sind nicht so häufig auszumachen. Wir hatten schon vor einer Weile aus größerer Entfernung ein Exemplar gesichtet – dieses hier ist nun aber ziemlich nah dran. Endlich kommt mein Tele-Zoom zum Einsatz. Das Murmeltier wartet brav, bis ich das Objektiv aus meinem Rucksack gekramt und gewechselt habe. Ich versuche mich hinter einem Felsen näher an das possierliche Tierchen heranzuschleichen. Wie ein Model richtet es sich auf und stellt sich in Positur. Mir gelingt es, bis auf wenige Schritte an das Tier heranzukommen – welch ein Glück! Danach hat es offenbar die Nase voll vom „Foto-Shooting“ und verschwindet hinter Felsen.

Der malerische Weg setzt sich zunächst über die Hochebene fort und führt alsbald zu einem mit Alpenrosen dicht bewachsenen Berghang, den wir über einen schmalen Pfad queren. Wir finden ein idyllisches Plätzchen an Wasserfällen für unsere Mittagsrast in der Nähe der Seeberger Alm.

Über einen grasbewachsenen Hang geht es nun steil bergan Richtung Niedereck. Vorbei an zahlreichen grasenden Haflingern steigen wir hinauf bis zum Gipfel. Nun folgt einer der landschaftlich eindrucksvollsten Abschnitte der gesamten Hufeisenrunde: Zwischen Niedereck und Astenberg folgen wir einem Kammweg mit beidseitig atemberaubenden Ausblick in tief eingeschnittene Täler. Die Steilhänge leuchten knallrot von üppigen Alpenrosenbüschen. Trotz des tollen Ausblicks, sollte man gut auf jeden Schritt achten, denn ein Fehltritt in die eine oder andere Richtung könnte hier fatale Folgen haben.

Schließlich kommt der Alpenrosenhof in Sicht. Erstmals auf der Tour müssen wir unsere Regenbekleidung auspacken, da aus dem zunächst feinen Nieselregen dickere Tropfen werden. Nach 10 Minuten ist der „Spuk“ allerdings schon wieder vorbei und wir begeben uns auf einen unspektakulären Abstieg zur Penser Joch Alm, wo wir uns mangels Alternativen zu einer zünftigen „Geburtstags-Brettljause“ mit Speck, hausgemachten Ziegenkäse, Rettich und Brot bei einem Gläschen Bier überreden lassen – wir waren zwar auf Kaffee und Kuchen eingestellt, das Alternativprogramm ist aber auch nicht schlecht! Der selbst gebraute Schnaps geht dann aufs Haus!

Drinnen kloppen einige Einheimische lautstark fluchend Karten, so dass wir kaum unser eigenes Wort verstehen – ein tägliches harmloses Ritual, wie uns der Almwirt versichert! Um zum  Penser Joch (2.227 m) zu gelangen, müssen wir anschließend noch 15 Minuten über die Passstraße laufen.


Im Alpenrosenhof haben wir ein Doppelzimmer mit Dusche/WC auf dem Flur – nach den Übernachtungen der letzten Tage der pure Luxus -, obwohl die Zimmer überaus einfach eingerichtet sind! Vor allem müssen wir in dieser Nacht nicht in dem beengten Hüttenschlafsack liegen und können endlich wieder einmal unsere Beine ausstrecken.

Das Abendessen kann a´ la Carte ausgewählt werden. Das Ambiente in der Gaststube ist nach den romantischen Hütten der letzten drei Tage nüchtern – es herrscht eher ein „Neonlicht-Charme“ vor! Nichtsdestotrotz stoßen wir mit einem Gläschen Prosecco nochmals auf Corinnas Geburtstag an. Wir bestellen eine Bouillon mit Ei (3,-- €) und dreierlei Knödel (Spinat-, Kas- und Specknocken) mit Butter und Parmesan (8,50 €) und sind von der guten Qualität der Speisen positiv überrascht. Dazu gibt es einen recht guten Sylvaner aus dem benachbarten Eisacktal sowie zum Schluss einen Heidelbeerschnaps bzw. einen Williams aufs Haus!

Bei der Wandergruppe, die wir seit einigen Tagen immer wieder treffen, entstehen am Nachbartisch heiße Diskussionen, ob man angesichts der Wetterprognosen den Weg über das Grölljoch am nächsten Tag wagen kann.  Wie nicht anders zu erwarten, führen die Gespräche am Ende zu keinem klaren Ergebnis. Der Alpenrosenwirt befeuert die Diskussion noch mit beiläufigen Einwürfen wie „oh je, das Weißhorn trägt heute Abend eine Kappe (Wolken) – das ist kein gutes Zeichen...!“ Auch wenn die „Kappe“ nach fünf Minuten wieder verschwunden ist, sorgt die knappe Information dennoch am Nachbartisch für neuen Zündstoff, und die Gemüter erhitzen sich erneut aufgrund dieser neuen Erkenntnis. Wir bleiben gelassen und lassen uns nicht verrückt machen, unsere Diskussion über den morgigen Tag dauert ganze zwei Minuten – ein Grund dafür, warum wir bevorzugt zu Zweit wandern. Unser simpler wie sinnvoller Plan ist, früh aufzustehen, die Wetterlage zu checken und dann eine endgültige Entscheidung zu treffen.

Reservierung Alpenrosenhof nur telefonisch, +39 – 0472 – 647 170,
Website
Übernachtung im Doppelzimmer mit Frühstück 30,-- €  p.P., EC- und Kreditkartenzahlung möglich
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