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Hufeisentour-Tag 3

 

3. Tag: Latzfonser Kreuz – Flaggerscharten Hütte,
778 Höhenmeter, 12,5 km, 4:20 Stunden reine Gehzeit, Schwierigkeit: anstrengend

Frühstück gibt es um 7.30 Uhr. So großartig das Abendessen in der Latzfonser Hütte ausfiel, umso spartanischer ist das Frühstück. Je ein abgezähltes Brot und Brötchen, je zwei Scheiben Salami und Käse, dazu Müsli - Punkt. Schon kurze Zeit später werden die Wasserflaschen gefüllt (Trinkwasser ist hier und in allen folgenden Hütten zum Glück erhältlich!), der Rucksack geschultert und dann sind wir auch schon wieder unterwegs. Ein letzter Blick zurück zur Idylle des Latzfonser Kreuzes.

  

Der Weg führt zunächst entlang eines Bergrücken durch ein Lava–Geröllfeld ohne nennenswerte Steigung. Allmählich verlieren wir den Dolomitenkamm außer Sicht. Erstmals sichten wir tatsächlich ein Hinweisschild mit der Aufschrift "Hufeisentour". Entgegen aller Angaben auf den Websites des Sarntals sowie in den Broschüren und Karten über die Hufeisenrunde sind diese Schilder fast nirgendwo zu finden. An der Fortschellscharte (2.299 m) steigen wir hinab zur Kofeljocher Alm und legen uns auf einer malerischen Wiese erst einmal in die Sonne. Alsbald erhalten wir wieder „tierischen Besuch“! Vier junge Kühe beäugen uns aus nächster Nähe neugierig. Wenige Augenblicke später stoßen Haflinger Fohlen dazu und weichen uns nicht von der Seite. Bis hierher ist der Weg sehr einfach – das wird sich aber alsbald ändern!


Der zweite Teil der Etappe ist anstrengend und phasenweise unangenehm zu laufen. Steile Anstiege wechseln sich ab mit langen Geröllfeldern und erfordern höchste Aufmerksamkeit. Wir erwarten nach einem letzten steilen und schweißtreibenden Anstieg zum Tellerjoch (2.520 m) bereits die Flaggerschartenhütte zu sichten – jedoch weit gefehlt! Weit und breit ist von der Hütte nichts zu sehen. Noch einmal geht es über teils rutschiges Terrain mit Felsblöcken bergab und uns fällt spontan zu diesem Wegabschnitt Konrad Beikirchers Ausspruch ein: „Dat ziieht sisch ...!“ Ein letzter steiler Aufstieg durch ein Schneefeld hebt nicht gerade die Stimmung. Aber dann ist es geschafft: 1:10 Stunden nachdem wir das Tellerjoch überquert haben, erreichen wir müde aber glücklich die Flaggerschartenhütte (2.487 Meter). Nach der gestrigen „Genusswanderung“ war die heutige Etappe richtig anstrengend.

 

 

Die Wandergruppe, die wir bereits in der Latzfonser Kreuz Hütte getroffen haben, ist schon oben an der Hütte beim Kaffeetrinken. Der „Haupträdelsführer“ der Gruppe – wir haben ihn gestern „den Reiseleiter“ getauft – überrascht uns mit dem Angebot, ein Doppelzimmer von ihnen zu übernehmen. Wir stimmen schon zu – doch so einfach geht das dann doch wieder nicht! Zunächst muss innerhalb der Gruppe eine Diskussionsrunde in Gang gesetzt werden, wie man denn die Zimmer aufteilen solle. Fast jeder Teilnehmer, der zu der Auseinandersetzung hinzustößt, hat eine komplett neue Idee zur Aufteilung oder einfach nur Einwände gegen bisherige Lösungen und entfacht damit neue erregte Wortgefechte. Die meisten Wortbeiträge beschäftigen sich mit dem Thema Schnarchen und wie man der nächtlichen Ruhestörung in welcher Konstellation auch immer möglichst entgehen könne. Wir hören uns die befremdliche Diskussion nahezu unbeteiligt an und warten auf das Endergebnis. Wenn die Gruppe in absehbarer Zeit zu keiner Einigung kommt, beziehen wir unser Bettenlager und fertig. Aber als wir es schon gar nicht für möglich halten, überlässt man uns dann doch das Doppelzimmer, das sich als ein winziges Kämmerlein mit Stockbett herausstellt – dennoch erscheint es uns nach dem Lagerquartier in der vergangenen Nacht als der reinste Luxus, ein Zimmer für uns ganz alleine zu haben.

Die Flaggerschartenhütte verfügt über 40 Schlafplätze und gilt als die romantischste Hütte in ganz Südtirol, das bestätigt uns ein freundlicher Mitarbeiter der Bergwacht, mit dem wir in der gemütlichen Stube eine Weile zusammen plaudern. Auch hier gibt es keine Dusche und nicht einmal fließend warmes Wasser. Das heiße Wasser kommt aus einer Art Thermoskanne und wird in einem Waschtrog mit dem eiskalten Bergwasser aus der Leitung vermengt. Mit einem Waschlappen seifen wir uns einmal von oben bis unten ab und verzichten unter diesen Umständen auf die Haarwäsche. Es ist schon eine Art „Katzenwäsche“, aber für heute muss es einfach reichen!

Gegen Abend zieht ein lang anhaltender Regenschauer mit Gewitter über die Flaggerschartenhütte – uns soll es nicht stören, sitzen wir doch in der gemütlichen Stube. Das Besondere an der Hütte ist, dass weit und breit keine Straße oder Fahrweg in der Nähe ist. Das heißt, alle Lebensmittel und Getränke müssen über Hubschrauber eingeflogen werden, was sehr teuer ist, oder aber in einem mehrstündigen Fußmarsch hochgetragen werden. Wir erfahren, dass der Wirt Manfred aus dem Tal regelmäßig enorme Lasten zur Hütte befördert, auch schon einmal ein ganzes Bierfass mit einem Gewicht von 35 Kilogramm! Wir geloben an dieser Stelle, uns nie wieder über unseren 12 – 13 Kilo schweren Rucksack zu beschweren! Das Abendessen ist auch hier sehr lecker: Es gibt Gemüsesuppe, Rindergulasch mit Polenta und schließlich Palatschinken mit hausgemachter Marmelade.

Reservierung per
E-Mail oder telefonisch, +39 – 0471 – 625 251, Website
Übernachtung im Lager inkl. Halbpension 44,-- €, im Zimmer 50,-- € p.P.


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