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Grand Staircase Escalante National Monument (GSENM)

2.7.2007 - Vom Zion NP zum Grand Staircase Escalante National Monument (GSENM)
Der Shuttlebus bringt uns zurück zum Visitor Center und wir brechen gegen 18.00 Uhr auf nach Escalante, unserem nächsten Reiseziel. Die Fahrt über den Ostausgang des Parks durch den Tunnel ist ebenfalls spektakulär. Interessant ist insbesondere der Checkerboard Mesa am Parkausgang, ein weißer Kalkstein Felsen mit Schachbrettmuster.

Die Landschaft bis zum
Bryce Canyon ist erneut ein echter Kontrast zum bisher gesehenen. Satt grüne Wiesen mit weidenden Rindern, die von seichten Bächlein durchzogen werden, vor einer rötlich schimmernden Bergkulisse im Hintergrund – ein Farbenspiel, dass das Herz eines jeden Naturliebhabers und Hobbyfotografen höher schlagen lässt.





Am Eingang des Bryce Canyons - dieses Mal nicht auf unserem Tourplan - befindet sich der Red Rock Canyon, der in den Abendstunden mit seinen pittoresken Steinformationen schon von der Straße aus beste Fotomotive liefert. Die Felsformationen ähneln denen im Bryce Canyon sehr stark.


Aufgrund der zahlreichen Fotostopps benötigen wir für die 160 Meilen bis Escalante fast drei Stunden. Escalante liegt mehr oder weniger am Ende der Welt. Die nächste Eisenbahnstation ist in Salt Lake City, die nächste Bushaltestelle ist 120 Meilen entfernt, von der Nähe eines Flughafens ganz zu schweigen. Escalante ist zwar die größte Ortschaft weit und breit, aber dennoch ein kleines Nest, bestehend aus einer Hand voll Motels für die Hiker, einer Bank, einer Post, einem Supermarkt und drei Tankstellen. Die wenigen Restaurants im Ort machen um 20.00 Uhr dicht, das Restaurant bei den Escalante Outfitters zumindest erst um 21.00 Uhr. Danach werden hier die Bürgersteige hochgeklappt, und es ist nirgendwo mehr etwas zu bekommen. Für die kommende Nacht haben wir bei den Outfitters eine Cabin gebucht (50 USD). Die kleinen Blockhütten bieten zwar außer einem Bett keinerlei Komfort, sind dafür aber liebevoll hergerichtet und sehr romantisch, die Gemeinschaftsbäder ebenfalls topp gepflegt! Handtücher und Bettwäsche sind im Mietpreis inbegriffen. Nachdem wir unsere Hütte bezogen haben, kochen wir uns noch Spaghetti mit einer fertigen Tomatensoße – nicht gerade ein Gourmet Abendessen, aber schnell zubereitet. Wir begeben uns früh zur Ruhe, da uns morgen eine anstrengende Wanderung bevorsteht.
 


3.7.2007 - GSENM – Coyote Gulch
Heute geht es nun endlich auf ins Abenteuer! Wir wollen uns auf eine zweitägige Backpacking Tour in den Coyote Gulch begeben - laut diverser Reiseberichtautoren (z.B.
SynnatschkeZehrer) einer der schönsten Canyons des Südwestens der USA. Wir haben diese Trekkingtour übrigens auch im Führer von Laurent Martres "Photographing the Southwest - A Guide to the Natural Landmarks" (siehe auch unsere Literaturseite, entdeckt. Ein Muss für alle Individualisten und Fotografen, die sich den Südwesten der USA zu Fuß erschließen wollen.

Im Visitor Center holen wir uns die notwendige Overnight Permit und hinterlegen dort unsere Notfalladresse. An der nächsten Tankstelle im Ort tanken wir noch einmal voll und kaufen zwei Pakete Eiswürfel zur Kühlung unserer Box.

Danach fahren wir zur „Hole in the Rock Road“, einer unbefestigten so genannten „Dirt Road“. Am Ende des Weges kurz vor dem Trailhead soll der Sand der Hole in the Rock Road sehr tief werden und mit einem normalen PKW nicht mehr passierbar sein. Aus diesem Grund haben wir einen 4-Wheel-Drive gemietet, um auch abgelegene Orte anfahren zu können. Wir fahren zunächst auf der gut ausgebauten HITR-Road, bis zur Abzweigung nach 36 Meilen in die Forty Mile Ridge Road. Von dort aus erreichen wir nach abenteuerlicher Fahrt durch tiefen Sand den Forty Mile Ridge Trailhead.


Tatsächlich parkt noch ein weiteres Auto hier. Wer in aller Welt geht denn außer uns noch bei 40° Grad freiwillig wandern!? Bereits der relativ einfache Weg über Slickrocks zum Escalante Rim – der Kante des Canyons - erweist sich bei diesen Temperaturen als anstrengend und kostet Kraft. An der Canyonkante angelangt rasten wir eine ganze Weile und genießen den phänomenalen Ausblick auf das grüne Tal des Escalante Rivers und der darüber schwebenden gewaltigen natürlichen Steinbrücke des Stevens Arch.

Den Weg müssen wir nun durch einen schmalen Felsspalt fortsetzen, der „Crack in the Wall“. Da wir zusammen mit unseren Rucksäcken nicht durch den Spalt passen würden, müssen wir unser Gepäck abseilen und uns dann anschließend durch den Spalt quetschen. Crack in the Wall ist einer von insgesamt vier Zugängen in den Coyote Gulch Canyon.
   

Nach diesem kleinen, jedoch harmlosen Abenteuer, laufen wir eine steile Sanddüne hinab zum Fluss. Hier strecken wir zunächst alle Viere von uns. Wolfram macht nach einer kurzen Verschnaufpause noch einen kleinen Abstecher zur Einmündung des Coyote Gulch in den Escalante River, um näher an den Stevens Arch, immerhin der sechstgrößte Arch der USA, zum Fotografieren heranzukommen. Ich döse im Schatten mit den Füßen im Wasser, bis ich von herannahenden Stimmen geweckt werde. Eine Wandergruppe von zwei Männern und drei Frauen (davon zwei Schwangere!), die Besitzer des parkenden Fahrzeuges am Trailhead, haben sich vier Tage im Coyote Gulch aufgehalten. Nach einer ziemlich langen Zeit kehrt auch Wolfram zurück von seiner kleinen Expedition zum Stevens Arch – ich hatte mir schon Sorgen gemacht.



Weiter geht es in Richtung Jacob Hambling Arch. Die meiste Zeit waten wir durch knöcheltiefes warmes Wasser. Aus diesem Grund haben wir die Stiefel gegen unsere Teva-Trekkingsandalen getauscht. Wir passieren eine wunderschöne liebliche Landschaft mit roten Felsen und Schilfgras entlang des Flusses.

Nach 1,5 Meilen erreichen wir den sogenannten „Campingplatz“ und beschließen hier zu übernachten. Auf der gegen-überliegenden Anhöhe befindet sich sogar ein Open-Air Plumpsklo mit einem wunderbaren Ausblick. Natürlich ist außer uns kein anderer Wanderer an diesem Ort, was zur eigentlichen Wandersaison im Frühjahr und Herbst schon einmal anders sein kann.

Wir müssen danach Wasser aufbereiten, da unsere beiden Dreiliterbeutel komplett leer sind. Das Wasser wird aus dem Fluss geschöpft und wir lassen es anschließend durch einen Papierfilter in unsere Wasserbeutel laufen, um zunächst die Schwebstoffe zu beseitigen. Das Wasserfiltrat behandeln wir dann mit desinfizierenden Chlortabletten, die Bakterien und Viren nach ungefähr zwei Stunden abgetötet haben. Das behandelte Wasser schmeckt zwar etwas nach Chemie, jedoch genießt man in der Wildnis und bei dieser Hitze selbst das warme gechlorte Nass!

Unser Zelt errichten wir unterhalb eines Felsbogens und nehmen anschließend eine zünftige Dusche unter Zuhilfenahme unseres Kochtopfes in dem in den Abendstunden deutlich kühler werdenden Bach. Es ist schon ein außergewöhnliches Gefühl zu wissen, dass außer dir kein Mensch weit und breit an diesem Ort ist! So weit von der Zivilisation entfernt waren wir wahrscheinlich noch nie. Natürlich macht man sich auch Gedanken darüber, was man tun würde, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, denn auch Handys funktionieren in dieser Gegend selbstverständlich nicht.

Nach dieser kühlen Erfrischung machen wir uns an unser Abendessen, welches aus einer Tüte Trekking-Trockenfutter (Boeuf Stroganoff) besteht. Die Zubereitung ist einfach: Zwei Tassen Wasser werden gekocht (unseren Coleman Kocher haben wir natürlich dabei) und anschließend in den Beutel mit dem Trockengericht gefüllt. Dort lässt man das Ganze einige Minuten im geschlossenen Beutel quellen – fertig! Wir genießen unsere erstaunlich schmackhafte Trekking-Mahlzeit in vollen Zügen. Ansonsten ist die Nahrungsaufnahme am heutigen Tag etwas dürftig ausgefallen: Ein zermatschtes warmes Käsebrötchen und ein eklig süßer Power-Bar. Aber großen Hunger haben wir den ganzen Tag ohnehin nicht verspürt. Die Wasseraufnahme erscheint in dieser Umgebung und bei den Temperaturen wesentlich wichtiger zu sein. Echter Luxus ist die mitgebrachte Flasche Rotwein, die wir an diesem wundervollen Ort in vollen Zügen genießen.

Ungewöhnliche Geräusche um uns herum sind allgegenwärtig. Die nachtaktiven Tiere tummeln sich um uns herum, so dass wir beschließen, unsere Rucksäcke an einer Astgabe aufzuhängen (in unserem kleinen Trekkingzelt ist kein Platz dafür). Etwas später sehen wir im Dunkeln noch so etwas wie ein grün blinkendes Riesenglühwürmchen. 

Alsbald begeben wir uns in unserem kleinen Zelt auf den gerade einmal 55 cm breiten neuen Therm-A-Rest Isomatten, die mit einer Stärke von 5 cm allerdings einigermaßen komfortabel sind, zur Ruhe. 



4.7.2007  - GSENM – Coyote Gulch
Independance Day - das zweite Mal, dass wir diesen amerikanischen Feiertag in den USA verbringen und doch nicht richtig erleben. Vor elf Jahren waren wir im Monument Valley und die Indianer feiern dort verständlicherweise nicht ihre „Unabhängigkeit“; 2007 verbringen wir den Tag nunmehr in der Wildnis. Nach einem kargen Frühstück, bestehend aus gechlortem Wasser und einem mittlerweile noch mehr zerbröselten Käsebrötchen, wandern wir weiter in Richtung Jacob Hambling Arch, wo wir den Aufstieg aus dem Canyon über steile Slickrocks wagen wollen. Das nun folgende Wegstück ist wohl das schönste des gesamten Canyons – ein Eldorado für Fotografen. Mächtige Felswände in unterschiedlichen Farbschattierungen, diverse Arches, sattgrüne Vegetation entlang des dahinplätschernden Baches und immer wieder kleine idyllische Wasserkaskaden sind ein Genuss für das Auge. Auch die Coyote Natural Bridge gibt ein interessantes Fotomotiv ab.

Nach ungefähr drei Stunden erreichen wir den Jacob Hambling Arch. Hier begegnen wir einem Parkranger, der uns nach unserem Overnight-Permit fragt. Wir packen die Gelegenheit beim Schopfe und erkundigen uns nach der Stelle, die aus dem Canyon herausführen soll. Der Ranger zeigt Wolfram den exakten Einstieg, nicht ohne zu erwähnen, dass der Weg über die Slickrocks sehr steil und derzeit extrem heiß beim Aufstieg sei. Ich muss gestehen, dass ich eigentlich die ganze Zeit meine Zweifel hatte, ob wir diesen Ausstieg tatsächlich wagen sollen! Wolfram kehrt jedoch mit dem Ranger guten Mutes zurück und meint, dass der Weg für uns machbar sei.



Da wir noch viel Zeit haben und nicht wieder den Fehler begehen wollen, uns in der unmittelbaren Mittagshitze einer erheblichen Anstrengung auszusetzen, suchen wir uns zunächst ein schattiges Plätzchen und stärken uns vor dem Aufstieg mit der zweiten Trockenmahlzeit. Dieses Mal gibt es Spaghetti Bolognese, ebenfalls recht lecker. Nach dem Essen haben wir uns eine kleine Siesta verdient. Längere Erholungspausen sind bei diesen klimatischen Bedingungen zwingend erforderlich. Es ist schon extrem anstrengend, mit so viel Gepäck auf dem Rücken zu wandern (Wolframs Rucksack wiegt sicher um 12 Kilo) – das Waten durch Wasser erschwert die Sache aufgrund des nachgebenden Untergrunds noch zudem.

Gegen 14.30 Uhr wagen wir dann den Aufstieg. Die ersten Meter sind zwar beschwerlich aber machbar. Dann beginnt der eigentliche Slickrock, den man in Serpentinen gehend bewältigen soll. Von unten sieht das Ganze auch nicht so dramatisch aus, aber ich merke bereits nach kurzer Zeit, dass ich es nicht schaffen werde: Angst macht sich in der steilen Wand breit und mir zittern die Knie. Teilweise habe ich auch große Probleme, sicher zurück zu steigen. Ein ganz großes Problem ist zudem die Temperatur der Felsen, die sich aufgrund der Sonneneinstrahlung extrem erhitzen. Dies merken wir später an unseren Händen, an denen sich große Brandblasen gebildet haben.

Wolfram ist schon ein gutes Stück über mir und macht auch nicht gerade den Eindruck, als ob es ihm leicht fällt. Wir beschließen schließlich, uns nicht dieser Gefahr länger auszusetzen und brechen das Abenteuer ab. Wolfram ist zunächst davon nicht begeistert, da er meint, das Ziel kurz vor Augen zu haben. Ich beginne mit dem Abstieg, der sich als noch schwieriger erweist. Wolfram befreit sich vor dem Abstieg zunächst von seinem schweren Rucksack und lässt ihn mit Hilfe des Seiles den Berg hinunter gleiten. Danach rutscht er mehr oder weniger auf seinem Hinterteil die Felswand herab.

Der Abbruch bedeutet, dass wir wieder über Crack in the Wall aus dem Canyon aussteigen müssen. Ein sehr anstrengender Weg liegt vor uns, zumal wir vor dem Erreichen von Crack in the Wall die rund zwei Kilometer lange und sehr steile Sanddüne hinaufsteigen müssen. Zunächst stellen wir uns auf eine weitere Nacht im Canyon ein, denn der Weg bis zum Auto beträgt ungefähr fünf bis sechs  Stunden. Etwas missmutig machen wir uns auf den Rückweg, der nun mit anderer Blickrichtung ganz neue und unvermutete Perspektiven bietet. Wolfram macht der schwere Rucksack inzwischen schwer zu schaffen. Wir legen eine Pause ein, es ist kurz vor 17.00 Uhr. Eigentlich haben wir uns auf ein schönes Bett in der Cabin der Escalante Outfitters gefreut. Wir beschließen, falls wir weiterhin so schnell vorankommen, den Aufstieg bis zum Auto doch noch am heutigen Abend zu machen. Um 18.30 Uhr erreichen wir schließlich den Fuß der Sanddüne und entscheiden uns nun endgültig nach einer halbstündigen Erholungspause zum sofortigen Aufstieg. Zur Stärkung gibt es das letzte matschige Käsebrötchen und noch einen weiteren eklig süßen Erdbeer-Müsliriegel. Angesichts der wenigen Kalorien, die wir auf diesem Zweitagestrip zu uns genommen haben und der Energiemenge, die wir verbrannt haben, müssten wir mehrere Kilos abgenommen haben!


Der Aufstieg ist erwartungsgemäß eine einzige Qual. Zum Glück haben wir unsere Stöcke dabei, so dass wir auf dem steilen sandigen Untergrund nicht zwei Schritte vor und einen zurück machen. Alle paar Minuten müssen wir stehen bleiben, um den Puls wieder etwas herunter zu bringen. Nach einer Stunde erreichen wir Crack in the Wall und die Prozedur mit den Rucksäcken beginnt in umgekehrter Richtung. Wolfram quetscht sich zuerst durch den Spalt und lässt dann von oben das Seil herab, um die Rucksäcke anschließend hoch zu ziehen. Wie bereits gestern wartet auf mich beim Zugang in den Spalt eine Monster-Heuschrecke! Warum zeigt sich dieses „Ungeheuer“ eigentlich nicht Wolfram?

Wir schultern erneut unsere Rucksäcke und folgen den nun gut sichtbaren Steinmännchen in Richtung Auto, welches wir in der Ferne schemenhaft von einem Hügel aus erspähen. Der Weg verläuft über seicht ansteigende Slickrocks und am Ende über eine weitere Sanddüne, die uns kräftemäßig noch einmal mächtig zusetzt. Wir mobilisieren unsere allerletzten Reserven und erreichen schließlich fix und fertig nach einer weiteren Stunde den Trailhead. Eine kühle Diet Coke aus unserer Kühlbox kommt uns wie Champagner vor!

Da die Sonne mittlerweile untergegangen ist, schmeißen wir schnell unseren Toyota an, um die tiefen Sandpassagen (ca. 7 Meilen) bis zur Kreuzung an der Hole in the Rock Road nicht bei vollkommender Dunkelheit fahren zu müssen. Nach 1,5 Stunden erreichen wir schließlich Escalante. Wir bereiten uns noch ein schnelles Spaghettidinner zu und fallen dann glücklich in unsere schönen bequemen Etagenbetten.


5.7.2007 - GSENM
Nach den Strapazen unseres Overnight-Hikes schlafen wir tief und fest. Heute heißt es „Wunden lecken“ – keinen Schritt wollen wir vor den anderen setzen! Frühstück gibt es im Golden Loop Cafe, 200 Meter die Straße hinunter. 

Wir sind die einzigen Gäste und die Besitzerin des im Westernstyle eingerichteten Etablissements schaut etwas mürrisch drein. Es wird O-Saft, Kaffee, Spiegeleier, gebackenen Schinken und Toast bestellt. Das Frühstück kommt wie bereits in Las Vegas zusammen mit einem Hash-Brownie. An diesem Morgen genießen wir selbst dieses Frühstück, insbesondere da es ohne einen einzigen Handschlag zu tun serviert wird. Anschließend fahren wir zum nahe gelegenen Visitor Center und schauen uns einen Film über Natur, Geologie, Flora und Fauna des GSENM an. Hier wird einmal mehr deutlich, mit welcher Hingabe die Bewohner dieser Gegend - und hier insbesondere die Parkranger - ihre karge, aber voller Naturwunder steckende Heimat lieben und schützen.

Unser heutiges Ziel ist der benachbarte Petrified Forest Statepark mit einem kleinen idyllischen See zum Baden. Wir stürzen uns in das kühle Nass und genießen das „Nichtstun“ am Ufer des Sees. Gegen Nachmittag bezieht sich der Himmel und erste Blitze sind am Horizont auszumachen. Im Juli und August kommt es in Utah häufig zu Thunderstorms, die in den zahlreichen Canyons der Gegend häufig zu Flashfloods führen können. Das Gewitter zieht am heutigen Tag allerdings weitgehend an uns vorbei, dennoch beschließen wir, in unsere Cabin zurück zu fahren.

Am Abend gibt es bei den Escalante Outfitters Pizza – die angeblich beste Pizza weit und breit. Wir bestellen zusammen eine 22 Inch Pizza, dazu für jeden einen Salat und einheimisches Ale. Der hier tätige Koch Jason hat eine Ausbildung in einem der renommiertesten Restaurants New Yorks genossen – damit werben die Outfitters natürlich überall. Jason wurde an diesen einsamen Ort gelockt, weil er das Hiking und die Natur liebt und die Besitzer der Outfitters ihm viele freie Tage zur Ausführung seines Hobbys angeboten haben – ein schlagkräftiges Argument, wenn man bedenkt, dass der Durchschnittsamerikaner gerade einmal zwei Wochen bezahlten Jahresurlaub erhält.

Die Pizza in Wagenradgröße überfordert uns dann schließlich vollkommen. Mit Mühe und Not schaffen wir gerade einmal die Hälfte. Wir plaudern noch eine ganze Zeit mit einem Paar, das ebenfalls aus Hannover kommt und im Rathaus von Langenhagen arbeitet – so klein ist die Welt. Die freundliche Bedienung hat ebenfalls einen Bezug zu Norddeutschland: Ihr Ex-Mann kommt aus Gifhorn und sie selbst spricht sogar passabel deutsch – eine Seltenheit in den USA. Mit einem letzten Corona an dem gemütlichen Holztisch neben unserer Cabin lassen wir den Abend ausklingen.


6.7.2007 - GSENM – Peek-A-Boo, Spooky Gulch, Dry Fork Canyon und Devil´s Garden
Wir haben den Wecker auf 7.30 Uhr gestellt, da wir heute einige Slot Canyons im GSENM erkunden wollen. Die Hole in the Rock Road führt uns rund 26 Meilen bis zur Abzweigung in die Dry Fork Road. Nach knapp zwei Meilen auf einer holprigen Waschbrettpiste erreichen wir den Trailhead, wo wir uns in das Trailregister eintragen. Einige andere Autos parken bereits am Trailhead, so dass wir heute auf unserer Wanderung sicher nicht alleine sein werden. Der mit Steinmännchen gut markierte Weg führt uns in ungefähr 30 Minuten in den Canyongrund. Von hier aus liegt der Zugang zum Peek-A-Boo nur noch wenige Meter entfernt. Der Einstieg in den Peek-A-Boo ist leicht zu übersehen und ziemlich steil. Den Aufstieg an dieser nahezu senkrechten und rund fünf Meter hohen Felswand erleichtern allerdings in den Fels geschlagene Tritte.

Die Rucksäcke lassen wir am Eingang des Canyons zurück, da man sich hier teilweise nur seitwärts fortbewegen kann. Unter Klaustophobie leidenden Zeitgenossen ist von diesem Canyon dringend abzuraten, und auch ein größerer Körperumfang könnte dazu führen, dass man irgendwo stecken bleibt!  Das Durchwandern des Canyons macht unglaublich viel Spaß und ist ein einmaliges Erlebnis.

Aufgrund der eng zusammenstehenden Canyonwände dringt nur relativ wenig Licht ein, so dass die Benutzung eines Stativs beim Fotografieren obligatorisch ist. Leider haben wir die Gewindeschraube des Stativs in unserer Cabin vergessen, so dass wir uns jetzt mit Tape behelfen müssen. Schnell ist die SLR Kamera mit dem Stativ verbunden und wir schießen munter drauf los. Bis zu 30 Sekunden Belichtungszeit erziele ich mit einer 22er Blende – das Ergebnis sind Fotos mit leuchtenden Rottönen trotz des geringen Lichteinfalls und einer guten Tiefenschärfe.

Die Wanderführer und auch die Ranger im Visitor Center warnen besonders in diesen Slot Canyons vor Klapperschlangen und Skorpionen. Daher sollte man jederzeit darauf achten, wohin man tritt und hinfasst. Da sich noch weitere Hiker im Canyon befinden, dürften allerdings alle Schlangen bereits verscheucht worden sein – wir bekommen jedenfalls keine zu Gesicht. Ansonsten ist es eine wunderbare Kletterpartie durch den Peek-A-Boo, bei der man sich auch die eine oder andere Schramme einhandelt. Empfehlenswert sind hier unbedingt dunkle alte Klamotten, da man sich permanent durch enge Felsspalten quetschen muss. Zurück am Canyoneingang schultern wir unsere Rucksäcke und wandern weiter zum Spooky Canyon, dessen Zugang nicht einmal einen Kilometer entfernt liegt. Der Spooky ist noch enger und dunkler als der Peek-A-Boo. Eine amerikanische Familie, die wir bereits beim Ausstieg aus dem Coyote Gulch getroffen haben, steht am Einstieg. Da die Mutter der Familie einen etwas größeren Körperumfang hat, musste sie den Weg in den Spooky abbrechen. Dieser Canyon ist farblich noch brillianter als der Peek-A-Boo.

Auf dem Rückweg aus dem Spooky fällt uns auf, dass direkt einfallendes Licht für gute Fotoergebnisse sehr hinderlich ist. Mittlerweile steht die Sonne nahezu senkrecht, so dass einige Felswände direkt angestrahlt werden. Dadurch wird der im Schatten liegende Teil des Bildes grundsätzlich unterbelichtet. Nachdem wir auch den Spooky ausgiebig erkundet haben, gönnen wir uns eine kleine Pause, nehmen einen kräftigen Schluck aus unseren Wassersäcken und stärken uns mit einem mitgebrachten Brot.

Der dritte Canyon im Bunde, der Dry Fork, ist breiter als die beiden anderen Canyons, daher vielleicht nicht ganz so spektakulär, aber dennoch wunderschön zu durchqueren. Hier kann man eine Zeit lang bequem und ohne Klettereinlage hineinlaufen und das Farbenspiel der knapp 2 Meter auseinander liegenden Felswände bewundern. Einen knappen Kilometer laufen wir in den Canyon hinein und kehren dann um.

Uns steht noch der Aufstieg zum Rim bevor, wo wir unser Auto geparkt haben. Der  Trail führt über Felsen und kurze sandige Passagen und ist relativ steil. Die Mittagshitze brennt erneut unerbärmlich auf uns nieder. In einer knappen halben Stunde bewältigen wir den Aufstieg und genehmigen uns am Auto erst einmal eine kühle Diet Coke.

Auf dem Rückweg möchten wir noch am Devil´s Garden anhalten. Die wundervollen zweifarbigen Hoodoos stehen hier unmittelbar am Trailhead. Unsere eigentliche Planung sieht vor, hier auf einem der gemütlichen Grillplätze den Sonnenuntergang abzuwarten, da das Licht zu dieser Tageszeit besonders schön sein soll. Daraus wird allerdings nichts, da sich auch heute wieder ein Gewitter am Horizont zusammenbraut. So laufen wir durch die beeindruckenden Felsformationen und treffen dabei auch auf den filigranen Metate Arch, bei allen Besuchern ein besonders beliebtes Fotomotiv.

 
 
 
Über die HITR-Road geht es im mittlerweile leichten Regen zurück nach Escalante, wo wir uns zunächst über ein übrig gebliebenes Stück Pizza, das wir uns am Vorabend bei den Outfitters haben einpacken lassen, her-machen. Das Aufwärmen erfolgt kurzerhand in unserer Campingpfanne, was erstaunlich gut funktioniert! Dabei beobachten wir die zahlreichen Kolibris, die angelockt von den an den Cabins aufgehängten Behältern mit Zuckerwasser, die Hütten umschwirren. Anschließend befreien wir uns unter der Dusche vom Staub der Slotcanyons.

In unserer Cabin warten wir das Ende des Gewitters ab und beschließen dann, noch einmal über die Hole in the Rock Road zum Devil´s Garden zu fahren, um dort den Sonnenuntergang bei einem zünftigen Barbecue zu genießen. Die im Escalante Grocerie Shop eingekauften Steaks von garantiert glücklichen Rindern munden in dieser Traumkulisse unter einem zweifarbigen Hoodoo noch mal so gut!

Der Metate Arch in der Abendsonne ist noch wesentlich beeindruckender. Nicht umsonst positionieren sich hier bei Sonnenuntergang diverse Profifotografen mit ihren schweren Stativen. Nachdem die Sonne untergegangen ist, fahren wir die 18 Meilen zurück nach Escalante.


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