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Hiiumaa

22. August 2017 – Von der Insel Saaremaa zur Insel Hiiumaa (70 Kilometer)
Um 9.30 Uhr geht die erste Fähre vom Hafen in Triigi – insgesamt verkehren drei Fähren pro Tag in der Hauptsaison von Saaremaa zur Nachbarinsel Hiiumaa (Fahrplan unter www.veeteed.com; nur auf estnisch). Das Ticket wird auf der Fähre bezahlt. Die Überfahrt dauert ungefähr eine Stunde und kostet 18 €.

Vom Hafen fahren wir auf direktem Weg zur Halbinsel Sääretirp, wo wir eine kleine Wanderung zu einer Landzunge in der Ostsee machen wollen. Vom Festland zieht ein Gewitter heran, so dass wir vorsichtshalber erst einmal auf dem wunderschönen Wanderparkplatz (überdachte Picknickplätze, Grillstellen und Trockentoiletten vorhanden) den Schauer abwarten. Hier könnte man auch sehr gut eine romantische Nacht im Wohnmobil verbringen! Unsere Pläne für heute sind jedoch andere. Wir müssen dringend Wasser auffüllen, so dass wir einen Stellplatz mit Versorgungsmöglichkeit benötigen.

Da das Wetter nicht besser wird, entscheiden wir, zunächst zur Villavabrik von Kassari zu fahren, eine Wollmanufaktur, die mit über 100 Jahre alten Maschinen arbeitet. Einige sozialisitische Devotionalien aus der Sowjetzeit, wie ein Lenin-Plakat sowie eine uralte Schreibmaschine stehen in den Fabrikationsräumlichkeiten noch herum. Im kleinen angeschlossenen Laden kann man allerlei liebevoll von Hand produzierte Strickprodukte erwerben. Corinna kauft ein paar warme Hausschuhe aus Schafwolle.
 


In einem Hotel auf dem Weg nach Sääretirp nehmen wir einen kleinen Mittagssnack ein und versuchen dann unser Wanderglück ein zweites Mal. Noch immer sieht das Wetter nicht vielversprechend aus, jedoch entscheiden wir, es nunmehr zu wagen. Auf dem 2,5 Kilometer langen Weg beobachten wir zahlreiche Pferde, die scheinbar in völliger Freiheit auf der Halbinsel grasen oder im flachen Wasser der Ostsee auf und ab waten.



Bereits auf dem Hinweg ergießt sich ein kurzer Schauer über uns, als wir jedoch die schmale Landzunge erreichen, ist es einigermaßen trocken. Das Fotolicht ist noch immer nicht optimal, dennoch machen wir einige sehr schöne Bilder von diesem landschaftlichen Idyll. Irgendwann verliert sich die immer schmaler werdende Landzunge im Meer. (Foto-Tipp: Morgens hat man die Sonne im Rücken und kann die Landzunge in Richtung Meer fotografieren).



Auf dem Rückweg grummelt es am Horizont immer wieder bedrohlich, auch Blitze sind in nicht allzu weiter Entfernung auszumachen. Ein Gewitter bleibt uns glücklicherweise erspart, nicht jedoch ein weiterer Regenguss, der uns bis auf die Knochen durchweicht.

Zurück am Wanderparkplatz fahren wir zur größten Ortschaft der beschaulichen Insel Hiiumaa, Kärdla. Corinna findet im Konsum endlich den gewünschten Fußabtreter, da sie den Dreck auf dem Fußboden des Wohnmobils einfach nicht mehr ertragen kann!

Unser heutiger Übernachtungsort, Randmäe Caravanpark, hört sich zwar nicht gerade heimelig an, ist es aber! Auf dem riesigen Platz stehen lediglich eine Handvoll Camper und wir stehen mutterseelenalleine in erster Reihe mit Blick auf den feinen Sandstrand und das Meer – wieder einmal ein Stellplatz in 1A-Lage! Der Platz ist vollausgestattet, es gibt sogar eine Sauna. Gegen Abend verziehen sich alle Wolken, so dass wir während unseres Dinners einen Sonnenuntergang allererster Güte präsentiert bekommen. Heute gibt es erneut gegrilltes Rinderfilet mit Pfifferlingen – dazu der leckere Blaubeer-Senf aus Saaremaa!



23. August 2017 – Insel Hiiumaa
Am Morgen klappern wir zunächst einmal alle drei Leuchttürme Hiiumaas ab. Zum Takhuna Leuchtturm gelangen wir mit dem Fahrrad über die inzwischen bestens ausgebaute und wenig befahrene Straße, die zur Spitze der Halbinsel führt. Unterwegs kann man verfallene Bunker der Sowjetarmee erkunden, deren Begehung jedoch etwas gespenstisch ausfällt. Auch ein Militärmuseum kann an dieser Stelle besichtigt werden. Am Leuchtturm befindet sich das Estonia Denkmal, eine Glocke, die anfängt zu läuten, wenn der gleiche Wind wie bei dem Fährunglück am 28. September 1994 herrscht. Damals starben 852 Menschen beim Untergang der Estonia Fähre auf dem Weg von Tallinn nach Stockholm. Bis heute sind die Ursachen des Untergangs mysteriös und nicht vollumfänglich aufgeklärt.


Die beiden anderen Leuchttürme fahren wir mit dem Wohnmobil an. Das wohl imposanteste Bauwerk ist der mächtige Köpu Leuchtturm, der bereits Anfang des 16. Jahrhunderts erbaut wurde. Er ist damit der drittälteste durchgängig betriebene Leuchtturm weltweit und zugleich das Wahrzeichen Hiiumaas! Nachdem wir einen kleinen Mittagssnack im angeschlossenen Café eigenommen haben, besteigen wir den Turm (2,-- €). Die Steintreppe geht steil nach oben und die Stufen sind extrem hoch, so dass man ganz schön ins Schwitzen kommt! Oben eröffnet sich der Blick auf die ausgedehnten Wälder der Köpu Halbinsel. Der dritte Leuchtturm im Bunde (Ristna) liegt auf der Spitze der Halbinsel und ist eher unspektakulär – zudem ist er bei unserem Besuch geschlossen.

 


Beim Campingplatz Surf Paradiis liegen wir eine Weile am Strand und genießen die Sonne, die gerade einmal für eine Weile hervorlugt, bevor wir zum „Tal des alten Flusses“ weiterfahren.

Die Besonderheit des Tales ist, dass es unterhalb des Meeresspiegels liegt. Wie überall auf der Insel gedeihen auch hier in einem lauschigen Kiefern-Espen-Mischwald üppige Erika-Teppiche auf dem sandigen Boden. Entlang des Bächleins führt ein sehr schöner zwei Kilometer langer Pfad über Treppen und Brücken.

Letzte Station des heutigen Tages ist Körgessaare auf der Halbinsel Ninametsa. Dort befindet sich die sogenannte Viskoosa-Fabrik. Vor dem ersten Weltkrieg sollte hier die erste Kunstseide-Fabrik Estlands entstehen, ging jedoch aufgrund des ausbrechenden Krieges nie in Betrieb. Architektonisch ist Körgessaare interessant, zumal hier Bauten aus unterschiedlichsten Baustilen auf engstem Raum versammelt sind. So stehen unmittelbar neben der fast idyllisch anmutenden alten Wodka-Brennerei aus dem 19. Jahrhundert die Wohnblöcke für Arbeiter, die in der Sowjetzeit entstanden und bis heute bewohnt sind.



Eine sehr skurrile Sehenswürdigkeit, die in kaum einem Reiseführer steht, sollte man sich auf Hiiumaa auf keinen Fall entgehen lassen: Auf dem Weg von Körgessaare zur Halbinsel von Takhuna (an der Straße befindet sich eine Miniaturausgabe des nachgebauten Eiffelturms als Wegweiser) ist ein kleiner „Adventurepark“ zu entdecken, den der verschrobene, estnische Zimmermann Jaan Alliksoo hier angelegt hat (1,50 € Eintritt). Die kleine Geschichte, die mit der Entstehung des falschen Eiffelturms in Zusammenhang steht, lautet wie folgt: Jann begann im Jahre 2007 seinen „Hiiumaa Eifellturm im Wunderland“ zu bauen. Er wollte mit seinem beeindruckenden einunddreißig Meter hohen Nachbau aus Treibholz sowie Baumaterialien aus der unmittelbaren Umgebung seine große Liebe aus Frankreich zurückgewinnen, indem er ihr ein Stück Frankreich in Estland baute. Die Geliebte blieb indes unbeeindruckt und dachte nicht daran, aus Paris nach Estland zurückzukehren.

Der Park befindet sich „in the Middle of Nowhere“ und kommt ein bisschen unwirklich daher. Es gibt ein dunkles Labyrinth, durch das man irren kann, ein Piratenschiff und viele andere skurrile Bauwerke.

Der Abend ist recht stürmisch und kalt, so dass wir im Camper unser Abendessen einnehmen.

 






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