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Hufeisentour-Tag 1

1. Tag: Riedlerhof – Rittner Horn: 1.170 Höhenmeter, 5,5 Stunden reine Gehzeit, Schwierigkeit: anstrengend
Wir haben im Herolerhof ein Lunchpaket bestellt, da wir aufgrund der bevorstehenden Etappe pünktlich um 7.00 Uhr aufbrechen wollen. Der Wanderbus startet vom großen Parkplatz in Sarnthein um 9.00 Uhr (Sonn- und Feiertags um 9.30 Uhr). Für die Fahrt über Brixen und Bozen benötigen wir knapp 1,5 Stunden, so dass wir alle Zeit der Welt haben, unsere sieben Sachen zusammen zu packen und uns zu rüsten für das Abenteuer.

Der Wanderbus entpuppt sich als ein VW Bus (Fahrpreis 2,50 € p.P.). Wir haben tatsächlich Glück – der heutige Transport zum Parkplatz Riedlerhof, der bereits auf 1.529 Meter Höhe liegt, ist der erste dieses Jahres! Mit uns fahren lediglich eine weitere junge Wanderin mit Tagesrucksack sowie ein altes Mütterchen, das sicher irgendwo in der Nähe des Riedlerhofes wohnt.

Nachdem uns der Fahrer abgesetzt hat, schultern wir unsere Rucksäcke und machen uns auf zu unserer ersten Etappe. Bergauf fühlt sich so ein Rucksack in den ersten Minuten an, als ob man schwere Steine den Berg hinauf schleppt. Jeder von uns Beiden macht sich so seine Gedanken - kaum vorstellbar, dass wir dieses Gewicht auf den insgesamt sieben, jeweils 4 – 7 stündigen Tagesetappen, bei insgesamt rund 5.000 zu bewältigenden Höhenmeter ertragen können! Bereits nach 20 Minuten erreichen wir die Tengler Alm – dort machen wir erst einmal eine Frühstückspause mit dem leckeren Jausenbrot aus unserem Lunchpaket.

Außerdem wird das Gepäck nach den Erfahrungen der ersten Schritte erst einmal „umorganisiert“. Das Gewicht meines Tele-Zooms auf meiner
Canon 600D, die ich mit meinem  neuen Ortlieb Tragesystem vor der Brust trage , macht mir bereits auf den ersten Metern zu schaffen, so dass ich es kurzerhand in den Rucksack „umorganisiere“ und mein kleines Standardobjektiv auf die Kamera stecke – so geht es schon deutlich besser (ansonsten stellt sich die Ortlieb Tasche bereits jetzt als ein hervorragender Kauf heraus, da es beim Wandern mit Stöcken in keiner Weise behindert!!!).

Danach geht es über einen Pfad durch den Wald sofort relativ steil bergan – der Puls wird nach oben geschraubt. An einer Weggabelung können wir uns für zwei Varianten entscheiden - wir folgen dem Hauptweg Nummer 3. Auf einem von blühenden Alpenrosen gesäumten Weg geht es in Serpentinen stetig bergan in Richtung Sarner Scharte, unserem ersten Etappenziel.

Die letzte Stunde des Aufstieges wird noch steiler und noch schweißtreibender und führt uns über ein Geröllfeld. Wie aus dem Nichts sprießen üppig bunte Blütenkissen, die in dieser öden Felslandschaft scheinbar ohne jegliches Substrat auf dem blanken Stein gedeihen und erfreuen das Auge des vorübergehenden Wanderers. Auch säumen jetzt zahlreiche Enzianblüten den Weg.


Dann ist es geschafft – schweißüberströmt stehen wir auf der Sarner Scharte, 2.381 Meter hoch, nach 850 Meter steilem Anstieg! Der Blick zurück durch die Sarner Scharte ins Tal von Sarnthein lässt annähernd erahnen, welche Höhenmeter wir in den letzten 2,5 Stunden erklommen haben!

Erstmals erspähen wir auch die eindrucksvolle Silhouette des Dolomitenkamms. Davor liegt, scheinbar in unendlicher Entfernung, unser Ziel, das Rittner Horn, das man unschwer an der markanten Wetterstation auf dem Gipfel erkennt.

 

Hinter der Biwak Hütte auf einer Bank machen wir bei herrlichem Sonnenschein eine ausgedehnte Mittagspause bei Pumpernickel & Mettwürsten. Durch die Wärme der Sonne sind unsere durchnässten Funktions-Shirts in Nullkommanichts wieder trocken.

Der Abstieg von der Sarner Scharte ist zunächst etwas unangenehm, da er erneut durch ein steiles Geröllfeld führt. Zum ersten Mal melden sich die Knie! Nach kurzer Zeit wird die Wegstrecke jedoch besser, nicht mehr so steil und deutlich weniger Geröll. Wir laufen durch eine malerische Landschaft, die durch zahlreiche Bachläufe, dahinplätschernde Kaskaden, gesäumt von unzähligen rot schimmernden Alpenrosenbüschen, gekennzeichnet ist. Unser Ziel, das Rittner Horn, haben wir seit dem Erreichen der Sarner Scharte stets vor Augen.

 

Der nächste Wegabschnitt führt uns durch saftig grüne Weiden, auf denen zahlreiche Haflinger Pferde grasen. Natürlich sind die Tiere eingezäunt, aber durch die Großzügigkeit ihres Terrains und der großartigen Kulisse der Dolomiten erscheint die Freiheit dieser stolzen und prachtvollen Tiere geradezu grenzenlos zu sein.

Von unserem Ziel trennt uns nun lediglich noch ein vermeintlich kurzer harmloser Anstieg, der sich nach dem anstrengenden Verlauf dieser Etappe jedoch als kräftezehrend erweist. Schließlich haben wir schon über 1.000 Höhenmeter in den Knochen. Endlich auf dem Gipfel des Rittner Horns angekommen fühlen wir uns wie „Helden“ und stoßen mit einem eiskalten Weizenbier auf die erfolgreiche Bewältigung der ersten Etappe der Hufeisentour an.

Anschließend beziehen wir ein 7-Bett-Zimmer -  es haben sich keine weiteren Gäste angekündigt, so dass wir das Zimmer in der nächsten Nacht für uns alleine haben werden – Glück gehabt. Ein Hüttenschlafsack ist aus hygiänischen Gründen in allen Alpenhütten obligatorisch, da man hier selbstverständlich nicht täglich die Bettwäsche wechseln kann. In der Rittner-Horn Hütte gibt es eine Dusche für alle Übernachtungsgäste – und die ist zudem auch noch in einem schlimmen Zustand! Überall prangt der Schimmel an den Wänden. Die warme Dusche tut dennoch gut und alsbald ruft auch schon das Abendessen, das allen Übernachtungsgästen zum gleichen Zeitpunkt angeboten wird (in der Regel zwischen 18 und 19 Uhr). Es gibt zunächst eine Frittatensuppe, gefolgt von einem Speck-, Käseteller und als Dessert Zitronenkuchen. Zu beachten ist, dass es am Rittner-Horn kein Trinkwasser gibt. Das Wasser für die morgige Etappe müssen wir daher käuflich erwerben – für vier Liter zahlen wir stolze 13 €!

 

Der Ausblick vom Rittner-Horn auf den schneebedeckten Dolomitenkamm ist einfach berauschend! Bis zum Sonnenuntergang sitzen wir in einem Liegestuhl vor der Hütte und können uns an diesem Anblick kaum satt sehen!

 

Reservierung Rittner Horn Haus nur telefonisch unter +39 – 0472 – 356 207.
Übernachtung inkl. Halbpension 45,50 € p.P. ohne DAV-Ausweis, mit DAV Ausweis 10 € günstiger.

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